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  • Was geschieht nur mit den Kirchen?
    Erwachet! 2007 | Februar
    • Europäer wenden sich von den Kirchen ab

      Der größte Teil Europas wurde mehr als 1 600 Jahre von sogenannten christlichen Herrschern regiert. Wie steht es zu Beginn des 21. Jahrhunderts mit der Religion in Europa? Über Großbritannien schreibt der Soziologe Steve Bruce in dem 2002 herausgegebenen Buch God is Dead—Secularization in the West, dass „im 19. Jahrhundert nahezu jeder kirchlich heiratete“. 1971 waren es dann nur noch 60 Prozent und im Jahr 2000 sogar nur 31 Prozent.

      Ein Berichterstatter für religiöse Angelegenheiten kommentierte diese Entwicklung in der Londoner Zeitung The Daily Telegraph wie folgt: „Alle großen Denominationen — angefangen bei der Kirche von England und den Katholiken bis zu den Methodisten und der Vereinigten Reformierten Kirche — haben auf lange Sicht mit einem Rückgang zu kämpfen.“ Er meinte außerdem: „Im Jahr 2040 werden die Kirchen in Großbritannien wohl auf dem besten Weg sein, auszusterben, da dann voraussichtlich nur zwei Prozent der Bevölkerung den Sonntagsgottesdienst besuchen.“ Ähnliches wird über die Religion in den Niederlanden gesagt.

      „In den letzten Jahrzehnten verweltlichte unser Land anscheinend besonders stark“, berichtet das Niederländische Amt für Sozial- und Kulturplanung. „Wie es aussieht, werden 72 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2020 keiner Religion angehören.“ Und über Deutschland wird berichtet: „Immer mehr Deutsche wenden sich dem Hexenkult und dem Okkulten zu, um den Trost zu erhalten, den sie einst in der Kirche, am Arbeitsplatz oder in der Familie fanden . . . Die Gemeinden schrumpfen und daher müssen überall im Land Kirchen schließen.“

      Wer in Europa noch zur Kirche geht, will oft gar nicht herausfinden, was Gott von ihm möchte. Aus Italien wird berichtet: „Italiener schneidern sich ihre Religion so zurecht, dass sie zu ihrem Lebensstil passt.“ Ein Soziologe aus diesem Land schrieb: „Wir nehmen vom Papst nur das an, womit wir einverstanden sind.“ Ähnliches kann auch über Katholiken in Spanien gesagt werden, wo Religiosität ersetzt wurde durch Konsumerismus und das Streben nach einem wirtschaftlichen Paradies im Hier und Jetzt.

      Diese Entwicklung hat absolut nichts mit dem Christentum zu tun, das Christus und seine Nachfolger lehrten und praktizierten. Die Lehre Jesu gleicht keinem Selbstbedienungsrestaurant oder Büfett, wo man sich nur das nimmt, was man möchte. Jesus sagte: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme Tag für Tag seinen Marterpfahl auf und folge mir beständig.“ Wie Jesus lehrte, gehört zum Christsein Opferbereitschaft und Anstrengung (Lukas 9:23).

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    Erwachet! 2007 | Februar
    • [Kasten/Bild auf Seite 6]

      „SUPERMARKT DER RELIGIONEN“

      Der Direktor des Nationalen Berufungszentrums der katholischen Kirche in Frankreich wurde wie folgt zitiert: „Heute gibt es einen Supermarkt der Religionen. Die Leute nehmen sich, was sie gerade brauchen, und wenn sie keine passende Kirche für sich finden, gehen sie eben woandershin.“ Grace Davie, Professorin an der britischen Universität Exeter, schrieb in einer Studie über Religion in Europa: „Die Leute wählen sich etwas aus dem vielfältigen Angebot aus und mischen es dann. Wie so vieles andere ist auch die Religion eine Welt der Wahlmöglichkeiten, Lebensstile und Vorlieben geworden.“

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