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  • Ist der Krebs zu besiegen?
    Erwachet! 1986 | 8. Oktober
    • Früherkennung — der erste Schritt zur Heilung

      Was bleibt zu tun, wenn die Vorsorge zu spät kommt? Der Wissenschaftsautor Edward J. Sylvester stellt fest, daß es „immer noch eine gute Nachricht für Personen gibt, die sich vor Krebs fürchten ..., aber ... die meisten Fortschritte in der Behandlung von Krebs stehen mit einer Früherkennung in Verbindung“. Deshalb raten alle Experten auf diesem Gebiet zur Wachsamkeit im Hinblick auf mögliche Warnzeichen für Krebs. Auf welche frühen Warnzeichen sollte man achten? Einige davon sind folgende:

      1. Veränderungen an Darm oder Harnblase oder deren Funktion,

      2. eine nicht heilende Wunde,

      3. ungewöhnliche Blutung oder ungewöhnlicher Ausfluß,

      4. eine Schwellung oder ein Knoten in der Brust oder anderswo,

      5. anhaltende Verdauungsstörungen oder Schluckbeschwerden,

      6. auffällige Veränderung an einer Warze oder an einem Muttermal,

      7. Dauerhusten oder Dauerheiserkeit,

      8. unerklärlicher Gewichtsverlust in jüngster Zeit.

      Bei den ersten Anzeichen eines dieser Symptome sollte ein Arzt konsultiert werden. Natürlich muß das Symptom nicht unbedingt ein Anzeichen für Krebs sein. Aber je früher man es entdeckt, desto besser.

      Fortschritte in der Früherkennung von Tumoren sind mit Hilfe von Mammographie, Thermographie, Sonographie (Ultraschallbild), computerisierter axialer Tomographie (CAT), Papanicolaou-Abstrich und der Untersuchung von Exkreten gemacht worden. Neuerdings ist eine noch genauere Diagnosetechnik entwickelt worden, die NMR- oder Kernspintomographie. Wie der Autor John Boal erklärt, handelt es sich bei der Untersuchung mit dem NMR-Tomographen um ein „nichtinvasives, strahlungs- und schmerzfreies Diagnoseverfahren“. Es ist so empfindlich, daß „gemäß einer Studie der medizinischen Fakultät der Universität Huntington in 93 Fällen, bei denen mit Hilfe des CAT-Scan keine Hirnanomalien entdeckt wurden, Hirntumoren gefunden wurden“ (American Way). Obwohl die Anlage sehr kostspielig ist, erwartet man, daß bis zum Jahresende 1986 in den amerikanischen Krankenhäusern 300 Geräte installiert sein werden.

      Persönliche Einstellung und ärztlicher Rat

      Wenn jemand erfährt, daß er Krebs hat, ist die erste Reaktion oft ein Verleugnen der Realität, die Weigerung, es zu glauben. In dem Buch The Facts About Cancer bezeichnet Dr. McKhann das Verleugnen als „eine überaus wichtige normale und gesunde Abwehrreaktion auf lebensbedrohliche Situationen oder Informationen. Man hat die Reaktion als das ‚Morphium der Seele‘ beschrieben, als eine Reaktion, durch die wir Gedanken zurückweisen, die zu schmerzvoll sind, um sie zu verkraften. Wir gewinnen tatsächlich Zeit, um emotionale Kräfte zu sammeln und der Wirklichkeit gegenübertreten zu können. Oft geschieht dies dadurch, daß uns die Wirklichkeit nur allmählich bewußt wird und uns nicht übermannen kann.“

      Dennoch gibt er folgende Warnung: „Ein hartnäckiges und langanhaltendes Verleugnen der Realität kann bewirken, daß man sich zu spät in ärztliche Behandlung begibt oder den Rat des Arztes und eine Therapie ablehnt, weil man die Diagnose nicht akzeptiert.“

      Als weitere Reaktionen können sich Angst oder Zorn einstellen. Es ist von allgemeinem Interesse, zu wissen, daß „der Zorn gegen die Familie, gegen Gott, das Schicksal, gegen Ärzte, Krankenschwestern, das Krankenhaus oder gegen die Krankheit selbst gerichtet sein kann“.

      Oft überkommt den Krebspatienten ein Schuldgefühl. Als erkrankter Ehemann fühlt er sich schuldig, weil er nicht mehr richtig für den Unterhalt der Familie aufkommen kann. Bei der Frau kommen Schuldgefühle auf, weil sie sich nicht mehr wie sonst um den Haushalt kümmern kann. Dr. McKhann rät: „Es ist weitaus angenehmer, zu bedauern, daß man eine Sache nicht tun kann, als sich deswegen schuldig zu fühlen.“

      Eine andere bei Krebspatienten übliche Reaktion sind Depressionen, die zu Gefühlen der Hoffnungslosigkeit und Schwermut führen können. Wie betrachtet Dr. McKhann solche Reaktionen? „Diese heftigen Reaktionen sind zwar unangenehm, aber völlig normal. ... Sie sind die Antwort auf die Krankheit und kein Teil der Krankheit an sich.“

      Er schlägt folgendes vor: „Die Begegnung mit dem Krebs macht viele Kämpfe erforderlich. Einige wird man gewinnen, aber man wird auch ein paar verlieren. ... Um zu verstehen, was erforderlich ist, ist es nötig, den Feind zu studieren. Das heißt, man muß lernen, wie der Krebs den Körper angreift und, was noch wichtiger ist, wie er einen selbst angreift, die eigentliche Person.“

      Die Krebsbehandlung mutig durchstehen

      In gewisser Hinsicht zahlt sich der Kreuzzug gegen den Krebs allmählich aus, denn die Ergebnisse der vergangenen Jahrzehnte wurden ermutigender. Ärzte, Wissenschaftler und Forscher meinen am Ende des Tunnels ein schwaches Licht zu erkennen. Damit hat ein wichtiger Faktor in den Krieg gegen den Krebs Einzug gehalten — Hoffnung. Dr. McKhann sagt: „Vielleicht ist das wichtigste Einzelerfordernis, um mit dem Krebs leben zu können, die Hoffnung ..., einer der geheimnisvollsten und stärkendsten Werte im Leben.“ Die Genesung lebt von der Hoffnung, wohingegen der Krebs auf Verzweiflung gedeiht. Woher kann ein Krebspatient denn Hoffnung erhalten?

      Es gibt mehrere Quellen, doch drei ragen heraus: (a) mitfühlende Ärzte und Krankenschwestern, (b) positiv gesinnte Angehörige und der Ehepartner, (c) eine gefestigte religiöse Überzeugung. Im letzten Artikel dieser Artikelserie wird auf den religiösen Aspekt und auf die wahre Hoffnung für die Zukunft eingegangen.a

      Aus medizinischer Sicht gründet sich eine feste Hoffnung auf drei wesentliche konventionelle Methoden zur Behandlung des Krebses: Chirurgie, Chemotherapie und Bestrahlung. Worum geht es bei diesen Methoden im einzelnen?

      Die Chirurgie umfaßt die operative Beseitigung des Tumors und vielleicht eines Teils des Nachbargewebes.

      Die Chemotherapie ist eine Behandlung des Krebses mit Medikamenten (Zytostatika), die sich im gesamten Körper verteilen und Tumorzellen angreifen. „Zur Krebsbehandlung stehen über 50 chemische Substanzen zur Verfügung, und bei einigen Tumorarten ist sogar eine völlige Heilung möglich“ (The Facts About Cancer).

      Die Strahlentherapie. Bei dieser Therapie verwendet man energiereiche Strahlung aus Röntgengeräten oder radioaktiven Stoffen wie Kobalt und Radium, um maligne Zellen zu zerstören.

      Mit den Nebenwirkungen fertig werden

      Es wäre nicht gerecht, die erfolgreiche Seite der Krebsbehandlung aufzuzeigen und deren Risiken oder Nebenwirkungen unerwähnt zu lassen. Am einfachsten ausgedrückt, „handelt es sich bei den „Zytostatika um Toxine [Giftstoffe]“, und „einige dieser Medikamente sind so toxisch, daß der Patient an den Nebenwirkungen sterben kann“ (Target: Cancer). Die Chemotherapie ist somit ein zweischneidiges Schwert, da sie den Körper vergiftet. Man hofft, durch sie mehr maligne Zellen abzutöten als gesunde. Doch die Therapie kann drastische Nebenwirkungen haben wie Übelkeit, Erbrechen und vorübergehenden Haarausfall. Viele Patienten waren jedoch der Ansicht, es sei besser, vorübergehend unerwünschte Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen, als vorzeitig zu sterben.

      Die Strahlentherapie bewirkt eigentlich einen Verbrennungsprozeß, bei dem alle Zellen, auf die die Strahlung gerichtet wird, zerstört werden. Man kann die Strahlen jedoch genau auf den Tumor richten. Nichtsdestoweniger sagt eine Autorität, daß „die Bestrahlungstherapie sehr eng mit späteren Krebserkrankungen in Beziehung steht“. Hier ist nur ein Kompromiß möglich, und der Patient muß entscheiden, ob er diesen eingehen will.

      Einige Ärzte geben zu, daß sie gelegentlich diese Therapie selbst dann anwenden, wenn aus ihrer Sicht für den Patienten keine Hoffnung mehr besteht. Der chilenische Chirurg Dr. Villar räumt ein: „Manchmal ist die Krebsbehandlung eine sehr, sehr teure Art der Psychotherapie.“ Der Wissenschaftsautor E. J. Sylvester weist darauf hin, daß „Dr. Villars Einsicht von vielen Krebsärzten geteilt wird, die darüber besorgt sind, daß sogar hochtoxische Behandlungen angeordnet werden, ohne daß Beweise für deren Wirksamkeit vorliegen“. Warum werden sie dann empfohlen? „Weil ein Arzt meint, um die Worte eines kritischen Onkologen zu gebrauchen, die arme Frau nicht einfach sterben lassen zu können“ (Target: Cancer). Doch viele Menschen ziehen es vor, ihr Leben ohne eine Behandlung und eine Verlängerung ihrer Leiden zu beenden. Im besonderen ist das der Fall, wenn eine Therapie keine Aussicht auf Erfolg hat und durch sie das Leiden nur verschlimmert wird.

      Ist der Brustkrebs zu besiegen?

      Eine der wohl gefürchtetsten Krebsarten bei Frauen und auch bei manchen Männern ist der Brustkrebs, und das nicht nur wegen der hohen Sterblichkeitsrate, sondern auch aus ästhetischen und psychischen Gründen. Wie kann die Entfernung einer Brust, die Mastektomie, vermieden werden? Ein wichtiger Faktor ist eine frühe Diagnose.

      Frauen wird eine Selbstuntersuchung auf Brustknoten geraten, doch darüber hinaus wird Frauen mit größeren Brüsten empfohlen, jährlich eine Mammographie, also eine röntgendiagnostische Untersuchung, durchführen zu lassen. Warum wird diese Empfehlung gegeben? Weil es schwierig ist, einen tief im Gewebe sitzenden Knoten zu ertasten. Dr. Cory SerVaas riet: „Die Chancen für eine Frau, zu denjenigen zu gehören, die noch einmal davonkommen, sind weitaus besser, wenn sie mit Erreichen des 35. oder 40. Lebensjahres das erstemal eine Mammographie vornehmen läßt.“ Warum ist das der Fall? „Bei den meisten Brustkrebsformen, die im Stadium I entdeckt werden, beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate 85 Prozent.“

      Heute gibt es Röntgengeräte, mit denen die Mammographie mit nur sehr geringer Strahlenbelastung durchgeführt werden kann. Dadurch wird das Risiko herabgesetzt, zufolge zu hoher Strahlenbelastung Krebs zu bekommen.

      Ein anderes Hilfsmittel zur Früherkennung ist die Thermographie, bei der die Temperaturverteilung in der Brust ermittelt wird. „Tumoren entwickeln ihre eigene Blutversorgung und benötigen für ihr Wachstum viel Sauerstoff. ... Sie bilden Flecken mit erhöhter Temperatur, da von ihnen weit mehr Wärme ausströmt als von normalen Zellen“ (Target: Cancer). Somit ist eine frühe Erkennung des „heißen Flecks“ im Thermogramm möglich.

      In der Vergangenheit war eine Brustkrebsoperation oft mit einer radikalen Mastektomie verbunden — eine entstellende Entfernung der Brust und benachbarten Muskelgewebes sowie benachbarter Lymphknoten. Wird das weiterhin als nötig erachtet? Dr. Bernard Fisher, ein Brustkrebsexperte, kam zu dem Schluß, daß nicht nur die radikale Mastektomie gewöhnlich ungerechtfertigt war, sondern daß auch „die einfache Mastektomie, die Ausräumung des gesamten Brustgewebes, anscheinend keine besseren Überlebenschancen mit sich brachte als die Lumpektomie [die Entfernung eines Knotens allein], ob mit oder ohne Bestrahlung“.

      Gibt es andere Behandlungsmöglichkeiten?

      Bis zu dieser Stelle haben wir nur die schulmedizinischen Krebsbehandlungsmethoden betrachtet. Es ist jedoch angebracht, zu erwähnen, daß einige Patienten — mit unterschiedlichem Erfolg oder Mißerfolg — zu anderen Methoden Zuflucht genommen haben. Beispiele dafür sind die Behandlung mit Laetril (Vitamin B17), die Hoxsey-Therapie, bei der Kräuter und gewisse chemische Substanzen verwendet werden, und eine andere Methode, die von Dr. William D. Kelley, einem Zahnarzt, entwickelt wurde und bei der man davon ausgeht, daß Krebs „einen aktiven Pankreasenzymmangel anzeigt“ (One Answer to Cancer, [Eine Lösung des Krebsproblems]).

      Außerdem „gibt es eine große Zahl von Personen“, heißt es in dem Buch Target: Cancer, „darunter einige Ärzte, die in bezug auf die Ursache, Heilung und Verhütung von Krebs und anderen Krankheiten eine ‚ganzheitliche‘ Vorstellung vertreten, wonach Krebs eine Krankheit ist, bei der der ganze Mensch aus der Ordnung geraten ist und gewissenhafte Bemühungen von seiten des Menschen die Gesundheit wiederherstellen können. Zahlreiche namhafte Personen glauben daran, und viele ehemalige Krebskranke behaupten felsenfest, daß sie durch ein Beachten der Vorschriften, die sich statt auf eine reduktionistische auf eine ganzheitliche Betrachtungsweise der Gesundheit stützen, geheilt worden sind.“

  • Ist der Krebs zu besiegen?
    Erwachet! 1986 | 8. Oktober
    • a In der Erwachet!-Ausgabe vom 22. Oktober 1986 erscheint ein Artikel über die unterstützende Rolle des medizinischen Personals und der Angehörigen.

      [Kasten auf Seite 13]

      Erwachet! berichtet zwar über verschiedene Methoden, bezieht aber keine Stellung in bezug auf deren Wirksamkeit. Dr. Kelley gab zu: „Es sollte stets im Sinn behalten werden, daß jede Methode [konventionell oder unkonventionell] oder eine Kombination davon, für die man sich entscheidet, große Risiken birgt.“ Daher versuchen wir, über die gegenwärtige Situation zu informieren, und überlassen es dem einzelnen, nach einer Analyse dieser Situation und der Konsultation von Fachärzten eine Entscheidung zu treffen.

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