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SiegelEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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SIEGEL
Ein Gegenstand, mit dem man einen Abdruck machen konnte (gewöhnlich in Ton oder Wachs), der den Besitzer kennzeichnete, die Echtheit erkennen ließ oder einen Vertrag bestätigte. Antike Siegel bestanden aus einem Stück hartem Material (Stein, Elfenbein oder Holz) mit seitenverkehrt eingravierten Buchstaben oder Zeichen. Die Siegel waren von verschiedener Machart, z. B. in der Form von Kegeln, Quadern, Zylindern, Skarabäen und Tierköpfen. (Bezüglich Siegelringen siehe RING.) Zylinderförmige Siegel waren in der Regel 2 bis 4 cm lang. Rollte man den auf der gekrümmten Oberfläche gravierten Zylinder auf feuchtem Ton ab, ergab sich ein fortlaufender erhabener Abdruck. Zylindersiegel waren häufig der Länge nach durchbohrt und konnten so an einer Schnur aufgehängt werden.
Antikes Zylindersiegel mit Tonabdruck; das Siegel zeigt einen Baum, an dessen beiden Seiten ein Anbeter steht; darunter sind Wasservögel abgebildet
Auf ägyptischen und mesopotamischen Siegeln sind u. a. religiöse Symbole dargestellt, aber auch Pflanzen, Tiere und einfache Szenen. Das babylonische „Versuchungssiegel“ im Britischen Museum zeigt einen Baum mit einem Mann auf der einen Seite und einer Frau auf der anderen Seite, und hinter der Frau richtet sich eine Schlange auf. Oft ist auf Siegeln der Name des Besitzers und seine Stellung zu erkennen. In Palästina wurde zum Beispiel ein Siegel gefunden, auf dem geschrieben steht: „Besitz Shemas, des Ministers Jerobeams“ (The Biblical World, herausgegeben von C. Pfeiffer, 1966, S. 515).
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