Brief von einem wohlwollenden Leser
UNLÄNGST ging bei unserer Redaktion ein Brief von einem wohlwollenden Leser aus einem afrikanischen Land ein, wo das Werk der Zeugen Jehovas verboten worden ist. Der Mann schrieb:
„Sehr geehrter Herr,
ich möchte direkt zur Sache kommen. Es geht darum, daß die hiesige Regierung die Tätigkeiten Ihrer Kirche verboten hat. Das ärgert mich sehr.
Ich erhalte meine Erwachet!-Ausgaben nicht mehr regelmäßig. Doch ich muß Ihnen sagen, daß Erwachet! die beste Zeitschrift ist, die ich je gelesen habe. Sie leitet den Leser an, sein Leben recht und glücklich zu gestalten, es religiös auszurichten und gesetzestreu zu sein. Sie ist einfach phantastisch.
Bestimmt weiß kein Universitätsprofessor so viel oder geht bei seinen Vorlesungen so sehr ins Detail wie diese Zeitschrift — von unseren Pfarrern ganz zu schweigen. Und doch verbietet unsere Regierung diese allgemeinbildende Zeitschrift und ähnliche Literatur. Warum? Weil deren Herausgeber die Fahne nicht grüßen. Nun gut.
Aber ich möchte mir eine Frage erlauben: Kann man bei jemandem, der die Fahne grüßt und dann Staatsgelder veruntreut, sich bestechen läßt, Steuern hinterzieht oder mordet und dergleichen, von Treue sprechen? Genau das tun nämlich unsere ‚Christen‘. Sie grüßen die Fahne auf dem Paradeplatz und nehmen sie sogar mit in ihre Kirchen, um sie dort zu grüßen. Was für Christen! Ich weiß, daß ich in Gottes Augen weder gut noch vollkommen bin. Aber wie diese Christen handeln, ist bestimmt nicht das Wahre.
Die Zeugen lehnen Fahnengruß, Bluttransfusionen, Weihnachten und Ostern ab und sind entschieden gegen Verbrechen wie Veruntreuung, Bestechung und Mord. Auch verurteilen sie Ehebruch und außereheliche Geschlechtsbeziehungen. Lastern erteilen die Zeugen eine klare Absage.
Ich hoffe und bete, daß die Regierung genug Klarblick erlangen wird, um Ihrer Kirche die Freiheit zu lehren wiederzugeben.“