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Götter, GöttinnenEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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In den Ras-Schamra-Texten wird Baal oft der Sohn Dagons (Dagans) genannt, obgleich auch El als sein Vater bezeichnet wird. Baals Schwester Anath bezieht sich in diesen Texten auf El als ihren Vater, und er seinerseits nennt sie seine Tochter. Somit wurde Baal wahrscheinlich als der Sohn Els betrachtet, obschon er auch als dessen Enkel gegolten haben mag.
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Götter, GöttinnenEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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In den Ras-Schamra-Texten wird El als „Vaterstier“ bezeichnet und mit grauem Haar und Bart geschildert. Seine Gemahlin Aschera wird als Vorfahrin der Götter beschrieben und El als Vorfahr der Götter.
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Götter, GöttinnenEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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Anath, Aschera und Aschtoret sind die Hauptgöttinnen, die in den Ras-Schamra-Texten erwähnt werden. Die Rollen dieser Göttinnen scheinen sich jedoch in erheblichem Maß zu überschneiden. In Syrien, wo man die Texte gefunden hat, mag man Anath als die Frau Baals angesehen haben. Obwohl sie wiederholt als „Jungfrau“ bezeichnet wird, heißt es nämlich von ihr, sie habe mit Baal Verkehr gehabt.
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Götter, GöttinnenEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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Die Bezugnahmen auf Anath in den Ras-Schamra-Texten lassen darauf schließen, welche entarteten Vorstellungen die Kanaaniter und zweifellos auch die Syrer von ihren Gottheiten hatten. Anath wird als hübscheste Schwester Baals beschrieben, aber mit einem äußerst hitzigen Temperament. Von ihr heißt es, dass sie drohte, den Schädel ihres Vaters El zu zertrümmern und sein graues Haar mit Blut und seinen grauen Bart mit Blutgerinnsel überströmen zu lassen, wenn er ihren Wünschen nicht nachkäme. Bei einer anderen Gelegenheit soll sich Anath auf einen Mordfeldzug begeben haben. Sie befestigte Köpfe auf ihrem Rücken und Hände an ihrem Gürtel und watete im knietiefen Blut und im hüfttiefen Blutgerinnsel tapferer Männer. Ihre Freude am Blutvergießen spiegelt sich in den Worten wider: „Ihr Inneres weitet sich vor Jauchzen; es füllt sich ihr Herz mit Freude“ (Religionsgeschichtliches Textbuch zum Alten Testament, herausgegeben von W. Beyerlin, Göttingen 1975, S. 214, 218, 219; Ancient Near Eastern Texts, herausgegeben von J. B. Pritchard, 1974, S. 136, 137, 142, 152).
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