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Segnungen oder Flüche — Die Wahl liegt bei unsDer Wachtturm 1996 | 15. Juni
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Segnungen oder Flüche — Die Wahl liegt bei uns
„Ich [habe] dir Leben und Tod vorgelegt ..., den Segen und den Fluch; und du sollst das Leben wählen, damit du am Leben bleibst“ (5. MOSE 30:19).
1. Mit welcher Fähigkeit wurden die Menschen ausgestattet?
JEHOVA GOTT bildete uns — seine vernunftbegabten Menschengeschöpfe — als Persönlichkeiten mit einem freien Willen. Wir wurden nicht als Automaten oder Roboter geschaffen, sondern haben das Vorrecht und die Verantwortung, selbst zu wählen (Psalm 100:3). Die ersten Menschen, Adam und Eva, konnten ihre Handlungsweise selbst bestimmen, waren Gott jedoch für das rechenschaftspflichtig, was sie sich zu tun erwählten.
2. Welche Wahl traf Adam, und was war die Folge?
2 Der Schöpfer hatte großzügige Vorkehrungen für dauerhaft gesegnetes menschliches Leben auf einer paradiesischen Erde getroffen. Doch warum wurde dieser Vorsatz bis heute nicht verwirklicht? Weil Adam eine verkehrte Wahl traf. Jehova hatte dem Menschen folgendes geboten: „Von jedem Baum des Gartens darfst du bis zur Sättigung essen. Was aber den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse betrifft, davon sollst du nicht essen, denn an dem Tag, an dem du davon ißt, wirst du ganz bestimmt sterben“ (1. Mose 2:16, 17). Hätte Adam es sich erwählt zu gehorchen, wären unsere Ureltern gesegnet worden. Ungehorsam hatte den Tod zur Folge (1. Mose 3:6, 18, 19). So wurden Sünde und Tod über die gesamte Nachkommenschaft Adams gebracht (Römer 5:12).
Segnungen ermöglicht
3. Wie gab Gott die Zusicherung, daß sein Vorsatz in Verbindung mit der Menschheit verwirklicht werden wird?
3 Jehova Gott schuf ein Mittel, durch das sein Vorsatz, die Menschheit zu segnen, schließlich verwirklicht werden soll. Durch die von ihm in Eden geäußerte Prophezeiung sagte er einen Samen voraus: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen“ (1. Mose 3:15). Gott verhieß später, daß durch diesen Samen, einen Nachkommen Abrahams, gehorsame Menschen Segnungen empfangen würden (1. Mose 22:15-18).
4. Welche Vorkehrung schuf Jehova zum Segen der Menschheit?
4 Jesus Christus erwies sich als dieser verheißene, segenbringende Same. Über Jesu Rolle in Jehovas Vorkehrung zum Segen der Menschheit schrieb der christliche Apostel Paulus: „[Gott] empfiehlt seine eigene Liebe zu uns dadurch, daß Christus für uns starb, während wir noch Sünder waren“ (Römer 5:8). Sündigen Menschen, die Gott gehorchen und sich das Verdienst des Loskaufsopfers Jesu Christi zunutze machen, sollen Segnungen zuteil werden (Apostelgeschichte 4:12). Werden wir Gehorsam und damit Segnungen wählen? Ungehorsam wird etwas ganz anderes nach sich ziehen.
Wie verhält es sich mit den Flüchen?
5. Was bedeutet das Wort „Fluch“?
5 Das Gegenteil von Segen ist Fluch. Das Wort „Fluch“ bedeutet, schlecht über jemanden zu reden oder etwas Schlechtes auf ihn herabzurufen. Das hebräische Wort qelaláh wird von dem Wurzelverb qalál abgeleitet, das wörtlich „leicht sein“, in übertragenem Sinne jedoch „auf jemand Übles herabrufen“, „mit Verachtung behandeln“ bedeutet (3. Mose 20:9; 2. Samuel 19:43).
6. Zu welchem Zwischenfall, in den Elisa verwickelt war, kam es in alter Zeit bei Bethel?
6 Betrachten wir ein dramatisches Beispiel für die sofortigen Auswirkungen eines Fluchs. Die Begebenheit trug sich zu, als Elisa, der Prophet Gottes, von Jericho nach Bethel ging. Der Bibelbericht lautet: „Als er auf dem Weg hinaufging, da waren kleine Buben, die aus der Stadt herauskamen und ihn zu verhöhnen begannen und die fortwährend zu ihm sprachen: ‚Geh hinauf, du Kahlkopf! Geh hinauf, du Kahlkopf!‘ Schließlich wandte er sich um und sah sie und rief im Namen Jehovas Übles auf sie herab. Dann kamen zwei Bärinnen aus dem Wald und zerrissen von ihnen zweiundvierzig Kinder in Stücke“ (2. Könige 2:23, 24). Das, was Elisa im einzelnen sagte, als er diesen Fluch aussprach, indem er Übles auf die höhnenden Kinder herabrief, erfahren wir nicht. Doch der Ausspruch bewirkte etwas, weil er im Namen Jehovas von einem Propheten Gottes geäußert wurde, der im Einklang mit dem göttlichen Willen handelte.
7. Was geschah mit den Kindern, die Elisa verhöhnten, und warum?
7 Elisa scheint hauptsächlich deshalb verhöhnt worden zu sein, weil er das Amtsgewand Elias trug und die Kinder keinen Nachfolger jenes Propheten in ihrer Nähe wünschten (2. Könige 2:13). Um jeden Zweifel daran zu beseitigen, daß er der Nachfolger Elias war, und um die jungen Leute und ihre Eltern angebrachten Respekt vor dem Propheten Jehovas zu lehren, rief Elisa im Namen des Gottes Elias Übles auf die höhnende Menge herab. Jehova zeigte deutlich, daß er Elisa als seinen Propheten anerkannte, indem er die beiden Bärinnen veranlaßte, aus dem Wald zu kommen und 42 dieser Spötter in Stücke zu reißen. Die eklatante Respektlosigkeit gegenüber dem Mitteilungskanal, den Jehova damals auf der Erde gebrauchte, ließ ihn so entschieden vorgehen.
8. Womit erklärte sich das Volk Israel einverstanden, und was stand ihm deshalb in Aussicht?
8 Jahre zuvor hatten die Israeliten einen ähnlichen Mangel an Respekt gegenüber Gottes Vorkehrungen bewiesen. Und so war es dazu gekommen: 1513 v. u. Z. erwies Jehova dem Volk Israel Gunst, indem er es wie „auf Adlersflügeln“ aus der ägyptischen Knechtschaft befreite. Bald danach schwor es, Gott zu gehorchen. Beachtenswerterweise war Gottes Anerkennung untrennbar mit Gehorsam verbunden. Jehova sagte durch Moses: „Wenn ihr meiner Stimme genau gehorchen und meinen Bund wirklich halten werdet, dann werdet ihr bestimmt mein besonderes Eigentum aus allen anderen Völkern werden, denn die ganze Erde gehört mir.“ Das Volk äußerte seine Zustimmung und erklärte: „Alles, was Jehova geredet hat, wollen wir tun“ (2. Mose 19:4, 5, 8; 24:3). Die Israeliten bekannten sich dazu, Jehova zu lieben, sie gaben sich ihm hin und schworen, seiner Stimme zu gehorchen. Letzteres würde ihnen großartige Segnungen eintragen.
9, 10. Was taten die Israeliten, als sich Moses auf dem Berg Sinai befand, und welche Folgen hatte das?
9 Noch bevor die Grundlehrsätze dieser Übereinkunft durch „Gottes Finger“ in Stein eingraviert wurden, gab es Anlaß für göttliche Flüche (2. Mose 31:18). Wieso war diese tragische Konsequenz gerechtfertigt? Hatten die Israeliten nicht den Wunsch zum Ausdruck gebracht, alles zu tun, was Jehova geredet hatte? Ja, mit Worten suchten sie Segnungen, aber durch ihre Handlungsweise schlugen sie einen Lauf ein, der Flüche verdiente.
10 Während der Zeitspanne von 40 Tagen, als Moses auf dem Berg Sinai war, wo er die Zehn Gebote erhielt, brachen die Israeliten ihr zuvor gegebenes Versprechen, Jehova loyal zu sein. Der Bericht lautet: „Unterdessen sah das Volk schließlich, daß Moses lange säumte, vom Berg herabzukommen. Da versammelte sich das Volk um Aaron und sprach zu ihm: ‚Auf, mache uns einen Gott, der vor uns hergehen wird, denn von diesem Moses, dem Mann, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat, wissen wir wirklich nicht, was ihm widerfahren ist‘“ (2. Mose 32:1). Somit liegt hier ein weiteres Beispiel vor für eine respektlose Einstellung gegenüber dem menschlichen Werkzeug, dessen sich Jehova damals bediente, um sein Volk zu führen und zu leiten. Die Israeliten wurden dazu verlockt, den Götzendienst der Ägypter nachzuahmen, und mußten dafür die schlimmen Folgen tragen, als an einem einzigen Tag 3 000 von ihnen durch das Schwert umkamen (2. Mose 32:2-6, 25-29).
Die Verkündigung von Segnungen und Flüchen
11. Welche Anweisungen, Segnungen und Flüche betreffend, führte Josua aus?
11 Gegen Ende der 40jährigen Wanderung durch die Wildnis führte Moses im einzelnen die Segnungen auf, die es mit sich bringen würde, den Weg des Gehorsams Gott gegenüber zu wählen. Er zählte auch die Flüche auf, die über die Israeliten kommen würden, falls sie es sich erwählen sollten, Jehova ungehorsam zu sein (5. Mose 27:11 bis 28:10). Kurz nachdem Israel in das Land der Verheißung eingezogen war, führte Josua Moses’ Anweisungen in Verbindung mit diesen Segnungen und diesen Flüchen aus. Sechs der Stämme Israels standen am Fuß des Berges Ebal, und die anderen sechs stellten sich vor dem Berg Gerisim auf. Die Leviten befanden sich im Tal dazwischen. Offenbar sagten die Stämme, die vor dem Berg Ebal Aufstellung genommen hatten, zu den Flüchen, die in ihre Richtung vorgelesen wurden: „Amen!“ Die anderen, die sich am Fuß des Berges Gerisim befanden, antworteten auf die Segnungen, die die Leviten ihnen zugewandt vorlasen (Josua 8:30-35).
12. Welche Flüche äußerten die Leviten unter anderem?
12 Stellen wir uns vor, wir könnten mit anhören, wie die Leviten sagen: „Verflucht ist der Mann, der ein geschnitztes Bild oder ein gegossenes Standbild macht, etwas Verabscheuungswürdiges für Jehova, das Machwerk der Hände eines Arbeiters in Holz und Metall, und der es in einem Versteck aufgestellt hat. ... Verflucht ist, wer seinen Vater oder seine Mutter mit Verachtung behandelt. ... Verflucht ist, wer die Grenzmarkierung seines Mitmenschen zurücksetzt. ... Verflucht ist, wer den Blinden auf dem Weg irreführt. ... Verflucht ist, wer das Recht eines ansässigen Fremdlings, eines vaterlosen Knaben und einer Witwe beugt. ... Verflucht ist, wer sich zur Frau seines Vaters legt, denn er hat den Rocksaum seines Vaters aufgedeckt. ... Verflucht ist, wer sich zu irgendeinem Tier legt. ... Verflucht ist, wer sich zu seiner Schwester, der Tochter seines Vaters oder der Tochter seiner Mutter, legt. ... Verflucht ist, wer sich zu seiner Schwiegermutter legt. ... Verflucht ist, wer seinen Mitmenschen von einem Versteck aus erschlägt. ... Verflucht ist, wer eine Bestechung annimmt, um eine Seele zu erschlagen, wenn es unschuldiges Blut ist. ... Verflucht ist, wer die Worte dieses Gesetzes nicht in Kraft erhält, indem er sie tut.“ Nach jedem Fluch sagten die vor dem Berg Ebal stehenden Stämme: „Amen!“ (5. Mose 27:15-26).
13. Wie würden wir einige der Segnungen, die die Leviten verkündeten, in eigenen Worten beschreiben?
13 Nun stellen wir uns vor, wir würden diejenigen hören, die laut vernehmbar auf jede der Segnungen antworten, als die Leviten ausrufen: „Gesegnet wirst du sein in der Stadt, und gesegnet wirst du sein auf dem Feld. Gesegnet wird die Frucht deines Leibes sein und die Frucht deines Bodens und die Frucht deines Haustiers, die Jungen deiner Rinder und der Nachwuchs deines Kleinviehs. Gesegnet wird dein Korb und dein Backtrog sein. Gesegnet wirst du sein, wenn du hineingehst, und gesegnet wirst du sein, wenn du hinausgehst“ (5. Mose 28:3-6).
14. Unter welcher Voraussetzung würden die Israeliten Segnungen empfangen?
14 Unter welcher Voraussetzung konnte man diese Segnungen empfangen? In dem Bericht heißt es: „Es soll geschehen, wenn du auch wirklich auf die Stimme Jehovas, deines Gottes, hören wirst, indem du darauf achtest, alle seine Gebote zu tun, die ich dir heute gebiete, daß Jehova, dein Gott, dich dann bestimmt hoch über alle anderen Nationen der Erde setzen wird. Und alle diese Segnungen sollen über dich kommen und dich erreichen, weil du fortfährst, auf die Stimme Jehovas, deines Gottes, zu hören“ (5. Mose 28:1, 2). Ja, der Schlüssel für den Empfang der göttlichen Segnungen war der Gehorsam Gott gegenüber. Und wie verhält es sich mit uns heute? Werden wir persönlich Segnungen und das Leben wählen, indem wir weiterhin „auf die Stimme Jehovas ... hören“? (5. Mose 30:19, 20).
Eine nähere Betrachtung
15. Welcher Gedanke kam in dem Segen zum Ausdruck, der in 5. Mose 28:3 aufgezeichnet ist, und inwiefern können wir daraus Nutzen ziehen?
15 Denken wir einmal über bestimmte Segnungen nach, die ein Israelit empfangen konnte, wenn er Jehova gehorchte. In 5. Mose 28:3 heißt es beispielsweise: „Gesegnet wirst du sein in der Stadt, und gesegnet wirst du sein auf dem Feld.“ Gottes Segen hängt nicht davon ab, wo man sich befindet oder welche Aufgaben man hat. Manche fühlen sich auf Grund ihrer Lebensumstände wie gefangen, vielleicht weil sie in einem vom wirtschaftlichen Niedergang gezeichneten Gebiet oder in einem vom Krieg zerrissenen Land leben. Andere sehnen sich möglicherweise danach, Jehova anderswo dienen zu können. Einige christliche Männer mögen enttäuscht sein, weil sie in der Versammlung noch nicht zum Dienstamtgehilfen oder zum Ältesten ernannt wurden. Manchmal fühlen sich Christinnen entmutigt, weil es ihnen nicht möglich ist, als Pioniere oder als Missionare im Vollzeitdienst zu stehen. Doch jeder, der ‘auf die Stimme Jehovas hört und darauf achtet, alles zu tun, was er fordert’, wird heute und in alle Ewigkeit gesegnet werden.
16. Inwiefern erlebt Jehovas Organisation heute das, was im Grundsatz aus 5. Mose 28:4 hervorgeht?
16 In 5. Mose 28:4 heißt es: „Gesegnet wird die Frucht deines Leibes sein und die Frucht deines Bodens und die Frucht deines Haustiers, die Jungen deiner Rinder und der Nachwuchs deines Kleinviehs.“ Die Verwendung des Singulars bei dem hebräischen Pronomen, das mit „deines“ wiedergegeben wurde, zeigt, daß jeder einzelne gehorsame Israelit diese Erfahrung machen konnte. Wie verhält es sich heute mit den gehorsamen Dienern Jehovas? Die weltweite Zunahme und Ausdehnung der Organisation der Zeugen Jehovas ist das Ergebnis des Segens Gottes, der auf den aufrichtigen Bemühungen von über 5 000 000 Verkündigern der guten Botschaft vom Königreich ruht (Markus 13:10). Und das Potential für eine noch größere Zunahme ist offensichtlich vorhanden, da 1995 mehr als 13 000 000 Menschen das Abendmahl des Herrn besucht haben. Verspüren wir persönlich Königreichssegnungen?
Israels Wahl war ausschlaggebend
17. Wovon hing es ab, ob jemanden Segnungen oder Flüche ‘erreichten’?
17 Tatsächlich sollte ein gehorsamer Israelit sozusagen von Segnungen verfolgt werden. Die Verheißung lautete: „Alle diese Segnungen sollen über dich kommen und dich erreichen“ (5. Mose 28:2). Ebenso hieß es mit Bezug auf die Flüche: „Alle diese Flüche [sollen] über dich kommen und dich erreichen“ (5. Mose 28:15). Hätten wir in alter Zeit zum Volk Israel gehört, wären wir dann von Segnungen oder von Flüchen ‘erreicht worden’? Das wäre davon abhängig gewesen, ob wir Gott gehorcht hätten oder nicht.
18. Wie hätten die Israeliten Flüche abwenden können?
18 In 5. Mose 28:15-68 werden die schmerzlichen Folgen des Ungehorsams in Form von Flüchen dargelegt. Einige sind genau das Gegenteil der Segnungen, die in 5. Mose 28:3-14 aufgeführt werden. Das Volk Israel mußte oft die schrecklichen Folgen der Flüche tragen, weil es sich erwählte, die falsche Anbetung zu praktizieren (Esra 9:7; Jeremia 6:6-8; 44:2-6). Wie tragisch! Die Folgen hätten vermieden werden können, wenn sie die richtige Wahl getroffen hätten, nämlich die förderlichen Gesetze und Grundsätze Jehovas zu befolgen, die Gut und Böse deutlich definieren. Viele müssen heute schmerzliche oder leidvolle Erfahrungen machen, weil sie es sich erwählt haben, den biblischen Grundsätzen zuwiderzuhandeln, zum Beispiel dadurch, daß sie die falsche Religion ausüben, unsittlich handeln, Rauschgift nehmen oder unmäßig trinken. Wie im alten Israel und in Juda führt eine solch schlechte Wahl zu Gottes Mißbilligung und zu unnötigem Herzensschmerz (Jesaja 65:12-14).
19. Beschreibe, welche Verhältnisse herrschten, als Juda und Israel es sich erwählten, Jehova zu gehorchen.
19 Nur wenn Israel Jehova gehorchte, gab es überströmende Segnungen, und es herrschte Ruhe. Wir lesen beispielsweise über die Tage Salomos: „Juda und Israel waren so viele wie die Sandkörner, die am Meer sind, an Menge; sie aßen und tranken und waren voll Freude. ... Und Juda und Israel wohnten fortwährend in Sicherheit, ein jeder unter seinem eigenen Weinstock und unter seinem eigenen Feigenbaum, von Dan bis Beerscheba, alle Tage Salomos“ (1. Könige 4:20-25). Selbst zur Zeit des Königs David, die durch viel Gegnerschaft von Feinden Gottes gekennzeichnet war, spürte die Nation die Unterstützung und den Segen Jehovas, als sie es sich erwählte, dem Gott der Wahrheit zu gehorchen (2. Samuel 7:28, 29; 8:1-15).
20. Wovon ist der Schöpfer, die Menschen betreffend, überzeugt?
20 Werden wir Gott gehorchen, oder werden wir ihm ungehorsam sein? Die Israeliten hatten die Wahl. Wir haben zwar alle von Adam eine Neigung zur Sünde geerbt, aber auch die Gabe empfangen, frei wählen zu können. Sowohl Satan als auch der gegenwärtigen bösen Welt und unseren Unvollkommenheiten zum Trotz können wir die richtige Wahl treffen. Außerdem ist unser Schöpfer davon überzeugt, daß es ungeachtet aller Prüfungen und Verlockungen Personen geben wird, die die richtige Wahl treffen, und zwar in Wort und Tat (1. Petrus 5:8-10). Werden wir zu diesen Personen gehören?
21. Womit werden wir uns im nächsten Artikel beschäftigen?
21 Im nächsten Artikel werden wir unsere Einstellung und unser Handeln an Hand von Beispielen aus der Vergangenheit überprüfen können. Möge jeder von uns positiv auf die von Gott durch Moses geäußerten Worte reagieren: „Ich [habe] dir Leben und Tod vorgelegt ..., den Segen und den Fluch; und du sollst das Leben wählen, damit du am Leben bleibst, du und deine Nachkommen“ (5. Mose 30:19).
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Segnungen oder Flüche — Vorbilder für uns heuteDer Wachtturm 1996 | 15. Juni
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Segnungen oder Flüche — Vorbilder für uns heute
„Diese Dinge nun widerfuhren ihnen fortgesetzt als Vorbilder, und sie sind zur Warnung für uns geschrieben worden, auf welche die Enden der Systeme der Dinge gekommen sind“ (1. KORINTHER 10:11).
1. Wieso sollten wir eine ähnliche Untersuchung durchführen, wie man sie bei einem Gegenstand aus Eisen vornimmt?
UNTER einem Anstrich verborgen, kann an einem Gegenstand aus Eisen der Rost zu nagen beginnen. Bis der Rost an der Oberfläche sichtbar wird, vergeht womöglich eine ganze Weile. In ähnlicher Weise kann etwas an der Einstellung und den Wünschen im Herzen eines Menschen anfangen zu „nagen“, lange bevor es ernste Folgen nach sich zieht oder von anderen überhaupt bemerkt wird. Einen Gegenstand wird man klugerweise auf Roststellen untersuchen, und genauso können wir durch eine eingehende Untersuchung unseres Herzens und eine rechtzeitige Korrektur unsere christliche Lauterkeit bewahren. Oder anders ausgedrückt: Wir können von Gott Segnungen empfangen und göttliche Flüche abwenden. Mancher glaubt vielleicht, die Segnungen und die Flüche, die dem alten Israel vorgelegt wurden, hätten wenig Bedeutung für Menschen, die vor dem Abschluß des gegenwärtigen Systems der Dinge stehen (Josua 8:34, 35; Matthäus 13:49, 50; 24:3). Das stimmt jedoch nicht. Wir können aus den warnenden Beispielen in Verbindung mit Israel viel lernen, wie in 1. Korinther, Kapitel 10 gezeigt wird.
2. Was wird in 1. Korinther 10:5, 6 über Israels Erfahrungen in der Wildnis gesagt?
2 Der Apostel Paulus stellte die von Moses geführten Israeliten den Christen gegenüber, die Christus folgen (1. Korinther 10:1-4). Eigentlich hätten alle vom Volk Israel in das Land der Verheißung einziehen können, aber „Gott [bekundete] gegenüber den meisten von ihnen kein Wohlgefallen, denn sie wurden in der Wildnis niedergestreckt“. Paulus sagte daher zu Mitchristen: „Diese Dinge nun sind Vorbilder für uns geworden, damit wir nicht Menschen sind, die schädliche Dinge begehren, so wie jene sie begehrten“ (1. Korinther 10:5, 6). Begierden werden im Herzen genährt, deshalb müssen wir den warnenden Beispielen, die Paulus anführte, Beachtung schenken.
Warnung vor Götzendienst
3. Wie sündigten die Israeliten in Verbindung mit dem Goldenen Kalb?
3 Paulus äußerte als erstes die Warnung: „Werdet auch nicht Götzendiener wie einige von ihnen, so wie geschrieben steht: ‚Das Volk setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken, und sie standen auf, um sich zu vergnügen‘“ (1. Korinther 10:7). Dieses warnende Beispiel bezieht sich auf die Rückwendung der Israeliten zu den Wegen Ägyptens und die Herstellung eines Götzen in Form des Goldenen Kalbes (2. Mose, Kapitel 32). Der Jünger Stephanus wies auf das eigentliche Problem hin, als er sagte: „Unsere Vorväter wollten ihm [Moses, dem Vertreter Gottes] aber nicht gehorsam werden, sondern sie stießen ihn von sich und kehrten in ihrem Herzen nach Ägypten zurück, indem sie zu Aaron sagten: ‚Mache uns Götter, damit sie vor uns hergehen. Denn dieser Moses, der uns aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, wir wissen nicht, was ihm widerfahren ist.‘ Da machten sie in jenen Tagen ein Kalb und brachten ein Schlachtopfer zu dem Götzen hinauf und begannen sich der Werke ihrer Hände zu erfreuen“ (Apostelgeschichte 7:39-41). Beachten wir, daß die widerspenstigen Israeliten „in ihrem Herzen“ verkehrte Wünsche hegten, die zu Götzendienst führten. Sie „[machten] ein Kalb und brachten ein Schlachtopfer zu dem Götzen hinauf“. Außerdem „begannen [sie] sich der Werke ihrer Hände zu erfreuen“. Es gab Musik, Gesang, Tanz, Speisen und Getränke. Der Götzendienst war offensichtlich verlockend und unterhaltsam.
4, 5. Vor welchen götzendienerischen Handlungen müssen wir uns hüten?
4 Im gegenbildlichen Ägypten — Satans Welt — wird in Verbindung mit der Unterhaltung ein wahrer Kult getrieben (1. Johannes 5:19; Offenbarung 11:8). Schauspieler, Sänger und Sportgrößen werden vergöttert sowie ihre Art zu tanzen, ihre Musik und ihre Vorstellungen von Spaß und Vergnügungen. Viele haben sich dazu verleiten lassen, auf dem Gebiet der Unterhaltung alles mitzumachen, behaupten aber weiterhin, Jehova anzubeten. Wenn ein Christ wegen Missetaten zurechtgewiesen werden muß, ist seine geistige Schwäche oft auf Trinken, auf Tanzen und auf eine Art Vergnügen, die an Götzendienst grenzt, zurückzuführen (2. Mose 32:5, 6, 17, 18). Manche Unterhaltung ist zwar annehmbar und angenehm. Doch zum überwiegenden Teil kommen die Musik, der Tanz, die Filme und die Videos der heutigen Welt lediglich verdorbenen fleischlichen Begierden entgegen.
5 Wahre Christen erliegen nicht der Anbetung von Götzen (2. Korinther 6:16; 1. Johannes 5:21). Und jeder von uns sollte sich genauso sorgfältig davor hüten, nach götzendienerischer Unterhaltung zu verlangen und damit die negativen Folgen zu riskieren, die es mit sich bringt, so in Vergnügungen aufzugehen wie die Welt. Wenn wir uns weltlichen Einflüssen aussetzen, können sich schädliche Begierden und eine destruktive Einstellung fast unbemerkt in Herz und Sinn festsetzen. Nehmen wir keine Korrektur vor, kann es schließlich dazu kommen, daß wir „in der Wildnis“ des Systems Satans „niedergestreckt“ werden.
6. Welches entschiedene Handeln in Verbindung mit der Unterhaltung mag unsererseits erforderlich sein?
6 Der „treue und verständige Sklave“ sagt eigentlich wie Moses, als es zu dem Zwischenfall mit dem Goldenen Kalb gekommen war: „Wer ist auf der Seite Jehovas? Zu mir!“ Es kann für uns lebensrettend sein, entschieden zu handeln und zu zeigen, daß wir fest für die wahre Anbetung einstehen. Der Stamm Levi, dem Moses angehörte, ging unverzüglich daran, verderbliche Einflüsse auszumerzen (Matthäus 24:45-47; 2. Mose 32:26-28). Überprüfen wir also sorgfältig die von uns gewählte Unterhaltung, wie zum Beispiel Musik und Videos. Beziehen wir Stellung für Jehova, wenn sich etwas in irgendeiner Hinsicht als nicht einwandfrei herausstellen sollte. Im ernsthaften Vertrauen auf Gott sollten wir Änderungen bei der Wahl unserer Unterhaltung und unserer Musik vornehmen und geistig schädliches Material vernichten, so wie Moses das Goldene Kalb zerstörte (2. Mose 32:20; 5. Mose 9:21).
7. Wie können wir das sinnbildliche Herz schützen?
7 Was können wir tun, damit nichts in unserem Herzen zu „nagen“ beginnt? Dem können wir dadurch entgegenwirken, daß wir Gottes Wort eifrig studieren und die biblischen Wahrheiten in unseren Sinn und in unser Herz eindringen lassen (Römer 12:1, 2). Der regelmäßige Besuch christlicher Zusammenkünfte sollte für uns selbstverständlich sein (Hebräer 10:24, 25). Rein passiven Zusammenkunftsbesuch könnte man allerdings mit dem Übertünchen einer Roststelle vergleichen. Wir würden nach außen zwar für einige Zeit einen guten Eindruck machen, aber das eigentliche Problem wäre dadurch nicht gelöst. Durch Vorbereitung, Nachsinnen und eifrige Beteiligung können wir energisch gegen „nagende“ Elemente vorgehen, die sich in einem verborgenen Winkel unseres sinnbildlichen Herzens befinden mögen, und sie entfernen. Das wird uns helfen, an Gottes Wort festzuhalten, und uns stärken, damit wir Glaubensprüfungen bestehen und „in jeder Hinsicht gesund“ werden können (Jakobus 1:3, 4; Sprüche 15:28).
Warnung vor Hurerei
8—10. (a) Auf welches warnende Beispiel wird in 1. Korinther 10:8 Bezug genommen? (b) Wie können wir Jesu Worte gemäß Matthäus 5:27, 28 zu unserem Nutzen anwenden?
8 Das nächste Beispiel, das Paulus anführte, enthält den Rat: „Laßt uns auch nicht Hurerei treiben, wie einige von ihnen Hurerei trieben, so daß an e i n e m Tag ihrer dreiundzwanzigtausend fielen“ (1. Korinther 10:8).a Der Apostel bezog sich auf jene Begebenheit, als sich die Israeliten vor falschen Göttern niederbeugten und „mit den Töchtern Moabs unsittliche Beziehungen [hatten]“ (4. Mose 25:1-9). Unsittlichkeit ist todbringend! Unsittliche Gedanken und Wünsche, denen freier Lauf gelassen wird, können ein Herz „zernagen“. Jesus erklärte: „Ihr habt gehört, daß gesagt wurde: ‚Du sollst nicht ehebrechen.‘ Ich aber sage euch, daß jeder, der fortwährend eine Frau ansieht, um so in Leidenschaft zu ihr zu entbrennen, in seinem Herzen schon mit ihr Ehebruch begangen hat“ (Matthäus 5:27, 28).
9 Die Folgen des entarteten Denkens der ungehorsamen Engel vor der Flut der Tage Noahs zeigen, wie es sich auswirken kann, ‘eine Frau anzusehen, um so in Leidenschaft zu entbrennen’ (1. Mose 6:1, 2). Denken wir auch daran, daß eines der tragischsten Ereignisse im Leben von König David dadurch ausgelöst wurde, daß er eine Frau in unangebrachter Weise ständig ansah (2. Samuel 11:1-4). Im Gegensatz dazu hatte der verheiratete gerechte Hiob ‘mit seinen Augen einen Bund geschlossen, sich keiner Jungfrau gegenüber aufmerksam zu zeigen’, um sich so vor Unsittlichkeit zu hüten und sich als Bewahrer der Lauterkeit zu erweisen (Hiob 31:1-3, 6-11). Die Augen könnte man als Fenster des Herzens bezeichnen. Und aus einem verdorbenen Herzen gehen viele schädliche Dinge hervor (Markus 7:20-23).
10 Wenn wir das befolgen, was Jesus gesagt hat, werden wir verkehrten Gedanken niemals freien Lauf lassen, indem wir uns beispielsweise pornographisches Material ansehen oder einem Mitchristen, einem Arbeitskollegen oder irgend jemand sonst gegenüber unsittliche Gedanken hegen. Rost, der an Metallen nagt, kann man nicht dadurch Einhalt gebieten, daß man ihn einfach abbürstet. Gehen wir über unsittliche Gedanken und Neigungen daher nicht einfach hinweg, als wären sie kaum von Bedeutung. Befreien wir uns statt dessen durch strenge Maßnahmen von unsittlichen Neigungen. (Vergleiche Matthäus 5:29, 30.) Paulus ermahnte Mitchristen: „Ertötet ... die Glieder eures Leibes, die auf der Erde sind, in bezug auf Hurerei, Unreinheit, sexuelle Gelüste, schädliche Begierde und Habsucht, die Götzendienst ist. Dieser Dinge wegen kommt der Zorn Gottes.“ Ja, wegen solcher Dinge wie Unsittlichkeit „kommt der Zorn Gottes“, der ein Ausdruck seiner Flüche ist. Deshalb müssen wir die Glieder unseres Leibes hinsichtlich dieser Dinge ‘ertöten’ (Kolosser 3:5, 6).
Warnung vor rebellischem Klagen
11, 12. (a) Welche Warnung wird in 1. Korinther 10:9 gegeben, und auf welche Begebenheit wird Bezug genommen? (b) Wie sollte die von Paulus ausgesprochene Warnung uns berühren?
11 Paulus äußerte als nächstes die Warnung: „Laßt uns Jehova auch nicht auf die Probe stellen, wie ihn einige von ihnen auf die Probe stellten, so daß sie durch die Schlangen umkamen“ (1. Korinther 10:9). Als die Israeliten durch die Wildnis nahe der Grenze von Edom zogen, redeten sie „fortwährend gegen Gott und Moses: ‚Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgebracht, damit wir in der Wildnis sterben? Denn kein Brot und kein Wasser ist da, und das verächtliche Brot [das durch ein Wunder beschaffte Manna] widert unsere Seele allmählich an‘“ (4. Mose 21:4, 5). Man stelle sich das einmal vor! Diese Israeliten ‘redeten fortwährend gegen Gott’, indem sie seine Vorkehrungen als etwas Widerliches bezeichneten!
12 Durch ihr Klagen stellten die Israeliten Jehovas Geduld auf die Probe. Die Strafe blieb nicht aus, denn Jehova sandte Giftschlangen unter sie, und viele starben an Schlangenbissen. Nachdem das Volk bereut hatte und Moses zu dessen Gunsten eingetreten war, endete die Plage (4. Mose 21:6-9). Dieser Zwischenfall sollte uns gewiß als Warnung davor dienen, insbesondere Gott und seinen theokratischen Vorkehrungen gegenüber einen rebellischen, nörglerischen Geist zu offenbaren.
Warnung vor dem Murren
13. Wovor wird in 1. Korinther 10:10 gewarnt, und an welche Rebellion dachte Paulus?
13 Als letztes Beispiel in Verbindung mit den Israeliten in der Wildnis führte Paulus folgendes an: „Murrt auch nicht, wie einige von ihnen murrten, so daß sie durch den Vernichter umkamen“ (1. Korinther 10:10). Es kam zur Rebellion, als Korah, Dathan, Abiram und ihre Gefolgschaft untheokratisch handelten und die Autorität von Moses und Aaron in Frage zogen (4. Mose 16:1-3). Nach der Vernichtung dieser Rebellen begannen die Israeliten zu murren. Das geschah, weil sie die Vernichtung der Rebellen für ungerechtfertigt hielten. In 4. Mose 16:41 heißt es: „Gleich am nächsten Tag begann die ganze Gemeinde der Söhne Israels gegen Moses und Aaron zu murren, indem sie sagte: ‚Ihr, ihr habt Jehovas Volk zu Tode gebracht.‘“ Ihre Kritik an der Art und Weise, wie bei dieser Gelegenheit Recht geübt wurde, führte dazu, daß 14 700 Israeliten an einer von Gott gesandten schlagartigen Plage starben (4. Mose 16:49).
14, 15. (a) Welche Sünde begingen die ‘gottlosen Menschen’, die sich in die Versammlung eingeschlichen hatten, unter anderem? (b) Was können wir aus der Begebenheit in Verbindung mit Korah lernen?
14 Im ersten Jahrhundert u. Z. erwiesen sich „gottlose Menschen“, die sich in die Christenversammlung eingeschlichen hatten, als falsche Lehrer und als Murrende. Diese Menschen ‘mißachteten die Herrschaft und redeten lästerlich über Herrliche’, über Gesalbte, die damals mit der geistigen Aufsicht über die Versammlung betraut waren. Der Jünger Judas sagte weiter über die gottlosen Abtrünnigen: „Diese sind Murrende, solche, die ihr Los im Leben beklagen, die gemäß ihren eigenen Begierden vorgehen“ (Judas 3, 4, 8, 16). Heute werden einige Personen zu Murrenden, weil sie zulassen, daß sich in ihrem Herzen eine geistig zersetzende Einstellung entwickelt. Oft konzentrieren sie sich auf die Unvollkommenheiten derjenigen, die in der Versammlung Aufsichtsstellungen bekleiden, und beginnen über sie zu murren. Das Murren und Klagen kann bei ihnen sogar so weit gehen, daß sie Veröffentlichungen des ‘treuen Sklaven’ kritisieren.
15 Es ist nichts dagegen einzuwenden, aufrichtige Fragen zu einem biblischen Thema zu stellen. Doch was wäre, wenn wir eine negative Einstellung entwickeln würden, die in kritischen Diskussionen im engsten Freundeskreis zum Ausdruck käme? Wir wären gut beraten, uns zu fragen: „Wohin wird das wahrscheinlich führen? Wäre es nicht viel besser, demütig um Weisheit zu beten, statt weiter zu murren?“ (Jakobus 1:5-8; Judas 17-21). Korah und seine Unterstützer, die gegen die Autorität von Moses und Aaron rebellierten, mögen so sehr von der Richtigkeit ihrer Ansicht überzeugt gewesen sein, daß sie sich gar keine Gedanken über ihre Beweggründe machten. Trotzdem waren sie ganz und gar im Unrecht. Dasselbe traf auf die Israeliten zu, die wegen der Vernichtung Korahs und der anderen Rebellen murrten. Wie weise ist es doch, solche Beispiele zum Anlaß zu nehmen, unsere Beweggründe zu überprüfen, vom Murren oder Klagen abzustehen und uns von Jehova läutern zu lassen! (Psalm 17:1-3).
Daraus lernen und die Segnungen empfangen
16. Was ist der Kerngedanke der in 1. Korinther 10:11, 12 gegebenen Ermahnung?
16 Unter göttlicher Inspiration schloß Paulus die Aufzählung von warnenden Hinweisen mit den mahnenden Worten ab: „Diese Dinge nun widerfuhren ihnen fortgesetzt als Vorbilder, und sie sind zur Warnung für uns geschrieben worden, auf welche die Enden der Systeme der Dinge gekommen sind. Wer daher denkt, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle“ (1. Korinther 10:11, 12). Wir sollten unseren guten Ruf in der Christenversammlung nicht für etwas Selbstverständliches halten.
17. Wie sollten wir reagieren, wenn wir in unserem Herzen einen verkehrten Beweggrund entdecken?
17 So, wie Eisen zum Rosten neigt, haben wir als Nachkommen des Sünders Adam eine Neigung zur Schlechtigkeit geerbt (1. Mose 8:21; Römer 5:12). Daher sollten wir nicht entmutigt sein, wenn wir in unserem Herzen einen verkehrten Beweggrund entdecken. Statt dessen sollten wir entschieden handeln. Setzt man Eisen feuchter Luft oder ätzenden Stoffen aus, wird die Korrosion wesentlich beschleunigt. Wir müssen uns davor hüten, uns der „Luft“ der Welt Satans auszusetzen mit ihrer schmutzigen Unterhaltung, ihrer überhandnehmenden Unsittlichkeit und ihrer negativen Geisteshaltung (Epheser 2:1, 2).
18. Was hat Jehova wegen der verkehrten Neigungen der Menschen getan?
18 Jehova hat den Menschen ein Mittel zur Verfügung gestellt, durch das sie den ihnen vererbten verkehrten Neigungen entgegenwirken können. Er gab seinen einziggezeugten Sohn, damit diejenigen, die Glauben an ihn ausüben, ewiges Leben haben können (Johannes 3:16). Wenn wir den Fußstapfen Jesu genau nachfolgen und eine christusähnliche Persönlichkeit offenbaren, werden wir für andere ein Segen sein (1. Petrus 2:21). Dann werden auch keine Flüche über uns kommen, sondern wir werden göttliche Segnungen empfangen.
19. Wie können wir aus der Betrachtung biblischer Beispiele Nutzen ziehen?
19 Wir können heute zwar genauso Irrtümern erliegen wie die Israeliten in alter Zeit, aber wir haben als Anleitung das gesamte geschriebene Wort Gottes. Auf seinen Seiten werden wir sowohl über Jehovas Handlungsweise mit der Menschheit als auch über seine Eigenschaften belehrt, die sich in Jesus zeigten, ‘dem Widerschein der Herrlichkeit Gottes und dem genauen Abdruck seines Wesens selbst’ (Hebräer 1:1-3; Johannes 14:9, 10). Durch Gebet und eifriges Bibelstudium können wir „Christi Sinn“ haben (1. Korinther 2:16). Werden wir mit Verlockungen oder anderen Glaubensprüfungen konfrontiert, können wir aus der Betrachtung biblischer Beispiele aus alter Zeit und vor allem aus dem überragenden Beispiel Jesu Nutzen ziehen. Wenn wir das tun, werden wir die Folgen der göttlichen Flüche nicht zu spüren bekommen. Statt dessen werden wir heute schon in Gottes Gunst stehen und für alle Zeit seine Segnungen empfangen.
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