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Gottes Gerichtsurteil über den „Menschen der Gesetzlosigkeit“Der Wachtturm 1990 | 1. Februar
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11. Was sagt die Bibel über Babylon die Große, und warum?
11 In bezug auf das religiöse Babylon sagt das Wort Gottes: „In ihr wurde das Blut von Propheten und von Heiligen und von all denen gefunden, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind“ (Offenbarung 18:24). Inwiefern trifft die Religionen der Welt die Schuld für das Vergießen des Blutes all jener Hingeschlachteten? Insofern, als alle diese Religionen — die Kirchen der Christenheit ebenso wie die nichtchristlichen Religionen — die Kriege der Völker unterstützt, gebilligt oder sogar angeführt haben; ferner haben sie gottesfürchtige Menschen, die nicht mit ihnen übereinstimmten, verfolgt und getötet.
Ein gottentehrender Ruf
12. Warum sind die Geistlichen der Christenheit tadelnswerter als die anderer Religionen?
12 Die Geistlichen der Christenheit sind für das Blutvergießen mehr zu tadeln als die anderer Religionen. Warum? Weil sie den Namen Gottes und auch den Namen Christi angenommen haben. Dadurch haben sie sich verpflichtet, den Lehren Jesu zu folgen (Johannes 15:10-14). Das haben sie aber nicht getan und somit große Schande auf Gott und Christus gebracht. Die Geistlichkeit hat direkt und indirekt Blutschuld auf sich geladen. Direkt beispielsweise in Verbindung mit den Kreuzzügen, anderen Religionskriegen, Inquisitionen und Verfolgungen und indirekt, weil sie Kriege gutgeheißen hat, in denen Kirchenmitglieder ihre Mitmenschen aus anderen Ländern töteten.
13. Für welche Ereignisse in der Zeit vom 11. bis 13. Jahrhundert war die Geistlichkeit verantwortlich?
13 Zum Beispiel forderte die Geistlichkeit der Christenheit vom 11. bis 13. Jahrhundert zu den Kreuzzügen auf. Diese führten zu einem entsetzlichen Blutvergießen und zu Plünderungen — alles im Namen Gottes und Christi. Hunderttausende wurden getötet. Die Kreuzzüge kosteten auch Tausende von Kindern das Leben, als sie im Jahre 1212 der Aufforderung folgten, an einem Kinderkreuzzug teilzunehmen.
14, 15. Wie kommentiert ein katholischer Autor das, was die katholische Kirche im 13. Jahrhundert einführte?
14 Im 13. Jahrhundert billigte die römisch-katholische Kirche offiziell einen weiteren gottentehrenden Schrecken — die Inquisition. Sie begann in Europa, breitete sich auf dem gesamten amerikanischen Kontinent aus und dauerte sechs Jahrhunderte lang an. Urheber und Förderer dieses mörderischen Unternehmens — alle zu foltern und zu vernichten, die mit der Kirche nicht einiggingen — war das Papsttum. Zwar hatte die Kirche schon früher Nichtkatholiken verfolgt, aber die Inquisition stellte all das bei weitem in den Schatten.
15 Peter de Rosa, nach eigenen Angaben ein „patriotischer Katholik“, schreibt in seinem kürzlich erschienenen Buch Gottes erste Diener: die dunkle Seite des Papsttums: „Die Kirche [war] verantwortlich ... für die Judenverfolgung, die Inquisition, für die Massaker an Tausenden von Ketzern, für die Wiedereinführung von der Folter in Europa als Mittel gerichtlicher Wahrheitsfindung. ... Päpste ernannten und stürzten sogar Kaiser, verlangten von ihnen, ihren Untertanen unter Androhung von Folter und Tod das Christentum aufzuzwingen. ... Der Preis, den die Botschaft des Evangeliums dafür zahlte, war furchtbar.“ Das einzige „Verbrechen“ einiger derer, die man ums Leben brachte, bestand darin, eine Bibel zu besitzen.
16, 17. Was wird über die Inquisition gesagt?
16 In bezug auf Papst Innozenz III., der zu Beginn des 13. Jahrhunderts amtierte, schreibt de Rosa: „Man hat geschätzt, daß in der letzten, unbarmherzigsten Verfolgung unter [dem römischen] Kaiser Diokletian [drittes Jahrhundert] etwa zweitausend Christen auf der ganzen Welt starben. In der ersten bösen Episode von Papst Innozenz’ Kreuzzug [gegen Häretiker in Frankreich] wurden zehnmal so viele Menschen massakriert. ... Es ist eine erschreckende Entdeckung, daß ein Papst auf einen Schlag mehr Christen mordete als Diokletian. ... [Innozenz] hatte keine Skrupel, den Namen Christi zu benutzen, um alles zu tun, was Christus ablehnte.“
17 De Rosa bemerkt: „Im Namen des Papstes waren sie [die Inquisitoren] für den unmenschlichsten und anhaltendsten Angriff auf den menschlichen Anstand in der Geschichte verantwortlich.“ Über Torquemada, den in Spanien wirkenden Dominikaner und Großinquisitor, sagt er: „Er wurde 1483 ernannt und herrschte 15 Jahre lang wie ein Tyrann. Von seinen 114 000 Opfern wurden 10 220 verbrannt.“
18. Wie charakterisiert ein Autor die Inquisition, und welchen Grund führt er dafür an, daß sie sechs Jahrhunderte angedauert hat?
18 Der Autor faßt zusammen: „Das Sündenregister der Inquisition wäre beschämend für jede Organisation; für die katholische Kirche ist es vernichtend. ... Was die Geschichte zeigt, ist, daß das Papsttum über sechs Jahrhunderte lang ohne Unterbrechung der geschworene Feind der einfachsten Gerechtigkeit gewesen ist. Von achtzig Päpsten in einer Reihe vom dreizehnten Jahrhundert an hat nicht einer die Theologie und den Apparat der Inquisition mißbilligt. Im Gegenteil, einer nach dem anderen setzte dieser tödlichen Maschinerie noch seine eigenen Grausamkeiten hinzu. Das Mysteriöse ist: Wie konnten die Päpste Generation auf Generation diese praktische Häresie weiterführen? Wie konnten sie an jedem Punkt das Evangelium Jesu leugnen?“ Gemäß seiner Antwort „widersprachen die Oberhirten lieber dem Evangelium als einem ‚unfehlbaren‘ Vorgänger, denn das hätte das Papsttum selbst zu Fall gebracht“.
19. Welches andere gesetzlose Vorgehen wurde von den meisten Geistlichen gebilligt?
19 Gesetzlos war auch die Rolle, die die Geistlichkeit bei der gewaltsamen Einführung der Sklaverei spielte. Nationen der Christenheit raubten Tausende von Afrikanern, verschleppten sie in ferne Länder und behandelten sie jahrhundertelang als Sklaven mit physischer und psychischer Brutalität. Aus der Klasse der Geistlichkeit war kaum jemand dagegen. Einige behaupteten sogar, dies sei der Wille Gottes. (Siehe Matthäus 7:12.)
Blutschuld im 20. Jahrhundert
20. Inwiefern hat die Blutschuld des Menschen der Gesetzlosigkeit in unserem Jahrhundert ein Höchstmaß erreicht?
20 Die Blutschuld des Menschen der Gesetzlosigkeit erreichte in unserem Jahrhundert ein Höchstmaß. Die Geistlichkeit hat Kriege unterstützt, die zigmillionen Menschenleben gefordert haben — die schlimmsten Kriege der Geschichte überhaupt. Sie unterstützte in den Weltkriegen beide Seiten, wobei sich „Brüder“, Menschen, die den gleichen Glauben hatten, gegenseitig töteten. Zum Beispiel töteten im Zweiten Weltkrieg französische und amerikanische Katholiken deutsche und italienische Katholiken; britische und amerikanische Protestanten töteten deutsche Protestanten. Manchmal töteten sie sogar Menschen, die nicht nur denselben Glauben hatten wie sie, sondern auch die gleiche nationale Vergangenheit. Die beiden Weltkriege sind mitten in der Christenheit ausgebrochen und wären nicht möglich gewesen, wenn die Geistlichkeit das Gebot der Liebe beachtet und ihre Anhänger gelehrt hätte, es ihr gleich zu tun.
21. Was sagen weltliche Quellen über die Beteiligung der Geistlichkeit am Krieg?
21 Die New York Times bestätigte: „In der Vergangenheit hat der katholische Klerus eines Landes die Kriege seiner Nation fast immer unterstützt, indem er die Truppen segnete und Gebete um Sieg darbrachte, während auf der anderen Seite eine andere Gruppe von Bischöfen öffentlich um den gegenteiligen Ausgang des Krieges betete. ... Der Widerspruch zwischen dem Geist des Christentums und der Art der Kriegführung ... tritt für viele immer deutlicher zutage, da die Waffen zusehends brutaler werden.“ Und in der Zeitschrift U.S.News & World Report hieß es: „Das Ansehen des Christentums in der Welt hat wegen der Häufigkeit, mit der sogenannte christliche Nationen Gewalt angewandt haben, stark gelitten.“
22. Wofür ist die Geistlichkeit auch in unserer Zeit noch verantwortlich?
22 Auch wenn es heute offiziell keine Inquisition mehr gibt, so hat die Geistlichkeit doch den Arm des Staates benutzt, um die „Propheten“ und „Heiligen“ zu verfolgen, die nicht mit ihnen einiggehen. Geistliche haben die politischen Machthaber unter Druck gesetzt, ‘unter dem Schein des Rechts Unheil anzurichten’. Auf diese Weise haben sie Verbote, Gefängnisstrafen, Prügel, Folter und sogar den Tod gottesfürchtiger Menschen in unserem Jahrhundert verursacht oder gebilligt (Offenbarung 17:6; Psalm 94:20, Bruns).
Zur Rechenschaft gezogen
23. Warum wird Gott den Menschen der Gesetzlosigkeit zur Rechenschaft ziehen?
23 Ja, in der falschen Religion ist wirklich das Blut von Propheten und von Heiligen und von all denen zu finden, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind (Offenbarung 18:24). Die Geistlichkeit der Christenheit trägt diesbezüglich die größte Schuld, da es in der Christenheit zu dem schlimmsten Blutvergießen gekommen ist. Wie treffend ist es doch, daß die Bibel sie als den „Menschen der Gesetzlosigkeit“ bezeichnet! Aber im Wort Gottes heißt es auch: „Laßt euch nicht irreführen: Gott läßt sich nicht verspotten. Denn was immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten“ (Galater 6:7). Daher wird Gott die gesetzlose Geistlichkeit zur Rechenschaft ziehen.
24. Welche welterschütternden Ereignisse werden bald eintreten?
24 Jesus sagte: „Weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit“ (Matthäus 7:23). Und er erklärte: „Jeder Baum, der nicht vortreffliche Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen“ (Matthäus 7:19).
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Den „Menschen der Gesetzlosigkeit“ bloßstellenDer Wachtturm 1990 | 1. Februar
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Ein Beweis für die schlechten Früchte der Geistlichkeit ist ihre ungeheure Blutschuld. Jahrhundertelang unterstützten Geistliche Kreuzzüge, Inquisitionen und Kriege, in denen das Blut von Millionen vergossen wurde. Im Krieg, wenn sich Angehörige ihrer eigenen Kirche gegenseitig umbrachten, haben sie die Kämpfenden jeweils auf beiden Seiten gesegnet und für sie gebetet. Der Apostel Paulus konnte dagegen erklären: „Ich [bin] rein ... vom Blut aller Menschen“ (Apostelgeschichte 20:26). Nicht so die Geistlichen. Ihnen läßt Gott sagen: „Auch wenn ihr viele Gebete vorbringt, höre ich nicht zu; mit Blutvergießen sind ja eure Hände gefüllt worden“ (Jesaja 1:15).
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