-
Mußt du im Rampenlicht stehen?Der Wachtturm 1986 | 1. September
-
-
eine hervorragende Rolle im Studienprogramm der Zeugen Jehovas. Doch die Schreiber sind anonym. Vergiß auch nicht die vielen Tausende, die in Bethelheimen oder als Pioniere oder Missionare dienen. Sie sind selten im Rampenlicht. Trotzdem erfreuen sie sich eines ausgefüllten, lohnenden Lebens und erfahren die tiefe Befriedigung, die es mit sich bringt, wenn man sich verausgabt, um anderen zu helfen (Apostelgeschichte 20:35).
Die Aussicht derer, die in Demut dienen
Nur einer der ursprünglichen 12 Apostel erwies sich als Versager — der Verräter Judas Iskariot. Die anderen erhielten einen glorreichen Lohn. In Offenbarung 21:10, 14 wird beschrieben, daß die „heilige Stadt“ auf 12 Grundsteinen erbaut ist. Auf jedem steht der Name eines Apostels des Lammes geschrieben. Interessanterweise hießen zwei der treuen Apostel Simon. Der eine namens Simon Petrus stand sehr oft im Rampenlicht; nicht dagegen der andere, der als Simon, der Eiferer, bezeichnet wird (Apostelgeschichte 1:13). Über diesen Simon wird eigentlich sehr wenig gesagt. Aber beide erhielten denselben Lohn — das Vorrecht, Gründungsmitglieder der himmlischen Regierung unter dem König Jesus Christus zu sein.
Natürlich dienen nicht alle auferweckten Gesalbten in der prominenten Stellung als „Grundsteine“. Jehova wird den Mitarbeitern in seiner Regierung die Aufgaben zuweisen, für die er sie am besten geeignet hält. Ebenso kann jeder von uns, der für immer im Paradies auf der Erde zu leben hofft, sicher sein, daß der König ihn in jener Einrichtung auf bestmögliche Weise einsetzen wird. Da wir dann eine wunderbare Umgebung, loyale Gefährten sowie eine Vielfalt an wohltuender Arbeit haben und keine Frustration oder Langeweile kennen werden, können sich unsere Persönlichkeit und unsere Fähigkeiten bis zum höchsten Maße entwickeln.
Ob wir also die himmlische Berufung haben oder dem Leben auf einer gereinigten Erde entgegensehen, wir wollen mit unserer Dienstzuteilung in Jehovas Organisation zufrieden sein und dort mit ganzer Seele arbeiten. Das ist der Weg der Weisheit und Freude. Statt ehrgeizig danach zu streben, im Rampenlicht zu stehen, sollten wir die demütige Einstellung König Davids entfalten, der sagte: „Eines habe ich von Jehova erbeten — danach werde ich suchen: daß ich im Haus Jehovas wohnen möge alle Tage meines Lebens, um anzuschauen die Lieblichkeit Jehovas und mit Wertschätzung seinen Tempel zu betrachten“ (Psalm 27:4).
-
-
Die Religion abschaffen?Der Wachtturm 1986 | 1. September
-
-
Die Religion abschaffen?
„Wenn man nicht Mittel und Wege findet, Politik und Religion voneinander zu trennen, sollte man in Betracht ziehen, die Religion überhaupt abzuschaffen.“ Diesen Vorschlag unterbreitete der Schriftsteller und frühere Botschafter John Bartlow Martin in USA Today. Er wies auf die führende Rolle der Religion in Geschehnissen der Vergangenheit hin, z. B. die Kreuzzüge und die spanische Inquisition, auf ihre entzweiende Kraft in der heutigen Zeit sowie auf das Blutvergießen und die Unruhe, die von modernen „Aposteln des Zelotismus“ verursacht werden, und behauptete: „Wenn man sich die Abendnachrichten im Fernsehen ansieht, kommt man aus dem Staunen nicht heraus, wie viele der Unruhen auf der Erde in der Religion wurzeln. Wenige weltliche, politische Streitigkeiten zeichnen sich durch einen solch blutdürstigen Feuereifer aus wie die Religionskriege.“
Auch Jehova Gott hat die „blutdürstige“ Handlungsweise der falschen Religion zur Kenntnis genommen. In der Bibel wird die falsche Religion als Babylon die Große bezeichnet, und Gottes Wort prophezeit ihre Ausrottung durch die politischen Mächte — als Anfang der völligen Vernichtung des gegenwärtigen bösen Systems der Dinge. Wenn auch J. B. Martin feststellte, daß die Verwirklichung seines Vorschlags, die Religion abzuschaffen, „wahrscheinlich unmöglich“ ist, so versichert uns Gott doch, daß sein gerechter Beschluß gegen die falsche Religion ausgeführt werden wird (Offenbarung 17:1-6, 15-17; 18:4, 5).
-