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  • Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1995
Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1995
w95 15. 4. S. 29

„Salzverkauf“ in Mosambik

FRANCISCO COANA, ein Mitglied des Landeskomitees von Mosambik, verbrachte zehn Jahre in „Umerziehungslagern“. Über seine Erlebnisse berichtet er folgendes: „Ich wußte, daß wir längere Zeit hier sein würden, und fragte deshalb den Kreisaufseher, ob ich den Dienst als allgemeiner Pionier fortsetzen könne. Wie würde es mir wohl möglich sein, dem Predigtdienst genügend Zeit zu widmen, da doch fast alle Lagerinsassen Zeugen Jehovas seien? Ich sagte, ich wolle nach Milange gehen, einer etwa 45 Kilometer entfernt liegenden Stadt, wo ich Menschen finden würde, denen ich predigen könne.

Offiziell durften wir das Lager zwar nicht verlassen, aber diese Regel wurde nicht so streng gehandhabt. Ich kann mich noch erinnern, daß ich in den Busch ging, niederkniete und darum betete, daß Gott mir eine Möglichkeit zeige, den Einheimischen zu predigen. Es dauerte nicht lange, und Jehova antwortete mir.

Ich lernte einen Mann kennen, der ein Fahrrad hatte, und ich ging mit ihm einen Handel ein. Er war bereit, mir sein Fahrrad zu geben, wenn ich seine drei Morgen Land noch vor der Regenzeit bebauen würde. Daraufhin arbeitete ich jeden Vormittag auf seinen Feldern. Jehova segnete diese Vereinbarung, denn schließlich bekam ich das Fahrrad.

Das ermöglichte es mir, nach Milange, einer größeren Stadt, zu fahren und den Pionierdienst in diesem fruchtbaren Gebiet erfolgreich fortzusetzen. Da unser Werk verboten war, mußte ich mir etwas ausdenken, um die Menschen mit der Wahrheit bekannt zu machen. Mit einigen Büchern und Zeitschriften, unter meinem Hemd versteckt, und etwas Salz in einem Sack zog ich los, um Salz zu verkaufen. Anstatt es für 5 Metical zu verkaufen, verlangte ich dafür 15. (Wenn es zu billig gewesen wäre, hätten die Leute gleich alles gekauft, und ich hätte nichts mehr gehabt, um weiter zu predigen.) Meine Gespräche verliefen ungefähr wie folgt:

‚Guten Tag! Ich verkaufe heute Salz.‘

‚Wie teuer?‘

‚Fünfzehn Metical.‘

‚Nein, nein. Das ist viel zu teuer!‘

‚Sie haben recht. Es ist teuer; warten Sie aber einmal ab, in Zukunft wird es noch viel teurer sein. Wußten Sie, daß das in der Bibel vorausgesagt wird?‘

‚Das habe ich in meiner Bibel noch nie gelesen.‘

‚Es steht aber drin. Bringen Sie mir bitte einmal Ihre Bibel, und ich werde es Ihnen zeigen.‘

Damit begann ein Gespräch an Hand seiner Bibel, und meine blieb unter meinem Hemd versteckt. Ich wies auf Offenbarung, Kapitel 6 hin, wo von kritischen Verhältnissen und von Lebensmittelknappheit die Rede ist. Wenn ich das Gefühl hatte, daß Interesse vorhanden war, nahm ich das Buch Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt oder das Buch Die gute Botschaft, die Menschen glücklich macht hervor und begann mit dem eigentlichen Bibelstudium.

Auf diese Weise entstand in Milange eine Gruppe von 15 interessierten Personen. Doch schon nach kurzer Zeit wurde die Polizei auf uns aufmerksam. Eines Tages, als ich ein Bibelstudium leitete, erschien plötzlich die Polizei, verhaftete uns alle — sogar die kleinen Kinder der Familie — und lieferte uns ins Ortsgefängnis ein. Nachdem wir einen Monat dort zugebracht hatten, wurden wir alle wieder ins Lager zurückgeschickt.“

Solche Erfahrungen dämpften den Eifer unserer Brüder keineswegs. Im Gegenteil, Francisco und seine Angehörigen sowie Tausende ihrer Glaubensbrüder, die im Lager waren, können in Mosambik gegenwärtig in Freiheit Gott anbeten und predigen.

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