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Brustkrebs: Wie geht es weiter? Was kann man tun?Erwachet! 2011 | August
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Um sicher zu sein, ob Conchita Krebs hatte, entnahm ihr Arzt mit einer feinen Nadel etwas Gewebe aus dem Knoten. Da die Probe Krebszellen enthielt, wurden der Tumor und das umliegende Gewebe operativ entfernt und anschließend analysiert, um Art und Wachstum der Geschwulst festzustellen sowie die Wahrscheinlichkeit von Metastasen zu ermitteln.
Häufig wird nach dem Eingriff weiterbehandelt, damit der Krebs nicht erneut auftritt. Von einem Tumor können sich Krebszellen lösen, in den Blutkreislauf oder in das Lymphsystem gelangen und woanders weiterwachsen. Bildet der Krebs in lebenswichtigen Organen und Geweben Metastasen (im Gehirn, in der Leber, im Knochenmark oder in der Lunge), kann die Krankheit tödlich verlaufen.
Conchita erhielt sowohl Chemotherapie als auch Bestrahlungen, mit dem Ziel, noch vorhandene Krebszellen in der Brust und anderswo im Körper zu zerstören. Da Conchitas Krebs östrogenabhängig war, bekam sie außerdem eine Antihormonbehandlung, um das erneute Wachstum von Krebszellen zu verhindern.
Damit ist das Spektrum der heutigen Therapien nicht ausgeschöpft. Je nach Krebsart, Alter und Allgemeinzustand der Patientin und ob sie oder jemand in ihrer Familie schon Krebs hatte, gibt es weitere Optionen: Bei Arlette wurde der Krebs entdeckt, bevor er sich vom Milchgang her ausgebreitet hatte. Deshalb wurde bei ihr eine Lumpektomie (Tumorentfernung) vorgenommen, sodass ihre Brust erhalten blieb. Alice erhielt vor der Operation eine Chemotherapie, um den Tumor zu schrumpfen. Bei Janice entfernte der Chirurg außer dem Tumor lediglich den Wächterlymphknoten, zu dem die Lymphe aus dem Tumorbereich fließt. Da er keine Krebszellen enthielt, mussten keine weiteren Lymphknoten entfernt werden. Der Vorteil für Janice war, dass dadurch das Risiko eines Lymphödems reduziert wurde — eine unangenehme Schwellung des Arms infolge vieler fehlender Lymphknoten.
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Brustkrebs: Wie geht es weiter? Was kann man tun?Erwachet! 2011 | August
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Besteht die Aussicht, Brustkrebs in absehbarer Zeit wirksamer und schonender behandeln zu können? Derzeit werden Therapien entwickelt, die auf das körpereigene Immunsystem setzen, sowie auf Medikamente, die das Tumorwachstum gezielt auf molekularer Ebene unterbinden sollen. Gleichzeitig wird an verbesserten bildgebenden Verfahren gearbeitet, die den Ärzten helfen dürften, präziser und effektiver zu bestrahlen.
Die Wissenschaftler kämpfen auch an anderen Fronten: das Geheimnis der Metastasierung entschlüsseln, chemoresistente Krebszellen überlisten, Wachstumssignale von Zellen unterbinden und auf den jeweiligen Tumor zugeschnittene Therapien entwickeln, um nur einige zu nennen.
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