Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • w97 15. 10. S. 24-27
  • Die gute Botschaft vom Paradies auf Tahiti

Kein Video für diese Auswahl verfügbar.

Beim Laden des Videos ist ein Fehler aufgetreten.

  • Die gute Botschaft vom Paradies auf Tahiti
  • Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1997
  • Zwischentitel
  • Ein kleiner Anfang
  • Das Werk geht voran
  • Tahiti wird ein eigener Zweig
  • Es gibt noch viel zu tun
Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1997
w97 15. 10. S. 24-27

Die gute Botschaft vom Paradies auf Tahiti

TAHITI! Irgendwie hat dieser Name etwas Exotisches an sich. Berühmt geworden ist die Insel durch Künstler und Schriftsteller wie Paul Gauguin, Robert Louis Stevenson und Herman Melville, durch deren Werke das Interesse vieler an der tropischen Schönheit und an der Ruhe der Südseeinseln geweckt wurde.

Die größte der über 120 im Südpazifik gelegenen Inseln Französisch-Polynesiens ist Tahiti. Wenn sich auch die meisten Menschen diese Südseeinsel fast wie ein Paradies vorstellen, müssen die Leute auf Tahiti dennoch etwas von einem anderen Paradies erfahren, das bald kommen wird (Lukas 23:43). Dafür sorgen die 1 918 Zeugen Jehovas auf Tahiti. Sie sind damit beschäftigt, den 220 000 Inselbewohnern von der guten Botschaft zu erzählen, daß Gottes Königreich bald wirklich paradiesische Zustände herbeiführen wird, und das nicht nur auf Tahiti, sondern auch auf der ganzen Erde (Matthäus 24:14; Offenbarung 21:3, 4).

Das Predigtwerk auf Tahiti wurde viele Jahre vom Zweigbüro der Watch Tower Society auf den 3 500 Kilometer entfernten Fidschiinseln geleitet. Die große Entfernung erschwerte die Arbeit, so daß das Werk nur langsam Fortschritte machte. Also wurde am 1. April 1975 auf Tahiti ein Zweigbüro eröffnet, und das war der Wendepunkt der Tätigkeit wahrer Christen in diesem Gebiet. Was hat dazu geführt, und wie nahm die Predigttätigkeit auf Tahiti ihren Anfang?

Ein kleiner Anfang

Zum ersten Mal hörte man in den 30er Jahren auf Tahiti die gute Botschaft vom Königreich, und viele der Inselbewohner, die hohe Achtung vor der Bibel haben, zeigten großes Interesse. Wegen eines Verbots von seiten der Regierung und wegen anderer Einschränkungen gab es jedoch Ende der 50er Jahre immer noch keine Zeugen auf der Insel. Damals entschloß sich Agnès Schenck, eine Tahitianerin, die in den Vereinigten Staaten lebte, mit ihrem Mann und ihrem Sohn nach Tahiti zurückzukehren. Sie erklärt, wie es dazu kam.

„Auf dem Bezirkskongreß 1957 in Los Angeles wies Bruder Knorr [der damalige Präsident der Watch Tower Society] darauf hin, daß es auf Tahiti einen großen Bedarf an Königreichsverkündigern gebe. Damals war ich gerade ein Jahr getauft, doch ich rief sofort aus: ‚Dann auf nach Tahiti!‘ Das hörten zwei mit uns eng befreundete Familien, die Neills und die Caranos. Sie meinten, daß sie uns gern begleiten würden; wir verfügten aber nur über geringe Mittel. Mein Mann war eine ganze Zeit krank gewesen, und mein Sohn war noch sehr jung. Es war also schwer für uns, alles zurückzulassen. Anderen Zeugen in den Nachbarversammlungen kam zu Ohren, was wir vorhatten, und so schickten sie uns Geld und einiges für den Haushalt. Im Mai 1958 fuhren wir also mit dem Schiff nach Tahiti und hatten unter anderem 36 Bettlaken im Gepäck.

Bei unserer Ankunft auf Tahiti kam ich mir richtig fremd vor, da ich schon 20 Jahre lang nicht mehr auf der Insel gewesen war. Wir begannen mit dem Predigen, doch wir mußten vorsichtig vorgehen, weil unsere christliche Tätigkeit verboten war. Die Zeitschriften mußten versteckt werden, und wir konnten lediglich die Bibel verwenden. Anfangs predigten wir nur solchen Personen, die bereits Abonnenten unserer Zeitschriften Wachtturm und Erwachet! waren.

Nach dem internationalen Kongreß 1958 in New York folgten uns Clyde Neill und David Carano mit ihrer Familie. Wir gingen zusammen in den Predigtdienst und luden die Leute zu Vorträgen ein, die in der Wohnung von Brüdern gehalten wurden. Mit der Zeit konnten wir es so regeln, daß eine Bibelstudiengruppe von 15 Personen entstand. Nach drei Monaten mußten die Neills und die Caranos uns verlassen, da ihre Touristenvisa abgelaufen waren. Deshalb entschieden die verantwortlichen Brüder, daß für alle Interessierten, die die Voraussetzungen erfüllten, die Möglichkeit bestehe, noch vor der Abreise der beiden Familien sich taufen zu lassen. Ich hatte das Vorrecht, bei dieser ersten Taufansprache zu dolmetschen. Acht einheimische Inselbewohner symbolisierten bei dieser Gelegenheit ihre Hingabe an Jehova durch die Taufe. Danach kehrten die Neills und die Caranos in die Vereinigten Staaten zurück.

Das Predigtwerk wurde fortgesetzt. Wir waren in kleinen Gruppen organisiert und sprachen abends bei den Menschen vor. Oftmals dauerten Gespräche mit interessierten Personen bis Mitternacht. Mitunter beteiligten sich sogar protestantische Pfarrer an unseren Gesprächen. 1959 wurde die erste Versammlung gegründet. Und zu unserer großen Freude wurde 1960 die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas von der Regierung offiziell anerkannt. In diesen ersten Jahren erlebten wir viel Freude und viele geistige Höhepunkte. Jehova segnete wirklich unsere Entscheidung, dorthin zu ziehen, wo mehr Verkündiger benötigt wurden.“ Schwester Schenck ist jetzt 87 und dient Jehova immer noch treu in ihrer Versammlung.

Das Werk geht voran

Im Jahr 1969 wurden zwei Zeugen Jehovas aus Frankreich als Sonderpioniere nach Tahiti gesandt, nämlich Jacques und Paulette Inaudi. Jacques erinnert sich: „Als wir auf Tahiti ankamen, gab es nur 124 Verkündiger, eine Versammlung in Papeete und zwei Sonderpioniere in Vairao, auf der Halbinsel.“ Die Halbinsel ist durch einen Isthmus mit Tahiti verbunden. Schon bald sollte der internationale Kongreß „Friede auf Erden“ stattfinden. „Es war das erste Mal, daß ich einen Kongreß organisierte“, erzählt Jacques weiter. „Wir mußten dafür sorgen, daß den ausländischen Besuchern ein Programm in Englisch geboten wurde, zum Singen der Königreichslieder war ein Orchester zusammenzustellen, und zwei Dramen mußten geprobt werden. Für die gesamte Arbeit standen nur 126 Verkündiger zur Verfügung. Ich bin sicher, daß Jehova den größten Anteil an dieser Arbeit hatte.“ Die Zahl von 488 Anwesenden löste bei den einheimischen Zeugen Begeisterung aus. Viele von ihnen lernten zum ersten Mal Zeugen aus anderen Ländern kennen.

Bald danach wurde Jacques Inaudi zum reisenden Aufseher ernannt. Bei seinen Besuchen auf den verschiedenen Inseln wurde ihm bewußt, wieviel Interesse vorhanden war, daß es aber nur wenige Königreichsverkündiger gab, die dem Interesse nachgehen konnten. „Deshalb ermunterte ich viele Familien, auf diese Inseln überzusiedeln, um dort zu dienen, wo mehr Verkündiger benötigt wurden“, erklärt Jacques. „So nach und nach wurde die gute Botschaft auch auf diesen Inselgruppen verbreitet.“ Bruder Inaudi diente von 1969 bis 1974 als reisender Aufseher und ist heute Ältester in einer Versammlung auf Tahiti.

Einer von denen, die sich Bruder Inaudis Ermunterung zu Herzen nahmen, war Auguste Temanaha. Er war unter den acht Personen, die sich 1958 taufen ließen. Er erzählt, was geschah: „1972 ermunterte uns der Kreisaufseher, Jacques Inaudi, einen Umzug in Betracht zu ziehen, um auf Huahiné zu dienen, einer der Inseln unter dem Winde, die zu den Gesellschaftsinseln gehören. Ich war erst unschlüssig, denn ich hatte in der Versammlung bis dahin nur Bibelvorlesungen gehabt und fühlte mich nicht geeignet, mit solch einer Verantwortung betraut zu werden. Doch Bruder Inaudi sagte mir immer wieder: ‚Mach dir keine Sorgen. Du schaffst das schon.‘ Etwas später stand unser Entschluß fest. 1973 verkauften wir dann alles, was wir hatten, und machten uns mit unseren drei kleinen Kindern auf nach Huahiné.

Dort angekommen, stellte ich fest, daß alles erst einmal organisiert werden mußte: das Wachtturm-Studium, die Theokratische Predigtdienstschule und so weiter. Es war nicht leicht, aber wir verspürten den Schutz und den Beistand Jehovas. Oft half er uns, eine Bleibe zu finden. Und als eine Gruppe Gegner die Zeugen von der Insel verjagen wollte, trat ein einheimischer Politiker für uns ein. Jehova hat wirklich während der ganzen Zeit über uns gewacht.“ Jetzt gibt es auf Huahiné zwei Versammlungen — eine französischsprachige mit 23 Verkündigern und eine tahitischsprachige mit 55 Verkündigern.

Im Jahr 1969 wurde Hélène Mapu als Sonderpionierin auf die Halbinsel gesandt. „Auf der Halbinsel fand ich unheimlich viel Interesse vor, und innerhalb kurzer Zeit konnte ich viele Bibelstudien beginnen“, sagt Hélène. Bald wurde in Vairao eine kleine Versammlung gegründet, aber es mangelte an Ältesten. Im Laufe der Zeit war es Colson Deane, der in dem 35 Kilometer entfernten Papara wohnte, möglich zu helfen. „Man mußte Organisationstalent haben, um in Vairao dienen zu können“, erinnert sich Bruder Deane. „Ich arbeitete damals in Faaa, das von Vairao aus 70 Kilometer entfernt auf der anderen Seite der Insel liegt. Nach der Arbeit fuhr ich auf dem schnellsten Weg nach Hause, holte meine Familie ab, und dann ging es weiter nach Vairao. Später mußten wir wegen meiner Arbeit nach Faaa umziehen, und wir standen vor der Frage, ob wir immer noch in der Lage wären, die Versammlung in Vairao zu unterstützen. Da wir den Brüdern dort wirklich helfen wollten, entschlossen wir uns weiterzumachen. Wenn abends eine Zusammenkunft war, kamen wir selten vor Mitternacht nach Hause, da wir die Strecke immer mehrmals fuhren, um diejenigen nach Hause zu bringen, die kein Auto hatten. Das taten wir fünf Jahre lang. Wenn wir heute sehen, daß es in diesem Teil der Insel vier Versammlungen gibt, freuen wir uns darüber und denken gern an jene Zeit zurück.“

Tahiti wird ein eigener Zweig

Bis 1974 war die Zahl der Königreichsverkündiger auf Tahiti auf 199 angestiegen. Als im folgenden Jahr N. H. Knorr und F. W. Franz (damals Präsident beziehungsweise Vizepräsident der Watch Tower Society) Französisch-Polynesien besuchten, stellten sie fest, daß es praktischer wäre, wenn das Predigtwerk in Französisch-Polynesien nicht von den 3 500 Kilometer entfernten Fidschiinseln aus geleitet würde, sondern von Tahiti aus. So nahm am 1. April 1975 das Zweigbüro auf Tahiti seine Arbeit auf, und der Kreisaufseher Alain Jamet wurde zum Zweigaufseher ernannt.

Vor einigen Jahren konnte Bruder Jamet über die wunderbaren Segnungen Jehovas folgendes erzählen: „Seit 1975 sind große Anstrengungen unternommen worden, die gute Botschaft auf allen Inseln und Inselgruppen in unserem Gebiet zu verkündigen, das eine so große Fläche einnimmt wie Westeuropa. Die Ergebnisse sind sehr erfreulich. Bis 1983 wuchs die Zahl der Verkündiger auf 538. Im gleichen Jahr wurde ein Büro- und Wohngebäude für den Zweig in Paea errichtet. Jetzt gibt es ungefähr 1 900 Verkündiger, die mit den 30 Versammlungen der Gesellschaftsinseln, mit der Versammlung und der alleinstehenden Gruppe auf den Tubuai-Inseln, der Versammlung und den beiden alleinstehenden Gruppen auf den Marquesasinseln sowie mit den alleinstehenden Gruppen auf den Tuamotu- und den Gambierinseln verbunden sind. Momentan werden viele neue Königreichssäle gebaut — drei auf den Marquesasinseln und sieben auf Tahiti —, um der ständig steigenden Zahl von Neuen, die zu den Zusammenkünften kommen, Rechnung zu tragen. In den letzten 20 Jahren hat Jehova unsere Bemühungen, das tahitische Feld zu bearbeiten, sehr gesegnet.“

Es gibt noch viel zu tun

Die Aussichten auf Wachstum in Französisch-Polynesien sind großartig. Am 23. März 1997 versammelten sich in ganz Französisch-Polynesien zu der Feier, die Jehovas Zeugen zum Gedenken an den Tod Jesu Christi veranstalteten, 5 376 Personen. Um die geistigen Bedürfnisse dieser interessierten Personen zu stillen, ist unsere biblische Literatur in einer Anzahl einheimischer Sprachen erhältlich. Außer in Tahitisch ist auch Literatur in Paumotu hergestellt worden, das auf den Tuamotu- und den Marquesasinseln gesprochen wird.

Das stetige Wachstum und die schönen Erfahrungen helfen den Königreichsverkündigern auf Tahiti, größere Wertschätzung für die Liebe und die Geduld Jehovas zu haben, „dessen Wille es ist, daß alle Arten von Menschen gerettet werden und zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit kommen“, selbst auf den abgelegenen Inseln der Südsee (1. Timotheus 2:4). Jehovas Zeugen auf Tahiti und den anderen Inseln Französisch-Polynesiens glauben fest an die Verheißung Jehovas: „Auf mich werden selbst die Inseln hoffen, und auf meinen Arm werden sie warten“ (Jesaja 51:5).

[Karte auf Seite 26]

(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

Das Zweigbüro auf Tahiti nimmt sich der Bedürfnisse Französisch-Polynesiens an

AUSTRALIEN

[Bild auf Seite 25]

Von links nach rechts: Alain Jamet, Mary-Ann Jamet, Agnès Schenck, Paulette Inaudi und Jacques Inaudi

[Bild auf Seite 27]

Das Zweigbüro auf Tahiti

    Deutsche Publikationen (1950-2025)
    Abmelden
    Anmelden
    • Deutsch
    • Teilen
    • Einstellungen
    • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
    • Nutzungsbedingungen
    • Datenschutzerklärung
    • Datenschutzeinstellungen
    • JW.ORG
    • Anmelden
    Teilen