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Unsere kostbare AtmosphäreErwachet! 1994 | 22. Dezember
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Unsere kostbare Atmosphäre
AM 4. Mai 1961 wurden Malcolm Ross und Vic Prather in einem Ballon auf eine Höhe von 34,6 Kilometern hinaufgetragen. Ross bedeutete es damals nicht viel, damit einen neuen Rekord aufgestellt zu haben. Vielmehr war er von der Aussicht beeindruckt, die sich ihm bot, als er vorsichtig eine Jalousie anhob und das erste Mal aus seiner Gondel hinaussah.
„Als wir 30 500 Meter Höhe erreicht hatten“, erinnerte er sich, „war der Anblick einfach herrlich.“ Ross war erstaunt über die Farben, die die verschiedenen Schichten der Atmosphäre kennzeichnen. Zuerst ist da die „helle, weiß-blaue“ Troposphäre, die in ungefähr 16 Kilometer Höhe oberhalb der Erdoberfläche endet. Dann folgt die tiefblaue Stratosphäre, die immer dunkler wird; schließlich verliert sich die Atmosphäre in der Schwärze des Alls. „In stiller Ehrfurcht betrachteten wir die überragende Schönheit der Atmosphäre“, schrieb Ross in der Zeitschrift National Geographic.
Ja, unsere wunderschöne Atmosphäre ist wirklich eine Betrachtung wert.
Lebenserhaltend
Unsere Atmosphäre ist bis in eine Höhe von rund 80 Kilometern praktisch ein die Erde umhüllendes Luftmeer. Sie wiegt mehr als 5 Billiarden Tonnen und übt auf uns in Meereshöhe einen Druck von 1 013 Hektopascal aus. Ohne diesen Luftdruck könnten wir nicht überleben, denn er verhindert, daß unsere gesamte Körperflüssigkeit verdunstet. In der höheren Atmosphäre ist der Luftdruck zu niedrig, als daß menschliches Leben möglich wäre. Aus diesem Grund mußten Ross und Prather Druckanzüge tragen. „Ohne künstlichen Druck“, erklärte Ross, „hätte unser Blut gekocht, unsere Blutgefäße wären geplatzt, unsere Organe gerissen.“
Natürlich benötigen wir dieses Luftmeer auch zum Atmen. Die meisten von uns nehmen es jedoch als selbstverständlich hin, weil sie es nicht sehen können. Ein religiöser Mann in alter Zeit sagte einmal dankbar: „[Gott gibt] allen Personen Leben und Odem und alles“ (Apostelgeschichte 17:24, 25).
Ohne unsere Atmosphäre würde keinerlei Staub zurückgehalten werden, an dem sich Wassertröpfchen anlagern könnten. Es gäbe also keinen Regen. Wenn wir unsere Atmosphäre nicht hätten, würden wir entweder tagsüber aufgrund der direkten Sonneneinstrahlung verschmoren oder nachts erfrieren. Glücklicherweise wirkt die Atmosphäre wie eine Decke, die einen Teil der Sonnenwärme speichert, so daß die Nächte für uns nicht zu kalt werden.
Außerdem schützt uns die Atmosphäre vor eindringenden Meteoroiden, durch die die Erdbewohner zu Schaden kommen könnten. „Feste kosmische Körper“, erklärt Herbert Riehl in seinem Buch Introduction to the Atmosphere, „dringen jeden Tag mit einer Gesamtmasse von schätzungsweise mehreren tausend Tonnen in die äußere Schicht der Atmosphäre ein.“ Doch die meisten Meteoroide verglühen in der Atmosphäre, ohne die Erdoberfläche jemals zu erreichen.
Die Atmosphäre trägt zu unserer Lebensfreude bei. Ihr verdanken wir den wunderschönen blauen Himmel, die dicken weißen Wolken, den erfrischenden Regen und die herrlichen Sonnenauf- und Sonnenuntergänge. Ohne die Atmosphäre könnten wir überdies nicht die Stimmen der Menschen hören, die wir lieben, noch könnten wir uns unsere Lieblingsmusik anhören. Wieso? Weil Schallwellen ein Medium brauchen, in dem sie sich ausbreiten können. Luft ist der ideale Schalleiter; im Weltraum dagegen kann sich Schall nicht ausbreiten.
Ein erstaunliches Gemisch
Früher dachte man, die Atmosphäre bestehe aus einer einzigen Substanz. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entdeckten Wissenschaftler dann, daß sie hauptsächlich aus den beiden komplementären Gasen Stickstoff und Sauerstoff zusammengesetzt ist. Ungefähr 78 Prozent der Atmosphäre bestehen aus Stickstoff und 21 Prozent aus Sauerstoff; das letzte Prozent setzt sich aus Gasen wie Argon, Wasserdampf, Kohlendioxyd, Neon, Helium, Krypton, Wasserstoff, Xenon und Ozon zusammen.
Sauerstoff ist, wie jeder weiß, das lebenswichtige Gas, das unser Körper durch die Atmung aufnimmt. Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre ist genau richtig für das Leben auf der Erde. Würde er erheblich abnehmen, würde uns schwindlig werden, und wir würden schließlich das Bewußtsein verlieren. Wäre die Sauerstoffkonzentration zu hoch, dann, so heißt es, würden sogar feuchte Zweige und das Gras in den Wäldern Feuer fangen.
Stickstoff dient ideal zur Verdünnung von Sauerstoff; er spielt jedoch nicht nur eine passive Rolle bei der Erhaltung von Leben. Stickstoff ist für alle Organismen lebensnotwendig. Blitze und eine spezielle Bakterienart ermöglichen den Pflanzen, atmosphärischen Stickstoff aufzunehmen. Wir wiederum nehmen den Stickstoff mit der Nahrung auf.
Es ist ein Wunder, daß das Verhältnis von Sauerstoff und Stickstoff in unserer Atmosphäre immer konstant bleibt. Dank der wertvollen Arbeit der Mikroorganismen wird Stickstoff wieder an die Atmosphäre abgegeben. Und wie steht es mit dem Sauerstoff? Bei Bränden und durch die Atmung von Mensch und Tier werden große Mengen Sauerstoff aufgebraucht. Dennoch liegt der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre stets bei 21 Prozent. Wie ist das möglich? Durch einen chemischen Prozeß in grünen Pflanzen und Algen, Photosynthese genannt; er bewirkt, daß jeden Tag über eine Milliarde Tonnen Sauerstoff an die Atmosphäre abgegeben werden.
Die Photosynthese kann ohne Kohlendioxyd — ein Spurengas, das nur 0,03 Prozent der Atmosphäre ausmacht — nicht ablaufen. Pflanzen sind außer auf Licht auch auf Kohlendioxyd angewiesen, um wachsen und Obst, Nüsse, Getreide und Gemüse produzieren zu können. Kohlendioxyd strahlt zudem die Wärme zur Erde zurück, so daß unser Planet „warmgehalten“ wird. Wenn der Kohlendioxydgehalt jedoch durch übermäßige Verbrennung von Holz, Kohle, Erdgas und Erdöl ansteigen würde, würden die Temperaturen auf der Erde irgendwann einmal so hoch sein, daß kein Leben mehr möglich ist. Würde der Kohlendioxydgehalt andererseits zu sehr zurückgehen, könnte die Photosynthese nicht mehr stattfinden, und wir würden verhungern.
Ein weiteres Spurengas, von dem das Leben auf der Erde abhängt, ist das Ozon. Das Ozon im höheren Bereich der Atmosphäre, der sogenannten Stratosphäre, absorbiert die ultravioletten Strahlen der Sonne. Auf diese Weise sind wir auf der Erde vor der schädlichen UV-Strahlung geschützt.
Ja, je mehr wir über die Atmosphäre erfahren, desto erstaunter sind wir. Stickstoff, Sauerstoff und Spurengase sind genau im richtigen Verhältnis zueinander zusammengesetzt. Die Erde hat außerdem genau die richtige Größe, um dieses Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Wäre die Erde kleiner und leichter, dann wäre die Gravitation zu schwach und ein großer Teil unserer kostbaren Atmosphäre würde ins All entweichen.
„Wenn die Erde andererseits nur eine Idee massiver wäre, würden die verstärkten Gravitationskräfte größere Mengen an Gasen festhalten. ... Das empfindliche Gleichgewicht innerhalb der atmosphärischen Gase wäre gestört“, heißt es in dem wissenschaftlichen Lehrbuch Environment of Life.
Doch leider wird das „empfindliche Gleichgewicht“ bereits durch den modernen Lebensstil des Menschen gestört. Wie ernst ist die Lage, und ist zu hoffen, daß unsere kostbare Atmosphäre vor der Zerstörung gerettet wird?
[Kasten auf Seite 5]
Schönere Sonnenuntergänge
Die Atmosphäre reflektiert die Sonnenstrahlen so, daß der Himmel eine schöne blaue Farbe erhält. Wenn die Sonne am Horizont untergeht, müssen ihre Strahlen einen viel längeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegen. Dadurch entsteht eine Vielfalt an leuchtenden Farben, die ein Stadtbewohner möglicherweise niemals zu sehen bekommt.
Sonnenuntergängen über Industriestädten fehlt es in der Regel an Intensität und bis auf ein paar Rottöne an Farbenpracht. Ist die Gegend stark verschmutzt, „erscheint die Sonne als eine matte rote Scheibe, die vielleicht sogar schon verschwunden ist, bevor sie den Horizont erreicht hat“, hieß es in der Zeitschrift New Scientist.
„Wenn die Atmosphäre außergewöhnlich klar und unverschmutzt ist“, erklärte die Zeitschrift weiter, „sind die Farben des Sonnenuntergangs besonders intensiv. Die Sonne ist strahlend gelb, und der Himmel um sie herum leuchtet in verschiedenen Orange- und Gelbtönen. Verschwindet die Sonne am Horizont, gehen die Farben langsam von Orange in Blau über. Tiefhängende Wolken reflektieren das Licht der Sonne noch lange, nachdem sie untergegangen ist.“
Wie viele herrliche Sonnenuntergänge es wohl erst in einer Welt, frei von Umweltverschmutzung, zu sehen geben wird! (Offenbarung 21:3-5).
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Was eine geschädigte Atmosphäre für uns bedeutetErwachet! 1994 | 22. Dezember
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Was eine geschädigte Atmosphäre für uns bedeutet
IM Jahr 1971 sagte Edgar Mitchell, als er an Bord des Apollo 14 auf dem Weg zum Mond war, beim Anblick der Erde: „Sie sieht aus wie ein funkelnder blau-weißer Edelstein.“ Doch was würde jemand heute vom Weltall aus sehen?
Wenn er durch eine Spezialbrille schauen könnte, die es ihm erlaubte, die unsichtbaren Gase der Erdatmosphäre zu sehen, würde sich ihm ein völlig anderer Anblick bieten. Raj Chengappa schrieb in der Zeitschrift India Today: „Er würde in dem schützenden Ozonschild riesige Löcher über der Antarktis und über Nordamerika entdecken. Statt eines funkelnden blau-weißen Edelsteins sähe er eine glanzlose, dreckige Erde, bedeckt mit dunklen, wirbelnden Schwefel- und Kohlendioxydwolken.“
Wodurch sind die Löcher in dem schützenden Ozonschild der höheren Atmosphäre entstanden? Ist die Zunahme an atmosphärischen Schadstoffen wirklich so gefährlich?
Wie Ozon zerstört wird
Vor über 60 Jahren verkündete die Wissenschaft die Entdeckung eines unbedenklichen Kühlmittels, das giftige und übelriechende Kühlmittel ersetzen könnte. Die neue Chemikalie setzte sich aus Molekülen mit einem Kohlen-, zwei Chlor- und zwei Fluoratomen zusammen (CCl2F2). Diese und ähnliche von Menschen hergestellte Chemikalien nennt man Chlorfluorkohlenstoffe (CFK) oder Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW).
Bis Anfang der 70er Jahre hatte sich die FCKW-Produktion zu einem riesigen, weltweiten Industriezweig entwickelt. Man verwendete FCKW in Verbindung mit Kühlschränken, Spraydosen, Klimaanlagen, Reinigungsmitteln sowie der Herstellung von Fast-food-Verpackungen und Schaumstoffen.
Im September 1974 erklärten jedoch zwei Wissenschaftler, Sherwood Rowland und Mario Molina, daß FCKW langsam bis in die Stratosphäre aufsteigen, wo sie schließlich ihr Chlor freisetzen. Jedes Chloratom, berechneten Wissenschaftler, könnte Tausende von Ozonmolekülen zerstören. Aber die Ozonschicht in der höheren Atmosphäre wird nicht gleichmäßig zerstört, sondern ist am stärksten über den Polargebieten angegriffen.
Seit 1979 sind über der Antarktis jedes Frühjahr große Ozonmengen geschwunden und wieder aufgetaucht. Diese jahreszeitliche Ausdünnung der Ozonschicht wird Ozonloch genannt. In den letzten Jahren ist das Ozonloch zudem immer größer geworden und immer länger geblieben. 1992 haben Satelliten das bis dahin größte Ozonloch gemessen — es war größer als Nordamerika! Und es enthielt nicht mehr viel Ozon. Nach Messungen von Ballonsonden war das Ozon um über 60 Prozent zurückgegangen — der niedrigste Wert, der je verzeichnet wurde.
Inzwischen sind die Ozonwerte in der höheren Atmosphäre auch über anderen Teilen der Erde gesunken. „Die letzten Messungen“, berichtete die Zeitschrift New Scientist, „lassen erkennen, daß ... die Ozonwerte im Jahr 1992 zwischen 50° und 60° nördlicher Breite, das heißt über Nordeuropa, Rußland und Kanada, ungewöhnlich niedrig waren. Die Ozonwerte lagen 12 Prozent unter dem normalen Wert — niedriger als je zuvor in 35 Jahren Ozonmessung.“
In der Zeitschrift Scientific American hieß es: „Selbst in den düstersten Prognosen hat man, wie es sich jetzt zeigt, den Ozonverlust durch Chlorfluorkohlenstoffe unterschätzt. ... Und dennoch protestierten damals einflußreiche Stimmen in der Regierung und in der Industrie heftig gegen Vorschriften, weil keine vollständigen wissenschaftlichen Beweise vorlagen.“
Schätzungsweise 20 Millionen Tonnen FCKW sind bereits in die Atmosphäre abgegeben worden. Da FCKW Jahre brauchen, bis sie in die Stratosphäre aufgestiegen sind, haben Millionen von Tonnen die höhere Atmosphäre, wo sie Schaden anrichten, noch gar nicht erreicht. FCKW setzen jedoch nicht als einzige den Ozonkiller Chlor frei. „Die NASA schätzt, daß beim Start einer Raumfähre jedesmal ungefähr 75 Tonnen Chlor in die Ozonschicht abgegeben werden“, berichtete die Zeitschrift Popular Science.
Was sind die Folgen?
Über die Folgen der Ozonverminderung in der höheren Atmosphäre ist man sich noch nicht ganz im klaren. Eines scheint jedoch sicher zu sein: Eine verstärkte schädliche UV-Strahlung (ultraviolette Strahlung) erreicht die Erde, was vermehrt zu Hautkrebs führt. „Während des letzten Jahrzehnts stieg auf der nördlichen Halbkugel die jährliche Dosis an schädlichen UV-Strahlen um rund 5 Prozent an“, konnte man in der Zeitschrift Earth lesen.
Bereits eine einprozentige Zunahme der UV-Strahlung soll das Hautkrebsrisiko um 2 bis 3 Prozent erhöhen. Die afrikanische Zeitschrift Getaway schrieb: „In Südafrika gibt es jedes Jahr über 8 000 neue Hautkrebsfälle ... Bei uns ist die Konzentration des schützenden Ozons mit am niedrigsten und das Auftreten von Hautkrebs mit am höchsten (der Zusammenhang liegt auf der Hand).“
Schon vor Jahren hatten die Wissenschaftler Rowland und Molina vorhergesagt, daß die Zerstörung des Ozons in der höheren Atmosphäre vermehrt Hautkrebs hervorrufen würde. Sie empfahlen damals, in den USA ein sofortiges Verbot von FCKW in Spraydosen einzuführen. Viele Länder haben die Gefahren erkannt und sich bereit erklärt, die Produktion von FCKW bis Januar 1996 einzustellen. Bis dahin stellt die Verwendung von FCKW allerdings nach wie vor eine Gefahr für das Leben auf der Erde dar.
Wie die Zeitschrift Our Living World berichtete, hat der Ozonschwund über der Antarktis „der ultravioletten Strahlung ermöglicht, tiefer in den Ozean einzudringen als bisher angenommen. ... Dadurch verringert sich beträchtlich die Leistung der einzelligen Organismen, die die Grundlage der Nahrungskette im Meer bilden.“ Experimente lassen ebenfalls erkennen, daß eine vermehrte UV-Strahlung oftmals die Ernten beeinträchtigt, wodurch die globale Nahrungsmittelversorgung bedroht ist.
Ja, die Verwendung von FCKW könnte eine Katastrophe heraufbeschwören. Doch unsere Atmosphäre wird noch mit vielen anderen Schadstoffen bombardiert. Ein solcher Schadstoff ist ein atmosphärisches Gas, das als Spurengas für das Leben auf der Erde unentbehrlich ist.
Die Auswirkungen der Umweltverschmutzung
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat der Mensch immer größere Mengen Kohle, Erdgas und Erdöl verbrannt und dadurch Unmengen von Kohlendioxyd in die Atmosphäre ausgestoßen. Damals machte dieses atmosphärische Spurengas etwa 285 parts per million (Teilchen je Million) aus. Doch infolge der zunehmenden Verwendung fossiler Brennstoffe ist das Kohlendioxyd auf über 350 Teilchen je Million gestiegen. Wie hat sich die Zunahme an diesem wärmeabsorbierenden Gas in der Atmosphäre ausgewirkt?
Viele sind der Ansicht, daß die Zunahme an Kohlendioxyd für die Temperaturerhöhung auf der Erde verantwortlich ist. Andere Forscher sagen wiederum, daß die globale Erwärmung besonders auf die Variabilität der Sonneneinflüsse zurückzuführen sei — daß die Sonne in letzter Zeit mehr Energie abgebe.
Wie auch immer, die 80er Jahre waren das heißeste Jahrzehnt seit Mitte des 19. Jahrhunderts, als man anfing, hierüber Aufzeichnungen zu sammeln. Die südafrikanische Zeitung The Star schrieb: „Die Tendenz setzt sich im jetzigen Jahrzehnt fort, wobei 1990 das wärmste Jahr überhaupt war, 1991 das drittwärmste und 1992 ... das zehntwärmste Jahr in einem Zeitraum von 140 Jahren, in denen Temperaturaufzeichnungen gemacht worden sind.“ Der leichte Temperaturrückgang in den letzten beiden Jahren wird dem Staub zugeschrieben, der 1991 beim Ausbruch des Vulkans Pinatubo in die Atmosphäre geschleudert wurde.
Die künftigen Auswirkungen der zunehmenden Temperaturerhöhung auf der Erde werden heiß diskutiert. Auf alle Fälle hat die globale Erwärmung die ohnehin schon schwierige Aufgabe der Wettervorhersage um einiges schwieriger gemacht. So schrieb die Zeitschrift New Scientist, daß man in dem Maße, in dem sich das Klima durch die globale Erwärmung verändere, wahrscheinlich öfter mit falschen Wettervorhersagen rechnen müsse.
Viele Versicherungsgesellschaften befürchten, durch die globale Erwärmung würden ihre Policen unrentabel. Daher konnte man in der Zeitschrift The Economist lesen: „Angesichts der Flut von Unglücken reduzieren einige Rückversicherer jetzt ihre Risikoübernahme bei Naturkatastrophen. Andere sprechen davon, ganz und gar vom Markt zu gehen. ... Es ist ihnen alles zu unsicher.“
Bedeutsam ist, daß ein großer Teil des Packeises in der Arktis im Jahr 1990, dem bis dahin wärmsten Jahr, zurückging wie nie zuvor. Dadurch saßen Hunderte von Eisbären über einen Monat lang auf der Wrangelinsel fest. „Aufgrund der globalen Erwärmung könnten derartige Erscheinungen ... die Regel werden“, schrieb die Zeitschrift BBC Wildlife warnend.
Eine afrikanische Zeitung meldete 1992: „Wetterexperten machen die globale Erwärmung für die drastische Zunahme an Eisbergen verantwortlich, die nördlich der Antarktis treiben und die Schiffahrt im südlichen Atlantik gefährden.“ Gemäß der Zeitschrift Earth (Ausgabe Januar 1993) ist der allmähliche Anstieg des Meeresspiegels vor der Küste Südkaliforniens zum Teil einer Erwärmung des Wassers zuzuschreiben.
Leider pumpt der Mensch nach wie vor eine unglaubliche Menge an giftigen Gasen in die Atmosphäre. In dem Buch The Earth Report 3 hieß es: „In den USA werden nach Schätzung der Umweltschutzbehörde (Bericht für 1989) jedes Jahr über 900 000 Tonnen giftige Chemikalien in die Luft geblasen.“ Diese Zahl hält man allgemein für untertrieben, da die Auspuffgase von Millionen von Kraftfahrzeugen nicht mit eingerechnet wurden.
Auch aus vielen anderen Industrieländern hört man schockierende Meldungen über die Verschmutzung der Luft. Besonders erschreckend waren die letzten Enthüllungen über die unkontrollierte Luftverschmutzung in osteuropäischen Ländern während der jahrzehntelangen Herrschaft des kommunistischen Regimes.
Opfer der Luftverschmutzung sind unter anderem die Bäume, die Kohlendioxyd aufnehmen und Sauerstoff abgeben. Die Zeitschrift New Scientist berichtete: „Gemäß ... dem Minister für Landwirtschaft werden die Bäume in Deutschland immer kränker; ... [er sagte,] daß die Luftverschmutzung nach wie vor einer der Hauptgründe für den kranken Zustand der Wälder ist.“
Im Hochveld von Transvaal (Südafrika) ist die Situation nicht viel anders. „Die ersten Anzeichen für Schäden durch sauren Regen sind jetzt im östlichen Transvaal zu sehen, wo die Kiefernnadeln von einem satten Dunkelgrün in ein fahles, scheckiges Beige wechseln“, schreibt James Clarke in seinem Buch Back to Earth.
Derartige Berichte hört man aus aller Welt. Kein Land ist ausgenommen. In den Himmel ragende Schornsteine der Industrieländer blasen die Schadstoffe bis in die Nachbarländer. Die Profitgier des Menschen im Industriezeitalter läßt nicht viel Gutes ahnen.
Doch es gibt gute Gründe, optimistisch zu sein. Wir können davon überzeugt sein, daß unsere kostbare Atmosphäre vor der Zerstörung gerettet wird. Der nächste Artikel zeigt, wie das geschehen wird.
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Die Zerstörung von Ozon in der höheren Atmosphäre hat vermehrt zu Hautkrebs geführt
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Was sind die Auswirkungen einer derartigen Umweltverschmutzung?
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Wie unsere Atmosphäre gerettet wirdErwachet! 1994 | 22. Dezember
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Wie unsere Atmosphäre gerettet wird
WIRD der Mensch freiwillig aufhören, die Luft zu verpesten? Wird unsere Atmosphäre auf diese Weise gerettet werden?
Nein. Die Rettung unserer kostbaren Atmosphäre wird nicht dadurch gewährleistet, daß sich der Mensch an Umweltschutzbestimmungen hält. Vielmehr wird derjenige, der die höchste Macht innehat, eingreifen und sowohl für eine saubere Atmosphäre als auch für eine saubere Erde sorgen.
Daß dem Schöpfer die Erde und das Leben auf der Erde am Herzen liegen, zeigt sich darin, wie wunderbar er alles erschaffen hat. Alles ist so konstruiert, daß es auf unabsehbare Zeit, ja für immer, bestehenbleiben kann (Psalm 104:5, 24).
Erhaltungsmechanismen
Die Atmosphäre ist beispielsweise so geschaffen, daß sie sich selbst erneuert und reinigt. Nehmen wir einmal das Ozon in der höheren Atmosphäre. Der Ozonschild ist so genial gemacht, daß er die ultraviolette Strahlung absorbiert, die für die Menschen auf der Erde tödlich wäre. Gleichzeitig läßt er aber ungefährliches Licht durch, das für das Leben auf der Erde notwendig ist.
Bereits zuvor wurde erwähnt, daß der Ozonschild durch von Menschen hergestellte Chlorfluorkohlenstoffe, die in die höhere Atmosphäre aufsteigen, stark beschädigt wird. Wie wird der schützende Ozonschild wiederhergestellt werden? Der Schöpfer stattete das Ozon mit der erstaunlichen Fähigkeit aus, sich selbst zu erneuern. Ja, in der höheren Atmosphäre findet ein ständiger Aufbau von Ozon statt — und das sogar mit Hilfe jener gefährlichen Strahlen, die das Ozon herausfiltert! So wird ein Teil der Ozonschicht, die durch die Umweltverschmutzung rapide zerstört wird, parallel dazu wieder aufgebaut.
Ähnlich ist es in den unteren Schichten der Atmosphäre, wo der größte Teil der über 5 Billiarden Tonnen Luft zu finden ist. Natürliche Kreisläufe reinigen die Luft auf schnelle und bemerkenswerte Weise von Schadstoffen. In der World Book Encyclopedia ist zu lesen: „Der Wind zerstreut die Schadstoffe; Regen und Schnee spülen sie in den Boden.“
Wenn der Mensch demnach aufhören würde, die Luft zu verschmutzen, oder die Verschmutzung erheblich reduzieren würde, wäre die Luft bald überall klar und rein. In dem zuvor erwähnten Nachschlagewerk wird das Problem angesprochen; es heißt dort: „In vielen Gegenden werden Schadstoffe schneller in die Luft geblasen als durch die Witterung entsorgt.“
Wie wird die selbstsüchtige Verschmutzung der Atmosphäre durch den Menschen daher gestoppt werden?
Eine saubere Erde in Sicht
Gott wird eingreifen, und nur er wird der Umweltverschmutzung wirklich ein Ende machen. Die Bibel sagt voraus, daß er ‘die verderben wird, die die Erde verderben’ (Offenbarung 11:18). Er wird nicht zulassen, daß habgierige Menschen seine wunderschöne Erde samt ihrer lebenserhaltenden Atmosphäre auf Dauer so verschmutzen. Er verheißt: „Die Übeltäter, sie werden weggetilgt, die aber auf Jehova hoffen, sind es, die die Erde besitzen werden“ (Psalm 37:9).
Wie wird den Übeltätern ein Ende gemacht werden? Durch Gottes himmlische Regierung, sein Königreich, das die unzulänglichen menschlichen Regierungen ablösen wird. Die Bibel verheißt: „Der Gott des Himmels [wird] ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird. Und das Königreich selbst wird ... alle diese Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen“ (Daniel 2:44). Von dieser Königreichsregierung Gottes sprach Jesus, als er seine Nachfolger beten lehrte: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:10).
Gottes Wille in Verbindung mit unserer Erde ist, daß die Menschen unter der Herrschaft seines Königreiches in einer sauberen Umwelt, frei von Verschmutzung, leben. Darum ist Gott entschlossen, „die zu verderben, die die Erde verderben“ (Offenbarung 11:18). Welch ein gewaltiger Akt der Befreiung das sein wird!
Man stelle sich einmal vor, auf einer Erde zu leben, auf der es keine von selbstsüchtigen Menschen verursachte Umweltverschmutzung mehr gibt! Dann wird unsere kostbare Atmosphäre völlig wiederhergestellt sein. All das geschieht, wenn sich die biblische Verheißung erfüllt: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen“ (Offenbarung 21:3, 4; 2. Petrus 3:13).
Was muß man tun, um in diese von Gott verheißene gerechte neue Welt hinüberleben zu können? Man muß die Lehren desjenigen, den Gott als seinen Vertreter auf die Erde sandte, kennenlernen und dementsprechend leben (Johannes 3:16; 7:29). Dieser Vertreter, Jesus Christus, sagte in einem Gebet zu Gott: „Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus“ (Johannes 17:3).
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Eine saubere, paradiesische Erde, frei von Umweltverschmutzung, ist in Sicht
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