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  • Erforschung des Bösen von Augustinus bis Calvin
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Erwachet! 1987
g87 8. 10. S. 6

Erforschung des Bösen von Augustinus bis Calvin

IN SEINEM Werk über den Gottesstaat trat der Kirchenvater Augustinus dafür ein, daß der Mensch und nicht Gott für das Vorhandensein des Bösen verantwortlich sei. Er schrieb: „Gott hat den Menschen gut erschaffen, er, der Urheber der Naturen, keineswegs der Gebrechen; aber durch eigene Schuld verderbt und gerechterweise verdammt, hat der Mensch Verderbte und Verdammte erzeugt ... Im Mißbrauch des freien Willens hat demnach ihren Ursprung die ganze Folge des Elends.“

Der Mißbrauch des freien Willens erklärt wahrscheinlich einen großen, wenn nicht den größten Teil des Elends, das über die Menschen gekommen ist. Könnte aber ein Unglück wie das in San Ramón dem Mißbrauch des freien Willens angelastet werden? Gehen nicht zahlreiche Katastrophen auf Umstände zurück, die sich der Kontrolle des Menschen entziehen? Und selbst wenn der Mensch willentlich das Böse gewählt hätte, warum würde ein Gott der Liebe es zulassen, daß das Böse fortbesteht?

Im 16. Jahrhundert glaubte der französische protestantische Theologe Johannes Calvin wie Augustinus, daß Gott Personen dazu vorherbestimmt hat, Kinder und Erben des Himmelreiches zu sein. Calvin ging jedoch noch einen Schritt weiter, indem er behauptete, daß Gott auch Einzelpersonen dazu vorherbestimmt habe, Empfänger seines Zorns zu sein — verurteilt zu ewiger Verdammnis.

Calvins Lehre ließ erschreckende Schlußfolgerungen zu. Würde der Umstand, daß einem Menschen irgendein Unglück widerfährt, nicht darauf schließen lassen, daß er zu den Verdammten gehört? Wäre darüber hinaus Gott nicht für die Handlungsweise all derjenigen verantwortlich, deren Geschick er vorherbestimmt hat? Unwissentlich hatte Calvin Gott zum Urheber der Sünde gemacht. Calvin sagte, daß der Mensch „mit seinem Willen und nicht aus Zwang das Böse tut“ (Unterricht in der christlichen Religion, Johannes Calvin).

Die Idee von einem freien Willen und die Idee von der Vorherbestimmung erwiesen sich als hoffnungslos unvereinbar. Calvin konnte über den peinlichen Widerspruch nur durch die Behauptung hinwegtäuschen, daß die Unreife des menschlichen Sinnes eine solch große Klarheit nicht zu tragen vermöge, wie auch unsere Kleinheit eine solch große Weisheit nicht erfassen könne, wie es die Vorherbestimmung sei.

[Bilder auf Seite 6]

Augustinus

Johannes Calvin

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