-
Bibelstudien, die zur Taufe führen (Teil 1)Der Wachtturm (Studienausgabe) 2020 | Oktober
-
-
Bibelstudien, die zur Taufe führen (Teil 1)
„Ihr [seid] ein Brief von Christus ..., der von uns als Dienern geschrieben wurde“ (2. KOR. 3:3)
LIED 78 Das Wort Gottes lehren
VORSCHAUa
Was könnte für die Brüder einer Versammlung begeisternder sein, als zu sehen, wie sich ein Bibelschüler taufen lässt, der ihnen ans Herz gewachsen ist? (Siehe Absatz 1)
1. Wie zeigt 2. Korinther 3:1-3, dass es etwas ganz Besonderes ist, ein Bibelstudium zu leiten, das zur Taufe führt? (Siehe Titelbild.)
WIE empfindest du, wenn du siehst, dass sich ein Bibelschüler aus deinem Versammlungsgebiet taufen lässt? Bestimmt freust du dich von Herzen (Mat. 28:19). Und wenn du mit dem Betreffenden studiert hast, ist dieser Moment bestimmt noch begeisternder! (1. Thes. 2:19, 20). Neu getaufte Jünger sind schöne „Empfehlungsbriefe“ – nicht nur für ihren Bibellehrer, sondern auch für die ganze Versammlung. (Lies 2. Korinther 3:1-3.)
2. (a) Über welche wichtige Frage sollten wir nachdenken und warum? (b) Was ist ein Bibelstudium? (Siehe Fußnote.)
2 Es ist wirklich schön zu sehen, dass in den letzten vier Jahren jeden Monat weltweit im Durchschnitt rund 10 000 000 Bibelstudienb berichtet wurden. Im selben Zeitraum ließen sich jedes Jahr durchschnittlich über 280 000 Personen taufen. Was können wir tun, damit sich noch mehr von diesen Millionen Bibelschülern taufen lassen? Jehova gibt den Menschen geduldig die Gelegenheit, Christi Jünger zu werden. Deshalb möchten wir unser Bestes tun, um ihnen zu helfen, Fortschritte zu machen, damit sie sich möglichst bald taufen lassen können. Es bleibt nicht mehr viel Zeit! (1. Kor. 7:29a; 1. Pet. 4:7).
3. Was erfahren wir in diesem Artikel über Bibelstudien?
3 Es ist heute sehr wichtig, Menschen zu Jüngern zu machen. Deswegen wurde in Zweigbüros angefragt, wie man noch mehr Bibelschülern helfen kann, Fortschritte in Richtung Taufe zu machen. In diesem und im folgenden Artikel werden wir sehen, was wir von erfahrenen Pionieren, Missionaren und Kreisaufsehern lernen können (Spr. 11:14; 15:22).c Wir erfahren von ihnen, was Bibellehrer und -schüler tun können, damit ein Studium noch lohnender wird. In diesem Artikel geht es um fünf Punkte, die jeder Bibelschüler beachten muss, um auf dem Weg zur Taufe kontinuierlich Fortschritte zu machen.
STUDIERE JEDE WOCHE
Frag den Schüler, ob ihr euch hinsetzen könnt, um über die Bibel zu sprechen (Siehe Absatz 4-6)
4. Was muss uns über Bibelstudien an der Haustür klar sein?
4 Viele unserer Brüder und Schwestern führen Bibelstudien an der Haustür durch. Das ist ein guter Anfang, um Interesse an der Bibel zu wecken. Doch solche Gespräche sind normalerweise ziemlich kurz und finden vielleicht nicht einmal jede Woche statt. Manche Verkündiger geben interessierten Personen ihre Kontaktdaten, um zwischendurch per Anruf oder Textnachricht einen kurzen biblischen Gedanken anzusprechen und so das Interesse weiter zu fördern. Solche gelegentlichen Kontakte finden vielleicht über Monate hinweg statt, ohne zu einem produktiven Bibelstudium zu führen. Aber wird sich ein Bibelschüler wirklich Gott hingeben und sich taufen lassen, wenn er nicht mehr Zeit und Kraft investiert, um Gottes Wort kennenzulernen? Wahrscheinlich nicht.
5. Was betonte Jesus in Lukas 14:27-33, womit wir Bibelschülern helfen können?
5 Jesus veranschaulichte einmal, was jemand tun muss, der sein Jünger werden möchte. Er sprach über einen Mann, der vorhat, einen Turm zu bauen, und über einen König, der in den Krieg ziehen will. Der Mann, der den Turm bauen möchte, muss „sich ... zuerst hinsetzen und die Kosten berechnen“. Und der König tut gut daran, „sich vorher hinzusetzen und zu beratschlagen“, ob seine Truppen gegen den Gegner ankommen. (Lies Lukas 14:27-33.) Jesus wusste: Auch jemand, der sein Jünger werden möchte, muss genau überlegen, was damit verbunden ist, ihm nachzufolgen. Aus diesem Grund ist es wichtig, unsere Bibelschüler zu motivieren, jede Woche mit uns zu studieren. Wie können wir das machen?
6. Was müssen wir vielleicht versuchen, damit Bibelstudien Fortschritte machen?
6 Fang damit an, dass du das Studium an der Haustür verlängerst. Vielleicht kannst du bei deinen Besuchen jeweils einen zusätzlichen Gedanken aus der Bibel besprechen. Fühlt sich der Bibelschüler mit längeren Besuchen wohl, frag ihn, ob ihr euch irgendwo hinsetzen und dort weiterreden könnt. Seine Antwort wird dir zeigen, wie ernst es ihm mit dem Studium ist. Um seinen Fortschritt zu beschleunigen, könntest du vielleicht sogar fragen, ob er bereit wäre, mehr als einmal pro Woche zu studieren. Allerdings ist mehr nötig, als ein- oder zweimal wöchentlich zu studieren.
BEREITE DICH AUF JEDES STUDIUM VOR
Bereite dich gut auf das Bibelstudium vor und zeig dem Schüler, wie er sich vorbereiten kann (Siehe Absatz 7-9)
7. Wie kann man sich als Lehrer gut auf jedes Bibelstudium vorbereiten?
7 Als Lehrer solltest du dich auf jedes Studium gut vorbereiten. Du könntest zunächst den Stoff lesen und die Bibeltexte nachschlagen. Verschaff dir einen genauen Überblick über die Hauptpunkte. Denk über den Titel, die Zwischenüberschriften, die Studienfragen, die zu lesenden Bibeltexte und die Bilder nach sowie über Videos, die dir beim Erklären helfen könnten. Überleg mit deinem Bibelschüler im Sinn, wie du den Stoff einfach und klar vermitteln könntest, damit er ihn leicht verstehen und das Gelernte anwenden kann (Neh. 8:8; Spr. 15:28a).
8. Was lernen wir aus den Worten von Paulus in Kolosser 1:9, 10 über das Gebet für Bibelschüler?
8 Zur Vorbereitung gehört es auch, mit Jehova im Gebet über den Schüler und seine Bedürfnisse zu sprechen. Bitte ihn, dir zu helfen, beim Lehren mit der Bibel das Herz des Schülers anzusprechen. (Lies Kolosser 1:9, 10.) Überleg dir im Voraus, was für ihn vielleicht schwer zu verstehen oder zu akzeptieren sein könnte. Denk daran: Dein Ziel ist, ihm zu helfen, Fortschritte zu machen, damit er sich taufen lassen kann.
9. Wie kann der Lehrer dem Schüler helfen, sich vorzubereiten? Erkläre es.
9 Wir wünschen uns, dass der Bibelschüler durch ein regelmäßiges Studium Dankbarkeit für das entwickelt, was Jehova und Jesus getan haben, und dass er mehr erfahren möchte (Mat. 5:3, 6). Der Schüler profitiert am meisten vom Studium, wenn er es ernst nimmt. Führe ihm deshalb vor Augen, wie wichtig es ist, sich auf jedes Studium vorzubereiten, indem er den Stoff vorher durchliest und überlegt, wie ihn das Gelesene betrifft. Wie kannst du ihm dabei helfen? Bereite eine Lerneinheit gemeinsam mit ihm vor, damit er sieht, wie das geht.d Erkläre, wie er die Antworten auf die Studienfragen findet und dass er sich leichter an sie erinnern kann, wenn er nur Schlüsselwörter oder -gedanken markiert. Bitte ihn dann, die Antwort in eigenen Worten zu formulieren. So siehst du, ob er den Stoff gut verstanden hat. Es gibt aber noch etwas, wozu du deinen Schüler motivieren kannst.
BRING IHM BEI, JEDEN TAG MIT JEHOVA ZU KOMMUNIZIEREN
Bring deinem Bibelschüler bei, wie er mit Jehova kommunizieren kann (Siehe Absatz 10, 11)
10. Warum ist tägliches Bibellesen wichtig, und wie holt man möglichst viel heraus?
10 Zusätzlich zum wöchentlichen Studium mit dem Bibellehrer kommt es dem Schüler zugute, wenn er jeden Tag auch etwas allein macht. Es ist wichtig, dass er jeden Tag mit Jehova kommuniziert. Das tut er, indem er Jehova zuhört und mit ihm spricht. Er hört Gott zu, wenn er täglich in der Bibel liest (Jos. 1:8; Ps. 1:1-3). Zeig deinem Schüler, wie er den ausdruckbaren Bibelleseplan auf jw.orge verwenden könnte. Wie kannst du ihm helfen, möglichst viel aus dem Bibellesen herauszuholen? Motiviere ihn, über das nachzudenken, was die Bibel über Jehova sagt, und sich zu fragen, wie er das Gelernte umsetzen kann (Apg. 17:11; Jak. 1:25).
11. Wie lernt ein Bibelschüler, richtig zu beten, und warum ist es wichtig, dass er oft zu Jehova betet?
11 Leg deinem Schüler ans Herz, jeden Tag zu beten und so mit Jehova zu sprechen. Sprich am Anfang und am Ende jedes Studiums ein von Herzen kommendes Gebet mit dem Schüler und bete auch für ihn. So lernt er, von Herzen zu beten und sich im Namen von Jesus Christus an Jehova Gott zu wenden (Mat. 6:9; Joh. 15:16). Stell dir vor, wie dein Bibelschüler Gott immer näher kommt, wenn er täglich in der Bibel liest (Jehova zuhört) und betet (mit Jehova spricht) (Jak. 4:8). Macht er sich das zur Gewohnheit, ist das die Grundlage für einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Taufe.
HILF IHM, EINE FREUNDSCHAFT MIT JEHOVA AUFZUBAUEN
12. Wie kann man einem Bibelschüler helfen, eine Freundschaft mit Jehova aufzubauen?
12 Was ein Bibelschüler lernt, sollte nicht nur sein Denken, sondern auch sein Herz ansprechen. Warum? Unser Herz – das unsere Wünsche, Gefühle und Empfindungen einschließt – motiviert uns zum Handeln. Jesus hat beim Lehren logisch argumentiert und so das Denken angesprochen. Doch die Menschen folgten ihm nach, weil er auch ihr Herz berührte (Luk. 24:15, 27, 32). Jehova muss für deinen Bibelschüler eine reale Person werden, jemand, zu dem er eine Bindung aufbauen und den er als seinen Vater, Gott und Freund sehen kann (Ps. 25:4, 5). Erwecke beim Studium die Persönlichkeit unseres Gottes zum Leben (2. Mo. 34:5, 6; 1. Pet. 5:6, 7). Stell bei jedem Thema heraus, was für eine Person Jehova ist. Hilf deinem Schüler, Jehovas schöne Eigenschaften schätzen zu lernen – seine Liebe, seine Freundlichkeit und sein Mitgefühl. Wie Jesus sagte, ist „das wichtigste und erste Gebot“, Jehova, unseren Gott, zu lieben (Mat. 22:37, 38). Hilf deinem Schüler, tiefe Liebe zu Jehova zu entwickeln.
13. Was ist eine Möglichkeit, einem Schüler die Persönlichkeit Jehovas näherzubringen?
13 Bring in den Gesprächen mit deinem Schüler deine tiefen Gefühle für Jehova zum Ausdruck. So erkennt er vielleicht, dass auch er ein enges persönliches Verhältnis zu Gott aufbauen muss (Ps. 73:28). Gibt es zum Beispiel in der Veröffentlichung, die ihr studiert, oder in einem Bibeltext eine Stelle, wo etwas über Jehovas Liebe, Weisheit, Gerechtigkeit und Macht gesagt wird, das dich berührt? Mach deinen Schüler darauf aufmerksam und sag ihm, dass das einer von vielen Gründen ist, warum du unseren Vater im Himmel liebst. Was ist noch nötig, damit ein Bibelschüler Fortschritte in Richtung Taufe machen kann?
MOTIVIERE IHN, DIE ZUSAMMENKÜNFTE ZU BESUCHEN
Motiviere deinen Schüler, so bald wie möglich die Zusammenkünfte zu besuchen (Siehe Absatz 14, 15)
14. Was sagt Hebräer 10:24, 25 über die Zusammenkünfte, und wie kann das einem Bibelschüler helfen, Fortschritte zu machen?
14 Wir alle wünschen uns, dass sich unsere Bibelschüler einmal taufen lassen. Eine wichtige Hilfe, die wir ihnen geben können, besteht darin, sie zum Besuch der Zusammenkünfte zu motivieren. Wie erfahrene Lehrer sagen, machen Schüler, die sofort in die Zusammenkünfte kommen, am schnellsten Fortschritte (Ps. 111:1). Manche Lehrer erklären ihren Schülern, dass sie in den Zusammenkünften genauso viel über die Bibel dazulernen werden wie bei ihrem Bibelstudium. Lies Hebräer 10:24, 25 mit deinem Schüler und zeig ihm, wie ihm der Zusammenkunftsbesuch zugutekommt. Führ ihm das Video vor Das erwartet Sie in einem Königreichssaal.f Hilf ihm, den Besuch der Zusammenkünfte zu einem wichtigen Teil seines Lebens zu machen.
15. Wie können wir einen Schüler motivieren, regelmäßig die Zusammenkünfte zu besuchen?
15 Was kannst du tun, wenn dein Schüler noch nie eine Zusammenkunft besucht hat oder nicht regelmäßig kommt? Erzähl ihm begeistert von etwas, das du bei einer der letzten Zusammenkünfte gelernt hast. Das ist motivierender, als ihn lediglich einzuladen. Gib ihm den aktuellen Wachtturm oder das Arbeitsheft der Leben-und-Dienst-Zusammenkunft. Zeig ihm, worum es als Nächstes geht, und frag ihn, was für ihn am interessantesten wäre. Was dein Schüler bei der ersten Zusammenkunft hört und sieht, wird das, was er je bei einer anderen religiösen Veranstaltung erlebt hat, bei Weitem übertreffen (1. Kor. 14:24, 25). Er wird Menschen kennenlernen, an deren Vorbild er sich orientieren kann und die ihm auf dem Weg zur Taufe weiterhelfen.
16. Was ist nötig, damit Bibelstudien zur Taufe führen, und worum geht es im nächsten Artikel?
16 Was können wir tun, damit Bibelstudien zur Taufe führen? Helfen wir unseren Schülern, das Studium ernst zu nehmen, indem wir sie dazu motivieren, jede Woche zu studieren und sich auf jedes Studium vorzubereiten. Legen wir ihnen ans Herz, täglich mit Jehova zu kommunizieren und eine Freundschaft mit ihm aufzubauen. Und regen wir sie dazu an, die Zusammenkünfte zu besuchen. (Siehe den Kasten „Bibelstudien, die zur Taufe führen – was Schüler tun müssen“.) Der nächste Artikel enthält fünf weitere Anregungen, die Bibellehrern helfen, ihre Schüler zur Taufe zu führen.
-
-
Bibelstudien, die zur Taufe führen (Teil 2)Der Wachtturm (Studienausgabe) 2020 | Oktober
-
-
Bibelstudien, die zur Taufe führen (Teil 2)
„Achte immer auf dich selbst und auf dein Lehren“ (1. TIM. 4:16)
LIED 77 Licht in der Dunkelheit
VORSCHAUa
1. Warum kann man sagen, dass durch das Predigtwerk Leben gerettet wird?
MENSCHEN zu Jüngern zu machen bedeutet, Leben zu retten! Jesus gab gemäß Matthäus 28:19, 20 den Auftrag: „Geht und macht Menschen ... zu meinen Jüngern, tauft sie.“ Wie wichtig ist es, sich taufen zu lassen? Die Taufe ist ein Erfordernis, um gerettet zu werden. Wer sich taufen lassen möchte, muss glauben, dass Rettung nur möglich ist, weil Jesus für uns starb und auferweckt wurde. Deshalb schrieb der Apostel Petrus an die Christen seiner Zeit: „Die Taufe ... rettet jetzt auch euch ..., durch die Auferstehung von Jesus Christus“ (1. Pet. 3:21). Lässt sich ein Jünger also taufen, hat er die Aussicht, ewig zu leben.
2. Was betont 2. Timotheus 4:1, 2, wenn es um das Lehren geht?
2 Um Menschen zu Jüngern zu machen, müssen wir an unserer „Lehrkunst“ arbeiten. (Lies 2. Timotheus 4:1, 2.) Warum? Jesus sagte: „Geht und macht Menschen ... zu meinen Jüngern, ... lehrt sie.“ Paulus forderte dazu auf, am Lehren festzuhalten, und erklärte dann: „Wenn du das tust, wirst du sowohl dich retten als auch die, die auf dich hören.“ Nicht ohne Grund schrieb er: „Achte immer ... auf dein Lehren“ (1. Tim. 4:16). Da das Lehren eng mit dem Jüngermachen zusammenhängt, möchten wir uns darin immer weiter verbessern.
3. Worum geht es in diesem Artikel?
3 Weltweit werden Millionen Bibelstudien durchgeführt. Wie im vorigen Artikel erwähnt wurde, stellt sich die Frage, wie wir noch mehr Bibelschülern helfen können, getaufte Jünger von Jesus Christus zu werden. Was können Bibellehrer tun, um Schülern zu helfen, Fortschritte in Richtung Taufe zu machen? Dieser Artikel enthält fünf weitere Anregungen.
LASS BEIM LEHREN DIE BIBEL SPRECHEN
Bitte einen erfahrenen Lehrer, dir zu helfen, beim Studium mehr die Bibel sprechen zu lassen (Siehe Absatz 4-6)f
4. Warum muss sich ein Lehrer beim Bibelstudium zurücknehmen? (Siehe auch Fußnote.)
4 Wir lieben die Lehren der Bibel. Deshalb sind wir manchmal versucht, ausführlich darüber zu sprechen. Doch jemand, der das Wachtturm-Studium, das Versammlungsbibelstudium oder ein Heimbibelstudium leitet, sollte nicht zu viel reden. Um die Bibel sprechen zu lassen, muss man sich zurücknehmen und sollte nicht einfach alles erklären, was man über eine Bibelstelle oder ein Thema weiß (Joh. 16:12).b Vergleich doch einmal das Bibelwissen, das du bei deiner Taufe hattest, mit deinem Wissen heute. Damals kanntest du wahrscheinlich nur die Grundlehren (Heb. 6:1). Es hat Jahre gedauert, dir das anzueignen, was du jetzt weißt. Versuch also nicht, deinem Schüler gleich alles auf einmal beizubringen.
5. (a) Was muss einem Schüler klar werden, wie aus 1. Thessalonicher 2:13 hervorgeht? (b) Wie können wir einen Schüler ermuntern, über die Gedanken, die er kennenlernt, zu sprechen?
5 Einem Schüler muss klar werden, dass das, was er lernt, aus Gottes Wort stammt. (Lies 1. Thessalonicher 2:13.) Wie kann man das schaffen? Ermuntere ihn, über die Gedanken, die er kennenlernt, zu sprechen. Statt Bibeltexte immer selbst zu erklären, bitte doch deinen Schüler, dir einige zu erklären. Hilf ihm zu erkennen, wie Gottes Wort ihn persönlich betrifft. Stelle Fragen, die ihm helfen, seine Gedanken und Empfindungen zu den gelesenen Texten auszudrücken (Luk. 10:25-28). Du könntest ihn fragen: „Wie hilft dir dieser Text, eine der Eigenschaften Jehovas deutlicher zu sehen?“, „Wie kann dir das, was du gelernt hast, zugutekommen?“, „Wie denkst du über das, was du jetzt gelernt hast?“ (Spr. 20:5). Entscheidend ist nicht, wie viel ein Bibelschüler weiß, sondern wie viel ihm das Gelernte bedeutet und inwieweit er es in seinem Leben anwendet.
6. Warum könnte es gut sein, einen erfahrenen Lehrer zum Bibelstudium mitzunehmen?
6 Nimmst du zum Studium manchmal auch erfahrene Bibellehrer mit? Falls ja, kannst du sie fragen, was ihnen an der Art, wie du das Studium geleitet hast, aufgefallen ist und wie gut du es schaffst, die Bibel sprechen zu lassen. Wenn du ein besserer Lehrer werden willst, musst du demütig sein. (Vergleiche Apostelgeschichte 18:24-26.) Frag den erfahrenen Verkündiger hinterher, ob er der Meinung ist, dass der Schüler die Wahrheit erfasst. Du könntest ihn auch bitten, das Studium zu übernehmen, wenn du eine Woche oder länger weg bist. So findet es regelmäßig statt und der Schüler merkt, wie wichtig es ist. Denk nie, dass es „dein“ Studium ist und niemand anders es leiten kann. Schließlich möchtest du das Beste für deinen Schüler, damit er kontinuierlich Fortschritte in der Wahrheit machen kann.
LEHRE MIT BEGEISTERUNG UND ÜBERZEUGUNG
Erzähl deinem Schüler von Brüdern und Schwestern, die ihr Leben geändert haben, damit er sieht, wie man biblische Grundsätze anwendet (Siehe Absatz 7-9)g
7. Was kann in einem Schüler Begeisterung für biblische Wahrheiten wecken?
7 Der Schüler muss sehen, wie begeistert und überzeugt du von den Wahrheiten der Bibel bist (1. Thes. 1:5). Dann wird auch er von dem, was er lernt, eher begeistert sein. Wenn passend, erzähl ihm, wie es dir geholfen hat, nach biblischen Grundsätzen zu leben. So erkennt er, dass die Bibel auch ihm nützliche Anleitung bieten kann.
8. Wie kannst du deinem Schüler noch helfen, und warum wäre das gut?
8 Erzähl deinem Schüler beim Bibelstudium von Brüdern und Schwestern, die ähnliche Herausforderungen hatten wie er und damit fertiggeworden sind. Du könntest jemand aus der Versammlung mitnehmen, dessen Beispiel ihm helfen könnte. Oder du findest ermutigende Berichte unter der Rubrik „Die Bibel verändert das Leben“ auf jw.org.c Solche Artikel und Videos können dem Schüler vor Augen führen, wie gut es ist, nach biblischen Grundsätzen zu leben.
9. Wie kannst du einen Schüler motivieren, mit Angehörigen und Freunden über das zu sprechen, was er lernt?
9 Falls der Schüler verheiratet ist und sein Ehepartner beim Studium nicht mitmacht, lade ihn dazu ein. Motiviere deinen Schüler, mit Angehörigen und Freunden über das zu sprechen, was er lernt (Joh. 1:40-45). Du könntest einfach fragen: „Wie würdest du das jetzt deiner Familie erklären?“ oder „Mit welchem Bibeltext könntest du das einem Freund beweisen?“ So hilfst du dem Schüler, selbst ein Lehrer zu werden. Erfüllt er dann die Voraussetzungen, kann er sich als ungetaufter Verkündiger am Predigtdienst beteiligen. Du könntest den Schüler fragen, ob er jemand kennt, der auch gern die Bibel studieren würde. Falls ja, könnte der Schüler es vielleicht einrichten, dass du dem Betreffenden das Video Das erwartet Sie bei einem Bibelkursd zeigen kannst.
MOTIVIERE DEN SCHÜLER, IN DER VERSAMMLUNG FREUNDE ZU SUCHEN
Motiviere den Schüler, sich in der Versammlung Freunde zu suchen (Siehe Absatz 10, 11)h
10. Wie kann ein Lehrer dem Vorbild von Paulus in 1. Thessalonicher 2:7, 8 folgen?
10 Als Lehrer müssen wir echtes Interesse an unseren Schülern haben. Betrachten wir sie als künftige Glaubensbrüder und -schwestern. (Lies 1. Thessalonicher 2:7, 8.) Es ist für sie nicht leicht, Freunde in der Welt aufzugeben und all die nötigen Änderungen vorzunehmen, um Jehova zu dienen. Wir müssen ihnen helfen, in der Versammlung echte Freunde zu finden. Sei deinem Schüler ein Freund und nimm dir auch außerhalb des Bibelstudiums Zeit für ihn. Zeig ihm durch einen Anruf, eine Textnachricht oder einen kurzen Besuch zwischendurch, dass er dir wirklich am Herzen liegt.
11. Was sollen unsere Schüler in der Versammlung finden und warum?
11 Ein Sprichwort sagt: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.“ Wir könnten sagen: „Es braucht eine ganze Versammlung, um jemand zum Jünger zu machen.“ Deshalb machen gute Bibellehrer ihre Schüler mit Brüdern und Schwestern in der Versammlung bekannt, die einen positiven Einfluss auf sie haben können. Sie können ihnen helfen, ihre Freundschaft mit Jehova zu vertiefen, und ihnen bei Problemen beistehen. Wir wünschen uns, dass sich jeder Schüler als Teil unserer „Familie“ sieht und das Gefühl hat, zur Versammlung zu gehören. Wir möchten, dass er sich zu unserer liebevollen Bruderschaft hingezogen fühlt. Dann fällt es ihm leichter, keinen engen Umgang mehr mit Menschen zu haben, die seine Liebe zu Jehova nicht fördern (Spr. 13:20). Wenn frühere Freunde nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen, weiß er, dass er in Jehovas Organisation echte Freunde finden kann (Mar. 10:29, 30; 1. Pet. 4:4).
BETONE DAS ZIEL VON HINGABE UND TAUFE
Ein Bibelschüler, der es ernst meint, kann das Ziel der Taufe Schritt für Schritt erreichen (Siehe Absatz 12, 13)
12. Warum sollten wir mit unserem Schüler über die Hingabe und Taufe sprechen?
12 Sprich offen über die Hingabe und Taufe. Schließlich ist das Ziel eines Bibelstudiums, dass jemand ein getaufter Jünger wird. Wenn ihr ein paar Monate regelmäßig studiert habt und besonders wenn der Schüler angefangen hat, die Zusammenkünfte zu besuchen, sollte ihm klar sein: Zweck des Bibelstudiums ist, ihm zu helfen, Jehova als sein Zeuge zu dienen.
13. Welche Schritte unternimmt ein Schüler auf dem Weg zur Taufe?
13 Ein Bibelschüler, der es ernst meint, kann das Ziel der Taufe Schritt für Schritt erreichen. Zuerst lernt er Jehova kennen und lieben und an ihn zu glauben (Joh. 3:16; 17:3). Dann entwickelt er eine Freundschaft mit Jehova und eine Bindung zur Versammlung (Heb. 10:24, 25; Jak. 4:8). Irgendwann gibt er schlechte Gewohnheiten auf und bereut seine Sünden (Apg. 3:19). Außerdem drängt ihn sein Glaube dazu, anderen von der Wahrheit zu erzählen (2. Kor. 4:13). Schließlich gibt er sich Jehova hin und bringt das durch die Taufe zum Ausdruck (1. Pet. 3:21; 4:2). Das ist für alle ein richtiger Freudentag! Während der Schüler seinem Ziel schrittweise entgegengeht, spar nicht mit echtem Lob und motiviere ihn, auf diesem Weg weiterzugehen.
BEURTEILE REGELMÄSSIG DEN FORTSCHRITT DES SCHÜLERS
14. Wie kann der Lehrer beurteilen, ob der Schüler Fortschritte macht?
14 Wir brauchen Geduld, wenn wir einem Schüler helfen wollen, Fortschritte in Richtung Hingabe und Taufe zu machen. Aber irgendwann müssen wir herausfinden, ob er Jehova überhaupt dienen möchte. Ist zu erkennen, dass er versucht, sich an Jesu Gebote zu halten? Oder geht es ihm nur um reines Bibelwissen?
15. Woran kann ein Lehrer erkennen, dass ein Schüler Fortschritte macht?
15 Analysiere regelmäßig den Fortschritt des Schülers. Spricht er zum Beispiel über seine Gefühle für Jehova? Betet er zu Jehova? (Ps. 116:1, 2). Liest er gern in der Bibel? (Ps. 119:97). Besucht er regelmäßig die Zusammenkünfte? (Ps. 22:22). Hat er nötige Änderungen in seinem Leben vorgenommen? (Ps. 119:112). Spricht er mit Angehörigen und Freunden schon über das, was er lernt? (Ps. 9:1). Und vor allem: Möchte er ein Zeuge Jehovas werden? (Ps. 40:8). Wenn beim Schüler in keinem dieser Bereiche Fortschritte zu erkennen sind, versuch taktvoll herauszufinden, warum, und sprich freundlich, aber offen mit ihm darüber.e
16. Was könnten Anzeichen dafür sein, dass man ein Bibelstudium einstellen sollte?
16 Denk von Zeit zu Zeit darüber nach, ob du mit deinem Schüler weiterstudieren solltest. Frag dich: Bereitet sich der Schüler auf das Studium vor? Ist ihm der Zusammenkunftsbesuch wichtig? Hat er schlechte Gewohnheiten abgelegt? Hat er sich von der falschen Religion getrennt? Ist all das nicht der Fall, wäre das Fortsetzen des Studiums so, als würde man versuchen, jemandem Schwimmunterricht zu geben, der nicht nass werden möchte. Wenn der Schüler nicht wirklich schätzt, was er lernt, und sich nicht ändern möchte, warum dann weiterstudieren?
17. Was müssen alle Bibellehrer gemäß 1. Timotheus 4:16 tun?
17 Wir nehmen die Verantwortung ernst, Menschen zu Jüngern zu machen, und möchten unseren Bibelschülern auf dem Weg zur Taufe helfen. Deshalb lassen wir beim Studium die Bibel sprechen und lehren mit Begeisterung und Überzeugung. Wir motivieren den Schüler, sich in der Versammlung Freunde zu suchen. Außerdem betonen wir das Ziel von Hingabe und Taufe und beurteilen regelmäßig den Fortschritt des Schülers. (Siehe den Kasten „Bibelstudien, die zur Taufe führen – was Lehrer tun müssen“.) Wir freuen uns sehr, dass wir bei diesem lebensrettenden Werk mitmachen können! Tun wir deshalb unser Bestes, damit unsere Bibelschüler Fortschritte machen, die zur Taufe führen.
-