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Fürchte Jehova, und halte seine GeboteDer Wachtturm 2001 | 1. Dezember
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Von Schlechtem weichen
4. (a) Welches Haßgefühl sollten Christen entwickeln? (b) Wie berührt Jehova ein sündiger Lebenswandel? (Siehe Fußnote.)
4 „Die Furcht Jehovas bedeutet das Böse hassen“, heißt es in der Bibel (Sprüche 8:13). Ein Bibellexikon beschreibt dieses Haßgefühl als „gefühlsmäßige Einstellung gegenüber Personen und Dingen, die einem zuwider und verhaßt sind, die man verachtet und zu denen man weder Kontakt noch eine Beziehung wünscht“. Die Gottesfurcht schließt somit eine innere Abneigung oder einen Ekel gegenüber allem ein, was in Jehovas Augen schlecht ist (Psalm 97:10).b Sie veranlaßt uns, von Schlechtem zu weichen, genauso, wie wir — gewarnt durch unsere instinktive Furcht — vom Rand eines steilen Abhangs einige Schritte zurücktreten würden. „In der Furcht Jehovas weicht man von Schlechtem“, heißt es in der Bibel (Sprüche 16:6).
5. (a) Wie können wir unsere Gottesfurcht und unser Haßgefühl gegenüber dem, was schlecht ist, vertiefen? (b) Was lehrt uns die Geschichte der Nation Israel in dieser Hinsicht?
5 Wir können die gesunde Furcht und das Haßgefühl gegenüber dem Schlechten vertiefen, indem wir die schädlichen Folgen betrachten, die Sünde unvermeidlich mit sich bringt. Die Bibel versichert uns, daß wir das ernten, was wir säen — je nachdem, ob wir im Hinblick auf das Fleisch oder den Geist säen (Galater 6:7, 8). Darum beschrieb Jehova anschaulich, welche unabwendbaren Folgen es hat, seine Gebote zu mißachten oder die wahre Anbetung aufzugeben. Ohne göttlichen Schutz wäre zum Beispiel die kleine, wehrlose Nation Israel auf Gedeih und Verderb ihren grausamen, starken Nachbarn ausgeliefert gewesen (5. Mose 28:15, 45-48). Welch tragische Folgen Israels Ungehorsam hatte, wurde im einzelnen in der Bibel aufgezeichnet, und zwar „zur Warnung“, damit wir sowohl eine Lehre daraus ziehen als auch die Gottesfurcht vertiefen können (1. Korinther 10:11).
6. Was sind einige lehrreiche biblische Beispiele für Gottesfurcht? (Siehe Fußnote.)
6 Abgesehen von dem, was mit der Nation Israel als Ganzes geschah, enthält die Bibel Berichte über Personen, die von Eifersucht, Unsittlichkeit, Habgier oder Stolz getrieben wurden.c Einige dieser Personen hatten Jehova schon viele Jahre gedient, aber in einem entscheidenden Moment ihres Lebens war die Gottesfurcht nicht stark genug, und sie ernteten die bitteren Folgen. Über solche biblischen Beispiele nachzusinnen kann uns in dem Entschluß bestärken, niemals vergleichbare Fehler zu begehen. Wie traurig, wenn jemand erst eine persönliche Tragödie erleben muß, ehe er Gottes Rat beherzigt! Im Gegensatz zu der allgemeinen Auffassung ist Erfahrung — besonders in Verbindung mit Nachgiebigkeit gegen sich selbst — nicht die beste Lehrmeisterin (Psalm 19:7).
7. Wen lädt Jehova in sein sinnbildliches Zelt ein?
7 Ein weiterer gewichtiger Grund, die Gottesfurcht zu vertiefen, ist der Wunsch, unser Verhältnis zu Gott zu bewahren. Wir sind ängstlich darauf bedacht, Jehova nicht zu mißfallen, weil wir seine Freundschaft sehr schätzen. Wen betrachtet Gott als Freund, als jemand, den er in sein sinnbildliches Zelt einlädt? Nur denjenigen, der „untadelig wandelt und Gerechtigkeit übt“ (Psalm 15:1, 2). Wenn wir das bevorrechtigte Verhältnis zu unserem Schöpfer schätzen, werden wir darauf bedacht sein, in seinen Augen untadelig zu wandeln.
8. Inwiefern nahmen in Maleachis Tagen einige Israeliten die Freundschaft mit Gott für selbstverständlich?
8 In Maleachis Tagen nahmen einige Israeliten die Freundschaft mit Gott leider für selbstverständlich. Statt Jehova zu fürchten und zu ehren, opferten sie kranke und lahme Tiere auf seinem Altar. Ihr Mangel an Gottesfurcht offenbarte sich auch in ihrer Einstellung zur Ehe. Aus nichtigen Gründen ließen sie sich von der Ehefrau ihrer Jugend scheiden, um eine jüngere Frau zu heiraten. Doch Jehova ‘haßt Ehescheidung’, und durch ihren verräterischen Geist hatten sich jene Israeliten von ihrem Gott entfremdet, wie Maleachi zeigte. Wie konnte Gott ihre Opfer mit Wohlwollen betrachten, wenn der Altar sinnbildlich mit Tränen bedeckt war — mit den bitteren Tränen der von ihnen verlassenen Frauen? Die eklatante Respektlosigkeit gegenüber seinen Maßstäben veranlaßte Jehova zu der Frage: „Wo ist die Furcht vor mir?“ (Maleachi 1:6-8; 2:13-16).
9, 10. Wie können wir zeigen, daß wir Jehovas Freundschaft schätzen?
9 Genauso sieht Jehova heute den Kummer der vielen unschuldigen Ehepartner und Kinder, denen von selbstsüchtigen und unmoralischen Ehemännern und Vätern oder sogar von Ehefrauen und Müttern ein solcher Schlag versetzt wurde. Er ist darüber gewiß betrübt. Ein Freund Gottes wird alles so sehen, wie Gott es sieht, und wird bewußt darauf hinarbeiten, seine Ehe zu stärken, weltliches Denken zurückweisen, das die Bedeutung des Ehebundes herabsetzt, und ‘vor der Hurerei fliehen’ (1. Korinther 6:18).
10 Der Haß auf alles, was in den Augen Jehovas schlecht ist, ob in der Ehe oder in anderen Lebensbereichen, verbunden mit tiefer Wertschätzung für seine Freundschaft, wird uns seine Gunst und Anerkennung eintragen.
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Fürchte Jehova, und halte seine GeboteDer Wachtturm 2001 | 1. Dezember
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b Auch Jehova empfindet einen solchen Ekel. Zum Beispiel wird in Epheser 4:29 eine schmutzige Sprache als „faules Wort“ bezeichnet. Das im Griechischen verwendete Wort für „faul“ bezieht sich bei buchstäblichem Gebrauch auf faules Obst, faulen Fisch oder faules Fleisch. Solch ein Begriff beschreibt anschaulich, welchen Abscheu wir gegenüber einer beleidigenden oder obszönen Sprache empfinden sollten. In ähnlicher Weise werden Götzen in der Bibel häufig als „mistig“ bezeichnet (5. Mose 29:17; Hesekiel 6:9). Unser natürlicher Ekel vor Mist oder Exkrementen hilft uns, Gottes Abscheu gegenüber jeder Form des Götzendienstes zu verstehen.
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