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HahnEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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In den Hebräischen Schriften wird der Hahn nicht erwähnt, und in den Christlichen Griechischen Schriften ist von ihm nur in Verbindung mit seinem Schrei die Rede. (Siehe HAHNENSCHREI.) Die hauptsächlichen Erwähnungen stehen in Zusammenhang mit Jesu Prophezeiung, dass Petrus ihn verleugnen würde. In der Nacht vor Jesu Tod erfüllte sich diese Prophezeiung, und alle vier Schreiber der Evangelien berichten darüber (Mat 26:34, 74, 75; Mar 14:30, 72; Luk 22:34, 60, 61; Joh 13:38; 18:27).
Nach der jüdischen Mischna (Baba Qamma 7:7) ist es den Juden verboten, Hühner zu halten, weil sie sich dadurch rituell verunreinigen könnten, doch aus rabbinischen Quellen geht hervor, dass die Juden genauso Hühner hielten wie die Römer. In der Nähe von Mizpa wurde ein Onyxsiegel mit der Figur eines Hahns und der Inschrift „Eigentum Jaasanjas, Diener des Königs“ gefunden. Wenn es sich, wie einige annehmen, bei diesem Jaasanja um den in 2. Könige 25:23 und Jeremia 40:8 erwähnten Jaasanja (Jesanja) handelt, würde dies zeigen, dass man in Palästina schon im 7. Jahrhundert v. u. Z. Hähne hielt. Auch eine im alten Gibeon ausgegrabene Scherbe eines Kochtopfs zeigt die Figur eines Hahns.
Jesus gebrauchte sowohl die Henne mit ihren Küken als auch das Ei in seinen Gleichnissen, was anzeigt, dass Haushühner seinen Zuhörern gut bekannt waren (Mat 23:37; Luk 11:12; 13:34; siehe HENNE).
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HahnenschreiEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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Aufgrund von Erklärungen in der Mischna (Baba Qamma 7:7) sind einige der Meinung, dass in Jerusalem keine Hähne gezüchtet wurden, da sie auf dem Boden scharren, wodurch sie rituelle Unreinheit verursachen konnten. Man behauptet, dass der Hahnenschrei, der von Jesus erwähnt wird, in Wirklichkeit das römische gallicinium war. Dieses Zeitzeichen ertönte, wie man behauptet, von Signalhörnern der römischen Wache auf dem Schutzwall der Burg Antonia in Jerusalem am Ende der dritten Nachtwache.
Doch Hinweise im jüdischen Talmud deuten darauf hin, dass damals in Jerusalem Hähne gezüchtet wurden. (Siehe z. B. Die Mischna, Edujjot 6:1.) Ein weiterer Beweis dafür ist die Tatsache, dass Jesus, als er über die Stadt Jerusalem trauerte, das Beispiel ‘einer Henne mit ihren Küken unter ihren Flügeln’ gebrauchte, um seinem Wunsch der Stadt gegenüber Ausdruck zu verleihen (Mat 23:37). Er wählte immer Gleichnisse, die von seinen Zuhörern leicht erfasst wurden. Daher scheint es keinen guten Grund für die Annahme zu geben, Jesus habe in seiner Aussage Petrus gegenüber etwas anderes als das buchstäbliche Krähen des Hahns gemeint.
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