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  • Teil 7: von ca. 1100 v.u.Z. an — Hinduismus — dein Name ist Toleranz
    Erwachet! 1989 | 8. April
    • Eine grundlegende Lehre ist der Geburtenkreislauf (Samsara). Diese Lehre wurde spätestens in den Upanischaden dargelegt, der Sammlung hinduistischer Schriften, die höchstwahrscheinlich aus der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends v. u. Z. stammt. Die Upanischaden lehren, nach dem Tod und einem Zwischenaufenthalt im Himmel oder in der Hölle werde der einzelne gemäß dem Gesetz des Karmas als Mensch oder Tier auf einer höheren oder niedrigeren Stufe als zuvor wiedergeboren. Das Lebensziel besteht darin, Mokscha zu erlangen, die Erlösung aus dem unbarmherzigen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt, und somit in dem Urprinzip, Brahma genannt, aufzugehen.

  • Teil 7: von ca. 1100 v.u.Z. an — Hinduismus — dein Name ist Toleranz
    Erwachet! 1989 | 8. April
    • Der Wunsch, Mokscha zu erlangen, gründet sich auf die, wie es der Historiker Will Durant ausdrückt, „Abneigung gegen das Leben ..., die dunkel durch die ganze indische Gedankenwelt zieht“. Diese düstere, pessimistische Grundhaltung kommt deutlich in der Maitri Upanischad zum Ausdruck, in der es heißt: „In diesem mit Leidenschaft, Zorn, Begierde, Wahn, Furcht, Verzagtheit, Neid, Trennung von Liebendem, Bindung an Unliebes, Hunger, Durst, Alter, Tod, Krankheit, Kummer und dergleichen behafteten Leibe — wie mag man nur Freude genießen!“

      Eine Möglichkeit, diesem unerfreulichen Zustand abzuhelfen, wird in den Puranas genannt, einer Reihe von Schriften, die wahrscheinlich in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung verfaßt wurden. Der Name bedeutet „alte Erzählungen“; sie waren weit verbreitet und galten als die Schriften des einfachen Mannes. Im Garuda Purana wird behauptet: „Wahres Glück liegt in der Auslöschung aller Gefühlsregungen. ... Gefühl geht mit Elend einher. ... Sage dich von Gefühlen los, und du wirst glücklich sein.“ Leider ist diese Lösung wohl fast ebenso trostlos wie der Zustand des Unglücklichseins, dem sie abhelfen soll.

      Bereits vorher empfahl die Bhagawadgita („Gesang des Erhabenen“), die mitunter als „wichtigstes Buch, das je in Indien geschrieben wurde“, bezeichnet wird, drei Wege, die Befreiung zu erlangen. „Der Weg des Handelns“ betonte die Erfüllung ritueller und sozialer Pflichten, „der Weg der Erkenntnis“ schloß Meditation und Yoga ein, und „der Weg der Hingabe“ beinhaltete die Ergebenheit gegenüber einem persönlichen Gott. Die Bhagawadgita ist mit dem „Neuen Testament“ der Christenheit verglichen worden. Die meisten Inder kennen einige ihrer Verse auswendig, und viele singen jeden Tag auswendig gelernte Passagen davon.

      Die Bhagawadgita ist eigentlich nur ein kleiner Teil des Mahabharata, das hunderttausend Verse hat und damit das längste Gedicht der Weltliteratur ist. Mit der Aufnahme der Bhagawadgita in das Mahabharata (wahrscheinlich im 3. Jahrhundert v. u. Z.) wurde der Hinduismus schließlich zu einer vom Vedismus und Brahmanismus getrennten Religion.

  • Teil 7: von ca. 1100 v.u.Z. an — Hinduismus — dein Name ist Toleranz
    Erwachet! 1989 | 8. April
    • [Kasten auf Seite 25]

      Fragen über den Hinduismus

      Wie erklären Hindus den Geburtenkreislauf? Die Bhagawadgita sagt: „Wie ein Mann abgetragene Kleider ablegt und andere, neue anzieht, so legt auch die Seele die abgetragenen Körper ab und geht in andere, neue ein.“ Das Garuda Purana erklärt, daß „es die Werke dieses Selbst in einem früheren Leben sind, die die Art des Organismus im nächsten Leben bestimmen ... Ein Mensch erhält im Leben das, was ihm bestimmt ist, und selbst ein Gott kann daran nichts ändern.“ Zur Veranschaulichung zitiert das Markandeya Purana jemanden wie folgt: „Ich wurde als Brahmane, als Kschatrija, als Waischja und als Schudra geboren und wieder als wildes Tier, als Wurm, als Hirsch und als Vogel.“

      Sind Kühe den Hindus heilig? Sowohl der Rigweda als auch das Awesta bezeichnen Kühe als „Lebewesen, die nicht getötet werden dürfen“. Aber dies gründet sich wohl eher auf das Ahimsa als auf den Glauben an eine Wiedergeburt. Doch das Markandeya Purana zeigt, wie schwerwiegend es ist, dieses Gesetz zu mißachten: „Wer eine Kuh tötet, muß drei aufeinanderfolgende Leben in der Hölle verbringen.“

      Was bedeutet den Hindus der Ganges? „Heilige, die durch das Baden in den Wassern dieses Flusses gereinigt sind und deren Herz Kesava [Wischnu] ergeben ist, erlangen die endgültige Befreiung. Der heilige Fluß reinigt Tag für Tag alle Lebewesen, wenn sie von ihm hören, ihn ersehnen, sehen, berühren, darin baden oder ihn besingen. Und selbst wer hundert Yoyanas [1 400 km] von ihm entfernt lebt und ‚Ganga und Ganga‘ ausruft, wird von den Sünden seiner vergangenen drei Leben befreit“ (Wischnu Purana).

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