Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • ‘Verteidigung und gesetzliche Befestigung der guten Botschaft’
    Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes
    • Am 2. und 3. November 1946 veranstaltete die Gesellschaft in Montreal einen Sonderkongreß. Redner erläuterten die Stellung der Zeugen Jehovas vom Standpunkt der Bibel und des Landesgesetzes aus. Dann wurde angekündigt, daß in ganz Kanada 16 Tage lang das Traktat Quebec’s Burning Hate for God and Christ and Freedom Is the Shame of All Canada (Quebecs lodernder Haß gegen Gott, Christus und die Freiheit ist eine Schande für ganz Kanada) in Englisch, Französisch und Ukrainisch verbreitet werden sollte. Darin wurde ausführlich über die heftigen Pöbelangriffe und andere in Quebec gegen Jehovas Zeugen verübte Greueltaten berichtet. Diesem Traktat folgte ein zweites, betitelt Quebec, You Have Failed Your People! (Quebec, du hast dein Volk im Stich gelassen!).

      Die Verhaftungen nahmen in Quebec überhand. Um dieser Situation Herr zu werden, richtete das kanadische Zweigbüro der Watch Tower Society eine Rechtsabteilung mit einer Vertretung in Toronto und in Montreal ein. Als die Presse davon erfuhr, daß Maurice Duplessis, der Ministerpräsident von Quebec, den Restaurantbetrieb von Frank Roncarelli, einem Zeugen Jehovas, absichtlich ruinierte, nur weil dieser für andere Zeugen Kaution leistete, protestierte die kanadische Öffentlichkeit mit aller Deutlichkeit. Am 2. März 1947 starteten Jehovas Zeugen einen landesweiten Feldzug, bei dem sie der Bevölkerung Kanadas vorschlugen, die Regierung um eine Bill of Rights (verfassungsmäßig garantierte Grundrechte) zu ersuchen. Man sammelte über 500 000 Unterschriften — die größte Petition, die dem kanadischen Parlament je vorgelegt worden war. Im Jahr darauf folgte eine noch längere zur Bekräftigung der ersten.

      Inzwischen wählte die Gesellschaft zwei Testfälle aus, in denen vor dem Obersten Bundesgericht Kanadas Rechtsmittel eingelegt wurden. In einem davon, dem Fall Aimé Boucher gegen Seine Majestät den König, lautete die Anklage auf umstürzlerisches Verhalten, was den Zeugen wiederholt vorgeworfen wurde.

      Zu dem Fall Boucher kam es, weil sich der Farmer Aimé Boucher, ein Mann mit einem sanften Wesen, an der Verbreitung des Traktats Quebec’s Burning Hate beteiligt hatte. Hatte er sich aber umstürzlerisch verhalten, indem er die Pöbelangriffe gegen die Zeugen in Quebec bekanntmachte, auf die Mißachtung des Rechts durch Vertreter des Staates hinwies und Beweise dafür vorlegte, daß der katholische Bischof und andere katholische Geistliche zu den Aktionen aufgehetzt hatten?

      Einer der Richter des Obersten Bundesgerichts erklärte nach eingehender Prüfung des Traktats: „Das Dokument trug die Überschrift ‚Quebecs lodernder Haß gegen Gott, Christus und die Freiheit ist eine Schande für ganz Kanada‘; es enthielt zunächst einen Aufruf, ruhig und vernünftig die Angelegenheiten zu bewerten, von denen es handelte und die als Stütze des Titels angeführt wurden; sodann allgemeine Hinweise auf verschärfte Verfolgung, die über die Zeugen als Brüder in Christus gebracht wurde; eine ausführliche Schilderung bestimmter Beispiele der Verfolgung und einen abschließenden Appell an die Bevölkerung der Provinz als Protest gegen Pöbelherrschaft und Gestapotaktiken, damit durch das Studium des Wortes Gottes und den Gehorsam gegenüber seinen Geboten eine ‚reichliche Ernte guter Früchte der Liebe zu Gott und Christus und zur Freiheit des Menschen‘ hervorgebracht werde.“

      Der Gerichtsentscheid hob die Verurteilung von Aimé Boucher auf, wobei drei der fünf Richter lediglich ein neues Verfahren anordneten. Würde das zu einer unparteiischen Entscheidung in den unteren Instanzen führen? Der Anwalt der Zeugen Jehovas beantragte eine Neuverhandlung vor dem Obersten Bundesgericht. Erstaunlicherweise wurde dem Antrag stattgegeben. Während der Antrag dort anhängig war, wurde die Anzahl der Richter am Obersten Bundesgericht erhöht, und einer der ursprünglichen Richter änderte seine Meinung. So wurde Bruder Boucher im Dezember 1950 mit 5 gegen 4 Stimmen von der gegen ihn erhobenen Anklage freigesprochen.

      Anfangs wurde diese Entscheidung sowohl vom zweiten Kronanwalt als auch vom Ministerpräsidenten der Provinz Quebec (der gleichzeitig Kronanwalt war) mißachtet, doch mit der Zeit wurde ihr durch die Gerichte Geltung verschafft. Damit war die wiederholt in Kanada gegen Jehovas Zeugen erhobene Anklage auf umstürzlerisches Verhalten praktisch gegenstandslos geworden.

  • ‘Verteidigung und gesetzliche Befestigung der guten Botschaft’
    Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes
    • [Bilder auf Seite 691]

      Dieses Traktat (in drei Sprachen) unterrichtete alle Bürger Kanadas über die in Quebec gegen Jehovas Zeugen verübten Greueltaten

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen