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Kürzertreten — nur wie?Erwachet! 2010 | Juli
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In der Praxis bedeutet das, genau zu planen, damit man mit seinem Geld auskommt. Dabei hilft ein Haushaltsplan oder Haushaltsbuch. Wie funktioniert das?
Am besten stellt man zuerst fest, wie viel genau für die jeweiligen laufenden und zukünftigen Ausgaben zur Verfügung steht. (Siehe Seite 8.) Wer den Überblick über seine Ausgaben behält, sieht, was mit dem Geld passiert und wie viel für Unwichtiges ausgegeben wird. So lässt sich leichter erkennen, wo etwas eingespart werden kann.
Hier einige Empfehlungen, die einem helfen, einen maßgeschneiderten Haushaltsplan zu erstellen.
Clever einkaufen
Als Raúl seine Stelle verloren hatte, begann seine Frau Bertha noch preisbewusster einzukaufen. „Ich hab nach Sonderangeboten oder Rabattcoupons Ausschau gehalten, mit denen man zwei Stück für den Preis von einem bekommt“, berichtet sie. Hier noch einige Tipps:
● Den Essensplan nach den Angeboten der jeweiligen Woche aufstellen.
● Selbst kochen, statt zu Fertiggerichten greifen.
● Lebensmittel der Saison oder Sonderangebote auf Vorrat kaufen.
● Günstige Vorratspackungen kaufen, aber keine zu großen Mengen, damit nichts verdirbt.
● Beim Kleidungskauf Geld sparen, indem man in Secondhand-Läden oder im Fabrikverkauf nach guter Qualität sucht.
● Dorthin fahren, wo man günstiger einkaufen kann, falls sich der Umweg lohnt.
● Nicht so oft einkaufen.a
Buch führen
Fred betont: „Ohne Haushaltsplan ging es nicht. Also hab ich aufgeschrieben, was sofort fällig war, und wie viel Geld wir für den Rest des Monats noch brauchten.“ Anne, seine Frau, fügt hinzu: „Beim Einkaufen wusste ich ganz genau, was ich ausgeben konnte. Manchmal hätte ich gern etwas für die Kinder oder für die Wohnung gekauft; der Blick ins Haushaltsbuch zeigte jedoch, dass wir uns das momentan nicht leisten konnten und damit etwas warten mussten. Entscheidend war, es schwarz auf weiß vor sich zu haben!“
Erst denken, dann kaufen
Was man sich vor einer Anschaffung überlegen sollte: Benötige ich etwas wirklich? Ist das Alte tatsächlich nicht mehr zu gebrauchen oder möchte ich einfach etwas Neues? Könnte man ein Gerät, das man selten benutzt, auch leihen oder mieten? Wird es häufiger benutzt: Genügt ein gutes gebrauchtes?
Einige der erwähnten Vorschläge allein sparen vielleicht nicht viel, doch was zählt, ist der Gesamteffekt. Entscheidend ist, schon im Kleinen zu sparen. Dann wird man bei größeren Ausgaben genauso vorgehen.
Ideen gefragt
Wo könnte man einsparen? Hier sind gute Ideen gefragt. Anne erzählt: „Wir hatten zwei Autos, haben uns aber schnell von einem getrennt und das andere gemeinsam genutzt. Um Benzin zu sparen, planten wir jede Fahrt so, dass wir möglichst viele Besorgungen auf einmal erledigen konnten. Wir haben uns konsequent auf das Wesentliche beschränkt.“ Hier ein paar weitere gute Ideen:
● Gemüse selbst ziehen.
● Wartungsanweisungen genau beachten, um die Lebensdauer von Geräten und Maschinen zu erhöhen.
● Sich umziehen, sobald man nach Hause kommt; so sieht die gute Kleidung länger neu aus.
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Kürzertreten — nur wie?Erwachet! 2010 | Juli
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[Kasten/Übersicht auf Seite 8]
Wie man einen Haushaltsplan aufstellt
1. Die Fixkosten ermitteln, indem man einen Monat lang alle Ausgaben notiert: für Lebensmittel und Wohnen (Miete oder Hypothek), Strom und andere Nebenkosten, Fahrzeugkosten usw. Von jährlich fälligen Rechnungen den Monatsanteil errechnen.
2. Die Ausgaben in Kategorien einteilen: Lebensmittel, Wohnen, Fahrzeug- und Fahrtkosten usw.
3. Kalkulieren, wie viel von dem verfügbaren Geld für jede Kategorie benötigt wird; dabei auch an jährlich fällige Rechnungen denken und ausrechnen, wie viel dafür monatlich zurückgelegt werden muss.
4. Das Gesamtnettoeinkommen des Haushalts errechnen: Eventuelle Abzüge wie Steuern oder dergleichen subtrahieren. Die Restsumme den Ausgaben gegenüberstellen.
5. Monatlich für jede Kategorie den nötigen Betrag reservieren: Wer Bargeld verwendet, kann einfach verschiedene Umschläge beschriften und den jeweiligen Betrag in den betreffenden Umschlag stecken.
Ein Wort zur Vorsicht: Wer vieles mit Karte zahlt, muss besonders aufpassen. So mancher Haushaltsplan scheiterte an der Verlockung: „Jetzt kaufen, später zahlen.“
[Übersicht]
(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)
Monatliche Nettoeinkünfte
MONATLICHE NETTOEINKÜNFTE € ․․․․ SONSTIGE EINKÜNFTE € ․․․․
NETTOEINKÜNFTE
VON ANDEREN
IM HAUSHALT € ․․․․ GESAMTNETTOEINKÜNFTE
€ ․․․․
Veranschlagte Tatsächliche
monatliche Ausgaben monatliche Ausgaben
€ ․․․․ Miete oder Hypothek € ․․․․
€ ․․․․ Versicherungen/Steuern € ․․․․
€ ․․․․ Nebenkosten € ․․․․
€ ․․․․ Fahrzeugkosten € ․․․․
€ ․․․․ Freizeit/Reisen € ․․․․
€ ․․․․ Telefon € ․․․․
€ ․․․․ Lebensmittel € ․․․․
€ ․․․․ Sonstiges € ․․․․
VERANSCHLAGTE SUMME TATSÄCHLICHE SUMME
€ ․․․․ € ․․․․
Einkunfts- und Ausgabenbilanz
MONATLICHE NETTOEINKÜNFTE € ․․․․
ABZÜGLICH ERGEBNIS
MONATLICHE AUSGABEN € ․․․․ € ․․․․
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