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Was Frauen über Brustkrebs wissen solltenErwachet! 1994 | 8. April
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Was Frauen über Brustkrebs wissen sollten
AUF jedem Kontinent steigt die Zahl der Brustkrebserkrankungen. Wie einige schätzen, wird es bis zum Jahr 2000 weltweit jährlich etwa eine Million neuer Brustkrebspatientinnen geben.
Gibt es Frauen, die vor Brustkrebs sicher sind? Läßt er sich irgendwie verhindern? Und wie kann man denen beistehen und helfen, die dagegen kämpfen?
Hautkrebs entsteht meistens durch ultraviolette Sonneneinstrahlung. Lungenkrebs wird größtenteils durch Rauchen verursacht. Für Brustkrebs ließ sich jedoch bis heute keine spezielle Ursache nachweisen.
Allerdings lassen neuere Forschungen erkennen, daß genetische, hormonelle und umweltbedingte Faktoren bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle spielen. Eine Frau, auf die einer dieser drei Faktoren zutrifft, ist unter Umständen besonders gefährdet.
Familiengeschichte
Falls eine Frau Familienangehörige hat, die an Brustkrebs erkrankt sind — die Mutter, eine Schwester oder selbst die Großmutter oder eine Tante mütterlicherseits —, dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, daß sie selbst daran erkranken wird. Und wenn eine familiäre Häufung von Brustkrebs vorliegt, ist das Risiko noch höher.
Dr. Patricia Kelly, eine Genetikerin aus den Vereinigten Staaten, sagte gegenüber Erwachet!, Erbfaktoren seien zwar am Entstehen von Brustkrebs beteiligt, doch sie seien wahrscheinlich lediglich für 5 bis 10 Prozent aller Brustkrebsfälle verantwortlich. „Wir glauben“, erklärte sie weiter, „daß es unter anderem auch dann zu Brustkrebs kommt, wenn eine gewisse genetische Disposition und entsprechende Umweltbedingungen zusammentreffen.“ Familienangehörige mit denselben Erbträgern sind auch häufig denselben Umweltbedingungen ausgesetzt.
Umweltfaktoren
Die Zeitschrift Science zitierte die Expertin Devra Davis, die sagte, es gebe allgemein gesprochen zweifellos Umweltfaktoren, die Brustkrebs auslösten. Da die weibliche Brust zu den strahlenempfindlichsten Bereichen des Körpers gehört, ist das Brustkrebsrisiko bei Frauen, die einer ionisierenden Strahlung ausgesetzt sind, erhöht. Das trifft ebenfalls auf Frauen zu, die mit giftigen Chemikalien in Berührung kommen.
Ein weiterer Umweltfaktor ist die Ernährung. Wie einige meinen, löst Vitaminmangel Krebs aus, insbesondere ein Mangel an Vitamin D. Dieses Vitamin hilft dem Körper bei der Resorption von Kalzium, was wiederum einem unkontrollierten Zellwachstum entgegenwirkt.
Andere Untersuchungen stellen eine Verbindung zum Fett in der Nahrung her; das Fett kann zwar nicht als Ursache von Krebs bezeichnet werden, aber es begünstigt ihn. Wie man in der Zeitschrift FDA Consumer lesen konnte, war die Sterblichkeitsrate aufgrund von Brustkrebs in den Ländern am höchsten, in denen die Kost reich an Fett und tierischem Eiweiß ist, so zum Beispiel in den Vereinigten Staaten. Die Zeitschrift bemerkte: „Von jeher war das Brustkrebsrisiko unter Japanerinnen gering, doch im Zuge der ‚Verwestlichung‘ der Eßgewohnheiten der Japaner — von einer fettarmen zu einer fettreichen Kost — ist es drastisch angestiegen.“
Gemäß einer neueren Studie könnten die vielen Kalorien, die mit fettreicher Nahrung aufgenommen werden, die eigentliche Gefahr darstellen. In der Zeitschrift Science News hieß es: „Jede überschüssige Kalorie erhöht das Brustkrebsrisiko, wobei jede Kalorie, die aus dem Nahrungsfett stammt, ein um 67 Prozent höheres Risiko darstellt als andere Kalorien.“ Überschüssige Kalorien bedeuten unter Umständen überschüssige Pfunde, und sehr übergewichtige Frauen gehen dadurch angeblich ein dreimal so hohes Brustkrebsrisiko ein, vor allem Frauen, deren Regelblutung bereits aufgehört hat. Das Körperfett produziert Östrogen, ein weibliches Geschlechtshormon, das negative Auswirkungen auf das Brustgewebe haben und so zu Krebs führen kann.
Persönliche Lebensgeschichte und Hormone
In der weiblichen Brust gehen während des gesamten Lebens einer Frau starke hormonell bedingte Veränderungen vor sich. Der Onkologe und Chirurg Dr. Paul Crea schrieb in der Veröffentlichung Australian Dr Weekly: „Ist das Brustgewebe einer verlängerten hormonellen Stimulation ausgesetzt ..., so führt dies allerdings bei manchen Frauen zu einer Reihe von zytologischen Veränderungen, die schließlich zu einer malignen [karzinomatösen] Entartung führen.“ Aus diesem Grund wird angenommen, daß Frauen, bei denen die Menstruation bereits früh, mit etwa 12 Jahren, eingesetzt hat oder die erst spät, Mitte 50, in die Wechseljahre gekommen sind, eher an Brustkrebs erkranken.
Es wurden schon heftige Kontroversen darüber geführt, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen Brustkrebs und den zusätzlich zugeführten Östrogenen, wie sie im Rahmen einer Östrogentherapie verabreicht werden. Während einige Studien kein erhöhtes Risiko erkennen ließen, war in anderen ein deutliches Risiko im Fall einer Langzeittherapie nachweisbar. Wie es im British Medical Bulletin von 1992 mit Bezug auf die nochmals überprüften Untersuchungen hieß, besteht die Möglichkeit, daß „Östrogene, die nicht zur Empfängnisverhütung eingesetzt werden, ein um 30—50 Prozent erhöhtes Risiko mit sich bringen, an Brustkrebs zu erkranken, sofern sie über einen langen Zeitraum hinweg eingenommen werden“.
Laut Berichten kann oralen Kontrazeptiva kaum eine brustkrebsfördernde Wirkung zugeschrieben werden. Allerdings gibt es eine Gruppe von Frauen, die besonders gefährdet ist. Junge Frauen, kinderlose Frauen oder Frauen, die schon lange die Pille nehmen, gehen ein 20 Prozent höheres Risiko ein.
Jedoch gibt es bei drei von vier an Brustkrebs erkrankten Frauen keinen Hinweis auf eine spezielle Ursache, die zu ihrer Krankheit beigetragen hat. Somit stellt sich die Frage, ob es überhaupt Frauen gibt, die sich sicher sein können, daß sie nicht an Brustkrebs erkranken werden. Die Zeitschrift FDA Consumer berichtet: „Aus der Sicht des Klinikers sollte jede Frau als gefährdet gelten.“
Daher sind Frauen, vor allem ältere Frauen, anfällig für diese Krankheit. Wie Dr. Kelly erklärte, habe Brustkrebs zwar verschiedene Ursachen, aber ihrer Meinung nach komme es manchmal einfach infolge des Älterwerdens zu einer unnatürlichen Zellteilung.
Warum anfällig für Brustkrebs?
Beschäftigen wir uns nun mit dem Aufbau der weiblichen Brust, der erklärt, warum sie für Krebs anfällig ist. Winzige Milchgänge transportieren die Milch vom Ort der Produktion, den Drüsenläppchen, zur Brustwarze. Die Gänge werden von Zellen ausgekleidet, die sich in Abhängigkeit vom Monatszyklus der Frau teilen und verändern; auf diese Weise wird der Körper der Frau auf die Schwangerschaft, die Milchbildung und das Stillen vorbereitet. In den meisten Fällen entsteht der Brustkrebs in diesen Gängen.
In dem Buch Alternatives: New Developments in the War on Breast Cancer erläutert die Forscherin Rose Kushner: „Jede Routine, in die immer wieder störend eingegriffen wird, stellt eine größere Fehlerquelle dar, selbst wenn die Störungen ganz natürlicher Art sind.“ Außerdem schreibt sie: „Auf die stark beanspruchten Zellen in der weiblichen Brust wirken ständig Hormone ein, die Vorgänge stoppen oder sie in Gang setzen. Deswegen ist es nicht verwunderlich, wenn zahllose Tochterzellen verrückt spielen.“
Brustkrebs entsteht, wenn sich eine entartete Zelle teilt und die Kontrolle über den Wachstumsprozeß verliert und dann eine starke Vermehrung erfolgt. Solche Zellen teilen sich immer weiter, und nach einer gewissen Zeit überwuchern sie das gesunde Nachbargewebe und verwandeln ein bisher gesundes Organ in ein krankes.
Metastasen
Beschränkt sich der Krebs auf die Brust, kann der bösartige Tumor entfernt werden. Hat der Brustkrebs jedoch bereits in andere Körperregionen gestreut, dann handelt es sich um metastasierenden Brustkrebs. In dieser Verlaufsform besteht die größte Gefahr für Brustkrebspatienten. Während sich die Krebszellen in der Brust teilen und der Tumor größer wird, können Krebszellen unbemerkt den Primärtumor verlassen und in die Blut- und Lymphbahn gelangen.
Ist es dazu gekommen, können die Krebszellen in andere, vom Primärtumor weit entfernte Regionen geschwemmt werden. Sind die kranken Zellen der körpereigenen Immunabwehr entkommen, wozu auch die im Blut- und im Lymphstrom zirkulierenden natürlichen Killerzellen gehören, siedeln sie sich womöglich in lebenswichtigen Organen wie der Leber oder der Lunge an oder im Gehirn. Wenn diese Organe vom Krebs befallen sind, können sich die Tumorzellen dort weiter vermehren und erneut streuen. Ist es zu einer Metastasierung gekommen, ist das Leben der Patientin ernsthaft gefährdet.
Daher ist die Früherkennung ein Schlüssel zum Überleben, denn dadurch kann verhindert werden, daß sich der Krebs ausbreitet. Was kann jede Frau tun, um die Chancen einer Früherkennung zu verbessern? Und kann sie etwas dafür tun, daß es erst gar nicht zur Entstehung von Brustkrebs kommt?
[Herausgestellter Text auf Seite 4]
Bei drei von vier an Brustkrebs erkrankten Frauen gibt es keinen Hinweis auf eine spezielle Ursache, die zu ihrer Krankheit beigetragen hat
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Der Schlüssel zum ÜberlebenErwachet! 1994 | 8. April
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Der Schlüssel zum Überleben
ANGENOMMEN, wir hörten in den Nachrichten, daß ein Mörder die Nachbarschaft unsicher macht. Würden wir nicht etwas zum Schutz unserer Familie unternehmen? Wahrscheinlich würden wir die Türen fest verriegeln, um ihm ein Eindringen so schwer wie möglich zu machen. Außerdem würden wir nach verdächtig aussehenden Fremden Ausschau halten und der Polizei unverzüglich von ihnen berichten.
Sollten Frauen nicht ebenso entschlossen handeln, um sich vor einer tödlichen Krankheit, dem Brustkrebs, zu schützen? Welche Maßnahmen können sie ergreifen, um sich zu schützen oder um ihre Überlebenschancen zu vergrößern?
Vorbeugung und Ernährung
Man schätzt, daß jeder dritten Krebserkrankung in den Vereinigten Staaten ernährungsbedingte Faktoren zugrunde liegen. Eine gesunde Ernährung, die das körpereigene Immunsystem kräftigt, ist möglicherweise die wichtigste Waffe im Kampf gegen Krebs. Zwar können keine heute bekannten Nahrungsmittel Krebs heilen, aber man kann ihm vorbeugen, indem man gewisse Lebensmittel ißt und den Genuß anderer einschränkt. „Durch die richtige Ernährung läßt sich das Brustkrebsrisiko um bis zu fünfzig Prozent reduzieren“, erklärte Dr. Leonard Cohen von der amerikanischen Gesundheitsstiftung in Valhalla (New York).
Eine faserreiche Kost wie beispielsweise Vollkornbrot und Vollkornmehl kann dazu beitragen, den Prolaktin- und Östrogenspiegel zu senken; anscheinend werden die Hormone von den Fasern gebunden und zusammen mit ihnen ausgeschieden. In der Zeitschrift Nutrition and Cancer war zu lesen, daß „dieser Effekt der Karzinogenese in der Phase der Tumorpromotion entgegenwirken könnte“.
Auch Zurückhaltung beim Verzehr gesättigter Fette mag das Risiko herabsetzen. Wie es in der Zeitschrift Prevention hieß, lebt man gesünder, wenn man von Vollmilch auf Magermilch umsteigt, weniger Butter und mehr mageres Fleisch ißt sowie auf Hühnerhaut verzichtet und auf diese Weise die Zufuhr gesättigter Fette auf ein weniger gefährliches Niveau reduziert.
Vitamin-A-reiches Gemüse — Karotten, Kürbis, süße Kartoffeln — sowie dunkelgrünblättriges Gemüse wie Spinat und verschiedene Arten Blattkohl mögen empfehlenswert sein. Vitamin A soll die Eigenschaft besitzen, die Entstehung von krebserzeugenden Mutationen zu hemmen. Und Gemüsesorten wie Schalotten, Brokkoli, Rosen- und Blumenkohl sowie einige Kopfkohlarten enthalten Chemikalien, die zur Bildung von Enzymen mit einem schützenden Effekt anregen.
Dr. Paul Rodriguez schreibt in dem Buch Breast Cancer—What Every Woman Should Know, daß sich das Immunsystem, das kranke Zellen erkennt und zerstört, durch eine richtige Ernährung stärken läßt. Er rät, viel eisenreiche Nahrung zu essen wie mageres Fleisch, grünblättriges Gemüse und Schalentiere, aber auch Vitamin-C-reiche Früchte und Gemüsesorten. Wie im Journal of the National Cancer Institute zu lesen war, reduzieren Früchte und Gemüse, die viel Vitamin C enthalten, die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken. Sojabohnen und unfermentierte Sojaprodukte enthalten einen Flavonfarbstoff, der bei Labortests das Wachstum von Tumoren gehemmt hat; ob er beim Menschen die gleiche Wirkung erzielt, muß noch erforscht werden.
Früherkennung
„Die Früherkennung von Brustkrebs bleibt der wichtigste Schritt, um der Krankheit einen günstigen Verlauf zu geben“, heißt es in der Veröffentlichung Radiologic Clinics of North America. In dieser Hinsicht spielen drei Maßnahmen eine besondere Rolle: eine regelmäßige Brustselbstuntersuchung, eine jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Arzt und die Mammographie.
Eine Frau sollte jeden Monat eine Brustselbstuntersuchung vornehmen und darauf achten, ob ihre Brust irgendwie verdächtig aussieht oder sich anders anfühlt — zum Beispiel mag sie eine Verhärtung oder einen Knoten entdecken. Ganz gleich, wie minimal die Veränderung ist, sie sollte unverzüglich ihren Arzt darüber informieren. Je eher ein Knoten diagnostiziert wird, desto größeren Einfluß kann sie auf ihre Zukunft nehmen. Wie ein Bericht aus Schweden erkennen ließ, war in 94 Prozent der Fälle eine Lebenserwartung von 12 Jahren möglich, wenn ein nichtmetastasierender Brustkrebs von etwas über 15 Millimeter Durchmesser oder kleiner herausoperiert wurde.
Dr. Patricia Kelly sagte: „Es ist sehr unwahrscheinlich, daß der Krebs wieder auftritt, wenn es nach zwölfeinhalb Jahren zu keiner erneuten Tumorbildung gekommen ist. ... Frauen können lernen, durch einfaches Abtasten der Brust einen Tumor zu entdecken, der kleiner als ein Zentimeter ist.“
Frauen — insbesondere Frauen über 40 — wird angeraten, sich regelmäßig einmal im Jahr von einem Allgemeinmediziner oder einem Facharzt untersuchen zu lassen. Entdeckt dieser einen Knoten, wäre es empfehlenswert, einen Spezialisten für Brustkrebs oder einen Chirurgen zu Rate zu ziehen.
Dem Nationalen Krebsinstitut der Vereinigten Staaten zufolge ist eine regelmäßig durchgeführte Mammographie eine nützliche Waffe gegen den Brustkrebs. Durch diese Art der Röntgenuntersuchung lassen sich Tumoren feststellen, die womöglich erst zwei Jahre später zu ertasten sind. Die Mammographie wird Frauen über 40 empfohlen. Dr. Daniel Kopans erklärte hingegen: „Die Mammographie kann auf keinen Fall einen 100prozentigen Aufschluß geben.“ Nicht jeder Brustkrebs ist durch diese Methode nachweisbar.
Wie Dr. Wende Logan-Young von einer Klinik für Brustkrebs im Staat New York gegenüber Erwachet! sagte, mag man dazu neigen, dem Röntgenbild mehr Glauben zu schenken, wenn eine Frau oder ihr Arzt eine Normabweichung entdeckt hat, die Mammographie dagegen keinen Hinweis dafür erbracht hat. Dies sei „der größte Fehler, der heutzutage begangen“ werde. Sie rät Frauen, der Mammographie, was das Nachweisen von Krebs angeht, nicht uneingeschränkt zu vertrauen, sondern auch großes Vertrauen in die Brustselbstuntersuchung zu setzen.
Eine Mammographie dient zwar dem Nachweis eines Tumors, aber sie gibt keine sichere Auskunft darüber, ob dieser benigne (gutartig) oder maligne (bösartig) ist. Das läßt sich ausschließlich durch eine Biopsie ermitteln. Als Beispiel dafür mag der Fall von Irene dienen, die eine Mammographie machen ließ. Der Arzt diagnostizierte ihren Knoten anhand der Röntgenaufnahme als benigne und erklärte: „Ich bin mir absolut sicher, daß Sie keinen Krebs haben.“ Die Krankenschwester, die die Mammographie durchführte, war zwar beunruhigt, doch Irene sagt: „Ich dachte, wenn sich der Arzt seiner Sache so sicher ist, dann bin ich wahrscheinlich nur überängstlich.“ Doch bald darauf wuchs der Tumor, so daß Irene einen zweiten Arzt zu Rate zog. Dieser ordnete eine Biopsie an, durch die ein inflammatorisches Karzinom, ein schnell wuchernder Krebs, festgestellt wurde. Ob ein Tumor gutartig (ungefähr acht von zehn Tumoren sind gutartig) oder bösartig ist, kann nur mittels einer Biopsie nachgewiesen werden. Wenn ein Knoten größer wird oder sich vom Tastbefund her klinisch als verdächtig erweist, sollte eine Biopsie durchgeführt werden.
Die Behandlung
Gegenwärtig gibt es drei wesentliche konventionelle Methoden zur Behandlung von Krebs: Chirurgie, Chemotherapie oder Bestrahlung. Die Art des Tumors, seine Größe, seine Neigung, in das Nachbargewebe einzudringen, ob er bereits die Lymphknoten befallen hat und in welcher Lebensphase sich die Patientin hinsichtlich der Menopause befindet — all diese Faktoren können der Frau und ihrem Arzt Auskunft darüber geben, welche Behandlungsmethode angezeigt ist.
Chirurgie Jahrzehntelang war eine Brustkrebsoperation häufig mit einer radikalen Mastektomie verbunden, dem Entfernen der erkrankten Brust zusammen mit der darunterliegenden Brustmuskulatur sowie benachbarten Lymphknoten. In den letzten Jahren werden jedoch zunehmend brusterhaltende Operationsverfahren — dabei werden lediglich der Tumor und einige Lymphknoten entfernt — in Kombination mit einer Strahlentherapie eingesetzt; diese Methode gewährleistet die gleichen Überlebenschancen wie die Mastektomie. Manche Frauen haben daher weniger Angst, wenn sie vor der Entscheidung stehen, einen kleinen Tumor entfernen zu lassen oder nicht, da dieser Eingriff sie nicht so sehr verstümmelt. Wie allerdings im British Journal of Surgery zu lesen war, ist das Rückfallrisiko bei jüngeren Frauen, die in der gleichen Brust mehrere Tumoren haben oder deren Tumor größer ist als 3 Zentimeter und die sich zu einer brusterhaltenden Therapie entschließen, höher.
Im Cleveland Clinic Journal of Medicine kommt ein wichtiger Gesichtspunkt zur Sprache, der die Aussichten betrifft, die Krankheit zu überleben, ohne daß ein Rückfall auftritt: „Im Rahmen einer modifizierten radikalen Mastektomie ... durchgeführte Bluttransfusionen wirken sich auf die Überlebenschancen und die Rezidivfreiheit nachteilig aus.“ Wie in dem Bericht ausgeführt wurde, betrug die Fünfjahresüberlebensrate bei der Patientengruppe mit Bluttransfusion 53 Prozent, bei der Patientengruppe ohne Bluttransfusion dagegen 93 Prozent.
Dr. R. A. Badwe spricht in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet von einer weiteren Überlebenshilfe: „Die Operation muß in der richtigen Phase des Menstruationszyklus der Patientin erfolgen, denn der Zeitpunkt der Operation hat bei Brustkrebspatientinnen in der Prämenopause einen wesentlichen Einfluß auf die langfristigen Heilungsaussichten.“ In dem Bericht hieß es, daß es Frauen, die sich der Tumorentfernung während einer Phase der hormonellen Stimulation (durch Östrogen) unterzogen, schlechter erging als denen, die während anderer Zyklusphasen operiert wurden — aus der erstgenannten Gruppe überlebten nur 54 Prozent die nächsten zehn Jahre, aus der zweiten Gruppe waren es dagegen immerhin 84 Prozent. Wie man annimmt, ist der günstigste Zeitpunkt für eine Brustkrebsoperation bei einer Patientin vor den Wechseljahren frühestens 12 Tage nach der letzten Menstruation.
Strahlentherapie Durch die Bestrahlung werden die Krebszellen zerstört. Während einer brusterhaltenden Operation kann es passieren, daß mikroskopisch kleine Tumorzellnester in der Brust verbleiben. Durch die Strahlentherapie werden diese verbliebenen Zellen vernichtet. Die Patientin geht allerdings das geringe Risiko ein, daß es aufgrund der Radioaktivität, der sie ausgesetzt ist, zur Bildung eines zweiten Tumors in der anderen Brust kommt. Daher empfiehlt Dr. Benedick Fraass, die Strahlenbelastung der gesunden Brust möglichst niedrig zu halten. Er sagt: „Schon durch wenige und ganz simple Maßnahmen läßt sich die Strahlendosis für die gesunde Brust während der Bestrahlung der vom Ersttumor befallenen Brust herabsetzen.“ Er schlägt vor, die gesunde Brust mit einer 2,5 Zentimeter dicken Bleiabschirmung abzudecken.
Chemotherapie Durch eine Operation soll der Brustkrebs zwar vollständig entfernt werden, aber 25 bis 30 Prozent der Frauen, bei denen zum ersten Mal Brustkrebs festgestellt wird, haben bereits klinisch nicht nachweisbare Metastasen, die noch zu klein sind, um Beschwerden hervorzurufen. Bei der Chemotherapie werden chemische Substanzen eingesetzt, die jene Zellen angreifen sollen, die andere Körperregionen befallen haben.
Die Chemotherapie ist in ihrer Wirksamkeit hingegen begrenzt, weil sich Karzinome aus verschiedenen Arten von Zellen zusammensetzen, die durch eine unterschiedliche Ansprechbarkeit auf Medikamente gekennzeichnet sind. Zellen, die die Therapie überleben, können eine neue Generation von medikamentenresistenten Tumoren hervorbringen. Wie aber in der Januarausgabe 1992 des Lancet zu lesen war, steigt durch eine Chemotherapie die Chance einer Frau um 5 bis 10 Prozent — je nach Alter —, weitere zehn Jahre zu leben.
Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall, Blutungen, Herzschäden, Schwächung des Immunsystems, Sterilität und Leukämie — das können die Nebenwirkungen einer Chemotherapie sein. Darüber schreibt John Cairns in Scientific American: „Für eine Patientin mit einem fortgeschrittenen und schnell wachsenden Tumor mag dies nur eine relativ geringe Gefahr darstellen, aber eine Frau mit einem kleinen [1 Zentimeter], anscheinend lokalregionär begrenzten Tumor würde es sich gründlich überlegen, ob sie diese Nebenwirkungen in Kauf nehmen will. Die Wahrscheinlichkeit, innerhalb der nächsten fünf Jahre zu sterben, beträgt in ihrem Fall lediglich 10 Prozent, selbst ohne postoperative Behandlung.“
Hormontherapie Eine Antiöstrogentherapie verhindert den wachstumsfördernden Effekt der Östrogene. Dabei wird der Östrogenspiegel von Frauen in der Prämenopause entweder durch operative Entfernung der Eierstöcke oder durch Medikamente gesenkt. The Lancet berichtete, daß bei beiden Behandlungsmethoden von 100 Patientinnen 8 bis 12 die nächsten zehn Jahre überleben.
Jede Brustkrebspatientin muß ihr Leben lang auf eine Nachsorge bedacht sein. Sie muß sich auch weiterhin genau beobachten, denn falls eine Therapie versagt und es zu einem Rückfall kommt, sind vielleicht andere Behandlungsformen im Kampf gegen den Krebs wirksamer.
Eine Behandlungsmethode, die den Krebs auf andere Art und Weise zu bekämpfen sucht, steht in Zusammenhang mit einem Syndrom, das Kachexie heißt. Wie die Zeitschrift Cancer Research erklärte, sterben zwei Drittel aller Krebskranken an Kachexie — eine Rückbildung der Muskelmasse und anderer Gewebsarten. Dr. Joseph Gold vom Krebsforschungsinstitut in Syracuse (Vereinigte Staaten) erklärte gegenüber Erwachet!: „Wir glauben, daß sich ein tumoröses Wachstum erst dann ungehindert im Körper ausbreiten kann, wenn die Stoffwechselwege für die Entwicklung einer Kachexie frei sind.“ Im Rahmen einer klinischen Studie, bei der das atoxische Medikament Hydrazinsulfat eingesetzt wurde, gelang es, einige dieser Stoffwechselwege zu blockieren. Bei der Hälfte der Krebspatienten im Endstadium, die in die Studie einbezogen waren, ließ sich der Gesundheitszustand stabilisieren.
Einige Frauen greifen zu unkonventionellen Heilverfahren, um einen operativen Eingriff oder eine Behandlung mit toxisch wirksamen Medikamenten zu umgehen. Es gibt die unterschiedlichsten Therapien; manche arbeiten mit einer Diät und mit pflanzlichen Präparaten wie der Hoxsey-Therapie. Es muß jedoch gesagt werden, daß bisher nur wenige veröffentlichte Studien existieren, die eine Einschätzung der Wirksamkeit dieser Methoden erlauben.
Dieser Artikel möchte die gegenwärtig gebräuchlichen Verfahren aufzeigen, mit deren Hilfe Brustkrebs überlebt werden kann, doch es liegt nicht in der Absicht von Erwachet!, für irgendeine spezielle Behandlungsform Stellung zu beziehen. Wir möchten alle Leser ermuntern, die verschiedenen Therapieverfahren zur Bekämpfung von Brustkrebs sorgfältig abzuwägen (Sprüche 14:15).
Streß und Brustkrebs
Dr. H. Baltrusch erläutert in der Zeitschrift Acta neurologica, daß großer oder lang anhaltender Streß die Tumorabwehr durch das Immunsystem beeinträchtigen kann. Sind Frauen ständig müde, leiden sie an Depressionen oder erhalten sie zuwenig emotionale Zuwendung, dann sind die Abwehrkräfte ihres Immunsystems unter Umständen um bis zu 50 Prozent schwächer.
Daher betont Dr. Basil Stoll in dem Buch Mind and Cancer Prognosis folgendes: „Es sollte jeder Versuch unternommen werden, das unausweichliche physische und psychische Trauma eines Krebspatienten zu verringern, und das sowohl während als auch nach der Krebsbehandlung.“ Doch welche Art des Beistands sollte geleistet werden?
[Herausgestellter Text auf Seite 7]
Zwar können keine heute bekannten Nahrungsmittel Krebs heilen, aber man kann ihm vorbeugen, indem man gewisse Lebensmittel ißt und den Genuß anderer einschränkt. „Durch die richtige Ernährung läßt sich das ... [Krebsrisiko] um bis zu fünfzig Prozent reduzieren“, erklärte Dr. Leonard Cohen.
[Herausgestellter Text auf Seite 8]
„Die Früherkennung von Brustkrebs bleibt der wichtigste Schritt, um der Krankheit einen günstigen Verlauf zu geben“, heißt es in der Veröffentlichung „Radiologic Clinics of North America“. In dieser Hinsicht spielen drei Maßnahmen eine besondere Rolle: eine regelmäßige Brustselbstuntersuchung, eine jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Arzt und die Mammographie.
[Herausgestellter Text auf Seite 10]
Sind Frauen ständig müde, leiden sie an Depressionen oder erhalten sie zuwenig emotionale Zuwendung, dann sind die Abwehrkräfte ihres Immunsystems unter Umständen schwächer
[Kasten auf Seite 9]
Die Brustselbstuntersuchung — eine monatliche Vorsorgeuntersuchung
EINE Selbstuntersuchung sollte vier bis sieben Tage nach der Menstruation vorgenommen werden. Auch Frauen, die keine Menstruation mehr haben, müssen sich jeden Monat am gleichen Tag untersuchen.
Merkmale, auf die man jeden Monat am gleichen Tag achten sollte
• Ein Knoten (klein oder groß) oder eine Verdickung in der Brust
• Eine runzelige, verfärbte oder Grübchen bildende Oberfläche der Brust
• Verziehung oder Einziehung der Brustwarze
• Brustwarze von Ausschlag befallen, schuppt sich oder sondert Flüssigkeit ab
• Angeschwollene Drüsen in den Achselhöhlen
• Veränderungen an Leberflecken oder an Inzisionen der Brustoberfläche
• Ausgeprägte anormale Asymmetrie der Brust
Selbstuntersuchung
Hebe im Stehen den linken Arm. Taste die Brust, von außen beginnend, rundum bis zur Brustwarze hin mit flachen Fingern in langsamen, kreisenden Bewegungen ab. Vergiß dabei nicht den Bereich zwischen Achselhöhle und Brust.
Lege dich flach hin, schiebe ein Kissen unter die linke Schulter und lege den linken Arm über oder hinter den Kopf. Untersuche die Brust mit den gleichen kreisenden Bewegungen. Gehe ebenso bei der Untersuchung der rechten Brust vor.
Drücke vorsichtig die linke Brustwarze, um zu sehen, ob es irgendwelche Absonderungen gibt. Wiederhole den Vorgang bei der rechten Brustwarze.
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Die beste HilfeErwachet! 1994 | 8. April
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Die beste Hilfe
„ICH mußte gegen die Todesangst und gegen Depressionen kämpfen“, erzählt Virginia, eine Zeugin Jehovas aus Argentinien. Sie hatte sich im Kampf gegen Brustkrebs einer Brustamputation unterziehen und beide Eierstöcke entfernen lassen müssen.a
Die Todesangst als Folge von Brustkrebs ist in der Tat weit verbreitet. Diese Angst, gepaart mit der Furcht vor Arbeitsunfähigkeit sowie dem Verlust der natürlichen Weiblichkeit und der Fähigkeit zu stillen, kann sich auf das Gefühlsleben einer Frau verheerend auswirken. Überwältigende Gefühle der Einsamkeit können sie plötzlich in die tiefste Verzweiflung stürzen. Wie kann ihr ein solch seelischer Tiefstand erspart bleiben?
Die Notwendigkeit zu helfen
„Sie braucht Hilfe“, antwortet Joan, die in den Vereinigten Staaten lebt. Ihre Mutter und ihre Großmutter hatten an Brustkrebs gelitten, und nun sieht sie sich demselben Kampf gegenüber. In solchen Zeiten können loyale Familienangehörige und Freunde helfen, indem sie Trost spenden. Terry, Joans Mann, wurde für sie ein tüchtiger, positiv denkender Anwalt. Er sagt: „Ich sah meine Aufgabe darin, einen festigenden Einfluß auf Joan auszuüben. Ich mußte ihr helfen, wenn es galt, sich für eine Behandlungsmethode zu entscheiden, der sie Vertrauen schenken konnte und die ihr die Kraft geben würde, zu kämpfen und nicht aufzugeben. Die Angst vor einer Krebsoperation gehörte zu dem, was wir in den Griff bekommen mußten, und ich kümmerte mich auch darum, daß ihre Fragen und Ängste in unseren Unterredungen mit den Ärzten zur Sprache kamen.“ Terry fügt noch hinzu: „Das ist etwas, was wir sowohl für unsere Familienangehörigen als auch für Mitchristen tun können, die von ihren Angehörigen nicht unterstützt werden. Wir können im Umgang mit den Ärzten für sie Augen, Ohren und Stimme sein.
Besondere Aufmerksamkeit sollte den Unverheirateten und den Verwitweten geschenkt werden. Diana aus Australien erzählt: „Mein Mann starb vor fünf Jahren nach einer Krebsoperation, aber meine Kinder halfen mir, die Lücke zu schließen. Sie waren lieb, doch nicht rührselig. Das gab mir Kraft. Alles wurde schnell und in Ruhe erledigt.“
Ein Fall von Brustkrebs kann für die ganze Familie zu einer seelischen Belastung werden. Deshalb sollten sich andere liebevoll um sie kümmern und ihr helfen (besonders Glaubensbrüder und -schwestern in der Christenversammlung, sofern die Betreffenden Zeugen Jehovas sind).
Rebekka aus den Vereinigten Staaten, deren Mutter gegen Brustkrebs kämpfte, erklärt: „Die Versammlung ist wie eine Erweiterung der eigenen Familie, und die Schritte, die von ihr unternommen werden, können unsere Gefühle sehr beeinflussen. Obwohl viele die unkonventionelle Behandlung, der sich meine Mutter unterzog, nicht guthießen, stärkten sie uns seelisch durch Telefonanrufe und Besuche. Einige kamen und halfen sogar bei der Zubereitung von Mutters besonderer Diät. Die Ältesten sorgten für eine Telefonverbindung, so daß wir keine Zusammenkunft versäumten. Brüder aus der Versammlung schickten sogar eine Briefkarte mit einem Geldgeschenk.“
Joan gesteht: „Noch heute durchschauert es mich, wenn ich an die Liebe denke, die mir meine Glaubensbrüder und -schwestern erwiesen haben. Sieben Wochen lang fuhren mich meine lieben Schwestern an fünf Tagen in der Woche abwechslungsweise zur Behandlung ins Krankenhaus — jedesmal eine Fahrt von insgesamt 150 Kilometern! Ich bin Jehova für den reichen Segen, der mir durch unsere christliche Bruderschaft zuteil wurde, wirklich sehr dankbar.“
Erbauende Worte sind eine weitere Möglichkeit, andere zu ermuntern und zu stärken. Wir müssen uns nur davor hüten, zuviel Negatives zu erzählen und so ungewollt Kummer zu verursachen. June aus Südafrika ist der Meinung: „Man kann von jemandem, der noch keinen Krebs gehabt hat, nicht erwarten, daß er das Richtige sagt. Ich meinerseits hatte es lieber, wenn man mit mir nicht über Krebsfälle sprach, es sei denn, sie waren positiv verlaufen.“ Noriko aus Japan stimmt damit überein: „Wenn man mir von einem Krebspatienten erzählt, der geheilt wurde und keinen Rückfall mehr erlitt, hoffe ich, daß es mir vielleicht ebenso ergeht.“
Behalten wir im Sinn, daß es Frauen gibt, die nicht ständig über ihre Gesundheit sprechen möchten. Anderen dagegen tut es gut, über ihre Erfahrung mit Brustkrebs zu reden, besonders mit Personen, die ihnen nahestehen. Wie kann man wissen, auf welche Art man am besten helfen kann? Helen aus den Vereinigten Staaten empfiehlt: „Frage die Kranke selbst, ob sie darüber sprechen möchte, und laß sie reden.“ „Ja, sei bereit zuzuhören“, sagt Ingelise aus Dänemark. „Sei einfach für sie da, und laß sie mit ihren traurigen Gedanken nicht allein.“
Eine positive Einstellung entwickeln
Eine Brustkrebstherapie kann bewirken, daß ein Patient wochenlang, monatelang oder gar jahrelang an Erschöpfung und Ermüdung leidet. Mit am schlimmsten für eine Frau mit Brustkrebs ist die Erkenntnis, daß sie nicht mehr soviel tun kann wie früher. Sie muß einsehen, daß ihr Körper ein langsameres Tempo und tagsüber ein gewisses Maß an Ruhe verlangt.
Wenn Depressionen auftreten, müssen sofort Schritte unternommen werden, um eine positive Einstellung zu bewahren. Noriko erzählt, was sie erlebte: „Nach der Hormonbehandlung wurde ich depressiv. In diesem Zustand konnte ich das, was ich tun wollte, nicht tun, und ich hatte das Gefühl, ich sei in den Augen Jehovas und in den Augen der Christenversammlung zu nichts nütze. Als mein Denken immer negativer wurde, erinnerte ich mich an die Leiden, die meine Familienangehörigen, die an Krebs gestorben waren, bis zuletzt durchmachten. Furcht überkam mich, und ich fragte mich, ob ich das alles so verkraften könnte wie sie.“
Noriko erzählt weiter: „Gerade zu jener Zeit bemühte ich mich, mein Denken zu korrigieren, indem ich mit Hilfe der Schriften der Zeugen Jehovas herauszufinden suchte, wie Jehova unser Dasein betrachtet. Ich lernte, daß Gottergebenheit nicht durch die Menge der Werke bewiesen wird, sondern daß der Beweggrund ausschlaggebend ist. Da ich wollte, daß Jehova an meinem Herzenszustand und an meinem Denken Gefallen findet, beschloß ich, ihm freudig und mit ganzem Herzen zu dienen, selbst wenn ich im christlichen Predigtdienst noch so wenig tun konnte.“
Die lang andauernde Ungewißheit, der viele Frauen, die gegen Brustkrebs kämpfen, ausgesetzt sind, kann eine positive Einstellung untergraben. Diana erklärt: „Was mir am meisten geholfen hat, waren Gedanken an all das Schöne, das Jehova Gott mir gegeben hat: meine Angehörigen, meine Freunde, schöne Musik, der Blick auf das wogende Meer und die prächtigen Sonnenuntergänge.“ Sie ermuntert besonders dazu, folgendes zu tun: „Sprich mit anderen über Gottes Königreich. Entwickle eine echte Sehnsucht nach den Verhältnissen, die unter dem Königreich auf der Erde herrschen werden, wenn es keine Krankheit mehr geben wird“ (Matthäus 6:9, 10).
Virginia gewinnt Kraft, um gegen ihre Depressionen anzukämpfen, wenn sie über ihr Lebensziel nachdenkt: „Ich möchte wirklich leben, denn ich habe ein solch unschätzbares Werk zu tun.“ In kritischen Augenblicken und wenn Angst sie überkommt, sagt sie: „Ich vertraue völlig auf Jehova, weil ich weiß, daß er mich nie im Stich lassen wird. Und ich denke über Psalm 116:9 nach, wo mir die Zusicherung gegeben wird, daß ich ‘vor Jehova wandeln werde in den Ländern der Lebenden’.“
Alle diese Frauen setzen ihre Hoffnung auf Jehova, den Gott der Bibel. In 2. Korinther, Kapitel 1, in den Versen 3 und 4 wird von Jehova gesagt, er sei „der Gott allen Trostes, der uns tröstet in all unserer Drangsal“. Streckt Jehova tatsächlich seine Hand aus, um die zu stützen, die des Trostes bedürfen?
Mieko aus Japan antwortet: „Ich bin überzeugt, daß Jehova mich tröstet und mir beisteht, solange ich ihm diene.“ Auch Yoshiko sagt: „Menschen mögen nicht verstehen, was ich durchmache, aber Jehova weiß alles, und ich bin überzeugt, daß er mir meinen Bedürfnissen entsprechend hilft.“
Joan sagt: „Das Gebet hat die Kraft, uns aus der Verzweiflung emporzuheben und uns auf die Beine zu helfen. Wenn ich an die wunderbaren Heilungen denke, die Jesus vollbrachte, als er auf der Erde war, und an die vollständige Heilung, die er in der neuen Welt vollbringen wird, so ist mir das ein großer Trost“ (Matthäus 4:23, 24; 11:5; 15:30, 31).
Kannst du dir eine Welt ohne Brustkrebs, ja ohne irgendeine Krankheit vorstellen? Das hat Jehova, der Gott allen Trostes, verheißen. In Jesaja 33:24 ist von einer Zeit die Rede, in der niemand sagen wird, er sei krank. Diese Verheißung wird sich bald erfüllen, nämlich, wenn Gottes Königreich unter seinem Sohn, Christus Jesus, vollständig über die Erde herrschen und alle Ursachen für Krankheit, Trauer und Tod beseitigen wird. Warum nicht nachlesen, was über diese wunderbare Verheißung in Offenbarung 21:3 bis 5 geschrieben steht? Fasse Mut, damit du, durch den wahren Trost gestärkt, der Zukunft entgegensehen kannst.
[Fußnote]
a Die Eierstöcke sind der Hauptproduzent der Östrogene, bevor die Frau in die Wechseljahre kommt.
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