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Lebensweisheiten der Bibel — noch aktuell?Der Wachtturm (Öffentlichkeitsausgabe) 2018 | Nr. 1
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Lebensweisheiten der Bibel — noch aktuell?
VIELE BEZWEIFELN DAS. Ein Mediziner meinte, die Bibel als Ratgeber fürs Leben zu nehmen, sei so, als würde man ein Lehrbuch aus den 1920ern heute im Chemieunterricht verwenden. Andere fragen skeptisch: Wer würde schon die Bedienungsanleitung von einem uralten Computer für ein aktuelles Gerät nehmen? Kurzum: Für viele ist die Bibel hoffnungslos veraltet.
Welchen Grund könnte es also geben, auf diesen alten Ratgeber in unserer hochmodernen Welt zu vertrauen? Schließlich gibt es heute zahlreiche Webseiten und Blogs, die Tag für Tag die neusten Tipps und Ratschläge parat haben. In Fernsehsendungen und Talkshows treten unzählige kompetente Psychologen, Lifestyle-Gurus und Buchautoren auf. Und in Buchläden versinkt man in einer Flut von Selbsthilferatgebern — ein Milliardengeschäft.
Warum sich also mit der Bibel beschäftigen, einem rund 2 000 Jahre alten Buch? Brandaktuelle Informationen sind heute doch jedem jederzeit zugänglich! So gesehen scheint es wirklich, als ob die Bibel mit einem alten Chemiebuch oder einer alten Bedienungsanleitung vergleichbar ist. Doch genau genommen hinkt der Vergleich. Wissenschaft und Technik ändern sich ständig, aber hat sich auch die menschliche Natur verändert? Nach wie vor sehnen sich Menschen nach einem Sinn im Leben, nach Zufriedenheit, Sicherheit, einer glücklichen Familie und tiefen Freundschaften.
Die Bibel ist zwar alt, aber sie geht auf genau diese Bedürfnisse ein. Sie behauptet, direkt von Gott zu sein. Ihr Rat gilt für jede Lebenslage und jede Herausforderung (2. Timotheus 3:16, 17). Und: Ihre Lebensweisheiten sind angeblich zeitlos! Sie sagt: „Das Wort Gottes ist lebendig“ (Hebräer 4:12).
Aber kann man das wirklich glauben? Ist die Bibel wirklich der beste Ratgeber überhaupt — quasi ein lebendiges Buch? Diese Sonderausgabe des Wachtturms geht näher auf die Frage ein.
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Die Lehren der Bibel — zeitlose LebensweisheitenDer Wachtturm (Öffentlichkeitsausgabe) 2018 | Nr. 1
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Die Lehren der Bibel — zeitlose Lebensweisheiten
EIN VERGLEICH: In einem Museum sind unzählige Fundstücke aus dem Altertum ausgestellt. Wind und Wetter haben die meisten stark in Mitleidenschaft gezogen. Doch eines ist erstaunlich gut erhalten; jedes Detail der komplexen Struktur ist noch erkennbar. Man fragt sofort: „Ist das neuer als die anderen?“ „Nein“, sagt der Museumsführer, „es ist sogar älter als die meisten und musste trotzdem nie restauriert werden.“ „Wurde es irgendwie geschützt?“ „Im Gegenteil“, antwortet er, „es war den widrigsten Witterungsbedingungen ausgesetzt und einige wollten es sogar zerstören.“ Erstaunt fragt man: „Wie ist das möglich?“
In gewisser Hinsicht gleicht die Bibel diesem Fundstück. Auch wenn es ältere Bücher gibt, hat der Zahn der Zeit doch sehr an diesen Werken genagt. Deren Aussagen über die Wissenschaft wurden durch neue Erkenntnisse widerlegt. Medizinische Ratschläge waren oft eher gefährlich als hilfreich. Und von vielen alten Schriften sind heute nur noch Fragmente übrig.
Die Bibel ist auffallend anders. Obwohl die ersten Teile vor über 3 500 Jahren geschrieben wurden, ist sie bis heute vollständig erhalten geblieben. Sie wurde verspottet, verboten und verbrannt — doch aller Anfeindungen zum Trotz hat sie überlebt. Und auch im Licht neuer Erkenntnisse konnten ihre Aussagen nicht widerlegt werden. Oft waren sie ihrer Zeit sogar voraus (siehe den Kasten „Veraltet oder ihrer Zeit voraus?“).
WERTE FÜRS LEBEN
Doch sind die Lebensweisheiten der Bibel auch in unserer modernen Zeit noch aktuell? Um das zu beantworten, könnte man überlegen: Welche Probleme belasten die Menschheit heute am meisten? Vielleicht denkt man an Korruption, Krieg, Kriminalität oder Umweltverschmutzung. Die Frage ist: Würde die Welt anders aussehen, wenn alle Menschen nach den Werten der Bibel leben?
FRIEDEN FÖRDERN
„Glücklich sind die Friedsamen“ (Matthäus 5:9). „Wenn möglich, haltet, soweit es von euch abhängt, mit allen Menschen Frieden“ (Römer 12:18).
MITLEID UND VERGEBUNG
„Glücklich sind die Barmherzigen, da ihnen Barmherzigkeit erwiesen wird“ (Matthäus 5:7). „Fahrt fort, einander zu ertragen und einander bereitwillig zu vergeben, wenn jemand Ursache zu einer Klage gegen einen anderen hat. So, wie Jehovaa euch bereitwillig vergeben hat, so tut auch ihr“ (Kolosser 3:13).
ETHNISCHE GLEICHHEIT
Gott „hat aus e i n e m Menschen jede Nation der Menschen gemacht“ (Apostelgeschichte 17:26). „Gott [ist] nicht parteiisch . . . für ihn [ist] in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar“ (Apostelgeschichte 10:34, 35).
ACHTUNG VOR DER NATUR
„Jehova Gott nahm dann den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und ihn pflege“ (1. Mose 2:15). Gott wird die „verderben, die die Erde verderben“ (Offenbarung 11:18).
ZUFRIEDENHEIT, HOHE MORAL
„Hütet euch vor jeder Art von Habsucht, denn wenn jemand auch in Fülle hat, kommt doch sein Leben nicht aus den Dingen, die er besitzt“ (Lukas 12:15). „Auf sexuelle Unmoral und Schamlosigkeit jeder Art, aber auch auf Habgier sollt ihr euch nicht einmal mit Worten einlassen“ (Epheser 5:3, Neue Genfer Übersetzung).
EHRLICHKEIT, HARTE ARBEIT
„Wir [wünschen,] uns in allen Dingen ehrlich zu benehmen“ (Hebräer 13:18). „Wer stiehlt, stehle nicht mehr, sondern er arbeite vielmehr hart“ (Epheser 4:28).
MENSCHEN IN NOT HELFEN
„Baut die Mutlosen auf, helft den Schwachen und bringt für jeden Menschen Geduld und Nachsicht auf“ (1. Thessalonicher 5:14, Hoffnung für alle [Hfa] ). „[Helft] Waisen und Witwen in ihrer Not“ (Jakobus 1:27, Hfa).
Die Bibel ist allerdings mehr als eine bloße Sammlung von Lebensweisheiten. Sie zeigt auch, warum die darin enthaltenen Werte gut für uns sind und wie man nach ihnen leben kann. Wie würde es heute aussehen, wenn sich mehr Menschen nach ihnen ausrichten würden? Gäbe es dann überhaupt so große Probleme? Es besteht kein Zweifel: Die Lebensweisheiten der Bibel sind aktueller denn je! Doch was bringen sie einem persönlich?
WAS EINEM DIE BIBEL HEUTE BRINGT
Wie Jesus Christus sagte, „erweist sich die Weisheit durch ihre Werke als gerecht“ (Matthäus 11:19). Die wahre Weisheit würde man also an ihren Auswirkungen erkennen. Die Schlussfolgerung: Sind die Lebensweisheiten der Bibel umsetzbar, müsste man das im Leben erkennen können. Funktioniert das bei persönlichen Problemen? Dazu ein Beispiel.
Eine Frau namens Delphineb war mit ihrem Leben rundum zufrieden, doch plötzlich war nichts mehr, wie es einmal war. Ihre Tochter starb im Teenageralter. Ihre Ehe zerbrach. Finanziell kam sie kaum noch über die Runden. Sie erinnert sich: „Ich stand völlig neben mir — ohne meine Tochter, ohne meinen Mann und ohne Zuhause. Ich fühlte mich leer und verloren, mein Leben hatte keinen Sinn mehr.“
Zum ersten Mal wurde Delphine bewusst, wie wahr die Worte der Bibel sind: „Unser Leben dauert siebzig Jahre, vielleicht sogar achtzig Jahre. Doch selbst noch die besten Jahre sind voller Kummer und Schmerz, wie schnell ziehen die Jahre vorüber und alles ist vorbei“ (Psalm 90:10, Neues Leben).
In diesen schweren Stunden griff Delphine zur Bibel. Was das in ihrem Leben bewirkte, ist erstaunlich. Sie und viele andere können bestätigen, dass die Bibel eine echte Hilfe bei Problemen ist, wenn man ihren Rat umsetzt. Sie haben festgestellt, dass sich die Bibel — wie das eingangs erwähnte Fundstück — von zahllosen Büchern abhebt: Sie ist nicht veraltet. Hat das vielleicht etwas damit zu tun, dass sie sich in ihrer Beschaffenheit von allen anderen Ratgebern unterscheidet? Enthält sie nur Gedankengut von Menschen oder tatsächlich Gottes Gedanken? (1. Thessalonicher 2:13).
Manchen mag das Leben kurz und problembeladen erscheinen. Vielleicht überwältigen einen die Probleme sogar. Wo kann man dann Trost und zuverlässigen Rat finden?
Der Rat der Bibel bietet drei Methoden, die sich praktisch umsetzen lassen. Die Bibel zeigt, wie man
Probleme vermeiden kann.
bestehende Probleme lösen kann.
mit Problemen zurechtkommt, die man nicht lösen kann.
Die folgenden Artikel gehen darauf ein.
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1 Probleme vermeidenDer Wachtturm (Öffentlichkeitsausgabe) 2018 | Nr. 1
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1 Probleme vermeiden
Die Bibel behauptet von sich, Rat von Gott zu enthalten und „nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge“ zu sein (2. Timotheus 3:16). Stimmt das? Der folgende Artikel zeigt, wie Lebensweisheiten aus Gottes Wort Menschen geholfen haben, schwerwiegende Probleme zu vermeiden.
ALKOHOLMISSBRAUCH
Delphine, die schon im vorigen Artikel erwähnt wurde, trank oft zu viel, um ihre Ängste und Sorgen zu verdrängen. Die Bibel verurteilt es nicht, Alkohol in Maßen zu trinken, aber sie sagt: „Begib dich nicht unter starke Weintrinker“ (Sprüche 23:20). Der Missbrauch von Alkohol kann ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen und Beziehungen zerstören. Außerdem führt er jedes Jahr bei Millionen zum vorzeitigen Tod. Vieles davon könnte man vermeiden, wenn man den Rat der Bibel anwendet.
Delphine hat das gemacht. Rückblickend sagt sie: „Alkohol ist keine Lösung. Das ist mir klar geworden. Ich setze den Rat aus Philipper 4:6, 7 um: ‚Seid um nichts ängstlich besorgt, sondern lasst . . . eure Bitten bei Gott bekannt werden‘. Wenn sich nachts meine Gedanken wieder im Kreis drehten und die Sorgen übermächtig wurden, flehte ich zu Jehova. Ich erzählte ihm offen, wie wütend, verletzt und verzweifelt ich mich fühlte, und bat ihn mir zu helfen, wieder Freude zu empfinden. Und am Morgen bemühte ich mich dann, optimistisch zu sein. Das Gebet half mir, mich immer wieder auf das zu konzentrieren, was ich habe, und nicht auf das, was ich nicht habe. Alkohol ist für mich jetzt tabu. Ich habe Frieden gefunden, und den möchte ich nie wieder verlieren.“
SEXUELLE UNMORAL
Kaum etwas verursacht so viel Kummer und Leid wie sexuelle Unmoral. Aber die Bibel hilft auch hier. Sie spricht zwei der häufigsten Ursachen an: unangebrachtes Flirten und Pornografie. „Flirten ist so leicht“, sagt ein junger Mann namens Samuel. „Manchmal fand ich die Person noch nicht mal attraktiv. Aber wenn ich gemerkt habe, dass sie interessiert war, habe ich einfach aus Spaß geflirtet.“ Samuel wurde so oft bezichtigt, mit anderen zu flirten — selbst wenn er es nicht mit Absicht machte —, dass er anfing, es bewusst zu tun. Doch schon bald bekam er die Folgen zu spüren. Er sagt: „Ich wurde immer egoistischer. Flirten ist wirklich gefährlich.“
Samuel fand auf der Website jw.org einen Artikel für junge Leute. Er dachte über Sprüche 20:11 nach: „Schon ein Kind erkennt man an seinen Taten, daran, ob sein Verhalten ehrlich und richtig ist“ (Neues Leben). Wie hat ihm das geholfen? Ihm wurde bewusst, dass Flirten weder ehrlich noch richtig ist. Jetzt sagt er: „Als junger Mensch zu flirten kann sich negativ auf eine mögliche Ehe auswirken. Ich überlegte: Wie würde sich wohl meine zukünftige Frau fühlen, wenn sie mich mit anderen flirten sieht? Mir wurde klar: Flirten ist alles andere als harmlos. Nur weil es leicht ist, heißt das noch lange nicht, dass es richtig ist.“ Samuel änderte sein Verhalten. Das half ihm, auch sexuelle Unmoral zu vermeiden.
Antonio war in noch größerer Gefahr: Er war süchtig nach Pornografie. Obwohl er verheiratet war und seine Frau wirklich liebte, zog ihn die Pornografie immer wieder in ihren Bann. Ihm half es, über Bibeltexte wie 1. Petrus 5:8 nachzudenken: „Bleibt besonnen, seid wachsam. Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht jemand zu verschlingen.“ Antonio sagt: „Pornografische Bilder sind praktisch überall und lassen einen nicht mehr los. Dieser Text zeigte mir, wo die eigentliche Ursache liegt. Ich musste mir immer bewusst machen, dass pornografische Bilder vom Teufel kommen. Nur Jehova kann mir helfen, wachsam zu bleiben, um Angriffe auf meinen Sinn, mein Herz und meine Ehe erfolgreich abzuwehren.“ Antonio bekam Hilfe und hat es schließlich geschafft, seine Sucht hinter sich zu lassen und Schlimmeres zu vermeiden.
Fazit: Der praktische Rat der Bibel hilft, folgenschwere Probleme zu vermeiden. Aber was, wenn sie bereits bestehen und es scheinbar keine Lösung gibt? Der nächste Artikel zeigt, wie Gottes Wort auch dann helfen kann.
Der praktische Rat der Bibel hilft, Probleme zu vermeiden
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2 Probleme lösenDer Wachtturm (Öffentlichkeitsausgabe) 2018 | Nr. 1
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2 Probleme lösen
Es gibt Probleme, die schon seit Jahren bestehen. Vielleicht haben sie sich festgesetzt, bevor man es richtig bemerkt hat. Ist es mithilfe der Bibel möglich, solche anhaltenden und entmutigenden Probleme zu lösen? Einige Beispiele.
ÜBERTRIEBENE SORGEN
Rosie sagt: „Ich machte mir zu viele Sorgen, malte mir aus, was noch alles passieren könnte bis hin zum Allerschlimmsten.“ Welche Bibeltexte halfen ihr weiter? Unter anderem Matthäus 6:34: „Macht euch also niemals Sorgen um den nächsten Tag, denn der nächste Tag wird seine eigenen Sorgen haben. Jeder Tag hat an seinem eigenen Übel genug.“ Jesu Worte halfen Rosie, sich keine Sorgen mehr um morgen zu machen. Sie sagt: „Ich hatte schon genug Schwierigkeiten — auch ohne die Probleme, die nur in meiner Vorstellung existierten und wahrscheinlich auch nie eintreten würden.“
Auch Yasmine spürte, dass Sorgen ihr Leben beherrschten. „Ich weinte fast jeden Tag und manche Nacht konnte ich nicht schlafen. Meine negativen Gedanken fraßen mich förmlich auf.“ Welcher Bibeltext half ihr? Sie dachte an 1. Petrus 5:7: „[Werft] all eure Sorge auf ihn [Gott], denn er sorgt für euch.“ Yasmine sagt: „Ich betete immer wieder zu Jehova und er antwortete mir. Es war, als würde eine schwere Last von meinen Schultern fallen. Manchmal holen mich negative Gedanken wieder ein, aber jetzt kann ich besser damit umgehen.“
AUFSCHIEBEVERHALTEN
Die 24-jährige Isabella sagt: „Ich glaube, Aufschieberitis liegt in den Genen. Mein Vater hat das nämlich auch. Wichtiges lasse ich gern liegen und entspanne mich einfach oder sehe fern. Eine schlechte Angewohnheit, denn am Ende wird es stressig und die Qualität leidet.“ Sie wandte den Grundsatz aus 2. Timotheus 2:15 an: „Tu dein Äußerstes, dich selbst Gott als bewährt darzustellen, als ein Arbeiter, der sich wegen nichts zu schämen hat.“ Isabella sagt: „Ich wollte Jehova nicht enttäuschen, nur weil ich mal wieder etwas auf die lange Bank geschoben habe.“ Inzwischen lässt sie kaum noch etwas liegen.
Der 20-jährigen Kelsey geht es ähnlich: „Projekte machte ich erst auf den letzten Drücker fertig. Die Folge waren viele Tränen, wenig Schlaf und große Sorgen. Das war echt nicht gut.“ Dann las sie den Rat aus Sprüche 13:16: „Jeder Kluge wird mit Kenntnis handeln, aber der Unvernünftige wird Torheit ausbreiten.“ Sie dachte darüber nach und kam zu dem Schluss: „Es ist gut, realistisch zu sein und vorauszuplanen. Auf meinem Schreibtisch liegt jetzt ein Kalender und ich trage sofort alles ein, was anliegt. So bin ich gut organisiert und muss nicht alles auf die letzte Sekunde machen.“
EINSAMKEIT
Kirsten, eine 57-jährige Frau, erzählt: „Mein Mann verließ mich und unsere vier Kinder.“ Welcher biblische Grundsatz half ihr? Sprüche 17:17: „Ein wahrer Gefährte liebt allezeit und ist ein Bruder, der für die Zeit der Bedrängnis geboren ist.“ Kirsten wandte sich an ihre Glaubensbrüder. Was erlebte sie? „Meine Freunde unterstützten mich auf unterschiedlichste Weise. Sie stellten mir Lebensmittel oder Blumen vor die Tür. Dreimal half uns ein ganzer Trupp von Helfern beim Umzug. Jemand anders half mir, eine Arbeit zu finden. Meine Freunde waren immer für mich da!“
Auch Delphine kämpfte mit Einsamkeit. Sie erinnert sich: „Es war so, als würde ich dabei zuschauen, wie die anderen ihr Leben leben. Ich stand nur daneben und fühlte mich schrecklich einsam.“ Ihr half der Bibeltext aus Psalm 68:6 weiter: „Gott lässt die Einsamen in einem Haus wohnen.“ Sie erklärt: „Gott meint hier kein buchstäbliches Haus, sondern ein geistiges Zuhause, das er mir anbietet. Dort kann ich mich sicher und geborgen fühlen und habe echte Freunde, die wie ich Jehova lieben. Aber bevor ich eine enge Freundschaft zu anderen aufbauen kann, muss ich erst mal eine enge Beziehung zu Jehova haben. In Psalm 37:4 heißt es: ‚Habe Wonne an Jehova, und er wird dir die Bitten deines Herzens gewähren.‘ “
Abschließend sagt sie: „Mir war klar, dass ich mich enger an Jehova halten musste. Er ist der beste Freund überhaupt. Ich schrieb alles auf, was ich machen könnte, um Freundschaften mit Menschen aufzubauen, die auch Jehova dienen. Ich lernte, mich auf die guten Seiten der anderen zu konzentrieren und über ihre Fehler hinwegzusehen.“
Doch Freunde, die Gott dienen, sind noch lange nicht vollkommen. Jehovas Zeugen kämpfen mit den gleichen Problemen wie jeder andere auch. Wer sich jedoch mit der Bibel auseinandersetzt, ist motiviert, für andere da zu sein. Solche Freunde sind unbezahlbar. Können Grundsätze aus der Bibel aber auch helfen, mit Problemen zurechtzukommen, die man heute nicht lösen kann, wie eine chronische Krankheit oder Trauer?
Rat aus der Bibel hilft, echte Freunde zu finden
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3 Mit Problemen zurechtkommenDer Wachtturm (Öffentlichkeitsausgabe) 2018 | Nr. 1
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3 Mit Problemen zurechtkommen
Es gibt Probleme, die sich weder vermeiden noch lösen lassen. Vielleicht hat man einen geliebten Menschen durch den Tod verloren oder ist chronisch krank. Dann bleibt einem meist nichts anderes übrig, als zu lernen, damit zurechtzukommen. Kann die Bibel jemandem in solch einer verzweifelten Lage helfen?
CHRONISCHE KRANKHEITEN
Rose sagt: „Ich habe eine genetische Störung, die starke und permanente Schmerzen verursacht. Das schränkt mein Leben stark ein.“ Am meisten leidet sie darunter, sich beim Bibelstudium nicht immer konzentrieren zu können. Was ihr Mut gemacht hat, sind Jesu Worte aus Matthäus 19:26: „Bei Gott . . . sind alle Dinge möglich.“ Rose erkannte, dass es verschiedene Wege gibt, die Bibel zu studieren. Da die Schmerzen ihr das Lesen manchmal nahezu unmöglich machten, fing sie an, sich Aufnahmen der Bibel und anderer biblischer Publikationena anzuhören. Sie sagt: „Ohne diese Möglichkeiten wäre meine Freundschaft mit Gott vielleicht in die Brüche gegangen.“
Ist Rose wieder einmal traurig darüber, was sie alles nicht mehr schafft, trösten sie die Worte aus 2. Korinther 8:12: „Wenn vorerst die Bereitschaft da ist, so ist sie besonders annehmbar gemäß dem, was jemand hat, nicht gemäß dem, was jemand nicht hat.“ Das erinnert Rose daran: Gott freut sich über das, was sie macht, weil sie alles tut, was ihr möglich ist.
TRAUER
Delphine berichtet: „Der Tod meiner 18-jährigen Tochter löste bei mir so großen Schmerz aus, dass ich dachte, ich könnte nicht mehr weiterleben. Nichts würde mehr so sein, wie es einmal war.“ Psalm 94:19 war Balsam für ihre Seele: „Als mich viele Sorgen quälten, gab dein Trost mir neue Hoffnung und Freude“ (Neues Leben). Delphine sagt: „Ich musste etwas finden, um mich sinnvoll zu beschäftigen und so meinen Schmerz zu lindern. Dafür bat ich Jehova um Hilfe.“
Sie begann, sich ehrenamtlich zu engagieren. Doch trotzdem fühlte sie sich manchmal innerlich zerbrochen. Irgendwann kam ihr das Bild von Kreide in den Sinn: Egal wie oft Kreide zerbricht — man kann damit immer noch etwas Schönes malen. Delphine merkte, dass auch sie für andere immer noch wertvoll sein kann. Sie erzählt weiter: „Zum Beispiel zeigte ich meinen Bibelschülern, wie die Bibel sie trösten und ihnen gleichzeitig helfen kann, ihre Denkweise in eine positive Richtung zu lenken. Dadurch hat Jehova auch mich getröstet und mir Hoffnung gegeben.“ Sie machte sich eine Liste mit Personen aus der Bibel, die auch durch Phasen tiefer Trauer gingen. Was stellte sie dabei fest? Für alle, ohne Ausnahme, war das Gebet sehr wichtig. Außerdem wurde ihr bewusst: „Solange die Bibel zu bleibt, kann man keine Antworten finden.“
Und noch etwas hat Delphine durch ihr Bibelstudium gelernt: nach vorn zu schauen und nicht zurück! Die Hoffnung aus Apostelgeschichte 24:15 tröstet sie: „Es [wird] eine Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten geben.“ Wie real ist die Auferstehung für sie? Sie sagt: „Ich werde meine Tochter wiedersehen. Jehova weiß bestimmt schon ganz genau, wann und wo er uns wieder zusammenbringt. Ich stelle mir vor, wie wir dann in unserem Garten sitzen, so wie früher.“
a Viele Aufnahmen findet man auf der Website jw.org.
In den schwersten Stunden spendet die Bibel Trost
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Die Bibel — Wegweiser in die ZukunftDer Wachtturm (Öffentlichkeitsausgabe) 2018 | Nr. 1
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Die Bibel — Wegweiser in die Zukunft
ANGENOMMEN man geht im Dunkeln einen Weg entlang. Trotzdem verirrt man sich nicht, weil man eine helle Taschenlampe dabei hat. Richtet man den Strahl nach unten, sieht man, was direkt vor einem ist. Richtet man ihn nach vorn, sieht man, was in der Ferne kommt.
Die Bibel ist auch wie eine Art Taschenlampe. In den vorigen Artikeln wurde schon gezeigt, wie Gottes Wort einem hilft, mit dem zurechtzukommen, was sich sozusagen direkt vor einem befindet — Probleme, mit denen man Tag für Tag konfrontiert wird. Doch die Bibel geht noch einen Schritt weiter: Sie kann auch Dinge in der „Ferne“, der Zukunft, ausleuchten. Und sie zeigt, was am Ende des Weges wartet: dauerhaftes Glück und echte Zufriedenheit (Psalm 119:105). Wie macht sie das?
Die Bibel gibt eine sichere Hoffnung für die Zukunft: 1 Sie hilft, einen echten Sinn im Leben zu finden, und 2 ermöglicht eine ewige Freundschaft zum Schöpfer.
1 SINN IM LEBEN
Die Bibel bietet verlässliche Anleitung, um mit Problemen umzugehen; aber sie ist viel mehr als nur ein Selbsthilfe-Ratgeber. Sie rät, sich als Teil eines großen Ganzen zu sehen, statt sich nur um sich selbst zu kümmern. Erst dann macht das Leben wirklich Sinn.
Zum Beispiel sagt die Bibel: „Beglückender ist Geben als Empfangen“ (Apostelgeschichte 20:35). Vielleicht hat man vor noch nicht allzu langer Zeit jemandem unter die Arme gegriffen. Oder man hat sich Zeit für einen Freund genommen, der einem sein Herz ausgeschüttet hat. War das nicht ein schönes Gefühl, etwas Licht ins Leben eines anderen zu bringen?
Die größte Freude erlebt man, wenn man gibt, ohne etwas zurückzuerwarten. Ein Literat bemerkte einmal: „Es ist praktisch unmöglich, etwas von sich selbst zu geben, ohne viel mehr zurückzubekommen — vorausgesetzt, man gibt ohne Hintergedanken.“ Gibt man denen viel, die einem nichts zurückgeben können, wird man dennoch belohnt. Warum kann man das sagen? Man wird dadurch Teil eines großen Ganzen und arbeitet Hand in Hand mit dem Schöpfer. Er sieht selbstlose Taten so, als würde man ihm persönlich etwas leihen (Sprüche 19:17). Er schätzt nicht nur sehr, was man für Benachteiligte tut, sondern verspricht auch eine „Wiedererstattung“ — ewiges Leben im Paradies. Was für eine großartige Zukunftsaussicht (Psalm 37:29; Lukas 14:12-14)!a
Darüber hinaus zeigt die Bibel, dass man durch ein gutes Verhältnis zum wahren Gott, Jehova, einen wirklichen Sinn im Leben findet. Sie ermuntert uns, Gott zu ehren und auf ihn zu hören (Prediger 12:13; Offenbarung 4:11). Dann passiert etwas Erstaunliches: Das eigene Handeln berührt den Schöpfer. Er bittet sogar: „Sei weise . . . und erfreue mein Herz“ (Sprüche 27:11). Kaum vorstellbar: Wenn man auf Grundlage der Bibel weise Entscheidungen trifft, freut sich Gott! Warum? Weil er jeden Einzelnen liebt und möchte, dass es ihm gut geht (Jesaja 48:17, 18). Den Souverän des Universums zum Freund zu haben und sein Herz zu erfreuen gibt dem Leben echten Sinn.
2 FREUNDSCHAFT MIT GOTT
Die Bibel legt großen Wert auf ein gutes Verhältnis zum Schöpfer. Sie sagt: „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen“ (Jakobus 4:8). Manchmal zweifelt man vielleicht an, dass das geht. Aber die Bibel versichert, wenn man „Gott sucht“, wird man ihn „wirklich finden“, weil er „einem jeden von uns nicht fern ist“ (Apostelgeschichte 17:27). Eine Freundschaft mit Gott wird einen positiven Einfluss auf die eigene Zukunft haben. Warum kann man das sagen?
Ganz gleich, wie sehr man sich auch anstrengt, dem schlimmsten Feind — dem Tod — kann niemand entkommen (1. Korinther 15:26). Doch Gott ist ewig. Er wird nie sterben und er möchte, dass auch seine Freunde für immer leben. Die Bibel drückt das mit einfachen, aber schönen Worten so aus: „Möge euer Herz immerdar leben“ (Psalm 22:26).
Wie kann man zu dem Schöpfer eine ewig anhaltende Freundschaft aufbauen? Indem man ihn durch die Bibel immer besser kennenlernt (Johannes 17:3; 2. Timotheus 3:16). Und indem man ihn bittet, die Bibel auch zu verstehen. Sie versichert nämlich: Wenn man „Gott unablässig“ um Anleitung bittet, wird er sie einem auch geben (Jakobus 1:5).b Und wenn man versucht, das anzuwenden, was man lernt, wird Gottes Wort „eine Leuchte“ für das Hier und Jetzt sein und „ein Licht“, das den Weg in eine ewige Zukunft ausleuchtet (Psalm 119:105).
a Mehr dazu in Kapitel 3 des Buches Was lehrt die Bibel wirklich? (herausgegeben von Jehovas Zeugen).
b Jehovas Zeugen bieten jedem gern einen kostenlosen Bibelkurs an. Möchten Sie mehr darüber erfahren, sehen Sie sich das Video Das erwartet Sie bei einem Bibelkurs an (zu finden über die Suchfunktion auf www.pr418.com).
Gott ist ewig und er möchte, dass auch seine Freunde ewig leben
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Veraltet oder ihrer Zeit voraus?Der Wachtturm (Öffentlichkeitsausgabe) 2018 | Nr. 1
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Veraltet oder ihrer Zeit voraus?
WISSENSCHAFT
DIE BIBEL IST KEIN WISSENSCHAFTLICHES BUCH, DOCH SIE ENTHÄLT WISSENSCHAFTLICHE AUSSAGEN, DIE IHRER ZEIT WEIT VORAUS WAREN. EINIGE BEISPIELE:
Hatte das materielle Universum einen Anfang?
Führende Wissenschaftler hätten diese Frage lange Zeit mit Nein beantwortet. Mittlerweile bezweifelt kaum jemand, dass das Universum einen Anfang hat. Die Bibel hat das schon immer gesagt (1. Mose 1:1).
Welche Form hat der Planet Erde?
In alter Zeit glaubten viele, die Erde sei flach. Erst im 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung gingen griechische Wissenschaftler davon aus, sie sei eine Kugel. Der Bibelschreiber Jesaja hatte jedoch schon im 8. Jahrhundert v. u. Z. von dem „Kreis der Erde“ gesprochen. Er benutzte dafür ein Wort, das auch mit „Kugel“ wiedergegeben werden kann (Jesaja 40:22).
Ist der buchstäbliche Himmel dem Zerfall unterworfen?
Laut Aristoteles, einem griechischen Naturforscher des 4. Jahrhunderts v. u. Z., gab es Zerfall nur auf der Erde, während der Sternenhimmel weder der Veränderung noch dem Zerfall unterlag. Diese Ansicht existierte über viele Jahrhunderte. Im 19. Jahrhundert formulierten Wissenschaftler dann das Konzept der Entropie. Demnach würde Materie, egal ob im Himmel oder auf der Erde, zerfallen. Lord Kelvin, einer der Wissenschaftler, die dieses Konzept vorantrieben, fand dafür auch eine Bestätigung in der Bibel: „So wie ein Kleid werden sie alle zerfallen“ (Psalm 102:25, 26). Doch er war davon überzeugt, dass Gott den Zerfall seiner Schöpfung verhindern kann (Prediger 1:4).
Was hält die Planeten zusammen?
Aristoteles lehrte, die Gestirne wären an Kristallsphären befestigt, die bis ins Erdinnere miteinander verbunden sind. Erst im 18. Jahrhundert akzeptierten Wissenschaftler die Vorstellung, dass Sterne und Planeten wahrscheinlich an nichts hängen. Im Bibelbuch Hiob, das schon im 15. Jahrhundert v. u. Z. geschrieben wurde, kann man lesen: Der Schöpfer „hängt die Erde auf an nichts“ (Hiob 26:7).
MEDIZIN
DIE BIBEL IST ZWAR KEIN MEDIZINISCHES LEHRBUCH, ABER IHRE PRINZIPIEN ZUM THEMA GESUNDHEIT BERUHEN AUF GENAUEN KENNTNISSEN.
Quarantäne
Das Gesetz im alten Israel schrieb vor, Menschen mit Aussatz von anderen zu isolieren. Erst im Mittelalter, als sich verheerende Seuchen ausbreiteten, wandten Ärzte dieses Prinzip an. Und noch heute ist Quarantäne ein wirksames Mittel (3. Mose, Kapitel 13 und 14).
Hygiene nach Kontakt mit Leichen
Bis ins späte 19. Jahrhundert war es unter Ärzten gang und gäbe, Leichen zu sezieren und lebende Patienten zu behandeln, ohne sich dazwischen die Hände zu waschen. Viele Patienten starben deswegen. Das Gesetz im alten Israel machte deutlich, dass jeder, der eine Leiche berührt, rituell unrein ist. Es schrieb sogar vor, in solchen Fällen Wasser für die Reinigung zu benutzen. Diese religiösen Vorschriften wirkten sich bestimmt vorteilhaft auf die Gesundheit aus (4. Mose 19:11, 19).
Abfallbeseitigung
Jedes Jahr sterben über eine halbe Million Kinder an den Folgen einer Durchfallerkrankung. Schuld daran sind meistens Abfälle, die nicht richtig entsorgt werden. Das Gesetz im alten Israel sah vor, dass Abfälle und menschliche Exkremente vergraben wurden, abseits von menschlichen Siedlungen (5. Mose 23:13).
Zeitpunkt der Beschneidung
Gottes Gesetz erlaubte die Beschneidung eines männlichen Kindes erst nach acht Tagen (3. Mose 12:3). Bei Neugeborenen erreicht die Blutgerinnung erst nach einer Woche das optimale Maß. Deshalb wartete man damals über eine Woche mit der Beschneidung — ein guter Schutz in einer Zeit, in der es noch keine fortschrittliche medizinische Behandlung gab.
Zusammenhang zwischen emotionaler und körperlicher Gesundheit
Wissenschaftler sehen einen Zusammenhang zwischen der psychischen Verfassung und der körperlichen Gesundheit. So sollen sich Freude, Hoffnung, Dankbarkeit und die Bereitschaft zu vergeben positiv auf den Körper auswirken. Die Bibel sagt: „Ein Herz, das freudig ist, tut Gutes als Heiler, aber ein Geist, der niedergeschlagen ist, vertrocknet das Gebein“ (Sprüche 17:22).
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