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  • Jehovas Zeugen — Jahrbuchbericht 1995
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1995
    • Einweihung von Zweigbüros

      Das explosive Wachstum bringt es auch mit sich, daß neue Zweigbüros gebaut oder bestehende vergrößert werden müssen. Einige wurden im vergangenen Dienstjahr ihrer Bestimmung übergeben.

      Kanada

      Am 25. September 1993 wurden die Anbauten des kanadischen Zweigbüros eingeweiht. Zu den bereits existierenden Einrichtungen kam ein großes neues Verwaltungsgebäude hinzu, ein zweigeschossiger 60 mal 60 Meter großer Anbau, der zur Druckerei und Versandabteilung gehört, ein neues Wohngebäude für etwa 330 Bethelmitarbeiter sowie Wirtschaftsgebäude. Unter den vielen langjährigen Dienern Jehovas, die dem Einweihungsprogramm beiwohnten, befanden sich zwei Brüder von der leitenden Körperschaft: Milton Henschel und John Barr.

      Warum mußte erweitert werden? Das dortige Büro beaufsichtigt die Verkündigung der guten Botschaft in einem riesigen Gebiet, das sich von Ost nach West über 5 100 Kilometer erstreckt und in nördlicher Richtung vom Sankt-Lorenz-Strom und den Großen Seen bis in die Arktis. Es ist eines der größten Länder der Welt. Seit 1981, als das Zweigbüro nach Halton Hills gezogen war, ist die Zahl der Zeugen Jehovas in Kanada um 59 Prozent gestiegen. Es waren mehr Räumlichkeiten nötig, damit man sich der Bedürfnisse dieser wachsenden Menge annehmen konnte. Die gute Botschaft wird in Kanada zwar schon seit 110 Jahren gepredigt, doch in den letzten Jahren hat das Werk neue Dimensionen angenommen, weil man verstärkt fremdsprachigen Bevölkerungsgruppen Aufmerksamkeit schenkt. Es gibt nun in einem Dutzend Sprachen Versammlungen und regelmäßige Zusammenkünfte neben den englischen und französischen.

      Tahiti

      Mitten in der Südsee, auf Tahiti, wurden am 11. Dezember 1993 schöne neue Zweigeinrichtungen ihrer Bestimmung übergeben. Milton Henschel von der leitenden Körperschaft erinnerte in seiner Ansprache zur Bestimmungsübergabe alle Anwesenden daran, daß nicht die bauliche Schönheit, sondern die Arbeit, die dort verrichtet wird, das wichtigste ist.

      Ein Gebäude solchen Ausmaßes, das mit freiwilligen Spenden und in Eigenleistung errichtet wurde, war bestimmt etwas Aufsehenerregendes, und daher berichtete das Fernsehen in den Nachrichten aus aller Welt über die Einweihung. 1931, also 62 Jahre zuvor, war Sydney Shepherd, ein Zeuge Jehovas, auf Tahiti angekommen und hatte sich bemüht, die gute Botschaft zu predigen. Nach ihm kam Frank Dewar. Allerdings durften beide nicht lange bleiben. Heute gibt es jedoch auf Tahiti und den anderen Inseln Französisch-Polynesiens über 1 700 Zeugen Jehovas.

      Westsamoa

      Die Einsammlung der kostbaren Dinge der Nationen erstreckt sich über die großen Nationen der Welt hinaus bis zu den kleinen Inselgruppen des weiten Pazifiks. Seit den 50er Jahren, als das Werk dort ernsthaft in Angriff genommen wurde, haben in den fünf Staaten, die vom westsamoanischen Zweig betreut werden, 26 Gileadabsolventen und 24 weitere Missionare und Sonderpioniere aus Übersee gedient. Das Ergebnis ihrer Arbeit sind 650 Verkündiger, die heute auf diesen fernen Inseln tätig sind. Vor ungefähr fünf Jahren entstand ein dringender Bedarf an neuen Einrichtungen. Wie kam es dazu?

      Außer auf den 59 bewohnten Inseln, die dem Zweigbüro unterstehen, sind auch unter den großen Auswanderergemeinden in Australien, Neuseeland, Hawaii und Kalifornien Versammlungen entstanden, die in den Sprachen der pazifischen Inseln Zusammenkünfte abhalten. Obgleich es nur wenige Brüder und Schwestern sind, ist die geistige Ernährung dieser wertvollen Menschen wichtig (Jes. 42:10, 12). Jehova interessiert sich für seine Diener, wo immer sie sich auch befinden. Die leitende Körperschaft spiegelt diese Einstellung wider und hat daher die Übersetzung in die vier polynesischen Sprachen Samoanisch, Fakaafo, Tonga und Tuvalu verstärkt unterstützt. Es wurden Brüder und Schwestern im Übersetzen, Korrekturlesen und Umbrechen von Publikationen am Computer geschult.

      Wenn die Auflage auch niedrig ist, so ist für das Übersetzen in diese Sprachen doch derselbe Aufwand an Arbeit, Personal und Einrichtungen erforderlich wie bei den Sprachen, die von Millionen gesprochen werden. 1990 war der Platz in dem alten Zweigbüro, einem umgebauten Missionarheim, restlos genutzt. Man brauchte ein weit größeres Gebäude, und die leitende Körperschaft gab ihre Zustimmung zu einem neuen Projekt.

      Doch wie waren die Bauarbeiten zu bewältigen? Die traditionellen Häuser auf Samoa werden mit Materialien aus der unmittelbaren Umgebung gebaut und haben keine Wände, sondern nur Pfähle, auf denen das Dach ruht. Daher kennen sich die meisten einheimischen Brüder überhaupt nicht mit den Baumethoden aus, nach denen ein modernes Zweigbüro errichtet wird.

      Die Lösung kam von der internationalen Bruderschaft. Das Baubüro in Brooklyn und das regionale Planungsbüro in Australien arbeiteten die Pläne so aus, daß der Bau Erdbeben und Wirbelstürmen standhalten kann. 44 International Servants und 69 International Volunteers brachten in den dreieinhalb Jahren Bauzeit die nötigen Fachkenntnisse mit. Sie schulten nicht nur 38 einheimische Brüder und Schwestern, die permanent bei dem Projekt mithalfen, und viele, die vorübergehend mitarbeiteten, sondern sie trugen auch zur Stärkung des Geistiggesinntseins in den umliegenden Versammlungen bei. Den einheimischen Brüdern sind die Erfahrung und die Fertigkeiten, die sie sich auf der Baustelle angeeignet haben, bereits beim Bau von Königreichssälen zugute gekommen.

      Die Bestimmungsübergabe fand am 20. November 1993 statt. John Barr von der leitenden Körperschaft hielt die Einweihungsansprache. Alle Anwesenden nahmen begeistert die Resolution an, mit der das Zweigbüro in den Dienst Jehovas gestellt wurde.

      Deutschland

      Die größte Erweiterung eines Zweigbüros, die im vergangenen Dienstjahr abgeschlossen wurde, wurde in Selters/Taunus vorgenommen. Die Bestimmungsübergabe war der Höhepunkt eines dreieinhalbjährigen Bauprojekts, bei dem über 18 600 Freiwillige mitgeholfen haben, um das bereits größte Zweigbüro der Gesellschaft auf mehr als das Doppelte zu vergrößern.

      Beim Einweihungsprogramm am 14./15. Mai waren vier Brüder von der leitenden Körperschaft zugegen: Carey Barber, Milton Henschel, Karl Klein und Daniel Sydlik. In der Zuhörerschaft waren 55 Nationalitäten vertreten. Bruder Barber wies in seinem Vortrag darauf hin, daß die Umwälzungen in Osteuropa für die Brüder größere Freiheit mit sich gebracht haben. „Es wäre ihnen unmöglich, all die Bücher, Broschüren und Zeitschriften bereitzustellen“, die nötig sind, um den geistigen Hunger der Menschen dort zu stillen, erklärte er. „Deshalb sorgt der deutsche Zweig dafür, so daß sie das Predigtwerk vorantreiben können.“ Es war daher auch sehr angebracht, daß viele Gäste aus osteuropäischen Ländern zur Bestimmungsübergabe kamen. Voller Freude besichtigten sie die Anlagen und beobachteten die Arbeitsabläufe in der Buchbinderei und bei der großen neuen Offsetmaschine. Mit den erweiterten Anlagen ist es dem deutschen Zweig möglich, am Tag bis zu 1,6 Millionen Zeitschriften und 80 000 Bücher zu produzieren. Es werden hier bereits Publikationen in 42 Sprachen für 58 Länder gedruckt.

      Nur 3 658 Personen konnten am Samstag dem Einweihungsprogramm im Zweigbüro beiwohnen. Doch alle Zeugen Jehovas in Deutschland hatten den Bau auf die eine oder andere Weise unterstützt, und alle wollten in den Genuß der Erbauung im Glauben kommen, die bei diesem Anlaß vermittelt wurde. So wurde das Programm am Sonntag im Bethel und landesweit in sechs Stadien fortgesetzt, wo 177 902 Anwesende einstimmig Jehova priesen und ihm dankten. Bruder Sydlik gab die Empfindungen vieler treffend wieder, als er sagte: „Diese Bestimmungsübergabe hat alle anderen übertroffen. Wir werden sie noch lange, lange Zeit in unserem Gedächtnis bewahren.“

      Weitere Bauprojekte

      In der Weltzentrale in New York gehen die Bauarbeiten mit Riesenschritten voran. Das betrifft neue Einrichtungen in Brooklyn, bei Patterson und bei Wallkill. An diesen verschiedenen Orten sind gegenwärtig mehr als 1 040 Brüder und Schwestern auf dem Bau beschäftigt. Wir hoffen, daß die Gileadschule im März 1995 in das Wachtturm-Schulungszentrum Patterson umziehen kann.

      Die Gesellschaft hat auch ein Büro in der Tschechischen Republik. In Prag wurde ein neues zehngeschossiges Gebäude renoviert, das die Gesellschaft als Geschenk erhielt, und es dient nun als Bethelheim. Ein neugebauter Königreichssaal in Maseru (Lesotho), in dem ein Missionarheim untergebracht ist, verfügt auch über ein Büro und ein Literaturlager.

      Als auf den Salomonen ein Bedarf an drei neuen Missionarheimen bestand, wurde durch internationale Zusammenarbeit für Abhilfe gesorgt. Gruppen von Brüdern in Australien fertigten einige der wichtigen Teile vor. Der australische Zweig sorgte dann dafür, daß alles komplett war, um die Teile zu den Salomonen verschiffen zu können. In der Zwischenzeit bereiteten die Brüder auf den Salomonen die Baustelle vor und fällten in den Wäldern über 40 Tonnen Holz, das sie von Hand hinaustrugen. Alles war gerade rechtzeitig fertig, als 96 Brüder aus Australien, Neuseeland und Hawaii eintrafen, die selbst für die Flugkosten aufkamen und ihre Zeit unentgeltlich zur Verfügung stellten, um bei den dringlichen Bauarbeiten auf zwei Inseln mitzuhelfen. Die drei Häuser waren innerhalb von nur drei Wochen errichtet.

      Im vergangenen Jahr mußte auch allerhand getan werden, damit die Arbeiten an den Zweigbüros in Korea, Taiwan, Ecuador, Suriname und Sri Lanka zum Abschluß kamen. Darüber hinaus sind noch viele andere Projekte im Bau. Umfangreiche Arbeiten an Zweigbüros sind in Mexiko (siehe Seite 244, 245), Spanien, in der Dominikanischen Republik, in Australien, Madagaskar, Sierra Leone, Irland, Nicaragua, Paraguay, Peru, Jamaika und Neukaledonien im Gange. Nach vielen Verzögerungen infolge von Gegnerschaft machen sich die Brüder in Frankreich nun an die Erweiterung der Zweiggebäude in Louviers. In der Nähe von St. Petersburg (Rußland) arbeiten über 300 Freiwillige aus Skandinavien und allen Teilen der ehemaligen Sowjetunion hart, um ein Verwaltungszentrum für die Religiöse Organisation der Zeugen Jehovas in Rußland zu erstellen.

      Auch im südlichen Afrika wird viel gebaut. Zur Zeit bauen die Zweigbüros in Südafrika, Kenia, Mosambik, Madagaskar und Zaire. Von Südafrika aus ist es möglich, mehrere dieser Zweige mit Baumaterialien und Maschinen zu beliefern. Es gibt dort eine große Einkaufs- und Exportabteilung und einen umfangreichen Fuhrpark, so daß sowohl für den eigenen Zweig als auch für die anderen das Nötige beschafft werden kann.

      In Japan ist ein gigantisches 13geschossiges Zweiggebäude im Planungs- und Entwurfsstadium. Abgesehen von den laufenden Bauarbeiten in Cesário Lange (Brasilien), ist die Errichtung eines Bürogebäudes, eines Lagers und Wohngebäudes in São Paulo in Vorbereitung. Zahlreiche weitere Projekte, die sich in unterschiedlichen Planungsstadien befinden, werden ebenfalls dazu beitragen, die geistigen Bedürfnisse der großen Menschenmenge zu befriedigen, die die wahre Anbetung annimmt.

      Wie ist das alles möglich? Durch den Geist Jehovas. Als Reaktion auf das Wirken dieses Geistes setzen Jehovas Diener, ob sie nun materiell begütert sind oder nicht, großzügig ihre Kräfte und Mittel ein, um die Königreichsinteressen zu fördern. Und wie sehr sie sich doch freuen, wenn sie sehen, daß die Ergebnisse den Segen Jehovas erkennen lassen!

  • Jehovas Zeugen — Jahrbuchbericht 1995
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1995
    • [Bilder auf Seite 27]

      Neue Zweiggebäude (im Uhrzeigersinn von oben): Kanada, Westsamoa, Tahiti, Deutschland (mit der neusten Druckpresse)

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