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Die Möglichkeit der ScheidungErwachet! 1999 | 22. April
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Wenn Kinder da sind
„Die Bedürfnisse der Kinder werden von Eltern, die zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind, oft vergessen oder ignoriert“, heißt es in dem Buch Partnerschaften in der Krise. Wenn man daher eine Scheidung erwägt, sollte man das Wohl der Kinder und den Einfluß auf ihr Glaubensleben im Auge haben. Je friedlicher eine Scheidung abläuft, so haben viele Forscher festgestellt, um so weniger werden die Kinder wahrscheinlich darunter leiden. Selbst in einer kritischen Situation wird einem Milde helfen, ‘nicht zu streiten, sondern gegen alle sanft zu sein und sich unter üblen Umständen zu beherrschen’ (2. Timotheus 2:24, 25).a
Hat man sich für eine Scheidung entschieden, sollte man daran denken, daß es Mann und Frau sind, die geschieden werden — nicht die Kinder. Die Kinder brauchen nach wie vor Mutter und Vater. Es gibt natürlich extreme Verhältnisse, etwa wenn das Kind Gefahr läuft, mißbraucht oder mißhandelt zu werden. Aber religiöse Unterschiede oder persönliche Differenzen dürfen die Kinder nicht um den Vorzug bringen, beide Eltern zu haben.
Zu berücksichtigen sind darüber hinaus die verletzlichen Gefühle von Kindern und ihr Bedürfnis nach viel Zuspruch, Liebe und Zuneigung. „Diese Kontinuität der Liebe“, so sagt ein Buch, „schafft für sie sowohl ein Umfeld als auch eine Ausgangsbasis, um mit der neuen Situation zurechtzukommen.“ Auch ihren religiösen Bedürfnissen täglich Aufmerksamkeit zu schenken kann ihnen zu Stabilität verhelfen (5. Mose 6:6, 7; Matthäus 4:4).
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Die Möglichkeit der ScheidungErwachet! 1999 | 22. April
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DIE KINDER HABEN DIE SCHEIDUNG NICHT VERDIENT
Diana, die verstorbene Princess of Wales, sagte 1988, daß allein in Großbritannien täglich nahezu 420 Kinder die Scheidung ihrer Eltern miterleben. Ein Drittel dieser Kinder sei jünger als 5 Jahre. Tragischerweise verlieren immerhin 40 Prozent der Kinder nach der Scheidung den Kontakt zu einem Elternteil.
Entgegen landläufiger Vorstellung „heißen sehr wenige Kinder von Eltern, die in Scheidung leben, die Trennung gut“, stellt eine namhafte Medizinpublizistin fest. „Die große Mehrheit der Kinder würde es selbst bei einer problembehafteten häuslichen Atmosphäre vorziehen, daß die Eltern zusammenbleiben.“ Auch wenn ein Paar in der Zeit des Betrugs häufig gestritten hat, sollte es nicht vorschnell folgern, eine Auflösung der Ehe sei für die Kinder das beste. Vielleicht können die Eheleute durch eine Änderung ihrer Einstellung und ihres Verhaltens erreichen, im Interesse der ganzen Familie zusammenzubleiben.
„Ehemänner, die fremdgehen“, so die Autorin Pamela Winfield, „sollten an die traurigen Kinderaugen beim Auseinanderbrechen der Familie denken — die Folge ihrer Dummheit.“
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