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Warum widerfährt guten Menschen Böses?Erwachet! 1987 | 8. Oktober
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Fragen wie diese stellte sich der Rabbiner Harold S. Kushner, nachdem man ihm eröffnet hatte, daß sein Sohn an einer seltenen Krankheit sterben werde. Diese maßlose Ungerechtigkeit war für ihn ein Rätsel. „Ich war doch kein schlechter Mensch gewesen!“ sagt er. „Ich hatte zu tun versucht, was Gott wohlgefällig war. ... Ich glaubte, Gottes Wegen zu folgen und Sein Werk zu tun. Wie konnte gerade meiner Familie dies widerfahren?“ Seine Suche nach Antworten bildete die Grundlage für das bekannte Buch Wenn guten Menschen Böses widerfährt.
Kushner ist nur einer von vielen Theologen, die nach einer Antwort auf die Frage gesucht haben, warum Gott das Böse zuläßt.
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Wie manche erklären, warum Gott das Böse zuläßtErwachet! 1987 | 8. Oktober
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Man versteht, daß Kushners Buch Wenn guten Menschen Böses widerfährt allgemein gefragt ist. Weil der Autor das bittere Leid aus eigener Erfahrung kennt, versucht er seine Leser zu trösten, indem er ihnen versichert, daß Gott gut ist. Wenn es jedoch darum geht, zu erklären, warum Gott zuläßt, daß Unschuldige leiden, macht er in seiner Argumentation eine Kehrtwende. „Gott möchte, daß die Gerechten ein friedvolles, glückliches Leben haben“, erklärt er, „aber manchmal bringt das selbst Er nicht zuwege.“
Kushner spricht also von einem Gott, der zwar nicht böse, aber schwach ist, einem nicht ganz allmächtigen Gott. Seltsamerweise fordert er seine Leser trotzdem auf, sich an Gott um Hilfe zu wenden. Darüber jedoch, inwieweit dieser vermeintlich in seiner Macht begrenzte Gott Beistand leisten kann, macht er nur vage Andeutungen.
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