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KolumbienJahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
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Kein Platz mehr
Die Tätigkeit im Bethelheim und in der Druckerei hatte unerwartet stark zugenommen. Die Familie hatte schon längst die Zahl von 60 Mitarbeitern, die 1975 ursprünglich für das Heim geplant worden war, überschritten und bewegte sich nun auf die 90 zu. Zusätzliche Büros waren seit langem im Königreichssaal eingerichtet worden, und einige Versammlungen Bogotás, die dort ihre Zusammenkünfte hatten, mußten weichen. Das Drucken und Versenden der Zeitschriften für über 130 000 Verkündiger in fünf Ländern beanspruchte nun den gesamten Platz in der Fabrik. Für das Literaturlager, den Versand und die Bogenoffsetmaschine, auf der der Königreichsdienst und kleine Posten wie Formulare und Traktate gedruckt wurden, war kein Platz mehr. Offensichtlich wurde mehr Raum benötigt. Was konnte getan werden?
Das Hauptbüro der Gesellschaft in Brooklyn genehmigte den Bau eines neuen Zweigbüros für Kolumbien. Eine große Hühnerfarm wurde gekauft, die am Rande der kleinen Stadt Facatativá in der Savanne liegt, im Westen der Hauptstadt, nur 45 Minuten davon entfernt. Erste Kontakte mit Behörden verliefen günstig. Ein illustriertes Handbuch behandelte ausführlich das Projekt, wobei das Drucken der Zeitschrift Erwachet! für den Export besonders herausgestellt wurde. Fotografien vom derzeitigen Zweigbüro und Prospekte vom deutschen Zweigbüro und den Wachtturm-Farmen in den Vereinigten Staaten mit ihren bestellten Feldern beeindruckten die Beamten. Um die Schilderung zu krönen, wurden Erwachet!-Artikel über Umweltschutz und Ökologie gezeigt.
Das Projekt wurde Anfang 1987 in Angriff genommen. Viele freiwillige Mitarbeiter beim internationalen Bauprogramm (IVCWs) flogen nach Bogotá und lebten sich schnell auf La Granja in Faca (der Farm in Facatativá) ein. Während des Jahres 1989 arbeiteten dort ungefähr 75 dieser Mitarbeiter. Auch kolumbianische Helfer vergrößerten die Familie. Im nahe gelegenen Faca schauten Einwohner der Stadt mit Neugier und Bewunderung zu, als eine große baufällige Pension, die die Gesellschaft gekauft hatte, umgebaut und verschönert wurde und in Las Torres (Die Türme) umgewandelt wurde, um 80 weiteren Arbeitern eine behagliche Unterkunft zu bieten.
Unter dem Dröhnen der Planierraupen und Bagger und dem rhythmischen Hämmern des Pfahlrammers begann das Projekt Form anzunehmen. An Wochenenden und Feiertagen kamen begeisterte Freiwillige der etwa 100 Versammlungen in und um Bogotá nach La Granja, um mitzuarbeiten. Sie schaufelten Sand und Beton oder bogen und flochten Eisen für die Betonsäulen und die dicken Wände, die von Kränen aufgerichtet und an Ort und Stelle befestigt wurden. In der Küche halfen Freiwillige beim Zubereiten des Mittagessens und des Abendbrots für die hungrigen Arbeiter.
Hunderte der zeitweiligen IVCWs, die von der Gesellschaft eingeladen werden, bezahlen ihre Reise nach Kolumbien selbst und arbeiten zwei Wochen oder sogar ein oder zwei Monate an dem Projekt mit. Ein ausländischer Arbeiter schrieb, als er wieder zu Hause war, an das Zweigbüro: „Es war mir möglich, zwei Wochen — die schönsten meines Lebens — als Arbeiter auf der Baustelle in Facatativá, Kolumbien, zu verbringen. Ich hatte die Gelegenheit, zu sehen, daß dort etwas Besonderes und Außergewöhnliches geschah.“
Auch einheimische Besucher beeindruckte die Besichtigung des Bethels und der Baustelle in Faca, und sie waren verwundert über die Organisation und die Größe des Werkes der Zeugen Jehovas in Kolumbien. Sie können nicht begreifen, daß alle diese Leute Freiwillige sind und die An- und Abreise selbst bezahlen. Der Geschäftsführer eines Betriebes sagte, daß seine Familie „dies unbedingt sehen mußte“. Der Bürgermeister und Mitglieder des Stadtrats sagten nach einem Essen und nach einer Besichtigung der Baustelle, daß sie sich wünschten, ihre Angestellten bei der Stadt würden „hierherkommen und lernen, wie wirklich gearbeitet wird“.
Zweifellos deutet das neue Zweiggebäude in Facatativá für die Zukunft auf große Dinge im Königreichswerk in diesem Teil der Erde hin.
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KolumbienJahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
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[Bilder auf Seite 132, 133]
Das neue Zweigbüro im Bau; Stahlträger für das neue Fabrikgebäude werden aufgestellt; Modell des neuen Zweigbüros
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