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  • „Es ist allein seine Schuld!“ — Frieden trotz Meinungsverschiedenheiten
    Erwachet! 1986 | 8. Januar
    • „GUT, wenn du dich änderst und tust, was du tun sollst“, fuhr Sherry ihren Mann an, „dann werde ich das tun, was ich tun soll.“ Allen, ihr Mann, fing den Zornausbruch auf. Aber er dachte, der Fall liege genau anders herum. Beide wußten, was die Bibel sagt, doch jeder war der Meinung, der andere würde sich nicht daran halten.

      Ehepaare erreichen nicht selten einen solchen toten Punkt und meinen, an ihren Problemen sei hauptsächlich der andere schuld. Überzeugt davon, daß Allen schuld war und sich nie ändern würde, zog Sherry aus. „Ich hielt es für sinnlos, es noch weiter zu versuchen“, sagte sie. „Die Lage schien hoffnungslos zu sein.“ Hast auch du schon einmal so gedacht? Glücklicherweise fand dieses Ehepaar einen Weg, die Ehe zu retten.

      Ist nur einer schuld?

      Bei einer Zusammenkunft der Zeugen Jehovas hörte Sherry etwas, was ihr Herz berührte. Ein Redner sagte, daß Demut wichtig sei, wenn man den Gedankenaustausch in der Ehe fördern wolle. Demütig begann Sherry, ihre eigene Situation zu analysieren, um zu sehen, ob sie selbst zu den Problemen beigetragen hatte.

      Gewöhnlich ist jeder darauf bedacht, sich von Schuld freizusprechen. „Recht bekommt in seinem Streitfall der erste, aber dann kommt der andere und geht der Sache nach“ (Sprüche 18:17, Einheitsübersetzung). Den Partner für etwas verantwortlich zu machen ist nur eine fade Entschuldigung und erspart es einem lediglich, bei sich selbst nach den möglichen Ursachen der mißlichen Lage zu suchen. In der Bibel heißt es, man könne seine Ehe entweder ‘aufbauen’ oder ‘mit seinen eigenen Händen niederreißen’ (Sprüche 14:1). Geht man aber „der Sache nach“, und zwar bei sich selbst, stellt man meist fest, daß Verbesserungen möglich sind.

      Dieses Insichgehen war für Sherry der erste Schritt zur Lösung ihres Problems. Sie hatte erkannt, daß sie ihren etwas rechthaberischen Mann wahrscheinlich nicht auf die Art und Weise ändern konnte, wie sie es versucht hatte. Was sie aber ändern konnte, war ihre Art, auf ihn einzugehen und mit ihm zu sprechen. Vielleicht würde ihn das zum Guten beeinflussen. Entschlossen, von nun an auf ihr Reden zu achten, kehrte sie zu ihm zurück. Die Ergebnisse waren positiv.

      Die Macht der Zunge

      „Ein versöhnliches Wort hilft anderen zum Leben; wer unversöhnlich redet, zerstört jede Gemeinschaft“ (Sprüche 15:4, Die Bibel in heutigem Deutsch). Gedankenloses, „unversöhnliches“ Reden ruft zumeist Zorn und Unwillen hervor. „Ich hatte ihm wiederholt vorgeworfen, daß er mich nur geheiratet habe, um jemand zu haben, der das Haus sauberhalte und die Kinder beaufsichtige“, gab Sherry zu. „Das brachte ihn jedesmal in Rage, so daß er laut wurde. Deshalb vermied ich nun, so etwas zu sagen. Ich stichelte nicht mehr so oft und war auch weniger kritisch. Statt ihn im Beisein der Kinder herabzuwürdigen, wartete ich einen geeigneten Zeitpunkt ab, um mit ihm zu besprechen, was mir mißfiel. Ich bemühte mich, ihm aufmerksamer zuzuhören und ihn zu loben, wann immer ich konnte.“

      Das blieb bei Allen nicht ohne Widerhall, und die Atmosphäre in ihrer Ehe gewann an Herzlichkeit. Ist dein Reden eine Bereicherung für eure Ehe, oder verursacht es Schmerz und ‘zerstört die Gemeinschaft’ mit deinem Partner? Beachtest du das Gebot der Bibel, indem du „Mitgefühl“ bekundest und „zartes Erbarmen“ hast? (1. Petrus 3:8).

      Larry und Michele, ein anderes Ehepaar, unterhielten sich einmal darüber, welche Nachspeise sie für eine Party vorbereiten sollten. „Mach nicht viele Umstände. Kauf einen Kuchen“, drängte Larry. Michele ließ sich nicht davon abbringen, mit viel Aufwand einen Kuchen zu backen. Und tatsächlich, kurz bevor die Gäste eintreffen sollten, hörte Larry aus der Küche ein großes Wehgeschrei. Der Kuchen war nach dem Herausnehmen aus der Form zusammengefallen. „Habe ich dir nicht gesagt, daß es blanker Unsinn ist, einen solchen Kuchen selbst backen zu wollen!“ sagte Larry, ohne auch nur die geringste Rücksicht auf ihren Kummer zu nehmen. „Und was willst du jetzt als Nachtisch servieren?“

      „Es hätte nicht viel gefehlt, und ich hätte ihm den verunglückten Kuchen an den Kopf geworfen“, bekannte Michele. Nur das Eintreffen der Gäste verhinderte, daß sie sich in die Haare gerieten. Noch Tage danach sprachen sie kaum ein Wort miteinander. Konnte Larry aber behaupten, alles sei ihre Schuld? Ganz im Gegenteil, seine ‘gedankenlosen’ Bemerkungen glichen „Schwertstichen“ und lösten eine heftige Gegenreaktion aus (Sprüche 12:18). Wieviel sinnvoller wäre es doch gewesen, wenn er Mitgefühl bekundet und etwas anderes als Dessert vorgeschlagen hätte!

      Was sollte also geschehen, wenn dein Ehepartner angesichts einer bitteren persönlichen Enttäuschung oder wegen eines Mißgeschicks aus der Fassung gerät? Du magst dir zwar bewußt sein, daß du in keiner Weise daran schuld bist, aber wie verhältst du dich, wenn er sich aus lauter Verzweiflung dir gegenüber im Ton vergreift?

  • „Es ist allein seine Schuld!“ — Frieden trotz Meinungsverschiedenheiten
    Erwachet! 1986 | 8. Januar
    • [Kasten auf Seite 12]

      „Die Hauptschuld an einer unglücklichen Ehe kann nur sehr selten einem Ehepartner gegeben werden und nicht beiden, zum Beispiel dann, wenn einem der Partner zur Zeit der Eheschließung unbekannt war, daß der andere alkoholabhängig oder geisteskrank ist.“ Zu diesem Ergebnis kam Gary Birchler von der medizinischen Fakultät der Staatsuniversität von Kalifornien nach umfassenden Forschungen auf dem Gebiet ehelichen Zusammenlebens.

      [Bild auf Seite 11]

      Verbesserst oder verschlimmerst du die Situation, wenn es zu Spannungen kommt?

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