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  • Herausforderungen, denen Mütter gegenüberstehen
    Erwachet! 2005 | 22. Februar
    • Herausforderungen, denen Mütter gegenüberstehen

      „Die grundlegenden Pflichten eines Menschen liegen im häuslichen Bereich. . . . Wenn die Mutter ihren Pflichten nicht nachkommt, wird es entweder keine nächste Generation geben oder die nächste wird schlimmer sein als überhaupt keine“ (Theodore Roosevelt, 26. Präsident der Vereinigten Staaten).

      NATÜRLICH ist menschliches Leben ohne eine Mutter nicht denkbar. Doch ihre Rolle schließt weit mehr ein, als Kinder zur Welt zu bringen. Über die Frage, welche Rolle eine Mutter in den meisten Gegenden der heutigen Welt spielt, schrieb ein Autor: „Sie ist hauptsächlich auf die Gesundheit, die Erziehung, die intellektuelle Entwicklung, die Persönlichkeit, den Charakter und die emotionale Stabilität des Kindes bedacht.“

      Zu den vielen Aufgaben einer Mutter gehört die Erziehung der Kinder. Die ersten Worte und das Sprachmuster lernt ein Kind gewöhnlich von der Mutter, daher ist die Bezeichnung „Muttersprache“ auch passend. Im Allgemeinen verbringt die Mutter mehr Zeit mit dem Kind als der Vater, und so ist wohl hauptsächlich sie diejenige, die das Kind belehrt und erzieht. Das mexikanische Sprichwort „Erziehung kommt mit der Muttermilch“ würdigt treffend die bedeutende Rolle der Mutter.

      Auch Jehova Gott, unser Schöpfer, würdigt die Mutter. Eines der Zehn Gebote, die von „Gottes Finger“ auf Steintafeln geschrieben wurden, fordert Kinder auf: „Ehre deinen Vater und deine Mutter“ (2. Mose 20:12; 31:18; 5. Mose 9:10). Außerdem wird in einem Bibelspruch vom ‘Gesetz der Mutter’ gesprochen (Sprüche 1:8). Der besondere Stellenwert, den die Belehrung der Kinder in den ersten drei Lebensjahren hat — die Zeit, in der die meisten hauptsächlich bei der Mutter sind —, wird allgemein anerkannt.

      Worin bestehen einige Herausforderungen?

      Kinder in den entscheidenden Lebensjahren zu formen stellt viele Mütter besonders dann vor eine gewaltige Aufgabe, wenn sie zur Unterstützung der Familie berufstätig sein müssen. Gemäß statistischen Angaben der Vereinten Nationen ist in vielen Industrieländern mehr als die Hälfte aller Mütter mit Kindern unter drei Jahren berufstätig.

      Oft ist Müttern die Kindererziehung auch allein überlassen, weil die Männer in einer anderen Stadt oder im Ausland arbeiten. Aus Teilen Armeniens wird beispielsweise berichtet, dass fast ein Drittel der Männer auf der Suche nach Arbeit außer Landes gegangen sind. Andere Mütter sind bei der Kindererziehung auf sich gestellt, weil die Männer sie entweder verlassen haben oder gestorben sind.

      In manchen Ländern sieht die Herausforderung ganz anders aus. Viele Mütter haben keine ausreichende Schulbildung. Die Abteilung für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen schätzt, dass weltweit zwei Drittel der 876 Millionen Analphabeten Frauen sind. Gemäß der UNESCO sind tatsächlich über 60 Prozent der Frauen in Afrika, den arabischen Staaten sowie in Südostasien Analphabeten. Darüber hinaus vertreten viele Männer den Standpunkt, dass Schulbildung für Frauen unnötig sei und sie für ihre Rolle, Kinder zu gebären, sogar ungeeignet mache.

      Die Zeitschrift Outlook berichtet, dass in einem Bezirk des Staates Kerala (Indien), wo Mädchen gewöhnlich mit 15 Jahren Mutter werden, kein Mann eine Frau mit Schulbildung haben möchte. Im benachbarten Pakistan werden Söhne bevorzugt behandelt. Ihre Erziehung bereitet sie auf gut bezahlte Jobs vor, damit sie ihre Eltern im Alter unterstützen können. In dem Buch Women’s Education in Developing Countries (Frauenbildung in Entwicklungsländern) wird im Gegensatz dazu gesagt: „Eltern investieren nicht in ihre Töchter, weil sie der Ansicht sind, dass diese zur finanziellen Lage der Familie nichts beitragen können.“

      Eine weitere Herausforderung sind einheimische Bräuche. In einigen Ländern wird von Müttern erwartet, ihre halbwüchsigen Töchter an Heiratswillige zu verkaufen und die weibliche Beschneidung zuzulassen. Überdies ist es für Mütter tabu, ihre Söhne zu belehren oder zurechtzuweisen. Ist eine Mutter verpflichtet, solche Bräuche zu beachten und die Erziehung ihrer Söhne anderen zu überlassen?

      Die folgenden Artikel zeigen, wie einige Mütter den Herausforderungen begegnen. Außerdem sollen sie Wertschätzung für die Mutter und das Muttersein fördern und zu einer ausgeglichenen Ansicht über ihre Rolle bei der Kindererziehung beitragen.

  • Mütter begegnen den Herausforderungen
    Erwachet! 2005 | 22. Februar
    • Mütter begegnen den Herausforderungen

      EIN wesentliches Problem vieler Mütter besteht heute darin, dass sie berufstätig sind, um ihre Familie finanziell über Wasser zu halten. Außerdem sind einige vielleicht gezwungen, ihre Kinder aus dem einen oder anderen Grund allein großzuziehen.

      Margarita ist eine allein erziehende Mutter in Mexiko. Sie hat zwei Kinder und berichtet: „Es war schwierig, sie in puncto Moral und Glauben richtig zu schulen. Eines Tages kam mein halbwüchsiger Sohn ziemlich betrunken von einer Party nach Hause. ‚Wenn das wieder vorkommt, werde ich dich aussperren‘, sagte ich warnend. Als es dann tatsächlich passierte, machte ich meine Worte wahr, wenn auch schweren Herzens. Zum Glück betrank er sich nicht wieder.“

      Später studierte Margarita die Bibel. Das half ihr, den Kindern moralische Werte beizubringen. Heute sind beide Vollzeitprediger der Zeugen Jehovas.

      Wenn Ehemänner außer Landes gehen

      Viele Männer in Entwicklungsländern suchen in wohlhabenderen Ländern Arbeit und lassen ihre Frauen mit der Kindererziehung allein. Laxmi, eine Mutter in Nepal, sagt: „Mein Mann arbeitet schon sieben Jahre im Ausland. Es wäre leichter, wenn er in regelmäßigen Abständen zu Hause wäre, denn die Kinder gehorchen eher ihrem Vater als mir.“

      Trotzdem meistert Laxmi ihre Situation. Da sie nur über eine begrenzte Schulbildung verfügt, hat sie dafür gesorgt, dass jemand ihren beiden größeren Kindern bei den Hausaufgaben hilft. In erster Linie ist Laxmi jedoch auf die religiöse Bildung bedacht und studiert jede Woche mit ihren Kindern die Bibel. Außerdem bespricht sie täglich einen Bibeltext mit ihnen und nimmt sie regelmäßig zu den christlichen Zusammenkünften mit.

      Mütter mit geringer Schulbildung

      In manchen Ländern besteht die Herausforderung in der relativ hohen Analphabetenrate bei Frauen. Um zu veranschaulichen, wie nachteilig sich mangelnde Schulbildung auswirkt, lassen wir Aurelia zu Wort kommen. Sie wohnt in Mexiko und ist Mutter von sechs Kindern. Sie erzählt: „Meine Mutter sagte immer, Frauen brauchten nicht so viel zu lernen. Ich habe also nie lesen gelernt und konnte meinen Kindern daher bei den Hausaufgaben auch nicht helfen. Das war schlimm. Um meinen Kindern so etwas zu ersparen, habe ich hart gearbeitet und ihnen eine Schulbildung ermöglicht.“

      Selbst eine Mutter mit geringer Schulbildung kann großen Einfluss ausüben. Folgender Ausspruch trifft zu: „Wer Frauen Bildung vermittelt, bildet Lehrer für Männer aus.“ Bishnu, eine Mutter in Nepal, die drei Söhne hat, war früher Analphabetin. Doch weil sie die biblische Wahrheit kennen lernen und auch ihre Kinder belehren wollte, strengte sie sich sehr an und lernte Lesen und Schreiben. Bishnu achtete auch darauf, dass die Kinder ihre Hausaufgaben machten, und hatte regelmäßig Kontakt zu den Lehrern der Kinder.

      Im Hinblick auf die religiöse und moralische Erziehung bemerkt Silash, einer von Bishnus Söhnen: „Was ich an der Erziehungsmethode meiner Mutter am meisten schätzte, war, dass sie uns anhand von Beispielen aus der Bibel korrigierte. Das war wirksam und half mir, Rat anzunehmen.“ Bishnu war wirklich erfolgreich bei der Erziehung ihrer Kinder — alle drei sind gottesfürchtige junge Männer geworden.

      Antonia, eine andere Mutter in Mexiko, zieht zwei Kinder groß. Sie sagt: „Ich habe nur die Grundschule besucht. Wir wohnten in einem abgelegenen Dorf und die nächste Sekundarschule war zu weit entfernt. Aber meine Kinder sollten eine bessere Schulbildung erhalten als ich. Daher widmete ich ihnen viel Zeit. Ich brachte ihnen das Abc und die Zahlen bei. Bevor meine Tochter eingeschult wurde, konnte sie bereits ihren Namen buchstabieren und alle Buchstaben des Alphabets schreiben. Und mein Sohn konnte schon gut lesen, bevor er in den Kindergarten kam.“

      Auf die Frage, was sie unternommen habe, um ihre Sprösslinge in religiöser und moralischer Hinsicht gut zu erziehen, erzählt Antonia: „Ich habe meine Kinder anhand biblischer Geschichten unterwiesen. Bevor meine Tochter sprechen konnte, hat sie biblische Geschichten pantomimisch dargestellt. Und mein Sohn hatte mit vier Jahren seine erste Leseaufgabe in einer christlichen Zusammenkunft.“ Nicht wenige Mütter mit geringer Schulbildung leisten ausgezeichnete Arbeit, wenn es um die Kindererziehung geht.

      Schädlichen Bräuchen entgegenwirken

      Nach einem Brauch der Tzotzil in Mexiko werden Töchter im Alter von 12 oder 13 Jahren in die Ehe verkauft. Häufig sind es wesentlich ältere Männer, die eine zweite oder dritte Frau haben möchten. Ist der Mann mit dem Mädchen nicht zufrieden, kann er es zurückgeben und bekommt den Brautpreis zurück. Petrona kam schon als Kind mit diesem Brauch in Berührung. Und ihre eigene Mutter wurde als Mädchen auf diese Weise verheiratet. Sie brachte ein Kind zur Welt und wurde wieder geschieden — und das im Alter von 13 Jahren! Das erste Kind starb und Petronas Mutter wurde danach noch zweimal verkauft. Insgesamt brachte sie acht Kinder zur Welt.

      Petrona wollte auf keinen Fall solch ein Leben führen. Sie berichtet, was sie unternahm: „Als ich mit der Grundschule fertig war, erklärte ich meiner Mutter, dass ich nicht heiraten wolle, sondern weiter zur Schule gehen möchte. Sie sagte, sie könne nichts für mich tun, ich müsse mit meinem Vater reden.

      ‚Ich besorge dir einen Mann‘, sagte mein Vater mit Nachdruck. ‚Du sprichst Spanisch und kannst lesen. Was willst du mehr? Wenn du weiter zur Schule gehen willst, musst du für die Kosten selbst aufkommen.‘

      Genau das tat ich“, erzählt Petrona. „Ich bestickte Kleidungsstücke und verdiente mir auf diese Weise das nötige Geld.“ So entging Petrona dem Brauch, als Mädchen an einen Mann verkauft zu werden. Als sie älter war, fing ihre Mutter an, die Bibel zu studieren. Das half ihr, Petronas jüngeren Schwestern biblische Wertmaßstäbe einzuprägen. Durch die Erfahrung der eigenen Mutter lernten Petronas Schwestern kennen, welch traurige Folgen es hat, wenn junge Mädchen nach dem erwähnten Brauch verheiratet werden.

      Nach einem anderen weit verbreiteten Brauch dürfen nur Familienväter Söhne zurechtweisen. Petrona erklärt: „Den Frauen der Tzotzil wird beigebracht, sie seien weniger wert als Männer. Die Männer sind selbstherrlich. Kleine Jungen ahmen ihren Vater nach und sagen zu ihrer Mutter: ‚Du hast mir gar nichts zu sagen. Wenn mein Vater mir nichts sagt, gehorche ich nicht.‘ Somit sind Müttern bei der Erziehung ihrer Söhne die Hände gebunden. Aber jetzt studiert meine Mutter die Bibel und belehrt auch meine Brüder mit Erfolg. Sie haben den Text aus Epheser 6:1, 2 auswendig gelernt: ‚Kinder, gehorcht euren Eltern . . . „Ehre deinen Vater und deine Mutter.“ ‘ “

      Auch Mary, eine Mutter in Nigeria, bemerkt dazu: „Dort, wo ich aufgewachsen bin, ist es einer Mutter nicht erlaubt, ihre Söhne zu belehren oder zurechtzuweisen. Aber ich war entschlossen, dem Beispiel von Lois und Eunike, der Großmutter und der Mutter von Timotheus, zu folgen und mich nicht von einheimischen Bräuchen daran hindern zu lassen, meine Kinder zu belehren“ (2. Timotheus 1:5).

      In einigen Ländern wird ein anderer Brauch gepflegt, der unter der Bezeichnung „weibliche Beschneidung“ — heute allgemein genitale Verstümmelung genannt — bekannt ist. Bei dem Eingriff werden die äußeren Geschlechtsorgane eines Mädchens teilweise oder fast vollständig entfernt. Der Brauch wurde von Waris Dirie, einem bekannten Fotomodell und Sonderbotschafterin des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, publik gemacht. Nach dem traditionellen somalischen Brauch nahm ihre Mutter diese Prozedur bei ihr als Kind vor. Einem Bericht zufolge stehen zwischen 8 und 10 Millionen Frauen und Mädchen im Nahen Osten und in Afrika in der Gefahr, sich der Prozedur unterziehen zu müssen. Sogar in den Vereinigten Staaten sind es schätzungsweise 10 000.

      Welche Ansichten liegen dieser Praxis zugrunde? Manche glauben, die weiblichen Geschlechtsorgane seien sündhaft und würden ein Mädchen unrein und daher für die Ehe untauglich machen. Außerdem wird das teilweise oder vollständige Entfernen der äußeren Geschlechtsorgane als Garantie dafür gewertet, dass das Kind die Jungfräulichkeit und später die eheliche Treue bewahrt. Unterlässt es die Mutter, diesem Brauch nachzukommen, kann sie sich den Zorn ihres Mannes und der Gemeinde zuziehen.

      Viele Mütter haben jedoch erkannt, dass es für diese schmerzhafte Prozedur keine legitimen Gründe gibt, seien sie religiöser, medizinischer oder hygienischer Natur. In einem nigerianischen Buch (Repudiating Repugnant Customs) wurde berichtet, dass sich viele Mütter mutig wehren und nicht zulassen, dass so etwas an ihren Töchtern vorgenommen wird.

      Tatsächlich gelingt es Müttern auf der ganzen Welt, ihre Kinder erfolgreich zu erziehen und sie zu schützen, und das trotz zahlreicher Herausforderungen. Werden ihre Anstrengungen wirklich geschätzt?

      [Kasten/Bild auf Seite 5]

      „Studie um Studie hat gezeigt, dass es keine effektive Entwicklungsstrategie geben kann, wenn Frauen darin keine zentrale Rolle spielen. Sind Frauen vollständig einbezogen, werden die Vorteile sofort erkennbar: Familien sind gesünder und besser ernährt, ihre Einkommen, Ersparnisse und Investitionen steigen. Und was für die Familien gilt, gilt auch für Gemeinschaften und schließlich für die ganzen Länder“ (UN-Generalsekretär Kofi Annan, 8. März 2003).

      [Bildnachweis]

      UN/DPI photo by Milton Grant

      [Kasten/Bilder auf Seite 8]

      Sie verzichtete unsertwegen

      Ein junger Brasilianer namens Juliano erzählt: „Als ich fünf Jahre alt war, hatte meine Mutter eine verheißungsvolle Karriere vor sich. Dann wurde meine Schwester geboren und sie gab ihren Beruf auf, weil sie für uns da sein wollte. Kollegen versuchten, ihr das auszureden. Sie meinten, alles, was sie für ihre Kinder tue, sei umsonst, denn schließlich würden sie heiraten und aus dem Haus gehen. Mit anderen Worten, es würde sich als eine Fehlinvestition erweisen. Aber sie hatten Unrecht. Ich werde nie vergessen, was meine Mutter in ihrer Liebe für uns getan hat!“

      [Bilder]

      Julianos Mutter mit ihren Kindern; links: Juliano als Fünfjähriger

      [Bilder auf Seite 6]

      Bishnu lernte Lesen und Schreiben und verhalf ihren Söhnen zu einer guten Schulbildung

      [Bilder auf Seite 7]

      Antonias Sohn liest in christlichen Zusammenkünften aus der Bibel vor

      [Bilder auf Seite 7]

      Petrona ist eine freiwillige Mitarbeiterin im Zweigbüro der Zeugen Jehovas in Mexiko; ihre Mutter, die schließlich eine Zeugin Jehovas geworden ist, unterweist Petronas jüngere Geschwister

  • Die ehrbare Rolle der Mutter
    Erwachet! 2005 | 22. Februar
    • Die ehrbare Rolle der Mutter

      DIE Rolle der Mutter ist häufig nicht genügend geschätzt, wenn nicht sogar unterbewertet worden. Vor einigen Jahrzehnten fing man an, abfällig über Mütter zu reden, die nur für ihre Kinder da waren. Das sei doch nicht so wichtig wie Karriere zu machen, ja es sei sogar eine Art Unterdrückung. Eine solche Ansicht würden die meisten wahrscheinlich überzogen finden, aber Frauen wird doch allgemein das Gefühl vermittelt, sie verrichteten als Hausfrau und Mutter nur zweitklassige Arbeit. Einige meinen sogar, eine Frau müsse noch berufstätig sein, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

      Doch glücklicherweise schätzen viele Ehemänner und Kinder den Platz, den die Mutter in der Familie ausfüllt. Carlo, der im Zweigbüro der Zeugen Jehovas auf den Philippinen tätig ist, bemerkt: „Dass ich heute hier tätig bin, verdanke ich der Schulung meiner Mutter. Mein Vater war sehr streng und strafte immer sehr schnell, aber meine Mutter nannte uns jedes Mal Gründe, warum etwas so oder so ist, und redete vernünftig mit uns. Ihre Art der Belehrung hat mir sehr gut getan.“

      Peter lebt in Südafrika. Er hat noch fünf Geschwister. Ihre Mutter, eine nicht sehr gebildete Frau, musste die Kinder allein erziehen, weil der Vater die Familie verlassen hatte. Peter erzählt: „Als Haushaltshilfe und Hausmeisterin verdiente Mutter nicht viel. Es war schwierig für sie, das Schulgeld für jeden von uns aufzubringen. Wir gingen oft hungrig zu Bett. Allein schon dafür, dass wir ein Dach über dem Kopf hatten, musste sie sich sehr anstrengen. Trotz allem gab Mutter nie auf. Sie prägte uns ein, uns niemals mit anderen zu vergleichen. Ohne ihr mutiges Engagement wären wir im Leben nie so weit gekommen.“

      Wie denkt Ahmed, ein nigerianischer Ehemann, über die Unterstützung seiner Frau bei der Kindererziehung? Er sagt: „Ich schätze die Hilfe meiner Frau. Wenn ich nicht zu Hause bin, weiß ich, dass für die Kinder gut gesorgt wird. Ich sehe meine Frau nicht als Konkurrentin, sondern bin ihr dankbar und bestehe darauf, dass die Kinder sie genauso respektieren wie mich.“

      Ein Mann in Palästina ist voll des Lobes für seine Frau, weil sie der Rolle als Mutter gerecht wird: „Lina hat bei unserer Tochter schon einiges erreicht und trägt viel zum geistigen Wohl unserer Familie bei. Mir ist klar geworden, dass dieses Ergebnis mit ihrem Glauben zu tun hat.“ Lina ist eine Zeugin Jehovas und erzieht die Tochter nach biblischen Grundsätzen.

      Wie lauten einige dieser Grundsätze? Was kann aus biblischer Sicht über Mütter gesagt werden? Wie wurden Mütter in früherer Zeit als Erzieherin ihrer Kinder gewürdigt und respektiert?

      Eine ausgeglichene Ansicht über Mütter

      Als die Frau erschaffen wurde, war für sie eine ehrenvolle Rolle in der Familieneinrichtung vorgesehen. Im ersten Buch der Bibel heißt es: „Jehova Gott sprach weiter: ‚Es ist für den Menschen nicht gut, dass er weiterhin allein sei. Ich werde ihm eine Gehilfin machen als sein Gegenstück‘ “ (1. Mose 2:18). Die erste Frau, Eva, wurde also dem Adam als Gegenstück oder Ergänzung gegeben. Sie war als Gehilfin für ihn vollkommen geeignet. Zu den ihnen von Gott zugedachten Aufgaben gehörte es, Kinder hervorzubringen und für sie zu sorgen. Außerdem sollten sie sich um die Erde und die Tiere kümmern. Als treue Gefährtin würde Eva auch intellektuelle Anregung und Unterstützung bieten. Wie sich Adam doch über dieses wunderbare Geschenk gefreut haben muss! (1. Mose 1:26-28; 2:23).

      Später legte Gott Richtlinien fest, die zeigten, wie Frauen behandelt werden sollten. Zum Beispiel musste Müttern im alten Israel Ehre erwiesen werden; sie durften nicht herablassend behandelt werden. Wenn ein Sohn ‘auf seinen Vater und seine Mutter Übles herabrief’, musste er zu Tode gebracht werden. Und christliche Jugendliche wurden aufgefordert: „Gehorcht euren Eltern“ (3. Mose 19:3; 20:9; Epheser 6:1; 5. Mose 5:16; 27:16; Sprüche 30:17).

      Unter der Leitung ihres Mannes erzog die Mutter nicht nur Töchter, sondern auch Söhne. Ein Sohn wurde angewiesen, ‘das Gesetz seiner Mutter nicht zu verlassen’ (Sprüche 6:20). Und Sprüche 31 enthält „die gewichtige Botschaft, mit der . . . [König Lemuels] Mutter [ihren Sohn] zurechtwies“. Sie warnte ihn vor dem unweisen Gebrauch alkoholischer Getränke, als sie sagte: „Es ist nicht für Könige, Wein zu trinken, noch für hohe Amtspersonen zu sagen: ‚Wo ist berauschendes Getränk?‘, damit einer nicht trinkt und vergisst, was verordnet ist, und die Rechtssache irgendeines der Söhne der Trübsal verdreht“ (Sprüche 31:1, 4, 5).

      Außerdem wäre jeder junge Mann, der sich mit Heiratsabsichten trägt, gut beraten, sich die Beschreibung einer ‘tüchtigen Ehefrau’ anzusehen, die von König Lemuels Mutter stammt. Sie sagte: „Ihr Wert geht weit über den von Korallen.“ Dann, nachdem sie aufgezählt hatte, welch eine Bereicherung eine solche Frau im Haus darstellt, erklärte sie: „Anmut mag Trug sein, und Schönheit mag nichtig sein; doch die Frau, die Jehova fürchtet, ist es, die sich Lobpreis schafft“ (Sprüche 31:10-31). Kein Zweifel, die Frau wurde von Gott erschaffen, um in der Familie eine ehrenvolle und verantwortungsvolle Rolle auszufüllen.

      In der Christenversammlung werden Frauen und Mütter ebenfalls geehrt und geliebt. In Epheser 5:25 heißt es: „Ihr Männer, liebt eure Frauen weiterhin.“ Und dem jungen Timotheus, der von seiner Mutter und seiner Großmutter unterwiesen worden war, „die heiligen Schriften“ zu respektieren, wurde Folgendes gesagt: ‘Rede älteren Frauen wie Müttern zu’ (2. Timotheus 3:15; 1. Timotheus 5:1, 2). Ein Mann sollte demnach eine ältere Frau so respektieren, als wäre es seine Mutter. Ja, für Gott sind Frauen wirklich wertvoll und er verleiht ihnen Würde.

      Wertschätzung zeigen

      Ein Mann, der in einer Gegend aufwuchs, wo Frauen als minderwertig galten, erzählt: „Ich genoss eine Erziehung, bei der der Mann im Mittelpunkt stand. Frauen wurden schlecht behandelt und man ging respektlos mit ihnen um. Ich musste mich ganz schön anstrengen, um mir die Denkweise des Schöpfers anzueignen, nämlich die Frau als Ergänzung oder Gehilfin im Haus zu akzeptieren, die bei der Erziehung der Kinder ein Wort mitzureden hat. Worte des Lobes kommen mir zwar nicht leicht über die Lippen, aber ich weiß sehr wohl, dass die gute Erziehung unserer Kinder auf das Konto meiner Frau geht.“

      Tatsächlich können Mütter, die ihrer Verantwortung als Erzieherin nachkommen, stolz auf ihre Rolle sein. Es ist eine lohnende Aufgabe. Sie verdienen ein aufrichtiges Lob und von Herzen kommende Anerkennung. Mütter vermitteln sehr viel Gutes — zum Beispiel gute Gewohnheiten und gute Manieren, die das ganze Leben von Nutzen und im zwischenmenschlichen Bereich unentbehrlich sind. Und in vielen Fällen hat die sittliche und religiöse Erziehung Jugendlichen geholfen, auf dem richtigen Weg zu bleiben.

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