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Weihnachtsbräuche — Christliche Bräuche?Der Wachtturm 2000 | 15. Dezember
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Weihnachtstraditionen unter die Lupe genommen
Über das Weihnachtsfest, wie man es heute im allgemeinen überall in der Welt kennt, schreibt die Encyclopedia Americana: „Die meisten der Bräuche, die heute mit Weihnachten verbunden sind, waren ursprünglich keine Weihnachtsbräuche, sondern stammen aus vorchristlicher Zeit und sind nichtchristliche Bräuche, die von der christlichen Kirche übernommen wurden. Die Saturnalien, ein Fest, das die Römer Mitte Dezember feierten, lieferten das Vorbild für viele weihnachtliche Lustbarkeiten. Von dieser Feier stammen zum Beispiel die ausgedehnten Festlichkeiten, das Austeilen von Geschenken und das Abbrennen von Kerzen.“
In Lateinamerika folgt man diesem grundlegenden Brauchtum sowie weiteren Bräuchen. Man fragt sich vielleicht, woher sie stammen. Offen gesagt, erkennen viele, die sich nach der Bibel ausrichten wollen, daß manche dieser Bräuche nichts anderes als aztekische Riten sind. El Universal, eine Zeitung in Mexiko-Stadt, bemerkte dazu: „Mönche verschiedener Orden nutzten es aus, daß die Feste des Ritual-Kalenders der Indianer mit den Daten des katholischen liturgischen Kalenders zeitgleich fielen; das kam ihrem Evangelisations- und Missionswerk zugute. Sie ersetzten die Gedenkfeiern für die vorspanischen Gottheiten durch Feiern für christliche Gottheiten; sie führten europäische Feste mit ihrem Leben und Treiben ein. Dabei bezogen sie auch indianische Feste ein, was zum kulturellen Synkretismus führte, aus dem typisch mexikanische Ausdrucksformen entstanden sind.“
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Weihnachtsbräuche — Christliche Bräuche?Der Wachtturm 2000 | 15. Dezember
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[Kasten auf Seite 4]
MANCH EINER WÄRE ÜBERRASCHT
Tom Flynn erörtert in seinem Buch The Trouble With Christmas, zu welchen Schlußfolgerungen er nach jahrelangen Nachforschungen zum Thema Weihnachten gelangt ist:
„Enorm viele Traditionen, die man heute mit Weihnachten verbindet, sind in vorchristlichen heidnischen Traditionen verwurzelt. Einige davon haben soziale, sexuelle oder kosmologische Assoziationen, die gebildete, kulturell empfindsame Zeitgenossen dazu veranlassen könnten, diese Traditionen aufzugeben, sobald sie ein klareres Verständnis über deren Wurzeln haben“ (Seite 19).
Nachdem Tom Flynn eine Fülle von Belegen dafür unterbreitet hat, wendet er sich wieder dem wesentlichen Punkt zu und schreibt: „Eine der großen Ironien besteht darin, wie wenig von dem, was Weihnachten ausmacht, tatsächlich christlich ist. Läßt man die vorchristlichen Elemente einmal beiseite, hat der Großteil dessen, was übrigbleibt, keinen unverfälscht christlichen Ursprung, sondern einen nachchristlichen“ (Seite 155).
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