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  • Die Heiligkeit des Blutes — eine alte Streitfrage
    Erwachet! 1986 | 8. September
    • Die erste Bluttransfusion, über die berichtet wurde, wurde angeblich im Jahre 1492 an Papst Innozenz VIII. vorgenommen. Ein zeitgenössischer Bericht lautet: „In der Zwischenzeit haben in der Stadt [Rom] Leiden und Todesfälle kein Ende genommen; denn zuerst starben drei zehnjährige Knaben, unverzüglich nachdem ein gewisser jüdischer Arzt (der dem Papst versprochen hatte, ihn wieder gesund zu machen) ihren Adern Blut entnommen hatte. Er hatte ihnen gesagt, daß er den Papst heilen wolle und dazu eine bestimmte Menge junges Menschenblut brauche; er ordnete deshalb an, es den drei Knaben zu entnehmen, und nach dem Aderlaß erhielt jeder von ihnen einen Dukaten. Kurz darauf starben sie. Der Jude floh, und der Papst wurde nicht geheilt.“l

      In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gab es weitere Experimente mit Bluttransfusionen. Der italienische Arzt Bartolomeo Santinelli zweifelte an ihrem medizinischen Wert. Aber er war auch noch aus einem anderen Grund dagegen. Er schrieb:

      „Wollen wir das Gebiet der Medizin für kurze Zeit verlassen. Um den neugierigen Leser in großem Maße zu befriedigen — denn die Unzweckmäßigkeit von Transfusionen ist bereits medizinisch bewiesen worden —, sei es gestattet, dies durch Denkmäler der heiligen Schrift zu bestätigen, denn auf diese Weise werden nicht nur Ärzte etwas über die Widerwärtigkeit von Transfusionen erfahren, sondern auch alle anderen Arten von gebildeten Menschen. ... Das Verbot, Blut zu gebrauchen, bezog sich zwar nur auf das Essen von Blut, weshalb es anscheinend weniger unsere Sache betrifft, aber dennoch widersprechen die heutigen Transfusionen dem Zweck dieses Gebotes, so daß sich jemand, der davon [von Bluttransfusionen] Gebrauch macht, anscheinend gegen Gott stellt, der Gnade erweist.“a

      Ja, für Santinelli waren Bluttransfusionen gegen Gottes Gesetz. Der dänische Gelehrte Thomas Bartholin war der gleichen Meinung. Im Jahre 1673 schrieb er: „Die von Neulingen durchgeführten Operationen mit Transfusionen sind in den letzten Jahren bei weitem über das Übliche hinausgegangen, da man durch eine geöffnete Ader in das Herz eines kranken Menschen nicht nur stärkende Flüssigkeiten infundiert hat, sondern auch warmes Tier- oder Menschenblut ... Tatsächlich bringt der Gelehrte Elsholtz (Neues Klistier, Kap. 7) als Entschuldigung vor, daß sich der apostolische Erlaß in Wirklichkeit nur auf die Aufnahme von Blut durch den Mund bezieht und nicht auf die Infusion durch die Adern. Doch jede Methode der [Blut-]Aufnahme dient ein und demselben Zweck, nämlich der Ernährung oder Heilung eines kranken Körpers durch dieses Blut.“b

  • Die Heiligkeit des Blutes — eine alte Streitfrage
    Erwachet! 1986 | 8. September
    • [Bild auf Seite 26]

      Eine Patientin, der Lammblut infundiert wird (1874)

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