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  • Teil 17: von 1530 an — Der Protestantismus — Wirklich eine Reformation?
    Erwachet! 1989 | 8. September
    • Organisierte Verwirrung — Warum?

      Heute, im Jahre 1989, ist der Protestantismus in so viele Sekten und Religionsgemeinschaften zerfallen, daß es unmöglich ist, die Gesamtzahl festzustellen. Ehe man zu Ende gezählt hätte, wären neue Gruppen entstanden und andere verschwunden.

      Dennoch vollbringt die World Christian Encyclopedia das „Unmögliche“, indem sie die Christenheit (Stand 1980) in „20 780 verschiedene christliche Religionsgemeinschaften“ unterteilt, wovon mit Abstand die meisten protestantisch sind.a Dazu gehören 7 889 klassische protestantische Gemeinschaften, 10 065 vorwiegend protestantische Eingeborenenreligionen, 225 anglikanische Kirchen und 1 345 protestantische Randgruppen.

      Als Erklärung dafür, wie es zu dieser verwirrenden Vielfalt kam, die als „Zeichen für Gesundheit und für Krankheit“ bezeichnet wird, heißt es in dem Buch Protestant Christianity, daß es „an der menschlichen Kreativität und Begrenztheit liegen kann; noch eher liegt es aber an stolzen Menschen, die zu hoch von ihrer eigenen Lebensanschauung denken“.

      Wie zutreffend! Ohne der göttlichen Wahrheit genügend Beachtung zu schenken, bieten stolze Menschen neue Alternativen zur Erlangung des Heils, der Befreiung und der Erfüllung an. Religiöser Pluralismus hat in der Bibel keine Stütze.

      Durch seine Förderung des religiösen Pluralismus deutet der Protestantismus an, Gott habe keine Richtlinien für seine Anbetung festgesetzt. Ist eine solche organisierte Verwirrung mit einem Gott der Wahrheit vereinbar, von dem die Bibel sagt, daß er „nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens“ ist? Ist die oft gehörte protestantische Einstellung, man solle in die Kirche seiner Wahl gehen, etwas anderes als das unabhängige Denken, das Adam und Eva zu irrigen Ansichten verleitete und in Schwierigkeiten stürzte? (1. Korinther 14:33; siehe 1. Mose 2:9; 3:17-19).

  • Teil 17: von 1530 an — Der Protestantismus — Wirklich eine Reformation?
    Erwachet! 1989 | 8. September
    • [Kasten auf Seite 26]

      Sprößlinge der Reformation

      ANGLIKANISCHE KIRCHENGEMEINSCHAFT: 25 selbständige Kirchen und sechs weitere Körperschaften, die mit der Kirche von England in Lehre, Verfassung und Liturgie übereinstimmen und den Ehrenprimat des Erzbischofs von Canterbury anerkennen. Die Encyclopedia of Religion sagt, daß der Anglikanismus „den Glauben an die apostolische Sukzession der Bischöfe bewahrt und viele vorreformatorische Bräuche beibehalten hat“. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht das Book of Common Prayer; seine Liturgie ist „die einzige in der Landessprache aus der Reformationszeit, die noch in Gebrauch ist“. Die Anglikaner in den Vereinigten Staaten brachen mit der Kirche von England und gründeten 1789 die Protestant Episcopal Church; im Februar 1989 brachen sie erneut mit der Tradition, indem sie zum erstenmal in der anglikanischen Geschichte einen weiblichen Bischof einsetzten.

      BAPTISTEN: 369 Religionsgemeinschaften (1970). Sie gehen auf die Wiedertäufer des 16. Jahrhunderts zurück, die die Erwachsenentaufe durch Untertauchen hervorhoben. Wie die Encyclopedia of Religion schreibt, fällt es den Baptisten schwer, „die organisatorische und theologische Einheit zu wahren“. Weiter heißt es: „Die Baptistenfamilie in den Vereinigten Staaten ist groß ..., aber wie in vielen anderen großen Familien sprechen einige Glieder nicht miteinander.“

      LUTHERISCHE KIRCHEN: 240 Kirchen (1970). Sie können sich von allen protestantischen Religionsgemeinschaften der insgesamt größten Anhängerschaft rühmen. Sie sind „nach wie vor ethnisch etwas entzweit (Deutsche, Schweden usw.)“, sagt The World Almanac and Book of Facts 1988. Doch die „hauptsächliche Spaltung besteht zwischen Fundamentalisten und Liberalen“. Die Spaltung der Lutheraner in nationalistische Lager wurde während des Zweiten Weltkriegs ersichtlich, als gemäß E. W. Gritsch vom Lutherischen Theologischen Seminar (USA) „eine kleine Minderheit der evangelischen Pfarrer und Gemeinden [in Deutschland] Hitler Widerstand leistete, doch die große Mehrheit der Evangelischen entweder schwieg oder aktiv mit dem Nazi-Regime zusammenarbeitete“.

      METHODISTENKIRCHEN: 188 Kirchen (1970), die aus einer 1738 von John Wesley ins Leben gerufenen Bewegung innerhalb der Kirche von England entstanden sind. Nach seinem Tod löste sich diese Bewegung von der anglikanischen Kirche. Wesley definierte einen Methodisten als „jemand, der nach der Methode lebt, die in der Bibel dargelegt ist“.

      REFORMIERTE UND PRESBYTERIANISCHE KIRCHEN: Die reformierten Kirchen (354 Glaubensgemeinschaften, 1970) sind in der Lehre nicht lutherisch, sondern calvinistisch, und betrachten sich selbst als die „katholische Kirche, reformiert“. „Presbyterianisch“ bezeichnet eine Kirchenleitung durch Älteste (Presbyter); alle presbyterianischen Kirchen sind reformierte Kirchen, aber nicht alle reformierten Kirchen haben eine presbyterianische Leitung.

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