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Du hast einen Platz in Jehovas Versammlung!Der Wachtturm (Studienausgabe) 2020 | August
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Du hast einen Platz in Jehovas Versammlung!
„So, wie der Körper eine Einheit bildet, aber aus vielen Teilen besteht, und alle Körperteile, obwohl es viele sind, einen einzigen Körper bilden, so ist es auch mit dem Christus“ (1. KOR. 12:12)
LIED 101 Harmonisch zusammenarbeiten
VORSCHAUa
1. Welche Ehre haben wir?
ES IST für uns eine große Ehre, zu Jehovas Versammlung zu gehören! Wir befinden uns in einem geistigen Paradies voller friedlicher, glücklicher Menschen. Was ist dein Platz in der Versammlung?
2. Welchen Vergleich gebrauchte Paulus in mehreren seiner inspirierten Briefe?
2 Der Apostel Paulus gebrauchte in mehreren inspirierten Briefen einen Vergleich, der viel über unseren Platz in der Versammlung aussagt. In jedem dieser Briefe vergleicht er die Versammlung mit einem Körper. Und über die Einzelnen in der Versammlung sagt er, sie seien wie Körperteile (Röm. 12:4-8; 1. Kor. 12:12-27; Eph. 4:16).
3. Um welche drei Lehren geht es in diesem Artikel?
3 In diesem Artikel geht es um drei wichtige Lehren, die der Vergleich von Paulus für uns enthält. Zuerst werden wir sehen, dass jeder von uns einen Platzb in Jehovas Versammlung hat. Zweitens geht es darum, was wir tun können, wenn es uns schwerfällt, unseren Platz zu sehen. Und drittens werden wir besprechen, warum wir an unserem Platz in der Versammlung vollauf beschäftigt bleiben sollten.
IN JEHOVAS VERSAMMLUNG HAT JEDER VON UNS EINEN PLATZ
4. Was lernen wir aus Römer 12:4, 5?
4 Das Erste, was wir aus dem Vergleich von Paulus lernen können, ist: Jeder von uns hat in Jehovas Familie einen wichtigen Platz. Paulus beginnt seinen Vergleich wie folgt: „So, wie wir in einem einzigen Körper viele Körperteile haben, die aber nicht alle dieselbe Funktion erfüllen, so bilden wir, obwohl wir viele sind, in Verbindung mit Christus einen einzigen Körper, doch als Einzelne sind wir Teile, die zueinander gehören“ (Röm. 12:4, 5). Was wollte Paulus damit sagen? Jeder von uns erfüllt in der Versammlung eine andere Rolle, aber jeder von uns ist wertvoll.
Jeder von uns erfüllt in der Versammlung eine andere Rolle, aber jeder von uns ist wertvoll (Siehe Absatz 5-12)c
5. Welche „Gaben“ hat Jehova der Versammlung gegeben?
5 Bei Menschen, die einen Platz in der Versammlung haben, denkst du vielleicht sofort an diejenigen, die unter uns die Führung übernehmen (1. Thes. 5:12; Heb. 13:17). Es stimmt, Jehova hat seiner Versammlung durch Christus „Menschen als Gaben“ gegeben (Eph. 4:8). Zu ihnen gehören die Brüder der leitenden Körperschaft und ihre Helfer, die Mitglieder von Zweigkomitees, Kreisaufseher, Lehrer in theokratischen Schulen, Älteste und Dienstamtgehilfen. Sie alle werden durch heiligen Geist ernannt, um für Jehovas kostbare Schafe zu sorgen und die Versammlung zu stärken (1. Pet. 5:2, 3).
6. Worum geht es Brüdern, die durch heiligen Geist ernannt wurden, gemäß 1. Thessalonicher 2:6-8?
6 Brüder werden durch heiligen Geist ernannt, um unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen. So wie verschiedene Körperteile, wie zum Beispiel Hände oder Füße, für den ganzen Körper eingesetzt werden, so setzen sich Brüder, die durch heiligen Geist ernannt wurden, für die ganze Versammlung ein. Ihnen geht es nicht um ihre eigene Ehre, sondern darum, ihre Brüder und Schwestern aufzubauen und zu stärken. (Lies 1. Thessalonicher 2:6-8.) Wir sind Jehova für diese selbstlosen, fähigen Brüder wirklich dankbar!
7. Welche Segnungen erleben viele im Vollzeitdienst?
7 Manche in der Versammlung werden zu Missionaren, Sonderpionieren oder allgemeinen Pionieren ernannt. Überall auf der Welt haben sich Brüder und Schwestern für eine Laufbahn im Vollzeitdienst entschieden. So haben sie vielen geholfen, Jünger von Christus Jesus zu werden. Auch wenn diese Vollzeitprediger in der Regel materiell nicht viel besitzen, hat Jehova sie mit einem Leben voller Segnungen belohnt (Mar. 10:29, 30). Wir schätzen diese lieben Brüder und Schwestern und sind dankbar, dass sie zur Versammlung gehören.
8. Warum ist jeder Verkündiger der guten Botschaft für Jehova wertvoll?
8 Sind ernannte Brüder und Vollzeitdiener die einzigen, die einen Platz in der Versammlung haben? Natürlich nicht! Jeder Verkündiger der guten Botschaft ist für Gott und die Versammlung wichtig (Röm. 10:15; 1. Kor. 3:6-9). Genau genommen ist eines der wichtigsten Ziele der Versammlung, Menschen zu Jüngern unseres Herrn Jesus Christus zu machen (Mat. 28:19, 20; 1. Tim. 2:4). Alle in der Versammlung, sowohl getaufte als auch ungetaufte Verkündiger, versuchen das zu ihrem obersten Ziel zu machen (Mat. 24:14).
9. Warum schätzen wir unsere Schwestern?
9 Jehova gibt auch Schwestern einen würdigen Platz in der Versammlung. Er schätzt all die Ehefrauen, Mütter, Witwen und ledigen Schwestern, die ihm treu dienen. In der Bibel werden viele herausragende Frauen erwähnt, über die sich Gott freute. Sie werden als schöne Beispiele für Weisheit, Glauben, Eifer, Mut, Großzügigkeit und gute Taten herausgestellt (Luk. 8:2, 3; Apg. 16:14, 15; Röm. 16:3, 6; Phil. 4:3; Heb. 11:11, 31, 35). Wir sind Jehova sehr dankbar, dass es in unseren Versammlungen Schwestern gibt, die dieselben guten Eigenschaften haben.
10. Warum schätzen wir unsere Älteren?
10 Ein schönes Geschenk sind auch unsere vielen Älteren. In manchen Versammlungen gibt es ältere Brüder und Schwestern, die Jehova ihr ganzes Leben lang treu gedient haben. Andere wiederum haben die Wahrheit erst später kennengelernt. Viele von ihnen haben mit den Folgen des Älterwerdens zu kämpfen. Deswegen können sie in der Versammlung und im Predigtdienst vielleicht nicht mehr so viel tun. Trotzdem geben sie beim Predigen ihr Bestes und setzen ihre ganze Kraft ein, um andere zu ermutigen und zu schulen. Und wir profitieren von ihrer Erfahrung. Für Jehova und für uns sind sie wirklich schön! (Spr. 16:31).
11, 12. Wie haben dir Kinder und Jugendliche in der Versammlung Mut gemacht?
11 Denken wir auch an unsere Kinder und Jugendlichen. Sie wachsen in einer Welt auf, die von Satan dem Teufel und seinen gottlosen Philosophien beherrscht wird, und sie haben sehr zu kämpfen (1. Joh. 5:19). Doch es macht uns allen Mut, wenn sie in den Zusammenkünften Kommentare geben, beim Predigen mitmachen und mutig ihren Glauben verteidigen. Ihr Kinder und Jugendlichen habt einen wichtigen Platz in Jehovas Versammlung! (Ps. 8:2).
12 Manche Brüder und Schwestern tun sich jedoch schwer zu glauben, dass sie für die Versammlung wichtig sind. Sehen wir uns einmal an, was uns davon überzeugen kann, dass jeder von uns einen Platz in der Versammlung hat.
ERKENNE DEINEN PLATZ IN DER VERSAMMLUNG
13, 14. Warum denken manche, sie seien für die Versammlung nicht wertvoll?
13 Was können wir noch aus dem Vergleich von Paulus lernen? Er macht auf ein Problem aufmerksam, das heute viele haben: Ihnen fällt es schwer zu glauben, dass sie für die Versammlung wertvoll sind. Er schreibt: „Wenn der Fuß sagen sollte: ‚Weil ich keine Hand bin, bin ich kein Teil des Körpers‘, ist er deswegen kein Teil des Körpers? Und wenn das Ohr sagen sollte: ‚Weil ich kein Auge bin, bin ich kein Teil des Körpers‘, ist es deswegen kein Teil des Körpers?“ (1. Kor. 12:15, 16). Was meinte Paulus damit?
14 Wenn du dich mit anderen in der Versammlung vergleichst, verlierst du womöglich den Blick dafür, wie wertvoll du bist. Manche in der Versammlung sind vielleicht geschickte Lehrer, gute Organisatoren oder fähige Hirten. Und du findest möglicherweise, dass es dir an diesen Fähigkeiten fehlt. Das ist ein Zeichen von Demut und Bescheidenheit (Phil. 2:3). Aber denk daran: Wenn du dich ständig mit Menschen vergleichst, die besondere Talente haben, führt das unweigerlich zu Entmutigung. Und wie Paulus es beschreibt, denkst du vielleicht sogar, du hättest in der Versammlung keinen Platz. Was kann dir bei solchen Gefühlen helfen?
15. Was müssen wir gemäß 1. Korinther 12:4-11 anerkennen, was unsere Fähigkeiten betrifft?
15 Sehen wir uns an, wie es bei den Christen im 1. Jahrhundert war. Jehova rief durch den heiligen Geist bei manchen von ihnen Wundergaben hervor, aber nicht bei allen dieselben. (Lies 1. Korinther 12:4-11.) Obwohl sie verschiedene Gaben und Fähigkeiten erhielten, war jeder wertvoll. Wir bekommen heute keine solchen Wundergaben. Doch der Grundsatz trifft immer noch zu. Wir mögen nicht alle dieselben Fähigkeiten haben, aber für Jehova sind wir alle wertvoll.
16. An welchen Rat von Paulus sollten wir uns halten?
16 Statt uns mit anderen zu vergleichen, sollten wir uns an den inspirierten Rat von Paulus halten: „Jeder soll sein eigenes Tun überprüfen, dann kann er sich über sich allein freuen, ohne sich mit jemand anders zu vergleichen“ (Gal. 6:4).
17. Wie kommt es uns zugute, den Rat von Paulus zu befolgen?
17 Wenn wir den Rat von Paulus befolgen und unser eigenes Tun überprüfen, erkennen wir vielleicht, dass wir Gaben und Fähigkeiten besitzen, die andere nicht haben. Ein Ältester zum Beispiel, der nicht unbedingt ein begnadeter Redner ist, hat vielleicht seine Stärken im Predigtdienst. Möglicherweise ist er nicht so gut organisiert wie andere Älteste in der Versammlung, doch er ist als liebevoller Hirte bekannt, den Brüder gern um biblischen Rat bitten. Oder man kennt ihn als jemand, der sehr gastfreundlich ist (Heb. 13:2, 16). Wenn wir klar sehen, wo unsere Stärken und Fähigkeiten liegen, haben wir Grund, uns über das zu freuen, was wir für die Versammlung tun können. Und wir neigen dann weniger dazu, Brüder zu beneiden, die andere Gaben haben als wir.
18. Wie können wir unsere Fähigkeiten weiterentwickeln?
18 Ganz gleich welchen Platz wir in der Versammlung haben, sollte es unser aller Wunsch sein, unseren Dienst zu verbessern und unsere Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Dafür gibt uns Jehova erstklassige Schulung durch seine Organisation. In der Zusammenkunft unter der Woche zum Beispiel bekommen wir Hilfen für das Predigen. Setzt du diese Anregungen so gut es geht um?
19. Wie kannst du das Ziel erreichen, die Schule für Königreichsverkündiger zu besuchen?
19 Eine weitere wunderbare Möglichkeit, sich schulen zu lassen, ist die Schule für Königreichsverkündiger. Sie steht Brüdern und Schwestern im Vollzeitdienst offen, die zwischen 23 und 65 Jahre alt sind. Vielleicht hältst du dieses Ziel für unerreichbar. Doch statt Gründe aufzulisten, warum du diese Schule nicht besuchen kannst, mach doch eine Liste mit Gründen, warum du sie besuchen willst. Dann mach einen Plan, der dir hilft, die Voraussetzungen zu erfüllen. Vielleicht wird das, was zunächst unmöglich erschien, mit Jehovas Hilfe und deinem vollen Einsatz doch Wirklichkeit.
GEBRAUCHE DEINE GABEN, UM DIE VERSAMMLUNG AUFZUBAUEN
20. Was können wir aus Römer 12:6-8 lernen?
20 Den dritten Lehrpunkt aus dem Vergleich von Paulus finden wir in Römer 12:6-8. (Lies.) Paulus erklärt hier noch einmal, dass es in der Versammlung verschiedene Gaben gibt. Doch jetzt hebt er hervor, dass wir mit den Gaben, die wir haben, die Versammlung aufbauen und stärken sollen.
21, 22. Was können wir von Robert und Felice lernen?
21 Nehmen wir das Beispiel eines Bruders, den wir Robert nennen wollen. Nachdem er Jehova im Ausland gedient hatte, wurde er gebeten, seinen Dienst im Bethel in seiner Heimat fortzusetzen. Obwohl man ihm versicherte, dass er nichts falsch gemacht hatte, sagte er: „Über viele Monate hatte ich ein negatives Selbstbild und fühlte mich wie ein Versager. Manchmal wollte ich den Betheldienst schon aufgeben.“ Wie gewann er seine Freude zurück? Ein Mitältester erinnerte ihn, dass Jehova uns in jeder früheren Zuteilung geschult hat, damit er uns in unserer aktuellen Zuteilung noch besser gebrauchen kann. Robert erkannte, dass er nicht nach hinten schauen durfte, sondern sich auf das konzentrieren musste, was er jetzt tun konnte.
22 Bruder Felice Episcopo erlebte Ähnliches. Er und seine Frau waren 1956 auf der Gileadschule und dienten im Kreisdienst in Bolivien. 1964 bekamen sie ein Kind. Felice sagte: „Es war für uns sehr schwer, unsere lieb gewonnene Zuteilung zu verlassen. Ich muss zugeben, ich habe fast ein halbes Jahr mit Selbstmitleid verschwendet. Aber mit Jehovas Hilfe änderte ich meine Einstellung und konzentrierte mich dann auf meine neue Verantwortung als Vater.“ Geht es dir wie Robert oder Felice? Bist du entmutigt, weil du im Moment nicht mehr dieselben Vorrechte hast wie früher? Falls ja, wirst du glücklicher sein, wenn du dich auf das konzentrierst, was du jetzt tun kannst, um Jehova und deinen Brüdern zu dienen. Setz deine Gaben und Fähigkeiten weiter voll für andere ein. Dann wird die Versammlung gestärkt und du wirst Freude finden.
23. Wofür sollten wir uns Zeit nehmen, und worum geht es im nächsten Artikel?
23 Für Jehova ist jeder von uns wertvoll. Er möchte, dass wir Teil seiner Familie sind. Nehmen wir uns Zeit, darüber nachzudenken, wie wir unsere Brüder und Schwestern aufbauen können, und arbeiten wir auf dieses Ziel hin. Dann stehen wir weniger in der Gefahr zu denken, wir würden nicht zur Versammlung gehören.
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Du hast einen Platz in Jehovas Versammlung!Der Wachtturm (Studienausgabe) 2020 | August
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b KURZ ERKLÄRT: Mit unserem Platz in Jehovas Versammlung ist die Rolle gemeint, die wir dabei spielen, die Versammlung aufzubauen und zu stärken. Er wird weder von unserer Herkunft oder Nationalität bestimmt noch von materiellem Wohlstand oder unserer Bildung und auch nicht von unserem sozialen oder kulturellen Hintergrund.
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Respektiere den Platz von anderen in Jehovas VersammlungDer Wachtturm (Studienausgabe) 2020 | August
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STUDIENARTIKEL 35
Respektiere den Platz von anderen in Jehovas Versammlung
„Das Auge kann nicht zur Hand sagen: ‚Ich brauche dich nicht‘, und der Kopf kann auch nicht zu den Füßen sagen: ‚Ich brauche euch nicht‘ “ (1. KOR. 12:21)
LIED 124 Wahre Liebe ist loyal
VORSCHAUa
1. Was hat Jehova jedem seiner treuen Diener gegeben?
AUS Liebe hat Jehova jedem seiner treuen Diener einen Platz in seiner Versammlung gegeben. Unsere Rollen sind zwar verschieden, aber wir alle sind wertvoll und brauchen einander. Diese wichtige Tatsache macht uns der Apostel Paulus deutlich. Wie?
2. Warum müssen wir einander schätzen und zusammenarbeiten, wie Epheser 4:16 zeigt?
2 Wie der Leittext dieses Artikels zeigt, betont Paulus, dass niemand von uns mit Blick auf einen anderen Diener Jehovas sagen kann: „Ich brauche dich nicht“ (1. Kor. 12:21). Damit in der Versammlung Frieden herrscht, müssen wir uns gegenseitig schätzen und zusammenarbeiten. (Lies Epheser 4:16.) Wenn wir in Einheit zusammenarbeiten, gedeiht die Versammlung und wird in Liebe aufgebaut.
3. Worum geht es in diesem Artikel?
3 Was sind einige Gebiete, auf denen wir anderen in der Versammlung Respekt erweisen können? In diesem Artikel werden wir sehen, wie Älteste ihren Mitältesten zeigen können, dass sie sie respektieren. Dann geht es darum, wie wir ledigen Brüdern und Schwestern sowie denen, die unsere Sprache nicht gut beherrschen, Wertschätzung zeigen können.
MITÄLTESTEN RESPEKT ERWEISEN
4. Welchen Rat von Paulus in Römer 12:10 sollten Älteste befolgen?
4 Alle Ältesten der Versammlung werden durch Jehovas heiligen Geist ernannt. Doch jeder hat unterschiedliche Gaben und Fähigkeiten (1. Kor. 12:17, 18). Manche sind vielleicht erst seit Kurzem Älteste und noch relativ unerfahren. Anderen setzt das Alter oder die Gesundheit Grenzen. Aber kein Ältester sollte mit Blick auf einen Mitältesten sinngemäß sagen: „Ich brauche dich nicht.“ Vielmehr sollte sich jeder den Rat von Paulus in Römer 12:10 zu Herzen nehmen. (Lies.)
Älteste erweisen Mitältesten Respekt, indem sie ihnen gut zuhören (Siehe Absatz 5, 6)
5. Wie erweisen Älteste anderen Ältesten Respekt, und warum ist das wichtig?
5 Älteste erweisen Mitältesten Respekt, indem sie ihnen gut zuhören. Das ist besonders wichtig, wenn sich die Ältestenschaft trifft, um wichtige Angelegenheiten zu besprechen. Warum? Im Wachtturm vom 1. Oktober 1988 hieß es: „Älteste sollten sich dessen bewusst sein, dass Christus durch den heiligen Geist irgendeinem Glied der Ältestenschaft den biblischen Grundsatz in den Sinn rufen kann, der für die Lösung eines Problems oder für eine wichtige Entscheidung ausschlaggebend ist (Apg. 15:6-15). Keines der Glieder einer Ältestenschaft hat das Monopol auf den heiligen Geist.“
6. Wie können Älteste in Einheit zusammenarbeiten, und wie profitiert die Versammlung davon?
6 Ein Ältester, der seine Mitältesten respektiert, versucht bei Ältestensitzungen nicht, immer als Erster etwas zu sagen. Er dominiert die Besprechung nicht und denkt auch nicht, dass er alles richtig sieht. Stattdessen legt er seinen Standpunkt demütig und bescheiden dar. Er hört gut zu, wenn sich andere äußern. Wichtiger noch: Er möchte die Aufmerksamkeit auf biblische Grundsätze lenken und der Leitung des „treuen und verständigen Sklaven“ folgen (Mat. 24:45-47). Wenn bei Besprechungen eine liebevolle, respektvolle Atmosphäre herrscht, dann wirkt Gottes Geist und führt die Ältesten zu Entscheidungen, die die Versammlung stärken (Jak. 3:17, 18).
UNVERHEIRATETEN RESPEKT ERWEISEN
7. Wie dachte Jesus über das Ledigsein?
7 In der Christenversammlung gibt es Ehepaare und Familien, aber auch ledige Brüder und Schwestern. Wie sollten wir zu Unverheirateten eingestellt sein? Wie dachte Jesus über das Ledigsein? Er selbst blieb unverheiratet, als er auf der Erde lebte, und konzentrierte sich voll und ganz auf seine Aufgabe. Jesus lehrte weder, dass man heiraten, noch, dass man ledig bleiben müsse. Wie er jedoch sagte, würden sich manche Christen für das Ledigsein entscheiden (Mat. 19:11, 12; siehe Studienanmerkung zu Matthäus 19:12). Jesus erwies Unverheirateten Respekt. Er dachte nicht, sie seien weniger wert oder es würde ihnen etwas fehlen.
8. Wozu regte Paulus Christen gemäß 1. Korinther 7:7-9 an?
8 Wie Jesus war auch Paulus ein lediger Diener Jehovas. Er lehrte nie, es sei für Christen verkehrt zu heiraten. Er wusste, dass das eine persönliche Sache ist. Allerdings regte er Christen dazu an, zu überlegen, ob sie Jehova als Ledige dienen könnten. (Lies 1. Korinther 7:7-9.) Paulus sah nicht auf unverheiratete Christen herab. Mit Timotheus wählte er sogar einen ledigen jungen Bruder aus, sich um wichtige Angelegenheiten zu kümmern (Phil. 2:19-22).b Offensichtlich wäre es also falsch, einen Bruder für befähigter oder weniger befähigt zu halten, nur weil er verheiratet oder ledig ist (1. Kor. 7:32-35, 38).
9. Was ist über das Heiraten und das Ledigsein zu sagen?
9 Weder Jesus noch Paulus lehrten, dass Christen heiraten oder dass sie ledig bleiben sollten. Interessant ist, was Der Wachtturm vom 1. Oktober 2012 über das Heiraten und das Ledigsein sagt: „Man kann beides als Geschenk von Gott bezeichnen. ... Wie steht es mit dem Ledigsein? In Jehovas Augen gibt es keinen Grund, sich deswegen zu schämen oder traurig zu sein.“ Wir müssen also den Platz von ledigen Brüdern und Schwestern in der Versammlung respektieren.
Was sollten wir aus Rücksicht auf die Gefühle Lediger vermeiden? (Siehe Absatz 10)
10. Wie können wir auf Ledige Rücksicht nehmen?
10 Wie können wir auf die Gefühle und Umstände unserer ledigen Brüder und Schwestern Rücksicht nehmen? Denken wir daran, dass sich manche bewusst dafür entschieden haben, nicht zu heiraten. Andere würden gern heiraten, haben aber nicht den richtigen Partner gefunden. Wieder andere haben ihren Ehepartner durch den Tod verloren. Wäre es da passend, zu fragen, warum sie nicht verheiratet sind, oder ihnen Hilfe bei der Partnersuche anzubieten? Manche bitten vielleicht um eine solche Hilfe. Doch was könnten ungebetene Hilfsangebote bei Ledigen auslösen? (1. Thes. 4:11; 1. Tim. 5:13). Lassen wir dazu einige treue ledige Brüder und Schwestern zu Wort kommen.
11, 12. Was könnte Ledige entmutigen?
11 Ein lediger Kreisaufseher, der seine Aufgabe sehr gut macht, sieht im Ledigsein viele Vorteile. Doch wie er bemerkt, kann es entmutigen, wenn Brüder und Schwestern in guter Absicht fragen: „Warum bist du eigentlich nicht verheiratet?“ Ein lediger Bruder in einem Zweigbüro meint: „Manchmal geben mir die Brüder und Schwestern das Gefühl, als wären Unverheiratete zu bemitleiden. Das kann den Eindruck erwecken, ledig zu sein sei keine Gabe, sondern eine Last.“
12 Eine ledige Schwester im Bethel sagte: „Manche Verkündiger denken, dass alle Ledigen auf Partnersuche sind und jedes Zusammensein mit anderen als Gelegenheit sehen, jemand zu finden. Als ich einmal für das Bethel in einen anderen Landesteil reiste, kam ich am Abend der Zusammenkunft an. Meine Gastgeberin erzählte mir, dass es in der Versammlung zwei Brüder in meinem Alter gibt. Sie versicherte mir, sie wolle mich nicht verkuppeln, aber im Königreichssaal zog sie mich gleich zu den beiden Brüdern, damit ich sie kennenlerne. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass das für uns drei ziemlich peinlich war.“
13. Durch wen fühlte sich eine ledige Schwester ermutigt?
13 Eine andere ledige Schwester, die im Bethel dient, meint: „Ich kenne ältere ledige Pioniere, die ausgeglichen, fokussiert, opferbereit und zufrieden sind und die der Versammlung wirklich viel geben. Sie haben eine ausgewogene Einstellung zum Ledigsein. Sie fühlen sich weder überlegen, weil sie ledig geblieben sind, noch benachteiligt, weil sie keinen Partner und keine Kinder haben.“ Das macht eine Versammlung, in der man sich geschätzt und respektiert fühlt, so schön. Man kommt sich weder bemitleidet noch beneidet vor, weder ignoriert noch aufs Podest gehoben. Man weiß einfach, dass man dazugehört.
14. Wie können wir zeigen, dass wir Ledige respektieren?
14 Unsere ledigen Brüder und Schwestern werden dankbar sein, wenn wir ihren Wert nicht an ihrem Familienstand festmachen, sondern an ihren schönen Eigenschaften. Statt sie zu bemitleiden, sollten wir sie für ihre Treue schätzen. Dann werden sie nie das Gefühl haben, dass wir denken: „Ich brauche dich nicht“ (1. Kor. 12:21). Sie werden vielmehr sicher sein, dass wir sie respektieren und uns freuen, sie in der Versammlung zu haben.
DENEN RESPEKT ERWEISEN, DIE DEINE SPRACHE NICHT FLIESSEND SPRECHEN
15. Was haben manche geändert, um ihren Dienst auszuweiten?
15 In den vergangenen Jahren haben sich viele Verkündiger das Ziel gesetzt, eine Fremdsprache zu lernen, um ihren Dienst auszuweiten. Dafür mussten sie einiges ändern. Sie haben eine Versammlung verlassen, in der ihre Muttersprache gesprochen wird, um eine fremdsprachige Versammlung zu unterstützen, wo mehr Verkündiger gebraucht werden (Apg. 16:9). Sie treffen diese persönliche Entscheidung, um sich mehr für Jehova einzusetzen. Auch wenn es Jahre dauern kann, bis sie die neue Sprache fließend sprechen, erreichen sie viel Gutes. Mit ihren wertvollen Eigenschaften und ihrer Erfahrung tragen sie zur Stärkung und Stabilisierung der Versammlung bei. Diese opferbereiten Brüder und Schwestern bedeuten uns sehr viel!
16. Wonach beurteilen Älteste, ob sich ein Bruder zum Ältesten oder Dienstamtgehilfen eignet?
16 Eine Ältestenschaft würde nicht entscheiden, dass ein Bruder nicht zum Ältesten oder Dienstamtgehilfen ernannt werden kann, nur weil er die Sprache der Versammlung noch nicht fließend spricht. Sie würden einen Bruder nach den biblischen Erfordernissen für Älteste und Dienstamtgehilfen beurteilen und nicht danach, wie gut er die Sprache der Versammlung spricht (1. Tim. 3:1-10, 12, 13; Tit. 1:5-9).
17. Welche Fragen stellen sich, wenn Familien in ein anderes Land ziehen?
17 Manche Familien ziehen in ein anderes Land, um Schutz zu suchen oder Arbeit zu finden. Ihre Kinder gehen dann vielleicht auf Schulen, wo die Landessprache gesprochen wird. Womöglich müssen auch die Eltern diese Sprache lernen, um Arbeit zu finden. Angenommen in der Gegend gibt es eine Versammlung oder Gruppe, in der die Muttersprache der Familie gesprochen wird. Sollte sich die Familie dann für diese entscheiden? Oder für eine Versammlung, in der die Landessprache gesprochen wird?
18. Wie können wir im Einklang mit Galater 6:5 zeigen, dass wir die Entscheidung eines Familienoberhaupts respektieren?
18 Die Entscheidung für eine bestimmte Versammlung fällt das Haupt der Familie. Da es sich um eine persönliche Angelegenheit handelt, muss der Betreffende berücksichtigen, was für die Familie das Beste ist. (Lies Galater 6:5.) Wir sollten die getroffene Entscheidung respektieren. Wie auch immer sie ausfällt – heißen wir die Familie als wertvollen Teil der Versammlung willkommen (Röm. 15:7).
19. Was sollte ein Familienoberhaupt unter Gebet überlegen?
19 Angenommen, eine Familie gehört einer Versammlung an, in der nicht die Landessprache gesprochen wird, sondern die Muttersprache der Eltern. Sprechen die Kinder diese Sprache nicht fließend – vielleicht weil an ihrer Schule in der Landessprache unterrichtet wird –, tun sie sich womöglich schwer, den Zusammenkünften zu folgen und im Glauben zu wachsen. In so einem Fall sollte das Haupt der Familie unter Gebet überlegen, was zu tun ist, damit die Kinder Jehova und seinem Volk näherkommen können. Die Eltern müssen den Kindern entweder helfen, ihre Muttersprache fließend zu sprechen, oder überlegen, ob sie in eine Versammlung wechseln, deren Sprache die Kinder gut verstehen. In jedem Fall sollte die Versammlung, zu der die Familie dann gehört, ihnen allen das Gefühl geben, respektiert und geschätzt zu werden.
Wie erweisen wir denen Respekt, die eine Fremdsprache lernen? (Siehe Absatz 20)
20. Wie können wir Brüdern und Schwestern, die eine neue Sprache lernen, Respekt erweisen?
20 Aus all den genannten Gründen gibt es in vielen Versammlungen Brüder und Schwestern, die sich große Mühe geben, eine Fremdsprache zu lernen. Vielleicht fällt es ihnen schwer, sich auszudrücken. Doch wenn wir uns nicht auf ihre sprachlichen Fähigkeiten konzentrieren, sehen wir ihre Liebe zu Jehova und ihren Wunsch, ihm zu dienen. Und dafür schätzen und respektieren wir sie sehr. Wir werden nicht denken: „Ich brauche euch nicht“, nur weil sie unsere Sprache nicht fließend sprechen.
WIR SIND FÜR JEHOVA WERTVOLL
21, 22. Wofür sind wir sehr dankbar?
21 Wir sind Jehova sehr dankbar, dass wir einen Platz in seiner Versammlung haben. Ob Mann oder Frau, verheiratet oder ledig, jung oder alt, ob wir eine bestimmte Sprache gut sprechen oder nicht – wir sind für Jehova wertvoll und wir schätzen uns gegenseitig (Röm. 12:4, 5; Kol. 3:10, 11).
22 Nehmen wir uns die vielen schönen Lehrpunkte aus dem Vergleich von Paulus über den menschlichen Körper zu Herzen. Dann werden wir noch mehr Gründe finden, unseren eigenen und den Platz unserer Brüder in Jehovas Versammlung zu schätzen.
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