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    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2012
    • NEUERUNG IN SACHEN HILFSPIONIERDIENST

      Als bekannt gegeben wurde, dass man sich im April als Hilfspionier statt 50 auch 30 Stunden zum Ziel setzen konnte, war die Begeisterung groß. Für so manchen, der den Hilfspionierdienst sonst nie geschafft hätte, war das die Gelegenheit. Und so machten Tausende zum ersten Mal mit. Auch etliche, die diesen Dienst schon aus Erfahrung kannten, waren wieder mit Freude dabei. Abgesehen davon haben sich viele, für die der Hilfspionierdienst nicht machbar war, besonders angestrengt, mehr für Jehova zu tun. Das Ergebnis?

      Von den meisten Zweigbüros wurden Spitzenzahlen gemeldet, die alle bisherigen bei Weitem übertreffen. Weltweit gab es 2 657 377 Hilfspioniere. Das sind 5-mal mehr als im Jahr zuvor. Auch 80 Prozent der weltweiten Bethelfamilie — 16 292 von 20 290 — haben diesen schönen Dienst ausgekostet. Damit ist im April so viel gepredigt worden wie in keinem anderen Monat der Geschichte der Zeugen Jehovas zuvor! Ein fantastischer Gedanke!

      Auch Haiti meldete für den April Spitzenzahlen, und das, obwohl seit dem verheerenden Erdbeben, bei dem wohl 300 000 Menschen umkamen, gerade einmal ein gutes Jahr vergangen war. Von unseren 17 009 haitianischen Brüdern waren 6185 im Hilfspionierdienst. Die trauernde Bevölkerung dort brauchte dringend Trost und Perspektiven. Deshalb startete man eine Sonderaktion mit der Broschüre Wenn ein geliebter Mensch gestorben ist. Sie war ganz neu auf Haitianisch herausgekommen.

      Unsere Brüder und Schwestern in Nigeria steckten im April in einer besonders problematischen Situation. Dort durfte man sich nämlich wegen der Wahlen an vier Tagen (drei davon Samstage) zwischen 7 und 17 Uhr nicht auf der Straße aufhalten, es sei denn, man hatte etwas mit den Wahlen zu tun. Doch das tat der Begeisterung für den Hilfspionierdienst keinerlei Abbruch. In einem Brief von einer Versammlung stand: „Wir schreiben euch, weil unser Herz übervoll ist und es vor Freude richtig hüpft: Wir haben so einen schönen Predigtmonat erlebt.“ In einer anderen Versammlung waren 92 von 127 getauften Verkündigern Hilfspionier, einschließlich aller Ältesten und Dienstamtgehilfen. Im Bethel waren es 555 (bei insgesamt 688 Brüdern und Schwestern).

      Sie wuchsen über sich hinaus. Schon immer war es Jeannettes großer Wunsch gewesen, Pionier zu sein. Doch da sie herzkrank ist und keine weiten und steilen Wege gehen kann und dazu noch mitten in einer bergigen Gegend lebt (in Burundi), war das für sie schwierig. Deshalb jubelte sie, als ihr die neue Regelung für April zu Ohren kam. Um sie zu unterstützen, gaben die Ältesten ihr ein Predigtgebiet in ihrer Nähe. Außerdem verlegten Pioniere und andere aus der Versammlung ihre Bibelstudien zu ihr nach Hause. Am Ende des Monats zog Jeannette strahlend Bilanz: Vier neue Bibelstudien! „Wie gern würde ich das noch einmal machen“, sagt sie. „Und ich bin mir sicher, dass Jehova mir wieder helfen würde.“

      Eine junge gehörlose Schwester auf Grenada meldete sich ebenfalls für den Hilfspionierdienst an — obwohl sie wegen einer Behinderung nur mit viel Mühe gehen kann. „Um in den Predigtdienst zu kommen, musste ich erst mal lange bis zum Bus laufen, und das ist mir wirklich schwergefallen“, erzählt sie. Obendrein hatte sie keine Arbeit. Sie bat Jehova in vielen innigen Gebeten um Hilfe, tat aber auch selbst ihren Teil und verkaufte Häkelarbeiten und handgefertigten Schmuck. Ihr Fazit zum Hilfspioniermonat? „Ich konnte im Predigtdienst alles geben und bin von den Brüdern lieb unterstützt und ermutigt worden. Ich war einfach nur glücklich!“

      Mit ihren 101 Jahren wollte sich auch unsere Schwester Toshi in Japan diese besondere Gelegenheit auf keinen Fall entgehen lassen. Dabei ist sie ans Haus gefesselt! Wie predigt sie? Sie schreibt Briefe und spricht mit dem Pflegepersonal. „Ich bin ja schwerhörig und rede deshalb sehr laut“, meint sie. „Da hören die anderen in den Nachbarzimmern alles mit.“

      Dann war da noch Felix aus Costa Rica. Er ist an Armen und Beinen gelähmt — wie konnte er da den Hilfspionierdienst schaffen? Vor seiner Haustür wurde ein Tisch mit Publikationen aufgestellt, damit er Passanten ansprechen konnte. Am Monatsende war er zwar rechtschaffen müde, fühlte sich aber innerlich erfrischt und war vor allem überglücklich, weil er vier Bibelstudien begonnen hatte.

      Auch viele Junge waren mit Feuereifer dabei. Wie zum Beispiel die 11-jährige Sandra in Spanien und ihr 7-jähriger Bruder Alejandro. Der Eifer in der Versammlung und die Begeisterung der Eltern hatten sie angesteckt! Wie gern wären die beiden selbst Hilfspionier gewesen, aber sie waren ja noch nicht getauft. Sie wollten jedoch unbedingt das gleiche Stundenziel erreichen wie ihre Eltern und stellten deshalb einen Plan auf. Sie bereiteten sich auch darauf vor, was sie im Dienst sagen wollten, und übten das dann am Familienstudierabend ein. Die Eltern dachten eigentlich, dass den beiden gegen Ende des Monats die Puste ausgehen würde, aber die zwei waren nicht zu bremsen. Am 30. April hatten alle ihre 30 Stunden geschafft — bis auf den Junior, dem noch 3 Stunden fehlten. Also zog er mit seinem Papa am letzten Tag noch mal los und dann war’s geschafft! Es war ein voller Monat, aber die Familie hat ihr gemeinsames Projekt und die Zeit miteinander sehr genossen!

      Ebenfalls in Spanien leben Jean und Philip. „Ich habe jeden Tag gebetet, dass mein Mann und ich es irgendwie zustande bringen, 30 Stunden zu predigen“, erzählt Jean. Das war schwierig, denn Philip, der bis vor einiger Zeit noch Bezirksaufseher war, lag mit einem Hirn-Aneurysma im Krankenhaus und war völlig bewegungsunfähig. Er konnte nicht einmal reden und nur noch mit den Augen kommunizieren. Ein Mal blinzeln hieß Ja, zwei Mal Nein.

      „Als ich ihm von der Hilfspionieraktion erzählte“, sagt sie weiter, „gab er mir zu verstehen, dass er da auch gern mitmachen würde.“ Aber wie sollte das gehen?

      Schon in den Monaten zuvor hatten Jean und Philip Patienten, Familienangehörigen und dem Krankenhauspersonal predigen können. „Für den April nahmen wir uns vor, direkt auf unserer Station jeden Tag ein Stündchen zu predigen — während mein Mann wach war und sich durch Blinzeln am Gespräch beteiligen konnte.“

      Doch im März wurde Philip auf die Isolierstation verlegt. Trotzdem konnten es die beiden genauso machen, wie sie es sich vorgenommen hatten. Wie das? Sie unterhielten sich mehrmals am Tag für ein paar Minuten mit jemand vom Pflegepersonal. Eine Krankenschwester nahm das Buch Was lehrt die Bibel wirklich?. Sie schaute unserem Bruder in die Augen und versprach ihm, am nächsten Tag wiederzukommen und mit ihnen in der Bibel zu lesen. Sie hielt Wort. Jean bat sie, Johannes 17:3 vorzulesen und kurz zu erklären, wie sie den Text verstehen würde. Philip würde ihr dann durch Blinzeln signalisieren, ob ihre Antwort richtig war. Das machten sie eine ganze Weile so. Die Krankenschwester schaute sogar bei Philip vorbei, wenn sie auf seiner Station gar keinen Dienst hatte, und versicherte ihm, sie würde Jehova im Gebet immer wieder sagen, dass sie ihm gern nah sein möchte und er ihr doch bitte helfen solle.

      Für Jehovas Diener sind solche Aktionsmonate eine willkommene Gelegenheit, zu zeigen, wie viel ihnen an ihren Mitmenschen liegt, wie dankbar sie dafür sind, dass Jesus für sie gestorben ist, und wie sehr ihr Herz für ihren Vater im Himmel schlägt. Sie freuen sich jetzt schon auf den März 2012, wenn sie wieder zwischen 50 und 30 Stunden wählen können.

  • Höhepunkte und Jahresrückblick
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2012
    • [Kasten auf Seite 12]

      Stimmen zur Hilfspionierdienst-Aktion:

      • „Zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich mitmachen. Ich kann gar nicht sagen, wie glücklich ich darüber bin“

      • „Vielen Dank für diese neue Regelung. Das hat uns wirklich viel Freude gemacht“

      • „Das war ein absoluter Höhepunkt in der Geschichte der Versammlung“

      • „Durch die vielen Hilfspioniere ziehen wir alle in der Versammlung jetzt viel mehr an einem Strang und die Atmosphäre ist noch harmonischer geworden“

      • „Ui, Harmagedon muss wohl bald kommen!“ (Kommentar eines Außenstehenden, als er merkte, wie sehr wir uns im April einsetzten)

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