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Trost und Hilfe für MissbrauchsopferDer Wachtturm (Studienausgabe) 2019 | Mai
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2 Manchmal werden Kinder jedoch viel schlimmer verletzt, zum Beispiel durch sexuellen Missbrauch. Ein Missbrauch kann ein Einzelfall sein oder sich über Jahre hinziehen. In jedem Fall können tiefe emotionale Wunden zurückbleiben. Manche Täter werden gefasst und bestraft, andere wiederum scheinen ungestraft davonzukommen. Doch selbst wenn ein Täter schnell zur Rechenschaft gezogen wird, spüren Opfer die Folgen des Missbrauchs oft bis weit ins Erwachsenenalter.
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Trost und Hilfe für MissbrauchsopferDer Wachtturm (Studienausgabe) 2019 | Mai
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WARUM SIE TROST UND HILFE BENÖTIGEN
4, 5. (a) Warum muss man verstehen, dass Kinder ganz anders sind als Erwachsene? (b) Warum tun sich Kinder nach einem Missbrauch schwer, anderen zu vertrauen?
4 Manche Erwachsene brauchen noch Trost und Hilfe, obwohl der Missbrauch schon viele Jahre zurückliegt. Warum? Weil Kinder anders sind als Erwachsene. Misshandlung wirkt sich auf Kinder und Erwachsene ganz unterschiedlich aus. Wieso kann man das sagen?
5 Kinder müssen eine enge Bindung und ein tiefes Vertrauen zu ihren Bezugspersonen aufbauen können. Das schafft Geborgenheit und die Kinder lernen Menschen zu vertrauen, von denen sie geliebt werden (Ps. 22:9). Leider findet Missbrauch meist zu Hause statt und die Täter sind oft Angehörige oder gute Freunde der Familie. Wird Vertrauen auf diese Weise zerstört, tun sich Opfer oft noch nach Jahren schwer, anderen zu vertrauen.
6. Warum ist sexueller Missbrauch so schlimm?
6 Kinder sind schutzlos, und sexueller Missbrauch ist grausam und richtet Schaden an. Sexuelle Handlungen an und mit Kindern, die ja für Sexualität und Ehe körperlich, mental und emotional noch lange nicht reif sind, können schlimme Folgen haben. Die Kinder bekommen womöglich ein stark verzerrtes Bild von Sexualität, von sich selbst oder von Menschen, die ihnen nahe sein wollen.
7. (a) Warum sind Kinder leicht zu täuschen, und wie gehen Täter dabei vor? (b) Was kann die Folge sein?
7 Die Fähigkeit von Kindern, zu denken, zu schlussfolgern und Gefahren zu erkennen oder zu vermeiden, ist noch nicht voll ausgeprägt (1. Kor. 13:11). Deshalb können Täter Kinder nur allzu leicht täuschen. Sie kommen mit gefährlichen Lügen wie zum Beispiel, dass das Kind selbst an dem Missbrauch schuld ist, dass die Sache ein Geheimnis bleiben muss, dass keiner zuhört oder sich dafür interessiert, wenn das Kind davon erzählt, oder dass sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern ein Zeichen von echter Liebe sind. Solche Lügen können das Denken der Kinder und ihre Vorstellung von Richtig und Falsch über Jahre verzerren. Viele wachsen dann mit dem Gedanken auf, nicht normal zu sein. Sie fühlen sich schmutzig und nicht wert, geliebt und getröstet zu werden.
8. Warum können wir sicher sein, dass Jehova die trösten kann, die Opfer von Missbrauch geworden sind?
8 Bei alldem versteht man gut, warum sexueller Missbrauch dauerhaften Schaden anrichten kann.
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