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Was hilft, die Bibel zu verstehen?Der Wachtturm 2001 | 1. Juli
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Was hilft, die Bibel zu verstehen?
DIE Bibel ist ein einzigartiges Buch. Ihre Schreiber behaupten, von Gott inspiriert worden zu sein, und ihr Inhalt liefert reichlich Beweise dafür, daß diese Behauptung stimmt (2. Timotheus 3:16). Unter anderem erklärt sie, woher wir kommen, warum wir hier sind und wohin wir gehen. Bestimmt ist sie ein Buch, das unsere Beachtung verdient.
Vielleicht haben Sie schon einmal den Versuch gestartet, die Bibel zu lesen, fanden sie aber schwer zu verstehen. Möglich, daß Sie nicht wissen, wo Sie nach Antworten auf Ihre Fragen suchen sollen. Wenn das auf Sie zutrifft, geht es Ihnen nicht allein so. Sie befinden sich in derselben Lage wie ein Mann, der im ersten Jahrhundert lebte. Er reiste auf einem Wagen von Jerusalem in seine Heimat Äthiopien. Dieser äthiopische Beamte las laut das prophetische Bibelbuch Jesaja, das mehr als sieben Jahrhunderte zuvor geschrieben worden war.
Plötzlich wandte sich ein Mann an ihn, der neben dem Wagen herlief. Es war Philippus, ein Jünger Jesu. Er fragte den Äthiopier: „Verstehst du wirklich, was du liest?“ Die Antwort: „Wie könnte ich es denn je, wenn mich nicht jemand anleitet?“ Darauf bat er Philippus aufzusteigen. Philippus erklärte dem Mann die Passage, die er gelesen hatte, und verkündigte ihm dann „die gute Botschaft über Jesus“ (Apostelgeschichte 8:30-35).
Genauso, wie Philippus dem Äthiopier vor langer Zeit half, Gottes Wort zu verstehen, bringen Jehovas Zeugen heute ihren Mitmenschen die Bibel näher. Sie wären auch Ihnen gern behilflich. Normalerweise ist es am besten, die Bibel systematisch zu untersuchen und mit den biblischen Grundlehren zu beginnen (Hebräer 6:1). In dem Maß, wie man Fortschritte macht, ist man, wie es der Apostel Paulus ausdrückte, in der Lage, „feste Speise“ zu sich zu nehmen, das heißt, tiefere Wahrheiten zu erfassen (Hebräer 5:14). Die Bibel steht zwar im Vordergrund, doch zusätzliche Publikationen — Bibelstudienhilfen — erleichtern es, Textstellen zu bestimmten Themen zu finden und zu verstehen.
Ein solcher Bibelkurs läßt sich in den meisten Fällen zu einer für Sie gelegenen Zeit vereinbaren und an einem Ort, der für Sie günstig ist. Manche studieren die Bibel sogar per Telefon. Der Kurs findet nicht in einer Klassenzimmeratmosphäre statt. Er wird in privatem Rahmen abgehalten und auf Ihre persönlichen Umstände, Ihre Herkunft und Ihre Vorkenntnisse abgestimmt. Dieser Bibelkurs ist kostenlos (Matthäus 10:8). Es gibt keine Prüfungen, und niemand wird in Verlegenheit gebracht. Ihre Fragen werden beantwortet, und Sie lernen, wie man Gott näherkommt. Aber weshalb sollte man überhaupt die Bibel untersuchen? Sehen wir uns einige Gründe an, warum ein Studium der Bibel mehr Freude in Ihr Leben bringen kann.
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Warum sollte man die Bibel untersuchen?Der Wachtturm 2001 | 1. Juli
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Warum sollte man die Bibel untersuchen?
BILL war jung, sportlich, gebildet und finanziell abgesichert. Trotzdem war er nicht zufrieden. Sein Leben war richtungslos, und das ließ ihm keine Ruhe. Auf der Suche nach einem Sinn im Leben befaßte er sich eingehend mit verschiedenen Religionen, fand aber nicht das, wonach er suchte. 1991 lernte er einen Zeugen Jehovas kennen. Von ihm erhielt er ein Buch, in dem der Sinn des Lebens vom biblischen Standpunkt beleuchtet wurde. Bill fing ein Bibelstudium an, bei dem er dieses und andere Themen ansprechen konnte.
Er erzählt: „Als wir gleich beim ersten Mal immer wieder zur Bibel griffen, wußte ich: Das war es, wonach ich gesucht hatte. Die Antworten aus der Bibel waren richtig faszinierend. Hinterher fuhr ich auf einen Berg, stieg aus meinem Wagen und schrie vor lauter Freude laut los. Ich konnte es nicht fassen, daß ich jetzt endlich die Antworten auf meine Fragen kennenlernte.“
Natürlich stößt nicht jeder, der die biblische Wahrheit entdeckt, gleich Freudenschreie aus. Doch für viele ist es ein schönes Erlebnis, die Antworten auf ihre Lebensfragen zu erhalten. Ihnen ergeht es wie dem Mann in dem Gleichnis Jesu, der einen im Feld verborgenen Schatz entdeckte. Jesus sagte: „Vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenes Feld“ (Matthäus 13:44).
Der Schlüssel zu einem sinnvollen Leben
Bill hatte sich über eine grundlegende Frage Gedanken gemacht: Was ist der Sinn des Lebens? Philosophen, Theologen und Wissenschaftler grübeln schon seit Jahrtausenden über diese Frage. Unzählige Bücher wurden geschrieben in dem Bemühen, eine Antwort zu geben. Doch die Mühe war vergebens, und viele sind zu dem Schluß gekommen, es gebe keine Antwort auf diese Frage. Dabei gibt es sie. Sie geht in die Tiefe, ist aber nicht kompliziert. Erläutert wird sie in der Bibel. Der Schlüssel zu einem glücklichen, sinnvollen Leben sieht so aus: Wir brauchen ein gutes Verhältnis zu Jehova, unserem Schöpfer und himmlischen Vater. Wie läßt sich das erreichen?
Gott näherzukommen hat zwei scheinbar widersprüchliche Aspekte. Es bedeutet, ihn zu fürchten und gleichzeitig zu lieben. Wenden wir uns zwei Bibelstellen zu, die diese Aussage stützen. Vor langer Zeit befaßte sich der weise König Salomo eingehend mit der Menschheit und zeichnete seine Schlußfolgerungen in dem Bibelbuch Prediger auf. Seine Beobachtungen faßte er wie folgt zusammen: „Der Abschluß der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht“ (Prediger 12:13). Jahrhunderte später gab Jesus auf die Frage, welches das größte Gebot in dem Gesetz sei, das Moses erhalten hatte, folgende Antwort: „Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn“ (Matthäus 22:37). Klingt es nicht befremdend, daß man Gott sowohl fürchten als auch lieben sollte? Untersuchen wir doch einmal, wie wichtig Furcht und Liebe sind und wie sie, aufeinander abgestimmt, eine befriedigende Beziehung zu Gott ermöglichen.
Was Gottesfurcht beinhaltet
Eine respektvolle Furcht ist die Grundlage dafür, Gott auf annehmbare Weise anzubeten. Die Bibel sagt: „Die Furcht Jehovas ist der Weisheit Anfang“ (Psalm 111:10). Der Apostel Paulus schrieb: „Mögen wir fernerhin unverdiente Güte haben, durch die wir Gott auf annehmbare Weise heiligen Dienst darbringen können, mit Gottesfurcht und Scheu“ (Hebräer 12:28). Und ein Engel, den der Apostel Johannes in einer Vision in der Mitte des Himmels sah, leitete die gute Botschaft, die er verkündete, mit den Worten ein: „Fürchtet Gott, und gebt ihm die Ehre“ (Offenbarung 14:6, 7).
Diese für ein sinnvolles Leben so wichtige Gottesfurcht ist nicht mit krankhafter Angst zu verwechseln. Uns packt wahrscheinlich große Angst, wenn wir von einem brutalen, gefährlichen Verbrecher bedroht werden. Gottesfurcht dagegen ist eine tiefe Ehrfurcht vor dem Schöpfer. Sie beinhaltet auch eine gesunde Furcht davor, Gott zu mißfallen, weil er der höchste Richter und der Allmächtige ist, der sowohl die Macht als auch das Recht hat, die zu bestrafen, die ihm nicht gehorchen.
Das Zusammenspiel von Furcht und Liebe
Jehova wünscht allerdings nicht, daß ihm Menschen lediglich aus Ehrfurcht dienen. Er ist ein unvergleichlicher Gott der Liebe. Der Apostel Johannes fühlte sich gedrängt zu schreiben, daß „Gott Liebe ist“ (1. Johannes 4:8). Jehova Gott hat mit der Menschheit äußerst liebevoll gehandelt und möchte, daß man ihm diese Liebe erwidert. Wie verträgt sich diese Liebe aber mit Gottesfurcht? Beides gehört tatsächlich zusammen. Der Psalmist schrieb: „Die vertraute Gemeinschaft mit Jehova gehört denen, die ihn fürchten“ (Psalm 25:14).
Man braucht nur einmal an die Achtung oder den Respekt zu denken, den ein Kind für seinen Vater empfindet, der stark und lebenserfahren ist. Dieses Kind wird gleichzeitig auf die Liebe seines Vaters ansprechen. Es wird ihm vertrauen und sich von ihm leiten lassen, weil es weiß, daß dies zu seinem Guten ist. So werden auch wir, wenn wir Jehova lieben und fürchten, seiner Leitung folgen, und das wird uns zugute kommen. Beachtenswert ist das, was Jehova mit Bezug auf die Israeliten sagte: „Wenn doch nur dies ihr Herzenstrieb würde, mich zu fürchten und alle meine Gebote stets zu halten, damit es ihnen und ihren Söhnen auf unabsehbare Zeit gutginge!“ (5. Mose 5:29).
Ja, Gottesfurcht versklavt nicht, sondern befreit, sie ist nicht bedrückend, sondern macht glücklich. Jesaja sagte über Jesus voraus: „Er wird seine Freude haben an der Furcht Jehovas“ (Jesaja 11:3). Und der Psalmist schrieb: „Glücklich ist der Mann, der Jehova fürchtet, an dessen Geboten er große Lust gefunden hat“ (Psalm 112:1).
Natürlich können wir Gott weder fürchten noch lieben, wenn wir ihn nicht kennen. Deswegen ist ein Studium der Bibel so wichtig. Es hilft uns, Gottes Persönlichkeit zu verstehen und zu erkennen, daß es das Klügste ist, sich von ihm leiten zu lassen. Während wir Gott näherkommen, entwickeln wir den Wunsch, seinen Willen zu tun, und fühlen uns motiviert, seine Gebote zu halten, weil wir wissen, daß wir davon nur profitieren können (1. Johannes 5:3).
Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, daß man auf dem richtigen Kurs ist. Das empfindet auch Bill so, von dem vorher schon die Rede war. Vor kurzem meinte er: „In den neun Jahren, seitdem ich angefangen habe, die Bibel zu studieren, ist meine Beziehung zu Jehova gewachsen. Der erste Freudenausbruch hat sich in einen durch und durch befriedigenden Lebensweg verwandelt. Ich gehe ganz und gar optimistisch durchs Leben. Meine Zeit ist mit sinnvollen Tätigkeiten ausgefüllt, nicht mit dem ziellosen Streben nach Vergnügen. Jehova ist für mich eine reale Person geworden, und ich weiß, daß er für mich nur das Beste will.“
Der nächste Artikel geht noch weiter darauf ein, warum die Erkenntnis Jehovas allen, die sie in ihrem Leben umsetzen, Freude und Vorteile einträgt.
[Herausgestellter Text auf Seite 5]
Gott näherzukommen heißt, ihn sowohl zu lieben als auch zu fürchten
[Bild auf Seite 6]
Jesus freute sich in der Furcht Jehovas
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