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  • Entscheidende Faktoren für eine gute schulische Erziehung
    Erwachet! 1995 | 22. Dezember
    • Was kann einem Kind aus einem schlechten Umfeld helfen, in der Schule gute Leistungen zu bringen? Ein entscheidender Faktor für eine gute schulische Erziehung ist oftmals, daß ein fürsorglicher Erwachsener da ist — vorzugsweise natürlich die Eltern oder ein Elternteil des Kindes —, der dem Kind beisteht und an dessen Erziehung maßgeblich beteiligt ist. Eine Schülerin, die sich im letzten Schuljahr befand, hielt das für so wichtig, daß sie sagte: „Kinder können nur mit der Unterstützung der Eltern in der Schule überleben.“

      Die meisten Lehrer sind derselben Auffassung. Ein Lehrer in New York erklärte: „Hinter jedem Schüler, der die Schule erfolgreich durchläuft — und davon gibt es viele —, steht ein Elternteil, der jederzeit für ihn da war.“

      Die Unterstützung der Eltern — ein entscheidender Faktor

      In Reader’s Digest untersuchte man letztes Jahr die Frage, warum manche Schüler besser sind als andere. Dabei stellte sich unter anderem heraus, daß „Kinder aus gefestigten Familien in der Schule im Vorteil sind“. In solchen Familien schenken die Eltern ihren Kindern liebevolle Aufmerksamkeit und vermitteln ihnen echte Werte und Ziele. Ein Vater bemerkte jedoch: „Man kann den Kindern keine richtige Anleitung geben, wenn man nicht weiß, was an der Schule so läuft.“

      Ein Besuch in der Schule ist eine gute Methode, das herauszufinden. Eine Mutter, die öfter einen solchen Besuch macht, schrieb: „Wenn ich in der Schule meiner Tochter durch die Flure laufe, höre ich eine anstößige, obszöne Sprache. Überall sind schmusende Pärchen zu sehen — würde es ein Film sein, wäre er nicht jugendfrei.“ Solche Besuche können Eltern begreifen helfen, wie schwierig es heutzutage für Kinder ist, eine gute schulische Erziehung zu erhalten und ein moralisch einwandfreies Leben zu führen.

      Bedeutsamerweise hieß es in der Veröffentlichung The American Teacher 1994: „Schüler, die Opfer tätlicher Angriffe werden, geben häufiger an, daß ihre Eltern nur selten Gesprächstermine mit Lehrern wahrnehmen und daß sie Elternabende oder Besuchstage kaum nutzen, um Kontakte zur Schule zu knüpfen.“

      Eine besorgte Mutter verriet, was Eltern tun müssen. „Seien wir am Ort des Geschehens“, sagte sie. „Lassen wir die Schulverwaltung wissen, daß wir an dem interessiert sind, was unser Kind lernt. Ich gehe oft in die Schule und verfolge den Unterricht mit.“ Eine andere Mutter unterstrich, wie wichtig es ist, für die Kinder einzutreten. Sie erklärte: „Meine Kinder gingen ins Büro der Schulverwaltung, um mit einem Vertrauenslehrer zu sprechen, doch sie wurden dort einfach ignoriert. Als ich am nächsten Tag mit einem meiner Kinder vorsprach, überschlug man sich fast, um mir und meinem Kind zu helfen.“

      Diese Mutter, die vier Söhne hat, betonte auch, wie wichtig es ist, sich für Aktionen in der Schule zu interessieren, die einen direkten Einfluß auf die Erziehung der Kinder nehmen. „Man sollte zu Elternsprechtagen und zu Projektwochen gehen — das heißt, man sollte sich für alles interessieren, was die Kinder mitmachen und wozu die Eltern eingeladen werden“, sagte sie. „Auf diese Weise hat man Gelegenheit, die Lehrer der Kinder kennenzulernen. Sie müssen wissen, daß man die schulische Erziehung für einen sehr wichtigen Abschnitt im Leben der Kinder hält. Wenn Lehrer das wissen, sind sie eher bereit, in unsere Kinder Zeit und Mühe zu investieren.“

      Zusammenarbeit mit Lehrern

      Einige Eltern denken vielleicht, daß sie an den Abenden, die die Schule für das Gespräch zwischen Eltern und Lehrern vorgesehen hat, Wichtigeres zu tun haben. Was kann jedoch wichtiger sein, als den Menschen, die unserem Kind zu einer guten schulischen Erziehung verhelfen wollen, für ein Gespräch zur Verfügung zu stehen? Eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern ist unerläßlich.

      In Rußland gibt es eine ausgezeichnete Einrichtung, die die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern fördert. Alle Schulaufgaben werden in dem sogenannten Dnjewnik festgehalten — ein täglicher Bericht über die Schulaufgaben, kombiniert mit einem Kalender. Die Schüler müssen ihren Dnjewnik in jede Unterrichtsstunde mitbringen und dem Lehrer auf Wunsch vorlegen. Außerdem müssen die Schüler den Dnjewnik ihren Eltern zeigen und von ihnen jede Woche unterschreiben lassen. Victor Lobachov, ein in Moskau lebender Vater, dessen Kinder im schulpflichtigen Alter sind, sagte, daß „diese Informationen den Eltern helfen, mit den Aufgaben und Noten ihrer Kinder auf dem laufenden zu bleiben“.

      Heute beschweren sich Lehrer jedoch häufig darüber, daß sich die Eltern für die schulische Erziehung ihrer Kinder nicht interessieren. Ein Sekundarlehrer in den Vereinigten Staaten erzählte, er habe einmal 63 Briefe verschickt, in denen er die Eltern über die mangelhaften Leistungen ihrer Kinder informiert habe. Nur drei Eltern hätten sich daraufhin bei ihm gemeldet.

      Das ist wirklich traurig! Eltern sollte die schulische Erziehung ihrer Kinder sehr am Herzen liegen, zumal die Erziehung ja in erster Linie ihre Verantwortung ist. Ein Pädagoge traf den Nagel auf den Kopf, als er sagte: „Das Hauptziel der schulischen Erziehung besteht darin, die Eltern zu unterstützen, ihre Kinder zu verantwortungsbewußten Erwachsenen zu erziehen.“

      Eltern sollten daher die Initiative ergreifen und sich bemühen, die Lehrer ihrer Kinder kennenzulernen. Eine Mutter meinte: „Die Lehrer müssen das Gefühl haben, daß sie einen jederzeit anrufen können.“ Und Eltern sollten es begrüßen, wenn sich Lehrer offen über ihre Kinder äußern, ja sie sollten die Lehrer sogar dazu ermuntern. Sie sollten konkrete Fragen stellen, wie zum Beispiel: „Haben Sie irgendwelche Schwierigkeiten mit meinem Kind? Ist mein Kind respektvoll? Ist es bei allen Unterrichtsstunden anwesend? Kommt es pünktlich?“

      Was, wenn sich ein Lehrer nicht gerade vorteilhaft über das Kind äußert? Man sollte nicht davon ausgehen, daß der Lehrer die Unwahrheit sagt. Leider führen viele Jugendliche, die sich zu Hause oder in der Anbetungsstätte scheinbar tadellos verhalten, in Wirklichkeit ein Doppelleben. Deshalb sollte man dem Lehrer respektvoll zuhören und dann der Sache auf den Grund gehen.

      Wenn das Kind nach der Schule nach Hause kommt

      Wie fühlen wir uns als Eltern, wenn wir von der Arbeit nach Hause kommen? Gestreßt oder frustriert? Kinder fühlen sich unter Umständen erheblich miserabler, wenn sie nach der Schule nach Hause kommen. Ein Vater riet daher: „Man sollte alles tun, damit die Kinder gern nach Hause kommen. Wahrscheinlich haben sie einen schweren Tag hinter sich.“

      Nach Möglichkeit sollte ein Elternteil zu Hause sein, wenn die Kinder aus der Schule kommen. Eine Mutter erklärte: „Kinder können einem nicht sagen, was los ist, wenn man nicht da ist, um mit ihnen zu reden. Deshalb sehe ich zu, daß ich zu Hause bin, wenn die Kinder aus der Schule kommen.“ Eltern müssen nicht nur wissen, was ihr Kind tut, sondern auch, was es fühlt und denkt. Das herauszufinden erfordert viel Zeit, Mühe und behutsames Nachhaken (Sprüche 20:5). Tägliche Gespräche sind sehr wichtig.

      Ein Grundschullehrer in New York bemerkte: „Sie müssen jeden Tag damit rechnen, daß Ihrem Kind die Wertvorstellungen eines angeschlagenen Schulsystems vermittelt werden.“ Seine Anregung war daher: „Achten Sie darauf, was sich im Herzen Ihres Kindes abspielt. Egal, wie müde Sie sind, nehmen Sie sich die Zeit, Ihr Kind aus der Reserve zu locken und falsche Wertvorstellungen durch richtige zu ersetzen“ (Sprüche 1:5).

      Ein langjähriger Sekundarlehrer gab einen ähnlichen Rat, als er sagte: „Statt nur zu fragen, wie es in der Schule war, ist es vorteilhaft, direkte, konkrete Fragen zum Tagesgeschehen und zum Tagesablauf zu stellen. Das sollte nicht einem Verhör oder einem neugierigen Aushorchen gleichen, sondern in einem zwanglosen Gespräch mit dem Kind erfolgen.“

      Der amerikanische Erziehungsminister Richard W. Riley riet dringend: „Sprechen Sie mit Ihren Kindern — vor allem mit Kindern im Teenageralter —, ganz offen über die Wertvorstellungen, die Sie bei ihnen sehen möchten, und über die Gefahren, die mit Drogen und Alkohol verbunden sind. Solche persönlichen Gespräche, so unangenehm sie Ihnen vielleicht auch sind, können das Leben Ihrer Kinder retten.“

      Niemals sollten Eltern ihren Kindern den Eindruck vermitteln, sie seien zu beschäftigt, um ihnen zuzuhören; das trifft vor allem auf Väter zu, die in einer Christenversammlung Verantwortung tragen. Selbst wenn ein Kind etwas erzählt, was die Eltern bestürzt, sollten sie das Kind durch ihren Gesichtsausdruck und ihre Reaktion spüren lassen, daß sie sich über seine Offenheit freuen. Eine Schülerin empfahl: „Eltern sollten nicht schockiert sein, wenn ihr Kind von Drogen- oder Sexgeschichten in der Schule erzählt.“

      Da heute viele Familien auseinanderbrechen, gibt es etliche „vaterlose Knaben“ (Hiob 24:3; 29:12; Psalm 146:9). In der Christenversammlung ist gewöhnlich immer jemand da, der einem Kind, das Hilfe braucht, beistehen kann. Sind wir dazu bereit?

      Lerneifer und Verantwortungsgefühl fördern

      Die meisten jungen Leute sind in puncto Schulaufgaben nicht so beflissen wie Latoya, von der eingangs die Rede war. Ein Großteil der Kinder muß zum Lernen immer wieder angespornt werden. Joseph Fernandez, ehemaliger Leiter der New Yorker Schulbehörde, sagte über seine eigenen Kinder: „Bei uns zu Hause gab es für das Lernen feste Zeiten. Wir stellten unseren Kindern Bücher zur Verfügung, spornten sie an, in die öffentliche Bibliothek zu gehen, und machten den Schulbesuch und das Engagement in der Schule zu einem Schwerpunkt unserer Erziehung.“

      Ein anderer Angestellter der Schulverwaltung erklärte: „Unsere Kinder dürfen nicht nur den Eindrücken durch Fernsehen, Filme, Videos und Einkaufszentren ausgesetzt sein, sondern müssen in gleicher Weise auch durch Bücher und Geschichten Eindrücke sammeln.“ Eltern könnten sich ihre Zeit vielleicht so einteilen, daß sie dann, wenn die Kinder ihre Hausaufgaben machen, selbst etwas studieren oder lesen. Die Kinder können daran erkennen, daß die Eltern Bildung schätzen.

      In vielen Familien ist das Fernsehen der größte Rivale des Lernens. „Bis zum Alter von 18 Jahren“, meinte ein Pädagoge, „haben junge Leute 11 000 Stunden im Klassenzimmer und 22 000 Stunden vor dem Fernseher verbracht.“ Möglicherweise müssen Eltern die Fernsehzeit für ihre Kinder einschränken; unter Umständen heißt das, daß sie selbst nur gelegentlich fernsehen. Außerdem sollte man sich fest vornehmen, mit seinen Kindern gemeinsam zu lernen. Man sollte zusammen etwas lesen und täglich Zeit dafür einplanen, die Hausaufgaben durchzugehen.

      Den Kindern werden in der Schule täglich viele Aufgaben übertragen. Werden sie sie erledigen? Wahrscheinlich schon, sofern sie von den Eltern gelehrt worden sind, ihren Pflichten zu Hause nachzukommen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist, den Kindern jeden Tag bestimmte Arbeiten aufzutragen und von ihnen zu erwarten, daß sie sie gemäß einem bestimmten Plan erledigen. Natürlich verlangt eine solche Erziehung den Eltern viel ab, aber auf diese Weise können sie ihren Kindern das Verantwortungsgefühl vermitteln, das sie benötigen, um in der Schule und im späteren Leben erfolgreich zu sein.

  • Entscheidende Faktoren für eine gute schulische Erziehung
    Erwachet! 1995 | 22. Dezember
    • [Kasten auf Seite 10]

      Was Eltern tun können

      ✔ Lernt die Schule eurer Kinder kennen, welche Ziele man dort verfolgt und ob man eure eigenen Wertvorstellungen und Glaubensansichten respektiert.

      ✔ Macht euch mit den Lehrern der Kinder bekannt, und seid um eine gute Zusammenarbeit bemüht.

      ✔ Interessiert euch für die Hausaufgaben der Kinder, und lest häufig mit ihnen.

      ✔ Achtet darauf, was sich die Kinder im Fernsehen ansehen und wieviel sie fernsehen.

      ✔ Achtet auf die Eßgewohnheiten der Kinder. Schundnahrung kann sich auf ihre Konzentrationsfähigkeit nachteilig auswirken.

      ✔ Sorgt dafür, daß eure Kinder genügend Schlaf erhalten. Müde Kinder können nicht gut lernen.

      ✔ Helft euren Kindern, sich Freunde auszusuchen, die einen guten Einfluß auf sie haben.

      ✔ Seid euren Kindern der beste Freund. Sie benötigen so viele reife Menschen als Freunde wie möglich.

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