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    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1999
    • Mehr Gebäude, um einen dringenden Bedarf zu decken

      In einem Land Osteuropas nach dem anderen wurden die Verbote umgestoßen. Es fanden große Kongresse statt. Das Predigen der guten Botschaft erhielt neuen Schwung. Der Bedarf an biblischer Literatur in diesen Regionen stieg sprunghaft an. Wie war er zu decken? Dem Zweig in Deutschland wurde eine weitere Rolle zugedacht.

      Schon 1988, ehe die Berliner Mauer fiel, hatte die leitende Körperschaft eine Vergrößerung des deutschen Zweigkomplexes um 50 Prozent genehmigt. Anfangs sah das Zweigkomitee keine Notwendigkeit für eine solche Erweiterung. Schließlich war erst 4 Jahre zuvor ein großer, völlig neuer Komplex eingeweiht worden. Trotzdem reichte man bei den lokalen Behörden Anträge ein. Bruder Rudtke erinnert sich: „Als wir unsere Pläne vorlegten, sagte einer der Behördenvertreter von Selters hinter vorgehaltener Hand zu mir: ‚Ich rate Ihnen, so groß wie möglich zu bauen, denn die Behörden werden nicht noch einmal einer Erweiterung zustimmen.‘ Das brachte uns zum Nachdenken.“ Bedeutsamerweise waren innerhalb weniger Monate die Genehmigungen von all den verschiedenen Behörden eingeholt, und statt der ursprünglich geplanten Erweiterung um 50 Prozent war man nun bei 120 Prozent angelangt.

      Im Januar 1991 ging es mit dem Bauen los. Wie es schien, waren jedoch nicht alle Brüder von der Notwendigkeit des Projekts überzeugt, denn die Reaktion auf den Ruf nach Facharbeitern war zunächst zögerlich und die finanzielle Unterstützung eher dürftig. Was war zu tun?

      Es lag auf der Hand, daß die Brüder einfach besser informiert werden mußten, weshalb man am 3. Oktober 1991 in allen Kongreßsälen Deutschlands besondere Zusammenkünfte mit ausgewählten Ältesten abhielt. Man erklärte ihnen, die Buchproduktion im deutschen Zweig habe sich während des vergangenen Jahrzehnts fast verdreifacht. In Polen, Ungarn, Ostdeutschland, Rumänien, Bulgarien, der Ukraine und der Sowjetunion bestehe kein Verbot mehr. Man liefere Literatur aus bis weit über die deutsche Grenze hinaus. Die Verkündiger in diesen Ländern würden dringend um Literatur bitten. Selters solle eine führende Rolle darin spielen, sie bereitzustellen. Als den Brüdern die Notwendigkeit für das Projekt klar wurde, unterstützten sie es großzügig.

      Allerdings erwies sich die anfänglich träge Reaktion als Segen. Wieso? Statt ausschließlich Freiwillige aus Deutschland in Anspruch zu nehmen, beschloß der Zweig, eine Regelung zu nutzen, die die leitende Körperschaft 1985 getroffen hatte. Damals war ein internationales Bauprogramm eingeführt worden. Ehe die Arbeiten am deutschen Zweigkomplex abgeschlossen waren, hatten 331 Freiwillige aus 19 Ländern mit der Bethelfamilie zusammengearbeitet.

      Natürlich packten auch viele Zeugen aus Deutschland mit an — vorwiegend in ihrem Urlaub. Unter ihnen befanden sich um die 2 000 Verkündiger aus der früheren DDR, von denen es sich die meisten während des Verbots nie hätten träumen lassen, einmal im Bethel mitzuarbeiten.

      Das Wochenende der Bestimmungsübergabe

      Alle Zeugen Jehovas in Deutschland hatten einen Beitrag zu diesem Bauprojekt geleistet, sei es durch körperlichen Einsatz, finanzielle Hilfe oder durch Gebete. Selters war ihr Bethel, ein beträchtlich erweiterter Gebäudekomplex, den sie nun Jehova übergeben wollten. So machte man, schon lange bevor sich die Bauarbeiten dem Ende näherten, Pläne für eine gemeinsame Feier, zu der die gesamte Bruderschaft in Deutschland und viele Gäste aus dem Ausland eingeladen werden sollten.

      Das Programm begann am Samstag, den 14. Mai 1994, morgens, und es wurde betont, daß sich in Osteuropa „eine große Tür, die zur Tätigkeit führt“, geöffnet habe (1. Kor. 16:9). Es war glaubensstärkend, zu hören, wie Brüder aus diesen Ländern persönlich über die hervorragende Mehrung und die Aussichten auf künftiges Wachstum berichteten. Die Begeisterung der 3 658 Anwesenden in Selters an jenem Tag sprang auf den Sonntag über. Alle Zeugen Jehovas in Deutschland waren in 6 Stadien eingeladen worden, die man aus diesem Anlaß gemietet hatte: in Bremen, Gelsenkirchen, Köln, Leipzig, Nürnberg und Stuttgart.

      Als das Programm simultan an allen 6 Orten begann, verstummten Zehntausende in Erwartung dessen, was kommen sollte. Nach einem Kurzüberblick über das Programm, das am Samstag in Selters abgelaufen war, folgten weitere herzerfrischende Berichte von ausländischen Delegierten. Höhepunkt waren Ansprachen in Gelsenkirchen, Leipzig und Stuttgart, die jeweils von einem dort anwesenden Mitglied der leitenden Körperschaft gehalten wurden. Für die Zuhörer an den übrigen 3 Orten übertrug man die Ansprachen per Standleitung. Die 177 902 Versammelten wurden angespornt, im Glauben stark zu bleiben und der Versuchung zu widerstehen, langsamer zu machen. Tatkräftiger Einsatz war das Gebot der Stunde! Jehova hatte unerwartet die Tür zu größerer Mehrung in Osteuropa geöffnet, und nichts durfte das Werk aufhalten. Ehe man sich in einem Dankgebet vor Jehova verneigte, sang man zusammen: „Viele Myriaden von Brüdern / stehen an meiner Seit’; / jeder als treuer Zeuge / hält fest an Lauterkeit.“ Wohl selten hatte es einen deutlicheren Beweis der für Jehovas Volk kennzeichnenden Einheit und Entschlossenheit gegeben.

  • Deutschland
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1999
    • [Bilder auf Seite 132, 133]

      Das Programm zur Bestimmungsübergabe — zuerst in Selters (siehe oben), dann landesweit in 6 Stadien

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