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  • Krebs — Wie ist der gegenwärtige Stand?
    Erwachet! 1986 | 8. Oktober
    • Krebs — Wie ist der gegenwärtige Stand?

      Mit dieser Artikelserie zum Thema Krebs soll dem Leser eine Hilfe gegeben werden, sich eine realistische Vorstellung von den Fortschritten in der Krebsbehandlung zu verschaffen. In den letzten Jahrzehnten hat man einige der Ursachen besser verstehen gelernt. Jetzt können wertvolle Hinweise zur Krebsvorsorge gegeben werden. Heute ist auch die Früherkennung einfacher, und die Heilungschancen sind gestiegen. Das amerikanische Gesundheitsministerium faßt die Situation wie folgt zusammen:

      „Eine gute Nachricht: Nicht jeder erkrankt an Krebs. Zwei von drei Amerikanern werden ihn nie bekommen. Eine bessere Nachricht: Jedes Jahr werden mehr Krebskranke geheilt. Die beste Nachricht: Jeden Tag kann man etwas tun, um sich vor Krebs zu schützen.“

      ES IST nicht unsere Absicht, das Thema durch eine rosa Brille zu betrachten. Immerhin werden laut einer Schätzung „58 Millionen Amerikaner, die zur Zeit leben, schließlich an Krebs erkranken“. In vielen anderen Ländern tritt die Krankheit ebensohäufig auf. Man hüte sich also vor übertriebenem Optimismus. Gut begründeter Optimismus hilft dagegen allen, sich zuversichtlich mit der Realität auseinanderzusetzen, und ermutigt zudem Krebspatienten, die Krankheit wirkungsvoller zu bekämpfen.

      Ist Krebs heilbar?

      Wie beantworten Fachleute diese Frage? Man beachte folgendes:

      „Krebs kann erfolgreich behandelt werden. Nicht selten ist sogar eine völlige Heilung möglich. Zahllose Menschen, die wegen Krebs behandelt wurden, haben als gesunde Menschen ein hohes Alter erreicht, ohne daß bei ihnen erneut Symptome dieser Krankheit aufgetreten sind. ... Krebs ist zweifellos heilbar“ (The Complete Medical Guide von Dr. Benjamin F. Miller).

      „Die Furcht vor dieser Krankheit hat die Tatsache verschleiert, daß fast die Hälfte aller Krebskranken geheilt werden kann. Gelingt die Heilung nicht, kann das Leben des Kranken durch eine fachgerechte Behandlung um eine Anzahl beschwerdefreier, ausgefüllter Jahre verlängert werden“ (The Facts About Cancer [Die Wahrheit über Krebs] von Dr. Charles F. McKhann, Professor für Chirurgie an der Yale-Universität).

      „Einige Krebsformen sind leicht zu heilen, wohingegen andere zum Zeitpunkt der Diagnose fast immer unheilbar sind. ... Drei Krebsformen (Lungen-, Brust- und Dickdarmkrebs) stehen gegenwärtig im Vordergrund, da die Hälfte der Krebstoten in den Vereinigten Staaten auf diese Arten zurückzuführen sind“ (The Causes of Cancer [Die Ursachen von Krebs] von Sir Richard Doll und Richard Peto, Universität Oxford, England).

      Dieses Bild wäre ohne eine ernüchternde Anmerkung nicht vollständig. In dem Buch Target: Cancer (Zielscheibe: Krebs) schreibt der Wissenschaftsautor Edward J. Sylvester: „Der Ursache dieser tödlichen Krankheit ist man noch nicht auf die Spur gekommen. Die am häufigsten tödlich verlaufenden Krebsformen — Lungenkrebs, postmenopausischer Brustkrebs und kolorektale Karzinome — sind nicht besser zu heilen als vor dreißig oder vierzig Jahren ..., doch bei einigen führen diese Krebsarten nicht so schnell wie früher zum Tod.“

      Trotz der immensen Summen, die jedes Jahr für die Krebsforschung aufgewendet werden, ist der Krebs nach wie vor eine der am schwersten zu bekämpfenden tödlichen Krankheiten, die man kennt. Dennoch ist eine positive Bemerkung in Verbindung mit den drei genannten Krebsarten gefallen: Bei einigen führen sie „nicht so schnell wie früher zum Tod“.

      Sind wir dem Krebs hilflos ausgeliefert? Oder ist eine Vorsorge möglich? Wirken sich die Ernährungs- und die Lebensweise auf die Krebshäufigkeit aus?

      In den folgenden Artikeln werden einige bekannte Ursachen für Krebs betrachtet, einige Maßnahmen zur Vorsorge und Heilung und ein Beispiel für eine erfolgreiche Bekämpfung von Krebs. Im letzten Artikel wird erklärt, wieso gesagt werden kann, daß der Krebs bald besiegt sein wird.

  • Was ist Krebs? Was ist die Ursache?
    Erwachet! 1986 | 8. Oktober
    • Was ist Krebs? Was ist die Ursache?

      DAS Wort „Krebs“ hat im Laufe der Zeit vielleicht zu Recht einen äußerst negativen Beigeschmack bekommen. Redewendungen wie „ein schrecklich wuchernder Krebs“ haben bewirkt, daß sich viele Menschen dem Wort und seiner wahren Bedeutung verschließen.

      Bringt man jedoch heute das Thema objektiv zur Sprache, scheint es eine weniger schreckliche Gestalt anzunehmen. Statt ausnahmslos „tödlich“ zu sein, ist Krebs oft „heilbar“. Statt in jedem Fall zu „wuchern“, kommt er oft zum Stillstand, wenn er auch noch vorhanden ist. Daher erheben sich die Fragen: Was ist Krebs in Wirklichkeit? Was ist die Ursache?

      Die britischen Epidemiologen Sir Richard Doll und Richard Peto geben folgende Erklärung: „Bei den verschiedenen Krebsformen, die den Menschen befallen, handelt es sich um Erkrankungen, bei denen sich eine der unzähligen Zellen des menschlichen Körpers so verändert, daß sie sich fälschlicherweise immer wieder verdoppelt und millionenfach gleichermaßen geschädigte, sich selbst verdoppelnde Tochterzellen produziert, von denen sich manche auf andere Teile des Körpers ausbreiten und diesen schließlich überwältigen können“ (The Causes of Cancer).

      Die große Unbekannte ist das Warum. Warum weichen manche Zellen von der Norm ab und beginnen zu wuchern?

      Ist die Lebensweise von Bedeutung?

      Beim gegenwärtigen Stand der Krebsforschung ist man weit davon entfernt, der Krebsplage Herr zu werden. Tatsache ist, daß sie weiter um sich greift, wie Dr. John C. Bailar III. und Dr. Elaine M. Smith kürzlich in der Zeitschrift New England Journal of Medicine erklärten: „Von 1973 bis 1981 ist die Häufigkeit, mit der alle Arten von Neoplasmen [Krebsgewebe] auftreten, insgesamt um ungefähr 13 Prozent gestiegen ... Es gibt keine Veranlassung, zu denken, die Krebshäufigkeit ginge zurück.“

      Die Krebsexperten sehen sich vor zwei Aufgaben zugleich gestellt: die Notwendigkeit, eine geeignete Behandlung gegen bösartige Tumoren zu finden, und die Notwendigkeit, den eigentlichen Ursachen nachzugehen, um Vorsorgemaßnahmen voranzutreiben. Die Suche nach den Ursachen führt in ein Labyrinth von Theorien. Sind Viren, genetische Faktoren, Immunreaktionen, Chemikalien, die Umwelt, körpereigene Gifte oder eine Kombination all dessen die Ursache, oder ist noch etwas anderes schuld? Und welcher Prozeß bewirkt, daß Zellen entarten und sich im Körper ausbreiten?

      Der Krebsexperte Professor Stephan Tanneberger sagte: „Heute steht fest, daß es sich um einen mehrstufigen Prozeß handelt, in dessen Verlauf sich eine normale Zelle mit einem bestimmten genetischen Muster unter dem Einfluß mehrerer Faktoren in eine Tumorzelle umwandelt. Wir wissen, daß Viren, Strahlung und Chemikalien solche Faktoren sind, doch man kann mit Sicherheit sagen, daß eine Krebszelle nur durch ein Zusammenspiel mehrerer solcher Faktoren in einem vielstufigen Prozeß gebildet wird“ (Prisma).

      Was bedeutet das für unser tägliches Leben? Nach den Worten von Dr. Charles A. LeMaistre, Präsident der amerikanischen Krebsgesellschaft, besteht zwischen unserer Lebensweise und den Krebsursachen eine Verbindung. Er sagte: „Die meisten Wissenschaftler sind heute davon überzeugt, daß bei vielen Krebsarten das Risiko weitgehend durch die allgemeine Lebensweise bestimmt wird — was wir essen und trinken, ob wir rauchen und wie oft wir uns der Sonne aussetzen“ (Ebony).

      Dieser Gesichtspunkt wird durch die Forschungen von Sir Richard Doll und Richard Peto von der Oxforder Universität bestätigt. Sie stellen fest: „Beobachtungen der Launen menschlichen Verhaltens können Ideen vermitteln, die einem Forscher im Laboratorium niemals kommen. Historisch betrachtet, waren sie der Ausgangspunkt eines großen Teils der gesamten Krebsforschung, weil sie die Risiken aufzeigten, die mit den Verbrennungsprodukten der Kohle, mit der Sonnenstrahlung, den Röntgenstrahlen, dem Asbest und vielen Chemikalien verbunden sind. Dadurch wurde die Aufmerksamkeit auf die Gefahren gelenkt, die mit dem Kauen verschiedener Mischungen von Betelnußscheiben, Tabak und Kalk sowie dem Rauchen von Tabak verbunden sind.“

      Die Lebensweise und die Umweltbedingungen sind von Land zu Land verschieden. Demzufolge treten in manchen Ländern gewisse Krebsarten häufiger oder seltener auf als in anderen. England zum Beispiel, wo seit Jahrzehnten Tabak geraucht wird, ist in bezug auf Lungenkrebs führend. In Nigeria, wo nicht so viel geraucht wird, kommt die Krankheit gegenwärtig viel seltener vor. Im amerikanischen Bundesstaat Connecticut gibt es die meisten Fälle von Dickdarm- und Harnblasenkrebs, wohingegen Nigeria die wenigsten Fälle zu verzeichnen hat.

      Ein anderes Beispiel dafür, daß die Lebensweise die Krebsentstehung begünstigen kann, ist das Kaposi-Sarkom, eine normalerweise seltene Krebsform. In den letzten Jahren sind aidskranke Homosexuelle davon befallen worden, da ihr Immunsystem geschwächt ist und es sich gegen Infektionen und dieses Sarkom nicht zur Wehr setzen kann.

      Auf einen weiteren möglichen Faktor bei der Krebsentstehung weist Dr. Kenneth R. Pelletier von der Medizinischen Fakultät der Staatsuniversität von Kalifornien hin: „Zahlreiche experimentelle Studien an Tieren und Menschen haben gezeigt, daß Streß, Depressionen und andere psychische Faktoren den Organismus in seiner Fähigkeit beeinträchtigen, das Eindringen von Krankheiten wie Krebs zu vereiteln oder deren Ausbreitung einzudämmen“ (Holistic Medicine [Ganzheitsmedizin]).

      Auch andere Mediziner vertreten die Ansicht, daß übermäßiger Streß das Immunsystem beeinträchtigt und demzufolge Krebs und anderen Krankheiten Tür und Tor geöffnet sind. Betrachten wir nun einige augenfälligere Ursachen von Krebs.

      Tabak — ein todbringender Feind

      Seit Jahrzehnten bringt man Tabak und Krebs miteinander in Verbindung. Niemanden versetzt es daher in Erstaunen, folgende Pressemeldung zu lesen: „Die Weltgesundheitsorganisation hat unter Berufung auf einen Bericht, aus dem hervorgeht, daß jährlich nahezu eine Million Tote auf das Konto des Tabakgenusses gehen, das Rauchen und anderweitigen Tabakgenuß scharf verurteilt.“ In der Meldung, die in der New York Times erschien, hieß es weiter, daß „das Rauchen schuld ist an 90 Prozent aller Fälle von Lungenkrebs, an 75 Prozent aller Fälle von chronischer Bronchitis und von Emphysemen und an 25 Prozent der Fälle von ischämischer Herzkrankheit sowie an verschiedenen anderen Krebsformen, an Schwangerschaftskomplikationen und an Erkrankungen der Atemwege.“

      Der Tabak spielt in Verbindung mit Krebs eine so maßgebliche Rolle, daß Dr. Byron J. Bailey vom Fachbereich Medizin der Staatsuniversität Texas dafürhält, die Tabaksucht als Tabakismus zu bezeichnen und dessen Konsequenz als Krebs. Er schrieb in der Zeitschrift Journal of the American Medical Association (JAMA): „Wir müssen einsehen, daß der Tabakismus heute die verhängnisvollste Drogensucht in den Vereinigten Staaten [und in der ganzen Welt] ist und daß er mehr Menschenleben fordert und höhere Kosten verursacht als Kokain, Heroin, das erworbene Immundefektsyndrom, Verkehrsunfälle, Morde und Terrorakte zusammengenommen.“

      Wie steht es aber mit dem Kau- und Schnupftabak, der weltweit bei Millionen Menschen hoch im Kurs steht? Die Zeitschrift New England Journal of Medicine berichtet, daß „in Indien und in gewissen Teilen Zentral- und Südostasiens Mundhöhlenkrebs weit häufiger vorkommt als in den Vereinigten Staaten. In jenen Gebieten ist dies sogar die häufigste Krebsart.“ Ferner heißt es: „Das Kauen von Kautabak allein oder zusammen mit der Betelnuß — eingewickelt in ein mit Kalk bestrichenes Blatt des Betelpfeffers — erhöht das Mundhöhlenkrebsrisiko nachweislich in beträchtlichem Maße.“

      Tabak und Alkohol — Besteht eine Verbindung?

      Wie steht es um das Gespann „Tabak und Alkohol“? Dr. Doll und Dr. Peto bestätigen, daß der Alkoholgenuß „und das Rauchen sich in der Weise beeinflussen, daß das eine die Wirkung des anderen steigert. Der Alkohol steht als Krebsauslöser schon seit 60 Jahren unter Verdacht, zumal sich gezeigt hat, daß bei Männern, die in Berufen tätig sind, in denen man zu einem überdurchschnittlich hohen Alkoholgenuß neigt, häufiger als gewöhnlich die Mundhöhle, die Rachenhöhle, der Kehlkopf oder die Speiseröhre von Krebs befallen wird.“

      Der Krebsexperte Professor Tanneberger bestätigt eine solche Schlußfolgerung, indem er sagt: „Rauchen und übermäßiger Alkoholgenuß sind ein Risikofaktor ersten Ranges. ... Man kann sich der Tatsache nicht entziehen, daß zwischen jemandes Lebensführung und dem Auftreten von Krebs ein Zusammenhang besteht.“

      „Harmlose“ Ursachen

      Millionen Menschen setzen sich, weil es angenehm ist und harmlos erscheint, jedes Jahr einer Gefahr aus, die aber tödlich sein kann: Sonnenstrahlen. Doch übertriebenes Sonnenbaden kann besonders bei Heranwachsenden nach einem Sonnenbrand zur Bildung eines Melanoms führen, eines dunkel pigmentierten Krebses der Haut. Eine medizinische Autorität sagte: „Zu den Bedingungen, die das Risiko maximieren, gehört vielleicht die nicht behutsam gesteigerte Sonneneinwirkung auf ungebräunte Haut“ (The Causes of Cancer).

      Diese Krebsursache sollte nicht leichtgenommen werden, zumal allein in den Vereinigten Staaten in diesem Jahr mit 23 000 Neuerkrankungen und 5 600 Toten gerechnet wird. Am ehesten befallen werden Hellhäutige mit blauen Augen, blondem oder rotem Haar und Sommersprossen.

      Auch röntgenologische Untersuchungen, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen mögen, können, wenn sie zu häufig erfolgen, Krebs auslösen. Zum Beispiel „ist die rasche Zunahme ... bei Schilddrüsenkrebs größer als bei anderen Tumorarten, was teilweise mit der epidemischen Zunahme nicht tödlich verlaufender Fälle von Schilddrüsenkrebs zu erklären ist, die auf die medizinische Verwendung von Röntgenstrahlen zurückzuführen sind“ (The Causes of Cancer).

      Selbst die Kost, die man zu sich nimmt, kann sich als Krebsursache entpuppen. „Untersuchungen lassen die Vermutung zu, daß gewisse Nahrungsmittel und bestimmte Inhaltsstoffe mit der Krebsentstehung in Zusammenhang stehen. Den Ergebnissen ist zu entnehmen, daß die reichliche Aufnahme von Nahrungsfetten ein Krebsrisiko darstellt.

      „Wissenschaftlich nachgewiesen ist ein gewisser Zusammenhang zwischen einem Mangel an Vitaminen — A und C — und Krebs. So wurde beispielsweise eine Vitamin-A-arme Kost mit Prostata-, Gebärmutterhals-, Haut-, Harnblasen- und Kolonkrebs in Verbindung gebracht“ (Amerikanisches Gesundheitsministerium).

      Ein bemerkenswertes Beispiel ist das Aflatoxin, „ein Stoff, den der Schimmelpilz Aspergillus flavus produziert und mit dem gewöhnlich Erdnüsse und andere kohlenwasserstoffhaltige Nahrungsmittel bei feuchtwarmer Lagerung verunreinigt sind“. Nach Dr. Doll und Dr. Peto handelt es sich dabei um „einen Hauptfaktor bei der Entstehung von Leberkrebs in gewissen tropischen Ländern“.

      Ursache und Wirkung erhellt — Was ist der nächste Schritt?

      Tatsächlich gibt es mindestens 200 verschiedene Krebsformen, die zahlreiche voneinander getrennte oder miteinander verknüpfte Ursachen haben. In manchen Fällen gelten die Ursachen noch nicht als gesichert. Chemische Nahrungsmittelzusätze oder industrielle Verschmutzung werden als mögliche Verursacher genannt. Aus ungeklärtem Grund wirkt sich eine späte Mutterschaft und somit das Hinauszögern der natürlichen Laktation in gewissem Grad auf die Brustkrebshäufigkeit aus. Weitere Angaben enthält der Kasten auf Seite 6.

      Wenn also wissenschaftlich nachgewiesen ist, daß viele Krebsarten auf die Lebensweise des Menschen und auf Umweltfaktoren zurückzuführen sind, ist damit der Weg frei zu wichtigen Lösungen des Krebsproblems — Vorsorge und Heilung. Damit befaßt sich der nächste Artikel.

      [Kasten auf Seite 5]

      Definitionen zur Krebsterminologie

      Tumor — eine abnormale Gewebemasse; jede krankhafte Wucherung; auch Neoplasma oder Gewebsneubildung genannt. Er kann benigne oder maligne sein.

      benigne — Eigenschaft von Zellen, die nicht in anderes Gewebe eindringen oder es durchsetzen. Ein benigner Tumor kann allerdings einen gefährlichen Druck ausüben.

      maligne — Eigenschaft von Zellen, Nachbargewebe infiltrierend zu durchwachsen und, wenn sie nicht aufgehalten werden, schließlich den gesamten Körper zu überfallen.

      Krebs — ein maligner Tumor. Krebsgeschwülste werden in zwei Gruppen unterteilt: Sarkome und Karzinome.

      Sarkom — Krebsgeschwulst des Stütz- und Bindegewebes, Knochen, Knorpel, Fett und Muskeln eingeschlossen.

      Karzinom — Krebsgeschwulst, die das Gewebe befällt, das die Ober- und Innenflächen von Körperorganen bedeckt oder umgibt, wie Haut, Darm, Lunge und Brust.

      Karzinogen — eine krebsauslösende Substanz.

      Metastasierung — Übertragung einer Krankheit vom Ursprungsort an weitere Stellen des Körpers.

      Lymphe — eine klare Flüssigkeit, die im Körper zirkuliert. Sie enthält weiße Blutzellen, Antikörper und Nährstoffe.

      Lymphdrüsen — auch Lymphknoten genannt. Sie filtern Verunreinigungen aus dem Körper. Das Lymphsystem spielt bei der Infektionsabwehr eine wichtige Rolle.

      (Gestützt auf Cancer and Vitamin C von Dr. Ewan Cameron und Dr. Linus Pauling; The Facts About Cancer von Dr. Charles F. McKhann.)

      [Kasten auf Seite 6]

      Nachweisliche Krebsauslöser beim Menschen

      Ursache Krebsbefall

      Aflatoxin (auf schimmeligen Erdnüssen) ‐‐‐ Leber

      Übermäßiger Alkoholgenuß ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ Mundhöhle, Rachen,

      Speiseröhre, Leber

      Asbest ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ Lunge, Rippenfell,

      Bauchfell

      Kauen von Mischungen aus

      Betelnußscheiben, Tabak und Kalk ‐‐‐‐‐‐‐‐ Mundhöhle

      Möbel (Hartholz) ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ Nebenhöhlen

      Lederwaren ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ Nebenhöhlen

      Überernährung (die

      Fettleibigkeit verursacht) ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ Gebärmutter-

      schleimhaut,

      Gallenblase

      Späte Mutterschaft ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ Brust

      Kinderlosigkeit oder niedrige Kinderzahl ‐ Eierstöcke

      Parasiteninfektionen:

      Schistosoma haematobium (Afrika) ‐‐‐‐‐‐ Harnblase

      Chlonorchis sinensis (China) ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ Leber

      Promiskuität ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ Gebärmutterhals; Haut

      Steroide ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ Leber

      Tabak ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ Mundhöhle, Rachen,

      Lunge

      Viren (Hepatitis B) ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ Leber

      (Gestützt auf The Causes of Cancer.)

  • Ist der Krebs zu besiegen?
    Erwachet! 1986 | 8. Oktober
    • Ist der Krebs zu besiegen?

      „Krebs scheint daher beim Menschen meistens zu verhüten zu sein“ (The Causes of Cancer).

      „Lebensweise eines Patienten und seine Bereitschaft, beim Heilungsprozeß mitzuwirken, kann die Genesung entscheidend beeinflussen“ (Medicine).

      WIE kann der Krebs besiegt werden? Untersuchen wir, was getan werden kann, um die Krankheit zu heilen oder um zu verhindern, daß sie Verheerungen anrichtet. Wie ein Sprichwort sagt, ist vorbeugen besser als heilen. Betrachten wir deshalb zunächst, ob man über die Ernährung dem Krebs vorbeugen kann.

      Spielt die Ernährung eine Rolle?

      Ist es möglich, daß ein Teil unserer Nahrung Krebs auslöst? In dem Buch Malignant Neglect (Bösartige Unterlassung) heißt es: „Die hohe Rate an Kolon- und Brustkrebs in den Vereinigten Staaten hält man im wesentlichen für ernährungsbedingt.“ Was man also im Laufe der Jahre ißt, kann die Krebsentstehung beeinflussen. Wer an seiner Gesundheit interessiert ist, sollte demnach in bezug auf das, was er ißt oder trinkt, wählerisch sein.

      Zur Kost zählt auch die Flüssigkeitsaufnahme. Da Alkoholmißbrauch zu verschiedenen Krebsformen führen kann, ist es ratsam, Alkohol nur in Maßen zu trinken. Aber was verstehen Ärzte unter „in Maßen“? Viele, die von sich sagen würden, daß sie mäßig trinken, könnte die Antwort verblüffen: „Zwei Glas oder weniger am Tag, vor allem, wenn jemand raucht“ (Diet, Nutrition & Cancer Prevention [Kost, Ernährung & Krebsverhütung]). Aus der Sicht der Krebsvorsorge würde jemand nach dieser Definition nicht mehr in Maßen trinken, wenn er am Tag mehr als zwei Glas eines alkoholischen Getränkes zu sich nähme.

      Das Wichtige ist, daß man gegen den Krebs etwas tun kann, wenn der einzelne vorbeugend etwas unternimmt. Was ist aber erforderlich, damit Vorsorgemaßnahmen auf breiter Ebene ergriffen werden? Der Krebschirurg Blake Cady sagte freiheraus: „Ein öffentliches Erziehungsprogramm, das die Leute dazu bringt, fettes Fleisch zugunsten mageren Fleisches aufzugeben, also zugunsten cholesterinärmerer Kost, würde die Krebshäufigkeit stärker senken als irgendein vorbeugend eingenommenes Medikament“ (Target: Cancer). Was für eine Kost könnte dazu beitragen, den Krebs abzuwenden?

      Eine amerikanische Gesundheitsbehörde empfiehlt, daß die tägliche Kost mindestens 25-35 Gramm natürliche Faserstoffe enthalten soll. Das würde den Verdauungskanal auf natürliche Weise sauberhalten. Wie kann man aber sicherstellen, daß eine Kost faserreich ist? Indem man viel Obst und Gemüse, zum Beispiel Erbsen und Bohnen, oder auch Vollkornbrot ißt. Kartoffeln, Äpfel, Birnen oder Pfirsiche sollten ungeschält gegessen werden. Auch verschiedene Kohlarten können dazu beitragen, das Risiko von Dickdarmkrebs zu senken.

      Ferner wird vom Genuß tierischer Fette abgeraten. Geflügel und Fisch sind gegenüber Rindfleisch zu bevorzugen. Wer dennoch auf Rindfleisch nicht verzichten möchte, sollte Fleisch auswählen, das wenig Fett enthält — auch am Rand. Auch Molkereiprodukte aus entrahmter Milch oder aus Milch mit niedrigem Fettgehalt sind empfehlenswert. Auf den Speisezettel könnte man auch dunkelgrünblättriges Gemüse setzen, das Vitamin A und C enthält, wie zum Beispiel Brokkoli, Grünkohl, Spinat, Chicorée, Brunnenkresse, Mangold und sogar Löwenzahn. Den Gehalt an Vitamin A und C signalisiert auch eine andere Farbe: Gelborange, zum Beispiel bei Möhren, Süßkartoffeln, Gartenkürbissen und anderen Kürbisgewächsen. Gelborange Früchte sind unter anderem Aprikosen, Beutelmelonen, Papayas, Pfirsiche, Ananas und Melonen.

      In der Veröffentlichung Diet, Nutrition & Cancer Prevention heißt es ferner: „Immer mehr spricht dafür, daß eine zu fetthaltige Kost (sowohl gesättigte als auch ungesättigte Fette) das Risiko erhöht, an Kolon-, Brust-, Prostata- oder Gebärmutterschleimhautkrebs zu erkranken.“ Die Schlußfolgerung: Bei einer Reihe von Krebsarten kann die Ernährung eine Rolle spielen.

      Wovon ist im Interesse eines niedrigen Krebsrisikos noch abzuraten? Die folgende Empfehlung stößt bei vielen vielleicht auf Ablehnung, dennoch kommt man nicht umhin, die Rolle des Tabaks zu untersuchen.

      Was über Tabak gesagt wird, stimmt

      Dr. Doll und Dr. Peto von der Universität Oxford schrieben: „Es ist keine Einzelmaßnahme bekannt, die die Zahl der Krebstoten drastischer senken würde als die Einschränkung des Tabakgenusses ... Hauptsächlich würde die Lungenkrebshäufigkeit zurückgehen, die bei gewohnheitsmäßigen Zigarettenrauchern gegen Ende des mittleren Lebensabschnitts zehnmal so hoch ist wie bei Personen, die niemals geraucht haben.“

      Die Ausrottung des Rauchens würde außerdem die Häufigkeit anderer Krebsarten senken. „Erheblich beeinflußt würde auch die Häufigkeit von Krebs in der Mundhöhle, Rachenhöhle, im Kehlkopf, in der Speiseröhre, der Harnblase und vermutlich in der Bauchspeicheldrüse und den Nieren“ (The Causes of Cancer).

      Tödliche Chemikalien

      Atmest du am Arbeitsplatz chemische Substanzen ein, oder kommt deine Haut damit in Berührung? Neuere Forschungen belegen, daß einige Chemikalien Krebs auslösen können. Gemäß David P. Rall, Leiter des Nationalen Toxikologieprogramms in den Vereinigten Staaten, deuten die Beweise darauf hin, daß „18 Chemikalien beim Menschen Krebs auszulösen vermögen, und bei 18 weiteren besteht der Verdacht“. In der Publikation des amerikanischen Gesundheitsministeriums mit dem Titel Decade of Discovery (Jahrzehnt der Entdeckung) wird gesagt: „Eine einzelne Chemikalie kann sowohl die Bildung als auch das Wachstum eines Tumors anregen, aber zwei oder drei Chemikalien können auch gemeinsam einen Tumor entstehen lassen.“ Wenn dies der Fall ist, erhebt sich die Frage nach den risikoreichen Chemikalien und Berufen.

      In dem Buch The Causes of Cancer werden Stoffe aufgeführt wie Alkylierungsmittel, aromatische Amine, Asbest, Benzol, Vinylchlorid und gewisse Verbindungen oder Oxidationszustände von Arsen, Kadmium, Chrom und Nickel. Außerdem wird die Herstellung von Hartholzmöbeln und Lederwaren sowie die Produktion von Isopropylalkohol als risikoreich bezeichnet. Was kann man tun, wenn man beruflich mit diesen Risikofaktoren zu tun hat?

      In der Regel werden verantwortungsbewußte Arbeitgeber Schritte unternehmen, um die Gefahr, die ein Kontakt mit solchen Stoffen darstellt, zu beseitigen. In manchen Fällen werden durch eine verbesserte Lüftung Dämpfe schnell abgesaugt. In anderen Fällen hält man sich nur kurzzeitig in der Gefahrenzone auf. Schutzkleidung und Atemschutzgeräte werden getragen. Dennoch ist hier ein Wort der Vorsicht geboten.

      „Meist ist den Firmen nicht einmal bekannt, daß gewisse Chemikalien vorhanden sind, oder wenn es bekannt ist, hat man keine Vorstellung davon, daß es sich um ein Karzinogen handelt“ (Decade of Discovery). Was ist in einem solchen Fall geboten? Falls ein Arbeitgeber Schutzmaßnahmen ablehnt, könnte man einen Wechsel der Arbeitsstelle in Erwägung ziehen. Letzten Endes ist die Gesundheit eines der höchsten Güter.

      Kann man also persönlich etwas gegen den Krebs tun? Dazu kann man sich zunächst folgende Fragen stellen: Liebe ich das Leben, eine gute Gesundheit und Vitalität? Beeindruckt mich das Wunder eines gesunden Körpers? Möchte ich dem Krebs die Stirn bieten? Wer diese Fragen mit Ja beantworten kann, kann sich auch ausreichend dazu motivieren, in seiner Lebensweise Änderungen vorzunehmen, die dazu dienen, die Wahrscheinlichkeit, daß in seinem Körper Krebs entsteht, herabzusetzen. (Siehe Grafik auf Seite 6.)

      Früherkennung — der erste Schritt zur Heilung

      Was bleibt zu tun, wenn die Vorsorge zu spät kommt? Der Wissenschaftsautor Edward J. Sylvester stellt fest, daß es „immer noch eine gute Nachricht für Personen gibt, die sich vor Krebs fürchten ..., aber ... die meisten Fortschritte in der Behandlung von Krebs stehen mit einer Früherkennung in Verbindung“. Deshalb raten alle Experten auf diesem Gebiet zur Wachsamkeit im Hinblick auf mögliche Warnzeichen für Krebs. Auf welche frühen Warnzeichen sollte man achten? Einige davon sind folgende:

      1. Veränderungen an Darm oder Harnblase oder deren Funktion,

      2. eine nicht heilende Wunde,

      3. ungewöhnliche Blutung oder ungewöhnlicher Ausfluß,

      4. eine Schwellung oder ein Knoten in der Brust oder anderswo,

      5. anhaltende Verdauungsstörungen oder Schluckbeschwerden,

      6. auffällige Veränderung an einer Warze oder an einem Muttermal,

      7. Dauerhusten oder Dauerheiserkeit,

      8. unerklärlicher Gewichtsverlust in jüngster Zeit.

      Bei den ersten Anzeichen eines dieser Symptome sollte ein Arzt konsultiert werden. Natürlich muß das Symptom nicht unbedingt ein Anzeichen für Krebs sein. Aber je früher man es entdeckt, desto besser.

      Fortschritte in der Früherkennung von Tumoren sind mit Hilfe von Mammographie, Thermographie, Sonographie (Ultraschallbild), computerisierter axialer Tomographie (CAT), Papanicolaou-Abstrich und der Untersuchung von Exkreten gemacht worden. Neuerdings ist eine noch genauere Diagnosetechnik entwickelt worden, die NMR- oder Kernspintomographie. Wie der Autor John Boal erklärt, handelt es sich bei der Untersuchung mit dem NMR-Tomographen um ein „nichtinvasives, strahlungs- und schmerzfreies Diagnoseverfahren“. Es ist so empfindlich, daß „gemäß einer Studie der medizinischen Fakultät der Universität Huntington in 93 Fällen, bei denen mit Hilfe des CAT-Scan keine Hirnanomalien entdeckt wurden, Hirntumoren gefunden wurden“ (American Way). Obwohl die Anlage sehr kostspielig ist, erwartet man, daß bis zum Jahresende 1986 in den amerikanischen Krankenhäusern 300 Geräte installiert sein werden.

      Persönliche Einstellung und ärztlicher Rat

      Wenn jemand erfährt, daß er Krebs hat, ist die erste Reaktion oft ein Verleugnen der Realität, die Weigerung, es zu glauben. In dem Buch The Facts About Cancer bezeichnet Dr. McKhann das Verleugnen als „eine überaus wichtige normale und gesunde Abwehrreaktion auf lebensbedrohliche Situationen oder Informationen. Man hat die Reaktion als das ‚Morphium der Seele‘ beschrieben, als eine Reaktion, durch die wir Gedanken zurückweisen, die zu schmerzvoll sind, um sie zu verkraften. Wir gewinnen tatsächlich Zeit, um emotionale Kräfte zu sammeln und der Wirklichkeit gegenübertreten zu können. Oft geschieht dies dadurch, daß uns die Wirklichkeit nur allmählich bewußt wird und uns nicht übermannen kann.“

      Dennoch gibt er folgende Warnung: „Ein hartnäckiges und langanhaltendes Verleugnen der Realität kann bewirken, daß man sich zu spät in ärztliche Behandlung begibt oder den Rat des Arztes und eine Therapie ablehnt, weil man die Diagnose nicht akzeptiert.“

      Als weitere Reaktionen können sich Angst oder Zorn einstellen. Es ist von allgemeinem Interesse, zu wissen, daß „der Zorn gegen die Familie, gegen Gott, das Schicksal, gegen Ärzte, Krankenschwestern, das Krankenhaus oder gegen die Krankheit selbst gerichtet sein kann“.

      Oft überkommt den Krebspatienten ein Schuldgefühl. Als erkrankter Ehemann fühlt er sich schuldig, weil er nicht mehr richtig für den Unterhalt der Familie aufkommen kann. Bei der Frau kommen Schuldgefühle auf, weil sie sich nicht mehr wie sonst um den Haushalt kümmern kann. Dr. McKhann rät: „Es ist weitaus angenehmer, zu bedauern, daß man eine Sache nicht tun kann, als sich deswegen schuldig zu fühlen.“

      Eine andere bei Krebspatienten übliche Reaktion sind Depressionen, die zu Gefühlen der Hoffnungslosigkeit und Schwermut führen können. Wie betrachtet Dr. McKhann solche Reaktionen? „Diese heftigen Reaktionen sind zwar unangenehm, aber völlig normal. ... Sie sind die Antwort auf die Krankheit und kein Teil der Krankheit an sich.“

      Er schlägt folgendes vor: „Die Begegnung mit dem Krebs macht viele Kämpfe erforderlich. Einige wird man gewinnen, aber man wird auch ein paar verlieren. ... Um zu verstehen, was erforderlich ist, ist es nötig, den Feind zu studieren. Das heißt, man muß lernen, wie der Krebs den Körper angreift und, was noch wichtiger ist, wie er einen selbst angreift, die eigentliche Person.“

      Die Krebsbehandlung mutig durchstehen

      In gewisser Hinsicht zahlt sich der Kreuzzug gegen den Krebs allmählich aus, denn die Ergebnisse der vergangenen Jahrzehnte wurden ermutigender. Ärzte, Wissenschaftler und Forscher meinen am Ende des Tunnels ein schwaches Licht zu erkennen. Damit hat ein wichtiger Faktor in den Krieg gegen den Krebs Einzug gehalten — Hoffnung. Dr. McKhann sagt: „Vielleicht ist das wichtigste Einzelerfordernis, um mit dem Krebs leben zu können, die Hoffnung ..., einer der geheimnisvollsten und stärkendsten Werte im Leben.“ Die Genesung lebt von der Hoffnung, wohingegen der Krebs auf Verzweiflung gedeiht. Woher kann ein Krebspatient denn Hoffnung erhalten?

      Es gibt mehrere Quellen, doch drei ragen heraus: (a) mitfühlende Ärzte und Krankenschwestern, (b) positiv gesinnte Angehörige und der Ehepartner, (c) eine gefestigte religiöse Überzeugung. Im letzten Artikel dieser Artikelserie wird auf den religiösen Aspekt und auf die wahre Hoffnung für die Zukunft eingegangen.a

      Aus medizinischer Sicht gründet sich eine feste Hoffnung auf drei wesentliche konventionelle Methoden zur Behandlung des Krebses: Chirurgie, Chemotherapie und Bestrahlung. Worum geht es bei diesen Methoden im einzelnen?

      Die Chirurgie umfaßt die operative Beseitigung des Tumors und vielleicht eines Teils des Nachbargewebes.

      Die Chemotherapie ist eine Behandlung des Krebses mit Medikamenten (Zytostatika), die sich im gesamten Körper verteilen und Tumorzellen angreifen. „Zur Krebsbehandlung stehen über 50 chemische Substanzen zur Verfügung, und bei einigen Tumorarten ist sogar eine völlige Heilung möglich“ (The Facts About Cancer).

      Die Strahlentherapie. Bei dieser Therapie verwendet man energiereiche Strahlung aus Röntgengeräten oder radioaktiven Stoffen wie Kobalt und Radium, um maligne Zellen zu zerstören.

      Mit den Nebenwirkungen fertig werden

      Es wäre nicht gerecht, die erfolgreiche Seite der Krebsbehandlung aufzuzeigen und deren Risiken oder Nebenwirkungen unerwähnt zu lassen. Am einfachsten ausgedrückt, „handelt es sich bei den „Zytostatika um Toxine [Giftstoffe]“, und „einige dieser Medikamente sind so toxisch, daß der Patient an den Nebenwirkungen sterben kann“ (Target: Cancer). Die Chemotherapie ist somit ein zweischneidiges Schwert, da sie den Körper vergiftet. Man hofft, durch sie mehr maligne Zellen abzutöten als gesunde. Doch die Therapie kann drastische Nebenwirkungen haben wie Übelkeit, Erbrechen und vorübergehenden Haarausfall. Viele Patienten waren jedoch der Ansicht, es sei besser, vorübergehend unerwünschte Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen, als vorzeitig zu sterben.

      Die Strahlentherapie bewirkt eigentlich einen Verbrennungsprozeß, bei dem alle Zellen, auf die die Strahlung gerichtet wird, zerstört werden. Man kann die Strahlen jedoch genau auf den Tumor richten. Nichtsdestoweniger sagt eine Autorität, daß „die Bestrahlungstherapie sehr eng mit späteren Krebserkrankungen in Beziehung steht“. Hier ist nur ein Kompromiß möglich, und der Patient muß entscheiden, ob er diesen eingehen will.

      Einige Ärzte geben zu, daß sie gelegentlich diese Therapie selbst dann anwenden, wenn aus ihrer Sicht für den Patienten keine Hoffnung mehr besteht. Der chilenische Chirurg Dr. Villar räumt ein: „Manchmal ist die Krebsbehandlung eine sehr, sehr teure Art der Psychotherapie.“ Der Wissenschaftsautor E. J. Sylvester weist darauf hin, daß „Dr. Villars Einsicht von vielen Krebsärzten geteilt wird, die darüber besorgt sind, daß sogar hochtoxische Behandlungen angeordnet werden, ohne daß Beweise für deren Wirksamkeit vorliegen“. Warum werden sie dann empfohlen? „Weil ein Arzt meint, um die Worte eines kritischen Onkologen zu gebrauchen, die arme Frau nicht einfach sterben lassen zu können“ (Target: Cancer). Doch viele Menschen ziehen es vor, ihr Leben ohne eine Behandlung und eine Verlängerung ihrer Leiden zu beenden. Im besonderen ist das der Fall, wenn eine Therapie keine Aussicht auf Erfolg hat und durch sie das Leiden nur verschlimmert wird.

      Ist der Brustkrebs zu besiegen?

      Eine der wohl gefürchtetsten Krebsarten bei Frauen und auch bei manchen Männern ist der Brustkrebs, und das nicht nur wegen der hohen Sterblichkeitsrate, sondern auch aus ästhetischen und psychischen Gründen. Wie kann die Entfernung einer Brust, die Mastektomie, vermieden werden? Ein wichtiger Faktor ist eine frühe Diagnose.

      Frauen wird eine Selbstuntersuchung auf Brustknoten geraten, doch darüber hinaus wird Frauen mit größeren Brüsten empfohlen, jährlich eine Mammographie, also eine röntgendiagnostische Untersuchung, durchführen zu lassen. Warum wird diese Empfehlung gegeben? Weil es schwierig ist, einen tief im Gewebe sitzenden Knoten zu ertasten. Dr. Cory SerVaas riet: „Die Chancen für eine Frau, zu denjenigen zu gehören, die noch einmal davonkommen, sind weitaus besser, wenn sie mit Erreichen des 35. oder 40. Lebensjahres das erstemal eine Mammographie vornehmen läßt.“ Warum ist das der Fall? „Bei den meisten Brustkrebsformen, die im Stadium I entdeckt werden, beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate 85 Prozent.“

      Heute gibt es Röntgengeräte, mit denen die Mammographie mit nur sehr geringer Strahlenbelastung durchgeführt werden kann. Dadurch wird das Risiko herabgesetzt, zufolge zu hoher Strahlenbelastung Krebs zu bekommen.

      Ein anderes Hilfsmittel zur Früherkennung ist die Thermographie, bei der die Temperaturverteilung in der Brust ermittelt wird. „Tumoren entwickeln ihre eigene Blutversorgung und benötigen für ihr Wachstum viel Sauerstoff. ... Sie bilden Flecken mit erhöhter Temperatur, da von ihnen weit mehr Wärme ausströmt als von normalen Zellen“ (Target: Cancer). Somit ist eine frühe Erkennung des „heißen Flecks“ im Thermogramm möglich.

      In der Vergangenheit war eine Brustkrebsoperation oft mit einer radikalen Mastektomie verbunden — eine entstellende Entfernung der Brust und benachbarten Muskelgewebes sowie benachbarter Lymphknoten. Wird das weiterhin als nötig erachtet? Dr. Bernard Fisher, ein Brustkrebsexperte, kam zu dem Schluß, daß nicht nur die radikale Mastektomie gewöhnlich ungerechtfertigt war, sondern daß auch „die einfache Mastektomie, die Ausräumung des gesamten Brustgewebes, anscheinend keine besseren Überlebenschancen mit sich brachte als die Lumpektomie [die Entfernung eines Knotens allein], ob mit oder ohne Bestrahlung“.

      Gibt es andere Behandlungsmöglichkeiten?

      Bis zu dieser Stelle haben wir nur die schulmedizinischen Krebsbehandlungsmethoden betrachtet. Es ist jedoch angebracht, zu erwähnen, daß einige Patienten — mit unterschiedlichem Erfolg oder Mißerfolg — zu anderen Methoden Zuflucht genommen haben. Beispiele dafür sind die Behandlung mit Laetril (Vitamin B17), die Hoxsey-Therapie, bei der Kräuter und gewisse chemische Substanzen verwendet werden, und eine andere Methode, die von Dr. William D. Kelley, einem Zahnarzt, entwickelt wurde und bei der man davon ausgeht, daß Krebs „einen aktiven Pankreasenzymmangel anzeigt“ (One Answer to Cancer, [Eine Lösung des Krebsproblems]).

      Außerdem „gibt es eine große Zahl von Personen“, heißt es in dem Buch Target: Cancer, „darunter einige Ärzte, die in bezug auf die Ursache, Heilung und Verhütung von Krebs und anderen Krankheiten eine ‚ganzheitliche‘ Vorstellung vertreten, wonach Krebs eine Krankheit ist, bei der der ganze Mensch aus der Ordnung geraten ist und gewissenhafte Bemühungen von seiten des Menschen die Gesundheit wiederherstellen können. Zahlreiche namhafte Personen glauben daran, und viele ehemalige Krebskranke behaupten felsenfest, daß sie durch ein Beachten der Vorschriften, die sich statt auf eine reduktionistische auf eine ganzheitliche Betrachtungsweise der Gesundheit stützen, geheilt worden sind.“

      Eine dieser ehemaligen Krebspatienten ist Alice, eine Frohnatur. Sie ist Mitte Fünfzig und stammt aus Britisch-Kolumbien (Kanada). Vor 36 Jahren wurde sie das erstemal wegen eines kleinen malignen Tumors an der Hand operiert. Sechs Jahre später wurde ihr ein Ovarialkarzinom entfernt. Dann, im Jahre 1960, erfolgte bei ihr eine Hysterektomie (operative Entfernung der Gebärmutter).

      Im Jahre 1965 trat erneut Krebs auf, und wiederum wurde eine Operation empfohlen. Alice sagt: „Man wollte eine Kolostomie und eine Mastektomie vornehmen, doch ich war dagegen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich von Operationen genug. Daher begab ich mich nach Mexiko und führte die Hoxsey-Behandlung durch. Ich hielt mich 11 Jahre lang an die Methode. Bei mir half es, obwohl ich auch weiß, daß dies bei anderen nicht der Fall war. Seither ist keine Krebsgeschwulst mehr bei mir aufgetreten.“

      Eine andere Frau, die in ihrem Kampf gegen den Krebs Erfolg hatte, ist Rose Marie. Ihre Geschichte wird als nächstes erzählt.

      [Fußnote]

      a In der Erwachet!-Ausgabe vom 22. Oktober 1986 erscheint ein Artikel über die unterstützende Rolle des medizinischen Personals und der Angehörigen.

      [Kasten auf Seite 13]

      Erwachet! berichtet zwar über verschiedene Methoden, bezieht aber keine Stellung in bezug auf deren Wirksamkeit. Dr. Kelley gab zu: „Es sollte stets im Sinn behalten werden, daß jede Methode [konventionell oder unkonventionell] oder eine Kombination davon, für die man sich entscheidet, große Risiken birgt.“ Daher versuchen wir, über die gegenwärtige Situation zu informieren, und überlassen es dem einzelnen, nach einer Analyse dieser Situation und der Konsultation von Fachärzten eine Entscheidung zu treffen.

      [Übersicht auf Seite 10]

      (Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

      STICHPROBENVERGLEICH DER ANZAHL DER KREBSTOTEN BEI MÄNNLICHEN RAUCHERN GEGENÜBER DER ERWARTETEN ZAHL BEI NICHTRAUCHERNb

      Jeder Mann steht für 100 Todesfälle

      LUNGENKREBS

      NICHTRAUCHER 231 Todesfälle erwartet

      RAUCHER 2 609 Todesfälle beobachtet

      MUNDHÖHLEN- UND RACHENKREBS

      NICHTRAUCHER 65 Todesfälle erwartet

      RAUCHER 452 Todesfälle beobachtet

      [Fußnoten]

      b Gestützt auf die Zahl der Toten in der Mitte der 70er Jahre bei Männern in den USA, die in den 50er Jahren Raucher waren. (Siehe The Causes of Cancer, Seite 1221.)

      [Bilder auf Seite 9]

      Diese Nahrungsmittel enthalten natürliche Faserstoffe und Vitamine, die als Schutz vor Krebs dienen

  • „Krebs — Ich bekämpfe ihn“
    Erwachet! 1986 | 8. Oktober
    • „Krebs — Ich bekämpfe ihn“

      DIE Texanerin Rose Marie ist eine sehr lebensfrohe, mitteilsame Mittsechzigerin. Im Jahre 1964, etwa zu der Zeit, als sie in die Wechseljahre kam, entdeckte sie das erstemal bei sich eine Geschwulst. Hier ist ihre ermutigende Geschichte:

      Als ich das erstemal einen Knoten in meiner Brust bemerkte, machte ich mir Sorgen darüber, was es wohl sein könne. Mein Mann brachte mich deshalb zu einer Untersuchung ins Krankenhaus. Es war schrecklich, dort zu sitzen und auf das „Urteil“ zu warten. Als ich schließlich erfuhr, daß bei mir der Verdacht auf Brustkrebs bestehe, hatte ich das Gefühl, mir hätte jemand einen Schlag in die Magengegend versetzt. Dann folgte eine Zeit der Unschlüssigkeit. Was sollten wir tun? Einige Ärzte drängten auf eine Operation, während von anderer Seite eine alternative Behandlungsmethode empfohlen wurde. Wofür sollten wir uns entscheiden?

      Mein Mann sprach mit einem befreundeten Arzt, der sagte, daß die meisten Knoten zwar gutartig seien, man aber auch damit rechnen müsse, daß die Diagnose „bösartig“ lauten könne. Somit standen wir vor der Frage, ob wir das Risiko auf uns nehmen sollten, die Operation hinauszuschieben, oder ob wir den krankhaften Knoten sofort herausoperieren lassen sollten. Wir entschieden uns für die Operation. Der Knoten wurde entfernt, und der Befund lautete: nicht bösartig. Ich stieß einen Seufzer der Erleichterung aus.

      Im Jahre 1965 entdeckte ich in derselben Brust wieder einen Knoten. Das war zwar ein Rückschlag, aber keine Niederlage. Ich ließ mich erneut operieren, und auch dieser Knoten war gutartig. Ich hielt sozusagen den Atem an, während zwei Jahre lang alles gut lief. Dann trat 1967 in derselben Brust wieder ein Knoten auf. Die Ärzte ordneten eine sorgfältige Gewebeuntersuchung an, und der Befund lautete: bösartig. Die Brust würde entfernt werden müssen. Einen Monat später wurde bei mir eine „einfache“ Mastektomie vorgenommen.

      Acht problemlose Jahre vergingen. Bei mir stellte sich das Gefühl ein, den Krebs besiegt zu haben. Doch 1975 fand ich einen Knoten in der anderen Brust. Angesichts meiner Krankengeschichte befürworteten die Ärzte eine Mastektomie dieser Brust. Um sicherzugehen, daß sich der Krebs nicht ausbreitete, ordneten sie außerdem eine Reihe von Bestrahlungen an. Ich muß zugeben, daß dieses Verfahren für mich entsetzlich war. Warum?

      Jedesmal mußte ich mit anderen zusammen auf die Bestrahlung warten. Im Gesicht und am Körper hatte jeder rot markierte Stellen, auf die die Bestrahlungskanone gerichtet werden sollte. Das sah alles sehr beunruhigend aus. Schließlich wurde auch ich jeweils in den Bestrahlungsraum gerufen. Alles war für mich so unheimlich, weil ich wußte, daß die unsichtbaren Strahlen nicht nur bösartiges, sondern auch gutartiges Gewebe zerstören würden. Auf jeden Fall bekam ich in etwa 15 Wochen insgesamt 30 Bestrahlungen. Seither mußte ich mich nur zweimal wegen eines gutartigen Tumors am Rücken und an der Hand operieren lassen.

      Kraft zum Überleben

      Ich bin wirklich dankbar, 22 Jahre nach Auftreten der ersten Geschwulst noch am Leben zu sein. Eine große Hilfe, diese prüfungsreiche Zeit durchzustehen, war mir mein Mann. Er hat es so eingerichtet, daß er mich jedesmal ins Krankenhaus begleiten konnte, auch zu den Bestrahlungen. Ich meine, daß man wirklich einen guten Freund oder einen Verwandten braucht, der einem hilfreich zur Seite steht, wenn man ins Krankenhaus muß. Aber es muß jemand sein, der nicht leicht zu erschüttern ist und positiv auf einen einwirkt, er darf nicht sentimental sein. Mir kommen schnell die Tränen, und ich brauche niemanden, der mich in dieser Hinsicht noch bestärkt.

      Auch die Ärzte waren mir, wie ich meine, eine große Hilfe. Wir freuten uns sehr, Dr. James Thompson zu haben, einen der besten zur damaligen Zeit. Er konnte mit Kranken gut umgehen, selbst im Operationssaal. Er sprach auch offen über meine Situation, ohne verletzend oder rücksichtslos zu sein.

      Ich habe gelernt, mich nicht über Gebühr mit meiner Krankheit zu beschäftigen. In meinem Leben habe ich mich stets bestimmten Interessen und Betätigungen gewidmet. Lesen macht mir zum Beispiel Freude, aber es muß etwas Erfreuliches sein. In mir sträubt sich etwas dagegen, über schauerliche Dinge nachzudenken. Krankenhausgeschichten im Fernsehen kann ich ebenfalls nicht ausstehen.

      Was half mir, wenn ich krank war? Eines der Dinge, die ich sehr schätzte, war, viele Karten und Briefe mit Genesungswünschen zu erhalten. Es war sehr ermutigend zu wissen, daß viele an mich dachten. Wenn man krank ist, ist man nicht ständig aufgelegt, Besuch zu empfangen, aber über Karten freut man sich immer. Natürlich habe ich es geschätzt, Besuch zu bekommen und erbauende und positive Worte zu hören. Niemand, der Krebs hat, möchte wissen, daß jemandes Verwandter vor drei Jahren an Krebs gestorben ist. Bei einem Krankenbesuch ist es also gut, taktvoll zu sein.

      Natürlich hat mir als Zeugin Jehovas mein Glaube sehr geholfen. Soweit es mir möglich war, habe ich meine christliche Tätigkeit fortgesetzt. Anderen aus der Bibel die Hoffnung auf Gottes neues System zu zeigen und über die Auferstehungshoffnung zu sprechen hat zur Vertiefung meines Glaubens beigetragen. Heute, im Jahre 1986, freue ich mich, immer noch am Leben zu sein und mein Leben mit dem Dienst für Jehova auszufüllen. (Eingesandt.)

      Fortschritte, die in den letzten Jahren in der Krebstherapie gemacht wurden, haben dazu geführt, daß bei einigen Patienten eine einfache Lumpektomie ausreicht. Die Wahl der Behandlung hängt jedoch von vielen Faktoren ab [Red.].

  • Wann es den Krebs nicht mehr geben wird
    Erwachet! 1986 | 8. Oktober
    • Wann es den Krebs nicht mehr geben wird

      „Bis zum Jahr 2100 sind Fortschritte in der biologischen Grundlagenforschung denkbar, die eine Krebsvorsorge anhand heute noch völlig unvorhersehbarer Mittel ermöglichen“ (The Causes of Cancer).

      KREBS wird gemäß der biblischen Prophetie sogar schon eher ausgerottet werden und, soweit es die Autoren des oben zitierten Buches betrifft, gewiß unter Einsatz „heute noch völlig unvorhersehbarer Mittel“. Warum können wir so etwas behaupten?

      Unsere Behauptung stützt sich darauf, daß Jesus Christus, der vor über 1 900 Jahren zur Erde gesandt wurde, die Macht empfing, der Menschheit Leben und Gesundheit zurückzugeben. Bei einer Gelegenheit heilte er den Diener eines römischen Offiziers, der gelähmt zu Hause lag und schreckliche Qualen litt (Matthäus 8:5-13). Bei einer anderen Gelegenheit machte Jesus die Schwiegermutter des Petrus gesund, die fieberkrank daniederlag. Wie ging er dabei vor? ‘Er rührte ihre Hand an, und das Fieber verließ sie, und sie stand auf’ (Matthäus 8:14-17).

      Wie eine Analyse des Dienstes Jesu zeigt, befreite er Menschen ungeachtet ihres Geschlechts oder Alters von allerlei Krankheiten. Er heilte vielerlei Kranke: Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme, Epileptiker, einen Gelähmten, eine Frau, die mit einem Blutfluß behaftet war, einen Mann mit einer verdorrten Hand und einen anderen Mann mit Wassersucht. Er weckte auch Menschen von den Toten auf. Wie gelang ihm das? Wandte er eine besondere Therapie an?

      Jesus griff nicht zur Hypnose, zur Psychotherapie oder zu irgendeiner anderen Heilmethode. Die Heilungen waren auch nicht auf Jesu Weisheit, sein Wissen oder seine eigene Kraft zurückzuführen. Es handelte sich um Wunderheilungen, die von einer übernatürlichen Quelle ausgingen (Matthäus 8:17; Jesaja 53:4). Nichts anderes als der Geist und die Kraft seines Vaters bewirkten die Heilungen. Sie wurden allerdings nur einer Minderheit von Kranken in den Tagen Jesu zuteil, und sie bewahrten den Geheilten auch nicht davor, später zu sterben. Welchem Zweck dienten sie dann in Wirklichkeit?

      Die Heilungen Jesu weisen auf eine Zeit hin, wo die gottergebene Menschheit in den Genuß der Wiederherstellung der Gesundheit und des Lebens kommt — Gaben Gottes. Die Bibel gibt uns also die begeisternde Verheißung: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker [auf der Erde] sein. ... Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen“ (Offenbarung 21:3, 4).

      Zu den früheren Dingen, die schließlich vergangen sein werden, gehört auch der Krebs samt seinen Ursachen. Unter der Königreichsherrschaft, die Gott durch Christus ausübt, werden die todbringenden Umweltfaktoren ein für allemal ausgeschaltet werden. Aufreibender Streß wird beseitigt werden, und das menschliche Immunsystem wird so funktionieren wie beabsichtigt. Der gesunde Körper des Menschen wird mit einem gesunden Sinn zusammenarbeiten, der auf wahre geistige Werte gerichtet ist (Jesaja 33:24; 35:5, 6).

      Klingt das alles nicht zu schön, um wahr zu sein? In der Bibel wird uns von Gott aber folgendes garantiert: „Und der, der auf dem Thron saß, sprach: ‚Siehe! Ich mache alle Dinge neu. ... Schreibe, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr‘“ (Offenbarung 21:5). Diese lebendige Hoffnung ist es, die Zeugen Jehovas aufrechterhält, wenn sie — manche sogar bis zum Tod — unter den verheerenden Wirkungen der Krebskrankheiten zu leiden haben. Sie wissen, daß Jehova Gott „neue Himmel und eine neue Erde“ verheißen hat (Jesaja 65:17, 18).

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