-
„Babylon die Große ist gefallen!“Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
-
-
Der Engel sagt, daß „Babylon die Große ... alle Nationen veranlaßt hat, von dem Wein der Wut ihrer Hurerei zu trinken“. Was bedeutet das? Es hängt mit Eroberung zusammen. Zum Beispiel sagte Jehova zu Jeremia: „Nimm diesen Becher des Grimmweins aus meiner Hand, und du sollst ihn alle Nationen, zu denen ich dich sende, trinken lassen. Und sie sollen trinken und hin und her schwanken und wie Unsinnige handeln wegen des Schwertes, das ich unter sie sende“ (Jeremia 25:15, 16). Im 6. und 7. Jahrhundert v. u. Z. gebrauchte Jehova das alte Babylon, um einen symbolischen Becher der Drangsal auszugießen, den viele Nationen trinken mußten, auch das abtrünnige Juda, und so geriet sogar Gottes eigenes Volk in Gefangenschaft. Dann kam auch Babylon an die Reihe; es wurde erobert, weil sich sein König gegen Jehova, „den Herrn der Himmel“, erhoben hatte (Daniel 5:23).
5 Babylon die Große hat ebenfalls Eroberungen gemacht, aber zum größten Teil ist das auf eine heimtückischere Weise geschehen. Sie hat „alle Nationen veranlaßt ... zu trinken“, indem sie die Tricks einer Prostituierten angewandt und mit ihnen religiöse Hurerei begangen hat. Sie hat politische Herrscher verlockt, mit ihr Bündnisse und freundschaftliche Beziehungen einzugehen. Sie hat durch religiöse Lockmittel ein Ränkespiel getrieben, das zur politischen, kommerziellen und wirtschaftlichen Unterdrückung führte. Sie hat zu religiösen Verfolgungen, zu Religionskriegen und zu Kreuzzügen gehetzt sowie aus rein politischen und kommerziellen Gründen zu Kriegen zwischen Staaten. Und sie hat diese Kriege geheiligt, indem sie erklärt hat, sie seien Gottes Wille.
6 Es ist allgemein bekannt, daß die Religion auch im 20. Jahrhundert in Kriege und Politik verwickelt gewesen ist — im schintoistischen Japan, im hinduistischen Indien, im buddhistischen Vietnam, im „christlichen“ Nordirland und Lateinamerika sowie in anderen Gebieten —, auch darf man die Rolle nicht übersehen, die die Feldgeistlichen in den zwei Weltkriegen in beiden Lagern gespielt haben, indem sie die jungen Männer anfeuerten, einander hinzumorden. Ein klassisches Beispiel dafür, wie Babylon die Große „flirtet“, ist der Anteil, den sie am Spanischen Bürgerkrieg (1936—1939) hatte, in dem wenigstens 600 000 Menschen getötet wurden. Dieses Blutbad wurde durch Unterstützer der katholischen Geistlichkeit und ihre Verbündeten provoziert, zum Teil deshalb, weil Reichtum und Stellung der Kirche durch Spaniens gesetzliche Regierung gefährdet waren.
-
-
„Babylon die Große ist gefallen!“Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
-
-
[Kasten auf Seite 208]
‘Der Wein ihrer Hurerei’
Ein bedeutender Teil Babylons der Großen ist die römisch-katholische Kirche. Ihr Oberhaupt ist der römische Papst, und es wird behauptet, daß jeder Papst ein Nachfolger des Apostels Petrus sei. Es folgen einige Zitate aus maßgeblichen Werken über diese sogenannten Nachfolger:
Formosus (891—896): „Neun Monate nach Formosus’ Tod wurde seine Leiche aus der päpstlichen Krypta geholt und ihr auf einer ‚Leichensynode‘, deren Vorsitzender Stephan [der neue Papst] war, der Prozeß gemacht. Dem verstorbenen Papst wurde ehrgeiziges Streben nach der Papstwürde vorgeworfen, und alle seine Amtshandlungen wurden für ungültig erklärt. ... Der Leiche wurden die päpstlichen Gewänder ausgezogen und die Finger der rechten Hand abgehauen“ (New Catholic Encyclopedia).
Stephan VI. (896⁄97): „Wenige Monate später [nachdem der Leiche des Formosus der Prozeß gemacht worden war] machte das empörte Volk dem Pontifikat Stephans ein Ende; die päpstlichen Insignien wurden ihm weggenommen, er kam ins Gefängnis und wurde erwürgt“ (New Catholic Encyclopedia).
Sergius III. (904—911): „Seine beiden Vorgänger ... wurden im Gefängnis erwürgt. ... In Rom wurde er von der Familie Theophylakt unterstützt; von einer ihrer Töchter, Marozia, soll er einen Sohn gehabt haben (später Papst Johannes XI.)“ (New Catholic Encyclopedia).
Stephan VII. (928—931): „Papst Johannes X. hatte sich in den letzten Jahren seines Pontifikats den Zorn Marozias, der Donna Senatrix von Rom, zugezogen, war ins Gefängnis gekommen und ermordet worden. Marozia übertrug dann die Papstwürde Leo VI., der nur 6 1⁄2 Monate im Amt war und dann starb. Stephan VII. folgte ihm, vermutlich durch den Einfluß Marozias. ... In seiner 2jährigen Amtszeit als Papst war er eine machtlose Kreatur Marozias“ (New Catholic Encyclopedia).
Johannes XI. (931—935): „Nach dem Tod Stephans VII. ... verschaffte Marozia vom Hause Theophylakt ihrem Sohn Johannes, einem jungen Mann Anfang 20, die Papstwürde. ... Als Papst wurde Johannes von seiner Mutter beherrscht“ (New Catholic Encyclopedia).
Johannes XII. (955—964): „Er war knapp achtzehn, und zeitgenössische Berichte sagen übereinstimmend, daß Geistiges ihn nicht interessierte, daß er vulgären Genüssen ergeben war und ein sittlich verdorbenes Leben führte“ (The Oxford Dictionary of Popes).
Benedikt IX. (1032—1044; 1045; 1047⁄48): „Von ihm ist bekannt, daß er die Papstwürde seinem Taufpaten verkaufte und dann zweimal das Amt wieder beanspruchte“ (The New Encyclopædia Britannica).
Anstatt dem Beispiel des treuen Petrus zu folgen, übten diese und andere Päpste einen schlechten Einfluß aus. Sie ließen zu, daß die Kirche, die sie leiteten, durch Blutschuld und geistige sowie buchstäbliche Hurerei und auch einen isebelschen Einfluß verunreinigt wurde (Jakobus 4:4). Das im Jahre 1917 von den Bibelforschern herausgegebene Buch The Finished Mystery (Das vollendete Geheimnis) legte viele dieser Tatsachen sachlich im einzelnen dar. Das ist eine Art und Weise, wie die Bibelforscher in jenen Tagen ‘die Erde mit jeder Art von Plage’ schlugen (Offenbarung 11:6; 14:8; 17:1, 2, 5).
-