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ArchäologieEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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Doch in einem Artikel in der Zeitschrift The Biblical Archaeologist (1965, S. 73) revidierte der Archäologe Nelson Glueck seine ursprünglichen Folgerungen in Bezug auf die Fundstätte grundlegend. Er hatte seine Ansicht, damals habe man eine Schmelzanlage mit „Hochöfen“ in Betrieb gehabt, auf die Entdeckung von „Luftkanälen“ in dem freigelegten Hauptgebäude gestützt. Nun gelangte er zu dem Schluss, dass diese „Kanäle“ in den Mauern des Gebäudes dadurch entstanden, dass „Holzbalken, die zur Festigung der Lehmziegelmauern eingefügt waren, vermoderten und/oder verbrannten“. Das früher für eine Schmelzhütte gehaltene Gebäude soll jetzt ein Getreidevorratshaus gewesen sein. Man glaubt zwar noch, dass an diesem Ort Metall verhüttet wurde, es sei nur nicht in dem ursprünglich angenommenen Umfang geschehen. Das unterstreicht die Tatsache, dass die Deutung archäologischer Funde in erster Linie von der Auffassung des jeweiligen Archäologen abhängt, und diese ist keinesfalls unfehlbar. Die Bibel selbst erwähnt nichts von Kupfergewinnung in Ezjon-Geber. Sie berichtet lediglich, dass an einer Stelle im Jordantal kupferne Geräte gegossen wurden (1Kö 7:45, 46).
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ArchäologieEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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Drei verschiedene Expeditionen haben in Jericho Ausgrabungen vorgenommen (1907–1909; 1930–1936; 1952–1958), und die aufeinanderfolgenden Deutungen der Funde zeigen wiederum, dass die Archäologie wie jedes andere Gebiet menschlicher Wissenschaft nicht unbedingt eine Quelle zuverlässiger Informationen ist. Jede der drei Expeditionen hat Angaben geliefert, doch jede ist zu einem anderen Schluss gekommen in Verbindung mit der Geschichte der Stadt und ganz besonders in Bezug auf die Zeit ihrer Eroberung durch die Israeliten.
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