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Ein uraltes GeschäftErwachet! 2001 | 22. Februar
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Ein uraltes Geschäft
Johns Tischlerei war die beste und modernste im ganzen Ort — sein ganzer Stolz. Doch eines Nachts brach ein Feuer aus. Wenige Stunden später lag der Vorzeigebetrieb in Schutt und Asche.
ANFANGS hatte John überlegt, ob er einen Teil des für den Aufbau seiner Werkstatt vorgesehenen Geldes in eine Feuerversicherung investieren solle. Aber er hatte sich gedacht: „Ich bin sehr vorsichtig, und wenn es nie brennt, ist eine Versicherung nur Geldverschwendung.“ Nun war es doch zu einem Brand gekommen. Wäre der Betrieb versichert gewesen, hätte John ihn sehr wahrscheinlich wieder aufbauen können. Ohne Versicherung hingegen war ihm das unmöglich.
Versicherung — Was ist das?
Eine Versicherung abzuschließen bedeutet nicht unbedingt, sein Geld mit der Erwartung zu investieren, es später zurückzuerhalten. Es ist auch kein Glücksspiel. Ein Spieler setzt auf Risiko, eine Versicherung hingegen bietet Schutz gegen bereits bestehende Risiken. Der Sinn einer Versicherung liegt darin, ein Risiko mit anderen zu teilen.
Seit Menschengedenken haben Gemeinschaften einen Teil ihrer Mittel zusammengelegt, um einzelnen über Verluste hinwegzuhelfen. Vor etwa 3 500 Jahren gebot Moses der Nation Israel, regelmäßig einen Teil des Ernteertrags für den ‘ansässigen Fremdling und den vaterlosen Knaben und die Witwe’ beizusteuern (5. Mose 14:28, 29).
Versicherungen — die Anfänge
Versicherungen gibt es schon seit Tausenden von Jahren. Der Kodex Hammurabi, eine babylonische Gesetzessammlung, die noch älter sein soll als das Gesetz Mose, sah eine Art Kreditversicherung vor. Schiffseigner im Altertum finanzierten ihre Handelsexpeditionen mittels Darlehen von Investoren. Ging ein Schiff verloren, waren die Eigner nicht zur Rückzahlung des Darlehens verpflichtet. Da viele Schiffe unversehrt zurückkehrten, wurde das Risiko der Kreditgeber durch die Zinsen gedeckt, die ihnen die zahlreichen Schiffseigner zahlten.
Ebenfalls in Verbindung mit der Seefahrt entstand viel später eine der weltweit berühmtesten Vereinigungen von Versicherern: Lloyd’s of London. Um 1688 betrieb Edward Lloyd ein Kaffeehaus, in dem sich Londoner Händler und Geldverleiher zwanglos trafen und Geschäfte machten. Finanziers, die Reedern Versicherungsverträge anboten, schrieben dort ihren Namen unter eine konkrete Risikosumme, die zu tragen sie gegen eine bestimmte Zahlung oder Prämie bereit waren. Diese Versicherer wurden als „Underwriters“ bekannt. 1769 schließlich wurde Lloyd’s zu einer Gesellschaft von Underwriters, und im Lauf der Zeit wuchs diese Gesellschaft zum bedeutendsten Versicherungsmarkt für Risiken in der Seefahrt.
Versicherungen heute
Wer heute eine Versicherung abschließt, handelt immer noch nach dem Prinzip, ein Risiko mit anderen zu teilen. Moderne Versicherungsunternehmen untersuchen Statistiken, aus denen hervorgeht, wie oft in der Vergangenheit ein bestimmter Schadensfall — beispielsweise durch Werkstattbrände — eingetreten ist, und versuchen auf dieser Grundlage zu berechnen, welche Verluste ihre Kunden künftig erleiden werden. Die von vielen Kunden eingezahlten Prämien verwendet die Versicherungsgesellschaft dazu, den Kunden, die Verluste hinnehmen müssen, den Schaden zu erstatten.
Vielleicht fragen wir uns: Soll ich mich versichern? Wenn ja, was für eine Versicherung ist für meine Verhältnisse die richtige? Und von Versicherungen einmal abgesehen, erhebt sich grundsätzlich die Frage: Wie kann man sich allgemein gegen die Risiken des Lebens wappnen?
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Eine der weltweit berühmtesten Vereinigungen von Versicherern nahm ihren Anfang in einem Kaffeehaus
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Mit freundlicher Genehmigung: Lloyd’s of London
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„Soll ich mich versichern lassen?“Erwachet! 2001 | 22. Februar
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„Soll ich mich versichern lassen?“
IN MANCHEN Ländern sind bestimmte Versicherungen gesetzlich vorgeschrieben. In anderen Ländern sind die meisten Versicherungsarten praktisch unbekannt. Außerdem unterscheiden sich die Versicherungen von Land zu Land erheblich in bezug auf die Höhe der Prämien und die Deckung. Das Grundprinzip einer Versicherung, ein Risiko auf mehrere Schultern zu verteilen, ist jedoch überall gleich.
Je mehr jemand besitzt, desto mehr kann er logischerweise auch verlieren. Und je mehr Angehörige von einer Person abhängig sind, desto schwerwiegender wirkt es sich aus, wenn diese Person stirbt oder zum Invaliden wird. Wer versichert ist, muß sich weniger Sorgen um die Folgen machen, falls er seine Besitztümer verlieren oder durch einen Unfall eine Behinderung davontragen würde.
Ist es aber klug, Geld in eine Versicherung zu investieren, die man womöglich nie in Anspruch nehmen muß? Gegenfrage: Hält man es für eine Fehlinvestition, im Auto ein Reserverad mitzuführen, auch wenn man es möglicherweise nie benötigt? Die zusätzlichen Kosten werden schon dadurch wettgemacht, daß sich der Fahrer wahrscheinlich viel sicherer fühlt. Und auch wenn bestimmte Verluste durch eine Schadenersatzleistung nicht wiedergutgemacht werden können, lassen sich doch andere Schäden durchaus auf diese Weise ausgleichen.
Was für Risiken werden durch Versicherungen abgedeckt?
Versicherungsarten
Von Einzelpersonen abgeschlossene Versicherungen betreffen meist die Kategorien Sachwerte, Haftung, Gesundheit, Unfall sowie Lebensversicherung.
Versicherung von Sachwerten: Sich gegen Schäden an Eigentum — Gebäude, Betrieb, Fahrzeug oder dergleichen — zu versichern gehört zu den üblichsten Arten, sich gegen Risiken zu wappnen. Eine solche Versicherung hatte John, von dem im vorangegangenen Artikel die Rede war, für seine Tischlerei sowie seine Werkzeuge und Maschinen nicht abschließen wollen.
Außer Gebäudeversicherungen gibt es auch Versicherungen des beweglichen Inventars, sogenannte Hausratversicherungen. Entschließt man sich für eine solche Versicherung, wäre es ratsam, den Bestand an versichertem Hausrat aufzunehmen, möglichst mittels Fotografien oder einer Videoaufnahme. Diese Bestandsaufnahme sowie irgendwelche Gutachten über den Wert der Gegenstände oder Kaufbelege sollten nicht in der Wohnung, sondern an einem anderen sicheren Ort aufbewahrt werden. An Hand derartiger Unterlagen lassen sich in einem Schadensfall Ansprüche wesentlich einfacher geltend machen.
Haftpflichtversicherungen: Wer ein Auto fährt, ein Haus oder Grundstück sein eigen nennt, ein Geschäft hat oder andere beschäftigt, muß das Risiko einkalkulieren, für Unfälle haftbar gemacht zu werden. Und bei einem Unfall können Sachwerte beschädigt, aber auch Menschen verletzt oder gar getötet werden. Ein Fahrzeuglenker, Grundbesitzer oder Geschäftsinhaber muß womöglich für die Behebung von Sachschäden haften, für die Kosten einer medizinischen Behandlung oder sogar für die Schmerzen, die der Geschädigte erlitten hat. In vielen Ländern ist eine Haftpflichtversicherung, die für derlei Kosten aufkommt, Arbeitgebern und Fahrzeughaltern gesetzlich vorgeschrieben. Selbst wo eine solche Haftpflichtversicherung nicht obligatorisch ist, kann ein Autofahrer, Grundbesitzer oder Arbeitgeber durchaus rechtlich oder moralisch zur Verantwortung gezogen werden, Unfallopfern oder ihren Angehörigen zu helfen.
Sozialversicherung: Viele Länder haben ein staatlich gefördertes Versicherungssystem, das Leistungen wie Altersruhegeld erbringt und für medizinische Behandlung aufkommt. Doch selbst dort, wo dies der Fall ist, übernimmt eine solche Versicherung Behandlungskosten womöglich nur anteilig oder nur für bestimmte Behandlungen. Daher schließen manche zusätzlich eine Privatversicherung ab, um darüber hinausgehende Kosten zu decken. Vielerorts sind Arbeitnehmer auf Grund ihres Beschäftigungsverhältnisses sozial abgesichert.
Unfall- und Lebensversicherung: Eine Unfallversicherung tritt ein, wenn jemand als Folge einer Unfallverletzung arbeits- oder erwerbsunfähig wird. Eine Lebensversicherung dient der finanziellen Unterstützung von abhängigen Hinterbliebenen, falls der Versicherte stirbt. Dank solcher Versicherungen war es vielen Familien möglich, offene Rechnungen zu bezahlen und weiter ein geregeltes Leben zu führen, nachdem der Hauptverdiener durch Unfallverletzungen oder Tod ausgefallen war.
Wie findet man einen vertrauenswürdigen Versicherer?
Versicherungen gründen sich auf das Prinzip, jetzt Geld zu bezahlen, um in Zukunft finanziell abgesichert zu sein. Wie bei allen wichtigen Anschaffungen ist es somit auch hier ratsam, mehrere Angebote zu vergleichen, und nicht selten kann man dadurch sogar Geld sparen. Beispielsweise gewähren in manchen Ländern private Gesellschaften in der Krankenversicherung einen Rabatt, wenn man Nichtraucher ist, oder in der Kfz-Versicherung, wenn man längere Zeit unfallfrei gefahren ist. Auf jeden Fall ist man klug beraten, auch das Kleingedruckte aufmerksam zu lesen, das heißt, genau auf die Bedingungen einer Versicherung zu achten. Wie aber kann ein Interessent eine vertrauenswürdige Versicherungsgesellschaft ausfindig machen?
Als erstes könnte man sich umhören, welche Erfahrungen andere mit bestimmten Versicherungsgesellschaften und -agenten gemacht haben. Freunde oder Nachbarn wissen vielleicht, welchen Ruf eine Gesellschaft hinsichtlich ihrer Servicequalität genießt oder ein Agent in bezug auf Seriosität und persönliche Betreuung. Ratsam ist auch, auf einschlägige Berichte in Nachrichtenmedien zu achten.
Darüber hinaus kann man sich über Geschäftsgebaren und Finanzlage eines Versicherers informieren, indem man Veröffentlichungen von Rating-Agenturen zu Rate zieht, die man im Buchhandel, in Bibliotheken oder auch im Internet findet. Sie können Aufschluß darüber geben, ob eine Versicherungsgesellschaft finanziell „gesund“ ist, wie lange und wie erfolgreich sie tätig ist und ob sie dafür bekannt ist, die Schadensregulierung zügig und in freundlichem Einvernehmen abzuwickeln.
Allerdings sollte man solche Ratgeber nicht für unfehlbar halten. In einem Fall mußte eine seit vielen Jahren bestehende, viele Milliarden Dollar umsetzende Versicherungsgesellschaft in staatliche Verwaltung übergehen — nur eine Woche nachdem sie in einem bekannten Ratgeber als überdurchschnittlich gut eingestuft worden war!
Die Rolle von Versicherungsvertretern
Normalerweise ist ein Versicherungsvertreter an eine bestimmte Versicherungsgesellschaft gebunden. Ein Versicherungsmakler oder unabhängiger Vertreter hingegen wird in der Regel verschiedene Gesellschaften kontaktieren, um für eine bestimmte Prämie die besten Konditionen auszuhandeln. Beide müssen gute Kontakte zu ihren Kunden pflegen, um im Geschäft zu bleiben. Ist ein Versicherungsvertreter vertrauenswürdig und zeigt persönliches Interesse, kann er seinen Kunden eine große Hilfe sein.
Zunächst wird ein guter Vertreter oder Makler einem Kunden helfen, aus der schier endlosen Liste möglicher Versicherungen den für ihn passenden Versicherungsschutz auszuwählen. Außerdem erklärt er seinem Kunden die Einzelheiten des Vertrags. Wie vielen bekannt ist, sind Versicherungsverträge sprichwörtlich kompliziert. Der Direktor einer Versicherungsgesellschaft mußte einmal einräumen, daß er Teile seines eigenen Gebäudeversicherungsvertrags selbst nicht verstand!
Die Erläuterungen eines Versicherungsvertreters können den Kunden vor unliebsamen Überraschungen bewahren. Zum Beispiel enthalten die meisten Sach- und Krankenversicherungen eine Selbstbeteiligungsklausel. Das bedeutet, daß der Versicherungsnehmer im Schadensfall einen bestimmten Betrag selbst bezahlen muß, bevor die Versicherungsgesellschaft ihren Teil der Kosten übernimmt — etwa bei einer Autoreparatur oder bei Arztrechnungen. Der Vertreter kann sich auch für seinen Kunden bei der Versicherungsgesellschaft einsetzen, falls der Kunde Schwierigkeiten hat, seine Ansprüche geltend zu machen.
Christen und Versicherungen
Benötigt ein Christ, der auf Gottes Hilfe vertraut und das Ende des gegenwärtigen Systems erwartet, überhaupt eine Versicherung? Diese Frage wurde schon 1910 an Charles Taze Russell gerichtet, den damaligen Herausgeber der heute unter dem Namen Der Wachtturm bekannten Begleitzeitschrift von Erwachet! Russell bestätigte, daß die Bibel das Ende des gegenwärtigen Wirtschaftssystems voraussagt, und fügte hinzu, er persönlich habe keine Lebensversicherung abgeschlossen.
„Allerdings leben nicht alle unter den gleichen Umständen“, bemerkte Russell weiter. „Ein Familienvater, von dem Frau und Kinder abhängig sind — insoweit diese in zartem Alter sind und nicht in der Lage, für sich selbst aufzukommen —, hat ihnen gegenüber eine Verantwortung“ (1. Timotheus 5:8). Russell schrieb, ein Mann könne Mittel zur Versorgung seiner Familienangehörigen beiseite legen. „Doch falls er dazu nicht imstande ist, kann er vielleicht seiner Pflicht ihnen gegenüber mittels einer Lebensversicherung nachkommen.“
Wer für eine Familie zu sorgen hat, entscheidet sich vielleicht auch dafür, seine Angehörigen gegen Krankheit, Unfall und dergleichen zu versichern. Viele Ledige schließen Versicherungen ab, um notwendige Dienste einfacher in Anspruch nehmen zu können oder um zu vermeiden, daß sie bei einem Unfall oder einer Erkrankung Schulden machen müssen.
Wenn es um Versicherungen geht, spielt Ehrlichkeit eine wichtige Rolle. Ein echter Christ würde bestimmt nie eine Versicherungsgesellschaft täuschen, weder beim Ausfüllen eines Versicherungsantrags noch bei Inanspruchnahme einer Leistung (Hebräer 13:18). Er würde sich auf den Zweck einer Versicherung besinnen: für Schäden aufzukommen. Eine Versicherung ist kein Lotterielos — keine Chance auf ein Leben in Luxus (1. Korinther 6:10).
Christen gehorchen allen Gesetzen, die es beispielsweise zur Pflicht machen, sich zu versichern. Wo das Gesetz eine entsprechende Versicherung verlangt, damit man ein Geschäft betreiben oder ein Auto fahren kann, halten sie sich daran (Römer 13:5-7). Ehrlichkeit und praktische Weisheit verlangen es, pünktlich die Versicherungsbeiträge zu entrichten. Wenn jemand nicht zahlt, kann der Versicherer den Vertrag kündigen oder sich weigern, für einen Schaden aufzukommen. Es ist ratsam, sich in regelmäßigen Abständen zu vergewissern, daß die Zahlungen erfolgt sind, sowie schriftliche Zahlungsnachweise wie einen Überweisungsbeleg aufzubewahren.
Ob es nun in dem Teil der Welt, in dem wir leben, möglich ist, sich zu versichern, oder nicht, gibt es doch eine Reihe grundlegender Vorsichtsmaßnahmen, die uns helfen können, Schäden vorzubeugen; auf diese Weise ersparen wir uns und unseren Angehörigen Leid, das ohnehin keine Versicherungsgesellschaft wiedergutmachen kann. Worum es sich dabei handelt, wird im folgenden Artikel besprochen.
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In Versicherungsfragen kann man sich von einem vertrauenswürdigen Vertreter beraten lassen
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Viele haben sich versichert, auch wenn dies nicht gesetzlich vorgeschrieben ist
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Eine Versicherung, die jeder benötigtErwachet! 2001 | 22. Februar
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Eine Versicherung, die jeder benötigt
ES GIBT eine Art Versicherung, die sich jeder von uns zunutze machen kann und sollte — ob dort, wo wir leben, Versicherungen üblicherweise angeboten werden oder nicht. In dem Begriff „versichern“ steckt ja der Grundgedanke, nach Sicherheit und Schutz zu streben. Wie kann man sich in diesem Sinn „versichern“?
Unter anderem kann man praktische Maßnahmen ergreifen, um die Risiken zu verringern, denen man ausgesetzt ist. Die Bibel weist zwar darauf hin, daß „Zeit und unvorhergesehenes Geschehen“ jeden Menschen treffen kann (Prediger 9:11). Die Gefahr, verletzt oder geschädigt zu werden, ist aber geringer, wenn man keine unnötigen Risiken auf sich nimmt.
An die Zukunft denken
Praktische Weisheit zu bekunden dient zum Schutz. Man könnte etwa in Zeiten, in denen es einem wirtschaftlich verhältnismäßig gut geht, Rücklagen für schlechte Zeiten bilden. Im Altertum machte sich der gottesfürchtige Joseph einen Namen als „verständig und weise“, indem er in einer Zeit des Überflusses Nahrungsmittel für ganz Ägypten ansammelte. Als das Land später von einer Hungersnot heimgesucht wurde, waren dank Josephs Vorgehen nicht nur die Ägypter versorgt, sondern auch Josephs eigene Angehörige (1. Mose 41:33-36).
Auch Selbstbeherrschung im Konsumverhalten kann uns zum Schutz dienen. Wir können Geld sparen und Streß verringern, wenn wir nicht ständig darauf erpicht sind, die neusten technischen Apparate zu besitzen, uns nach der neusten Mode zu kleiden oder das Unterhaltungsangebot auszuschöpfen — was uns ohnehin keine echte Sicherheit einträgt. Im Gegenteil, je mehr materielle Güter jemand besitzt, desto größer ist, wie schon erwähnt, die Gefahr von Verlust oder Diebstahl (Lukas 12:15).
Sicherheitsbewußtes Verhalten
Wir können die Risiken des Lebens einfach schon dadurch maßgeblich verringern, daß wir uns sicherheitsbewußt verhalten. Wie viele tragische Verkehrsunfälle ließen sich vermeiden, wenn jedermann umsichtig und mit angepaßter Geschwindigkeit fahren würde! Oder wie viele Menschenleben blieben verschont, wenn sich niemand übermüdet oder unter Alkoholeinfluß ans Steuer setzte! Und es gibt beim Autofahren noch mehr Risiken, die durchaus kontrollierbar sind.
Zum Beispiel ist es vielerorts gesetzlich untersagt, während des Fahrens ein Mobiltelefon zu verwenden. Eine Studie ergab, daß sich dadurch das Unfallrisiko vervierfacht. Es ist damit genauso hoch wie bei jemand, der mit 1 Promille Alkohol im Blut Auto fährt — ein Wert, mit dem er in etlichen Ländern als fahruntüchtig gelten würde.
Sich konsequent anzuschnallen verringert ebenfalls das Risiko für Fahrer und Mitfahrer, bei einem Unfall ums Leben zu kommen. Allerdings sollte man sich nie einbilden, dank Sicherheitsgurten und Airbags oder einer Versicherung könne man es sich leisten, riskant zu fahren. Wie Forschungen erkennen lassen, hat eine solche Einstellung mehr Unfälle zur Folge.
Sicherheitsbewußt zu sein ist auch zu Hause und am Arbeitsplatz eine gute Methode, Gefahren abzuwenden. Ist unsere Wohnung und unser Arbeitsplatz ordentlich und gefahrenfrei? Schauen wir uns einmal gründlich um. Steht in den Gängen irgend etwas herum, über das jemand stolpern könnte? Könnte sich jemand an hervorstehenden scharfen Gegenständen verletzen oder sich an heißen Geräten — Öfen, Heizgeräten, Bügeleisen — leicht verbrennen? Sammelt sich irgendwo Papier oder anderes brennbares Material an? Besonders sollte man auf Gefahren für Kinder achten. Werden beispielsweise jegliche alkoholischen Getränke oder giftigen Reinigungsmittel für Kinder unzugänglich aufbewahrt?
Auf seine Gesundheit achten
In vernünftigem Maß auf seine Gesundheit zu achten kann das Risiko einer Erkrankung verringern. Sich Kenntnisse anzueignen kann einem in dieser Hinsicht gewissermaßen als Versicherung dienen. Wer auf Gesundheitsgefahren achtet, kann schnell etwas unternehmen, zeichnet sich eine Erkrankung ab. Wichtiger noch: Man sollte lernen, wie man sich und seine Angehörigen gesund erhalten kann. Nicht umsonst lautet ein Sprichwort: „Vorbeugen ist besser als heilen.“
Die Zeitschrift Erwachet! enthält seit langem immer wieder Informationen, die dazu ermuntern, im Einklang mit biblischen Grundsätzen zu leben und auf diese Weise Gewohnheiten und Lebensstile zu meiden, die der Gesundheit schaden. Wie wichtig es beispielsweise ist, auf Reinlichkeit, eine gesunde Ernährung, genügend Schlaf und regelmäßige Bewegung zu achten sowie Streß und Hektik einzudämmen, waren nur einige von vielen in Erwachet! behandelten Themen.
Eine Versicherung, die lebenswichtig ist
Zwar kann eine Versicherung in der heutigen, unvollkommenen Welt nützlichen Zwecken dienen, aber kein Versicherungsvertrag kann uns völlig absichern oder uns für Verluste völlig entschädigen. Dennoch gibt es Menschen, die überzeugt sind, unter keinen Umständen allein dazustehen, ganz gleich, ob ihnen Versicherungen zugänglich sind oder nicht. Worauf stützt sich ihre Zuversicht? Darauf, daß echte Nachfolger Jesu Christi — solche, die seinem Vater, Jehova Gott, dienen — bei Unglücken alles ihnen Mögliche tun, sich gegenseitig die Bürden zu erleichtern (Psalm 83:18; Jakobus 2:15-17; 1. Johannes 3:16-18).
Außerdem verspricht Jehova selbst, seine treuen Diener nie im Stich zu lassen. Ein Psalmist schrieb: „Falls mein eigener Vater und meine eigene Mutter mich verließen, würde ja Jehova selbst mich aufnehmen“ (Psalm 27:10). Als Quell des Lebens kann Jehova Verstorbene wieder zum Leben erwecken, und gemäß der Bibel hat er seinem Sohn, Jesus Christus, die Macht verliehen, die Toten aufzuerwecken (Psalm 36:9; Johannes 6:40, 44). Allerdings geht aus Gottes Wort hervor, daß nicht jeder auferweckt werden wird (Johannes 17:12). Wie können wir daher sicherstellen, daß sich Gott bei der Auferstehung an uns erinnern wird?
Jesus sprach in seiner berühmten Bergpredigt eigentlich über die zuverlässigste Art der Versicherung. Er sagte: „Hört auf, euch Schätze auf der Erde aufzuhäufen, wo Motte und Rost sie verzehren und wo Diebe einbrechen und stehlen. Häuft euch vielmehr Schätze im Himmel auf, wo weder Motte noch Rost sie verzehren und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein“ (Matthäus 6:19-21).
Viele Menschen beabsichtigen, sich ein kleines Polster anzulegen, um sich einen angenehmen Lebensabend zu sichern. Jesus wies jedoch auf eine viel verläßlichere Art der Versicherung hin, die von unschätzbarem Wert ist und die nie versagen wird. Er erklärte: „Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus“ (Johannes 17:3).
Dadurch, daß wir uns eine genaue Erkenntnis über Gott und seinen Sohn aneignen, erlangen wir bei Gott einen guten Ruf (Hebräer 6:10). Sowohl der Apostel Petrus als auch der Apostel Johannes betonten, daß das heutige System der Menschenherrschaft enden wird, und stützten diesen Glauben auf die Lehren ihres Herrn, Jesus Christus. Doch Johannes erklärte auch: „Wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar“ (1. Johannes 2:17; Matthäus 24:3, 14; 2. Petrus 3:7, 13).
Dienen wir Gott, dann können wir darauf bauen, daß er uns, falls wir sterben, in seiner gerechten neuen Welt auferweckt oder daß er uns — sollten wir bis dahin am Leben sein — bewahrt, wenn er dem gegenwärtigen System der Dinge ein Ende bereitet. Gott hat tatsächlich verheißen, er werde ‘jede Träne von unseren Augen abwischen’ und ‘alle Dinge neu machen’ (Offenbarung 21:4, 5). Gott zu dienen und auf seine Verheißungen zu vertrauen ist zweifelsohne die beste Versicherung überhaupt. Und sie ist jedem frei zugänglich.
[Bilder auf Seite 8, 9]
Sicherheits- und gesundheitsbewußt zu leben ist eine Art Versicherung
[Bild auf Seite 10]
Gott kennenzulernen und seinen Willen zu tun ist die beste Zukunftssicherung
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