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    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
    • Zusammenkünfte in Wäldern

      In den 70er und 80er Jahren hielten Jehovas Zeugen wegen des Versammlungsverbots ihre Zusammenkünfte in den Wäldern ab (Heb. 10:24, 25). Diese Zusammenkünfte wurden im ganzen Land vom Frühjahr bis zum Herbst durchgeführt. Die meisten Budapester Versammlungen kamen in den Wäldern der die Hauptstadt umgebenden Hügel zusammen.

      Bruder Völgyes erzählte: „Die Brüder versammelten sich auf einer kreisrunden Waldlichtung, die einen Durchmesser von etwa 30 Metern hatte. Sie lag in einer herrlichen Umgebung, deren Stille nur durch den Gesang der Vögel unterbrochen wurde. Der Himmel war klar und die Luft erfüllt vom Duft wohlriechender Kräuter. Es war ein idealer Ort, an dem überall die Werke zum Lobpreis unseres großen Schöpfers zu sehen waren.

      Die Theokratische Predigtdienstschule und die Dienstzusammenkunft wurden hier regelmäßig abgehalten. Wenn es regnete, schützten uns unsere Plastikmäntel. Nicht nur die Zusammenkünfte der Versammlung fanden hier statt, sondern auch Kongresse.

      Vorsichtshalber wurden Brüder zu Wächtern bestimmt, die vor dem Herannahen irgendwelcher verdächtiger Personen warnen sollten. Eines Tages, im Spätsommer 1984, erschienen aber trotz der Vorsichtsmaßnahmen unerwartet einige Polizisten in Zivil.

      Die Lautsprecher waren an Baumstämmen befestigt worden. Das wurde von den Polizisten beanstandet, weil wir dadurch, daß wir Nägel in die Bäume einschlugen, diese angeblich beschädigten. Sie hatten auch noch andere umweltbedingte Einwände, für deren Klärung ein Bruder dann die Verantwortung übernahm, damit die anderen nicht mit hineingezogen wurden.

      Als wir ihnen sagten, es handle sich hierbei um eine Zusammenkunft der Zeugen Jehovas, fragte einer der Polizisten in Zivil, warum wir denn die Behörden nicht um Genehmigung gebeten hätten, unsere Zusammenkünfte abzuhalten. ‚Weil man uns die Genehmigung sowieso nicht erteilt hätte‘ war unsere Antwort. ‚Versuchen Sie es doch einmal‘, riet uns der Polizist.“ Das taten wir auch.

      Aufhebung des Verbots

      Bruder Völgyes und Bruder Oravetz, die beide dem Landeskomitee angehören, hatten dann Besprechungen mit hochrangigen Beamten des Innenministeriums. Sie berichteten ihnen von dem Besuch der Polizisten und deren Vorschlag, eine Genehmigung zur Durchführung von Zusammenkünften einzuholen. Das geschah am 23. Oktober 1984. Von diesem Zeitpunkt an beantragten alle Versammlungen im Land eine Genehmigung zur Durchführung ihrer Zusammenkünfte. Manchmal wurde sie erteilt.

      Später wurden Verhandlungen mit dem Amt für Kirchenangelegenheiten geführt. 1987 war es Milton G. Henschel und Theodore Jaracz — Mitglieder der leitenden Körperschaft — zusammen mit Willi Pohl vom deutschen Zweigbüro möglich, als Vertreter der Zeugen Jehovas in dieser Angelegenheit bei dem Amt offiziell vorzusprechen. Am 27. Juni 1989 wurde das Verbot schließlich aufgehoben. Für das Amt für Kirchenangelegenheiten war die Anerkennung der Zeugen Jehovas die letzte Handlung dieser Art. Vier Tage später, am 1. Juli 1989, wurde es geschlossen.

  • Ungarn
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
    • Von einem Kongreß im Wald im Jahr 1986

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