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Christus als aktiver Führer seiner VersammlungDer Wachtturm 1987 | 1. August
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Christus als aktiver Führer seiner Versammlung
„Der Gott unseres Herrn Jesus Christus ... hat ihn zum Haupt über alle Dinge für die Versammlung gemacht“ (EPHESER 1:17, 22).
1. Wie würden einige Angehörige von Kirchen der Christenheit die Frage, wer ihr Führer sei, beantworten, aber was sagen Jehovas Zeugen?
JEHOVAS ZEUGEN erkennen keinen Menschen als ihren Führer an. In ihrer Organisationsstruktur gibt es nichts Vergleichbares mit dem Papst der katholischen Kirche, den Patriarchen der orthodoxen Kirchen des Ostens oder den Führern anderer Kirchen und Sekten der Christenheit. Ihre Untertanentreue gehört Jesus Christus, dem Haupt der Christenversammlung, der gesagt hat: „E i n e r ist euer Führer, der Christus“ (Matthäus 23:10).
2. Warum erkennen Jehovas Zeugen Christus als das Haupt der Christenversammlung an, doch welche Fragen könnte man stellen?
2 Der Apostel Petrus legte zu Pfingsten folgendes Zeugnis ab: „Tatsächlich ist David nicht in die Himmel aufgefahren, sondern er sagt selbst: ‚Jehova sprach zu meinem Herrn: „Setz dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde als Schemel deiner Füße hinlege.“‘ Daher erkenne das ganze Haus Israel mit Gewißheit, daß Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr an den Pfahl brachtet“ (Apostelgeschichte 2:34-36). Sind wir, obwohl wir anerkennen, daß Jesus im Jahre 33 u. Z. zum Herrn und Haupt der Versammlung gemacht wurde, geneigt zu denken, er habe lediglich passiv zur Rechten Jehovas gesessen und seine Inthronisierung im Jahre 1914 erwartet? Sind wir uns völlig bewußt, daß Christus seine Versammlung von Anfang an aktiv geführt hat?
Göttliche Mittel für aktive Leitung
3. Was verhieß Jesus seinen Jüngern zu senden, und woher wissen wir, daß er nicht von einer Person sprach?
3 Jesus sagte am Abend vor seinem Tod zu seinen treuen Aposteln: „Es ist zu eurem Nutzen, daß ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, wird der Helfer keinesfalls zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden“ (Johannes 16:7). Er wollte nicht eine Person, sondern eine aktive Kraft senden. Das machte er kurz vor seiner Himmelfahrt ganz deutlich, als er zu seinen versammelten Jüngern sagte: „Ich sende das auf euch herab, was von meinem Vater verheißen ist. Ihr aber, bleibt in der Stadt, bis ihr mit Kraft aus der Höhe bekleidet werdet“ (Lukas 24:49).
4. Wie wurde der heilige Geist von Pfingsten an gebraucht?
4 Jesu treue Jünger hielten sich bis Pfingsten im Gebiet von Jerusalem auf. An jenem Tag wurden sie „mit heiligem Geist erfüllt“, so wie es verheißen worden war. Petrus bestätigte dies folgendermaßen: „Da er [Jesus] nun zur Rechten Gottes erhöht worden ist und den verheißenen heiligen Geist vom Vater empfangen hat, hat er das ausgegossen, was ihr seht und hört“ (Apostelgeschichte 2:4, 33). Durch dieses Mittel zeugte Jehova jene ersten Christen als seine geistigen Söhne (Galater 4:6). Jesus empfing den Geist von seinem Vater auch als ein Mittel für die aktive Leitung seiner Versammlung auf der Erde von seiner himmlischen Stellung zur Rechten Gottes aus.
5, 6. (a) Was ist ein anderes Mittel, das Christus zur Verfügung gestellt wurde, damit er seine Versammlung auf der Erde leiten konnte? (b) Zeige anhand von Beispielen, wie Jesus dieses Mittel zugunsten seiner Jünger und zur Unterstützung des Predigtwerkes einsetzte.
5 Außerdem schrieb der Apostel Petrus in bezug auf Jesus: „Er ist zur Rechten Gottes, denn er ging hin in den Himmel; und Engel und Gewalten und Mächte wurden ihm unterworfen“ (1. Petrus 3:22). Die Engel sind folglich ein weiteres Mittel, das Christus von Jehova zur Verfügung gestellt wurde, um die Christenversammlung aktiv zu führen.
6 Wenn wir daher in der Apostelgeschichte lesen, daß „Jehovas Engel“ oder „ein Engel Gottes“ zur Unterstützung des christlichen Predigtwerkes tätig wurde oder zugunsten von Gliedern der Christenversammlung einschritt, haben wir allen Grund, zu glauben, daß solche Engel unter der Aufsicht Christi Jesu vorgingen (Apostelgeschichte 5:19; 8:26; 10:3-7, 22; 12:7-11; 27:23, 24). Christus hat als der „Erzengel Michael“ Engel unter seiner Befehlsgewalt, und er gebrauchte sie, um im ersten Jahrhundert die Christenversammlung wirksam zu leiten (Judas 9; 1. Thessalonicher 4:16).
Eine sichtbare leitende Körperschaft
7. Welches andere Mittel gebrauchte Jesus zur Leitung seiner Versammlung, und welche Schriftstellen sprechen von diesem „Aufsichtsamt“?
7 Die Heilige Schrift zeigt auch an, daß Jesus Christus eine Gruppe von Männern als leitende Körperschaft gebrauchte, um seiner Versammlung auf der Erde Anleitung zu geben. Zu Anfang scheint diese leitende Körperschaft lediglich aus den 11 Aposteln bestanden zu haben. Als Petrus bei der Entscheidung über den Ersatz für Judas Iskariot versuchte, den Willen Jehovas herauszufinden, zitierte er Psalm 109:8, wo es heißt: „Sein Aufsichtsamt übernehme ein anderer.“ Dann baten Petrus und seine Gefährten Jehova darum, doch den Mann zu bezeichnen, der „den Platz dieses Dienstes und Apostelamtes einnehme, von dem Judas abgewichen ist“. Matthias wurde dazu ernannt, zusammen mit den „elf Aposteln“ zu dienen (Apostelgeschichte 1:20, 24-26).
8. Welche zwei frühen Beispiele zeigen, wie Christus Glieder der sichtbaren leitenden Körperschaft gebrauchte?
8 Der erste aufgezeichnete Fall, daß die 12 Apostel als leitende Körperschaft in diesem „Aufsichtsamt“ tätig wurden, bestand darin, daß sie geistig befähigte Männer dazu ernannten, ihren Brüdern innerhalb der Versammlung zu dienen (Apostelgeschichte 6:1-6). Der zweite Fall ergab sich, als Philippus begann, den Samaritern den Christus zu predigen. Daraufhin sandten die „Apostel in Jerusalem ... Petrus und Johannes zu ihnen“. Erst nachdem diese repräsentativen Glieder der leitenden Körperschaft den Samaritern die Hände aufgelegt hatten, ‘empfingen diese heiligen Geist’ (Apostelgeschichte 8:5, 14-17).
Christi persönliche Führung
9. Handelte Christus immer durch Engel oder durch die leitende Körperschaft? Führe ein Beispiel an.
9 Christus hatte also von Beginn der Christenversammlung an den heiligen Geist, die Engel und die sichtbare leitende Körperschaft zur Verfügung, was ihm die aktive Führung seiner Jünger auf der Erde ermöglichte. Gelegentlich handelte er auch persönlich. Zum Beispiel bekehrte Christus persönlich Saulus von Tarsus (Apostelgeschichte 9:3-6). Drei Tage später sprach Jesus direkt zu einem ‘gewissen Jünger’ namens Ananias. Ihm offenbarte Jesus die dreifache Mission, die er für Paulus im Sinn hatte: „Dieser Mann ist mir ein auserwähltes Gefäß, um meinen Namen sowohl zu den Nationen als auch zu Königen und den Söhnen Israels zu tragen“ (Apostelgeschichte 9:10-15). Christus berief Saulus zu einem besonderen Werk. Dadurch wurde er ein Apostel oder ein Ausgesandter — besser bekannt als der Apostel Paulus.
10. Wie überwachte Christus persönlich das Predigtwerk?
10 Christus überwachte das Predigtwerk persönlich. Durch den heiligen Geist, den er von seinem Vater Jehova erhalten hatte, sandte er Paulus auf seine Missionsreisen, und durch den Geist bekundete er persönliches Interesse an diesen Unternehmungen. Wie wir lesen, „sprach der heilige Geist: ‚Sondert mir von allen Personen Barnabas und Saulus für das Werk aus, zu dem ich sie berufen habe.‘ ... Demgemäß begaben sich diese Männer, vom heiligen Geist ausgesandt, nach Seleukia hinab“, und von dort brachen sie zur ersten Missionsreise auf (Apostelgeschichte 13:2-4). Natürlich konnte der heilige Geist, Jehovas aktive Kraft, an sich weder ‘sprechen’ noch jemanden ‘aussenden’. Derjenige, der den heiligen Geist gebrauchte, um die Angelegenheiten zu leiten, war offensichtlich Christus, das Haupt der Versammlung.
11. Was geschah während der zweiten Missionsreise des Paulus, und wie zeigt das deutlich, daß Jesus durch den Geist das Predigtwerk leitete?
11 Dieser Gebrauch des Geistes durch Jesus bei seiner aktiven Führung der ersten Christen wird im Bericht über die zweite Missionsreise des Paulus deutlich gezeigt. Nachdem Paulus und seine Reisegefährten die auf der ersten Missionsreise gegründeten Versammlungen in Lykaonien (eine Gegend Kleinasiens) wieder besucht hatten, beabsichtigten sie offensichtlich, durch die römische Provinz Asien Richtung Westen weiterzuziehen. Warum konnten sie ihren Plan jedoch nicht verwirklichen? „Weil ihnen vom heiligen Geist verwehrt wurde, das Wort in dem Bezirk Asien zu reden“ (Apostelgeschichte 15:36, 40, 41; 16:1-6). Wer gebrauchte aber Jehovas heiligen Geist, um sie zu leiten? Der nächste Vers gibt die Antwort. Er zeigt, daß ‘der Geist Jesu es ihnen nicht zuließ’, auf ihrer Reise nach Norden in Bithynien zu predigen (Apostelgeschichte 16:7). Ja, Jesus Christus gebrauchte den Geist, den er von seinem Vater erhalten hatte, zur aktiven Leitung des Predigtwerkes. Er und sein Vater Jehova wollten, daß sich die gute Botschaft nach Europa ausbreitete, und daher erhielt Paulus eine entsprechende Vision (Apostelgeschichte 16:9, 10).
Christus unterstützte Glieder der leitenden Körperschaft
12, 13. Welches Geschehnis zur Zeit des ersten Besuches des Paulus in Jerusalem als Christ zeigte, daß Christus die von den verantwortlichen Brüdern in jener Stadt getroffenen Entscheidungen unterstützte?
12 Als der Apostel Paulus zum erstenmal mit den Jüngern in Jerusalem in Berührung kam, zögerten sie verständlicherweise, mit ihm zusammenzutreffen. „Da kam ihm Barnabas zu Hilfe und führte ihn zu den Aposteln“ (Apostelgeschichte 9:26, 27). Paulus verbrachte 15 Tage mit dem Apostel Petrus. Er traf auch Jesu Halbbruder Jakobus, der damals einer der Ältesten der Versammlung Jerusalem war (Galater 1:18, 19). Nachfolgend wird in der Apostelgeschichte gezeigt, daß die Ältesten von Jerusalem zusammen mit den 12 Aposteln die leitende Körperschaft der Christenversammlung des ersten Jahrhunderts bildeten (Apostelgeschichte 15:2; 21:18).
13 Paulus gab bei seinem zweiwöchigen Aufenthalt in Jerusalem griechisch sprechenden Juden Zeugnis. „Diese aber unternahmen Versuche, ihn umzubringen.“ Lukas fügt hinzu: „Als die Brüder dies herausfanden, brachten sie ihn nach Cäsarea hinab und sandten ihn nach Tarsus weg“ (Apostelgeschichte 9:28-30). Wer stand jedoch hinter dieser weisen Entscheidung? Jahre später berichtete Paulus von jener Episode in seinem Leben und sagte, daß Jesus ihm erschienen war und ihn angewiesen hatte, Jerusalem schnell zu verlassen. Als Paulus einen Einwand erhob, sagte Jesus: „Geh deines Weges, denn ich werde dich zu Nationen in die Ferne senden“ (Apostelgeschichte 22:17-21). Christus beobachtete vom Himmel aus aufmerksam die Dinge und handelte sowohl durch die verantwortlichen Brüder in Jerusalem als auch auf direktem Wege, indem er zu Paulus sprach.
14. Welcher Vergleich zwischen dem Bericht in der Apostelgeschichte und dem Galaterbrief zeigt, daß Christus die Angelegenheiten bezüglich der Zusammenkunft der leitenden Körperschaft wegen der Frage der Beschneidung leitete?
14 Außerdem erkennt man beim aufmerksamen Lesen der Heiligen Schrift deutlich, daß Christus hinter der wichtigen Zusammenkunft der leitenden Körperschaft stand, die zur Klärung der Frage abgehalten wurde, ob Heidenchristen sich der Beschneidung unterziehen und das Gesetz Mose halten sollten oder nicht. Als die Streitfrage aufkam, so heißt es in der Apostelgeschichte, „ordnete man [zweifellos die verantwortlichen Glieder oder Ältesten der Versammlung Antiochia] an, daß Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen wegen dieses Wortstreites zu den Aposteln und den älteren Männern nach Jerusalem hinaufgehen sollten“ (Apostelgeschichte 15:1, 2). Aber als Paulus von den Umständen berichtete, die dazu führten, daß er nach Jerusalem ging, um die Streitfrage der Beschneidung zu klären, sagte er: „Ich begab mich ... zufolge einer Offenbarung hinauf“ (Galater 2:1-3; vergleiche 1:12). Christus wollte als aktives Haupt der Versammlung, daß diese wichtige Lehrfrage von der gesamten sichtbaren leitenden Körperschaft geklärt wurde. Durch den heiligen Geist gab er dem Sinn dieser ergebenen Männer bei ihrem Entscheidungsprozeß Anleitung (Apostelgeschichte 15:28, 29).
Eine ungewöhnliche Entscheidung
15, 16. (a) Was verlangte die leitende Körperschaft von Paulus, nachdem er von seiner dritten Missionsreise zurückgekehrt war? (b) Warum schien diese Anweisung ungewöhnlich zu sein, und warum befolgte Paulus sie? (c) Welche Frage erhebt sich?
15 Ein anderes interessantes Ereignis als Folge von Christi aktiver Leitung vom Himmel aus war das, was nach der dritten Missionsreise des Paulus geschah. Lukas berichtet, daß Paulus nach seiner Rückkehr nach Jerusalem den damals anwesenden Gliedern der leitenden Körperschaft ausführlich Bericht erstattete. Lukas schrieb: „Paulus [ging] mit uns zu Jakobus hinein; und alle älteren Männer waren anwesend. Und er begrüßte sie und begann einen eingehenden Bericht über die Dinge zu geben, die Gott durch seinen Dienst unter den Nationen getan hatte“ (Apostelgeschichte 21:17-19). Nachdem die versammelte Körperschaft Paulus angehört hatte, gab sie ihm die unmißverständliche Anweisung: „So tu denn das, was wir dir sagen.“ Er wurde angewiesen, in den Tempel zu gehen und öffentlich zu demonstrieren, daß das Gerücht unwahr sei, er habe „alle Juden unter den Nationen Abfall von Moses gelehrt“, indem er ihnen gesagt habe, „sie sollten weder ihre Kinder beschneiden noch den feierlichen Bräuchen gemäß wandeln“ (Apostelgeschichte 21:20-24).
16 Man mag sich fragen, ob diese Anweisung weise war. Wie wir bereits gesehen haben, hatten Jahre zuvor Jakobus und auch andere Älteste, die möglicherweise bei beiden Gelegenheiten anwesend waren, Paulus von Jerusalem weggesandt, da sein Leben von „griechisch sprechenden Juden“ bedroht wurde (Apostelgeschichte 9:29). Trotz dieser Tatsache hielt sich Paulus an die Anweisung in Übereinstimmung mit dem, was er bereits an die Korinther geschrieben hatte (1. Korinther 9:20). Aber ähnliche Ursachen haben ähnliche Wirkungen. „Juden aus [der römischen Provinz] Asien“ verursachten einen Aufruhr und versuchten, Paulus umzubringen. Nur das schnelle Eingreifen römischer Soldaten bewahrte ihn davor, gelyncht zu werden (Apostelgeschichte 21:26-32). Warum bewirkte Christus als das aktive Haupt der Versammlung, daß die leitende Körperschaft von Paulus verlangte, in den Tempel zu gehen?
17. Inwiefern erwies es sich, daß diese ungewöhnliche Entscheidung der Vorsehung entsprach, und was zeigt das an?
17 Die Antwort wird offensichtlich durch das, was in der zweiten Nacht nach der Festnahme des Paulus geschah. Er hatte bereits dem Pöbel, der ihn umbringen wollte, und am darauffolgenden Tag dem Sanhedrin ein vorzügliches Zeugnis gegeben (Apostelgeschichte 22:1-21; 23:1-6). Zum zweiten Mal wurde er beinahe gelyncht. Doch in jener Nacht erschien ihm Jesus und sagte: „Sei guten Mutes! Denn so, wie du über die Dinge mich betreffend in Jerusalem ein gründliches Zeugnis abgelegt hast, so sollst du auch in Rom Zeugnis ablegen“ (Apostelgeschichte 23:11). Denken wir an die dreifache Mission, die Christus für Paulus vorausgesagt hatte (Apostelgeschichte 9:15). Paulus hatte Christi Namen zu den „Nationen“ und zu den „Söhnen Israels“ getragen, aber jetzt war es für ihn an der Zeit, „Königen“ Zeugnis zu geben. Aufgrund jener Entscheidung der leitenden Körperschaft war Paulus in der Lage, den römischen Statthaltern Felix und Festus, dem König Herodes Agrippa II. und schließlich dem römischen Kaiser Nero Zeugnis zu geben (Apostelgeschichte, Kapitel 24 bis 26; 27:24). Wer will bezweifeln, daß hinter all diesem Christus stand?
Christus ist immer noch der aktive Führer seiner Versammlung
18. Was sagte Jesus Christus, bevor er in den Himmel auffuhr?
18 Bevor Jesus Christus seine Jünger verließ und zur Rechten seines Vaters emporstieg, sagte er: „Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben worden. Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluß des Systems der Dinge“ (Matthäus 28:18-20).
19. Wie übte Christus seine von Gott verliehene Macht im ersten Jahrhundert aus, und was werden wir im nächsten Artikel betrachten?
19 Die Apostelgeschichte zeigt durch den Bericht über die Anfangsjahre des Christentums über jeden Zweifel erhaben, daß Christus seine Macht gebrauchte, indem er seine Versammlung auf der Erde aktiv führte. Dies tat er mit Hilfe des heiligen Geistes, der Engel und der leitenden Körperschaft, die aus den 12 Aposteln und den Ältesten der Versammlung Jerusalem bestand. Jesus sagte, daß er bis zum Abschluß des Systems der Dinge bei seinen Jüngern sein werde, und in dieser Zeit leben wir jetzt. Im folgenden Artikel werden wir sehen, inwiefern er immer noch das aktive Haupt der Christenversammlung ist und wie er seine „Schafe“ heute führt.
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Christi aktive Führung heuteDer Wachtturm 1987 | 1. August
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Christi aktive Führung heute
„Ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluß des Systems der Dinge“ (MATTHÄUS 28:20).
1. Auf welche Weise übergab Christus seinen Jüngern seine „Habe“?
ALS Christus im Jahre 33 u. Z. seine Jünger verließ und in den Himmel zurückkehrte, ‘übergab er ihnen seine Habe’. Das schloß ein, daß sie „Gesandte an Christi Statt“ sein und das Predigtwerk, das er begonnen hatte, fortführen und „bis zum entferntesten Teil der Erde“ ausdehnen sollten. Bevor er von ihnen Abschied nahm, wies er sie an, „Jünger aus Menschen aller Nationen“ zu machen. Haben wir Beweise dafür, daß er darauf achtete, wie sie diesen Auftrag ausführten? Jawohl! (Matthäus 25:14; 2. Korinther 5:20; Apostelgeschichte 1:8; Matthäus 28:19).
2. Was zeigt, daß Christus die Tätigkeiten der Versammlungen im ersten Jahrhundert aufmerksam verfolgte?
2 Mehr als 60 Jahre nachdem Christus in den Himmel aufgefahren war, zeigte er, daß er die Tätigkeiten der Versammlungen auf der Erde aufmerksam verfolgte. Mit der Offenbarung an den Apostel Johannes, ein Glied der leitenden Körperschaft des ersten Jahrhunderts, sandte Jesus Christus Botschaften an sieben Versammlungen in Kleinasien. Zu fünf Versammlungen sagte er: „Ich kenne deine Taten.“ Auch im Falle der anderen beiden, der Versammlung Smyrna und Pergamon, ließ er erkennen, daß er genau wußte, was dort vor sich ging. Jeder Versammlung gab er individuell Ermunterung und Rat. Es konnte kein Zweifel darüber bestehen, wer ihr aktiver Führer war (Offenbarung 1:11; 2:1 bis 3:22).
3. Für wen gelten die sieben Botschaften in Wirklichkeit, und welchen Beweis gibt es dafür?
3 Eigentlich war der Gültigkeitsbereich dieser sieben Botschaften nicht auf die sieben Versammlungen in Asien beschränkt. Der vorzügliche Rat und die Warnungen, die sie enthalten, gelten für alle Versammlungen vom ersten Jahrhundert bis hin zum „Tag des Herrn“, an dem wir jetzt leben.a Christi Augen, verglichen mit einer „Feuerflamme“, haben immer beobachtet, was in ‘allen Versammlungen’ vor sich geht (Offenbarung 1:10; 2:18, 23).
Der Herr und sein Sklave
4. Inwiefern reiste Christus „außer Landes“ und kam dann „nach langer Zeit“ zurück?
4 Nachdem Christus sich selbst als einen Menschen beschrieben hatte, der, als er „im Begriff stand, außer Landes zu reisen, seine eigenen Sklaven zu sich rief und ihnen seine Habe übergab“, fügte er hinzu: „Nach langer Zeit kam der Herr jener Sklaven und rechnete mit ihnen ab“ (Matthäus 25:14, 19). Im Jahre 33 u. Z. ‘ging Christus hin in den Himmel’, wo er sich „zur Rechten Gottes“ setzte (1. Petrus 3:22). „Nach langer Zeit“, nämlich im Anschluß an seine Inthronisierung im Jahre 1914, begann Christus ‘mit der Unterwerfung inmitten seiner Feinde’, indem er Satan und seine Dämonen zur Erde hinabschleuderte (Psalm 110:1, 2; Offenbarung 12:7-9). Dann wandte er seine Aufmerksamkeit seinen Sklaven zu. Es war an der Zeit, mit ihnen abzurechnen. Mehr als je zuvor war er ihr aktiver Führer.
5. Wann kam die Zeit der Abrechnung, und wie wurden die Treuen belohnt?
5 Die neuzeitliche Geschichte des Volkes Gottes zeigt, daß jene Zeit der Abrechnung in den Jahren 1918/19 kam. Das Gleichnis von den Talenten veranschaulicht, wie der Herr mit dem Überrest seiner gesalbten Sklaven abrechnen würde. Sie müßten für die Verwendung seiner Habe einzeln Rechenschaft ablegen, ‘jeder nach seiner eigenen Fähigkeit’ oder seinen geistigen Möglichkeiten. Diejenigen, die produktiv waren, gingen in die Freude ihres Herrn ein, der zu ihnen sagte: „Du warst über weniges treu. Ich will dich über vieles setzen“ (Matthäus 25:15, 20-23).
6. Was bildeten diese treuen gesalbten Christen als Gesamtheit, und was übergab ihnen ihr Herr zur Betreuung?
6 Diese einzelnen gesalbten Christen gaben sich als treue Gesandte des jetzt regierenden Königs zu erkennen, die bereit waren, Jünger für ihren Herrn zu machen. Als Gesamtheit erwiesen sie sich als der „Sklave“, von dem ihr Herr gesagt hatte: „Wer ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave, den sein Herr über seine Hausknechte gesetzt hat, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben? Glücklich ist jener Sklave, wenn ihn sein Herr bei seiner Ankunft so tuend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über seine ganze Habe setzen“ (Matthäus 24:45-47).
7. (a) Wie hat sich Christi „Habe“ seit 1914 vermehrt? (b) Was zeigt, daß Christus auch der aktive Führer der „anderen Schafe“ ist?
7 Christi „Habe“ ist seit 1914 umfangreicher geworden. Er ist mit „Königsmacht“ bekleidet worden, die größere Autorität und mehr Verantwortung einschließt (Lukas 19:11, 12). Zuerst ging er daran, die Übriggebliebenen der „Söhne des Königreiches“, der 144 000 gesalbten Christen, einzusammeln, ‘die aus den Menschen erkauft wurden’, um mit ihm Könige und Priester im Himmel zu werden (Matthäus 13:38; Offenbarung 14:1-4; 5:9, 10). Außerdem sammelt er — was seit 1935 geschichtlich erwiesen ist — eine „große Volksmenge“ „anderer Schafe“ ein, von denen er sagte: „Auch diese muß ich bringen“ (Offenbarung 7:9, 10; Johannes 10:16). Ja, er ist es, der diese „Schafe“ bringt, deren aktiver Führer er dann ist. Interessanterweise bedeutet der griechische Text buchstäblich: „Und es ist notwendig, daß ich diese führe.“ Inwiefern ist er heute der aktive Führer aller seiner „Schafe“?
Aufseher in Christi rechter Hand
8, 9. (a) Welche Vision erhielt der Apostel Johannes? (b) Was wurde durch die sieben Leuchter und durch die sieben Sterne dargestellt?
8 Der Apostel Johannes, ein Glied der leitenden Körperschaft der Christenversammlung des ersten Jahrhunderts, erhielt eine Vision. Er sah „sieben goldene Leuchter und inmitten der Leuchter einen gleich einem Menschensohn ... Und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne.“ Jesus erklärte Johannes: „Was das heilige Geheimnis der sieben Sterne betrifft, die du auf meiner rechten Hand sahst, und der sieben goldenen Leuchter: Die sieben Sterne bedeuten die Engel der sieben Versammlungen, und die sieben Leuchter bedeuten sieben Versammlungen“ (Offenbarung 1:12-20).
9 Diese Textstelle wird in dem Buch „Dann ist das Geheimnis Gottes vollendet“ wie folgt kommentiert: „Sind dies unsichtbare ‚Engel‘? Nein. Der Apostel Johannes empfing die gesamte Offenbarung durch einen himmlischen Engel von Jesus Christus, und es wäre unvernünftig, wenn er wieder an Engel im Himmel, in unsichtbaren Bereichen, geschrieben hätte. Sie benötigen nicht die Botschaften, die an die sieben Versammlungen in Asien geschrieben wurden. Die Grundbedeutung des Titels ‚Engel‘ ist ‚Bote; Überbringer einer Botschaft‘. ... Da diese sieben sinnbildlichen Sterne auf Jesu rechter Hand zu sehen sind, sind sie in seiner Obhut und unter seiner Aufsicht und Leitung; seine ‘rechte Hand’ angewandter Macht vermag sie zu leiten und zu schützen. ... So, wie die ‚sieben Leuchter‘ in der Vision vom ‚Tage des Herrn‘ alle wahren Christenversammlungen an diesem seit 1914 u. Z. gegenwärtigen, wirklichen ‚Tage des Herrn‘ darstellten, versinnbildlichen die ‚sieben Sterne‘ alle geistgezeugten, gesalbten engelähnlichen Aufseher solcher Versammlungen von heute“ (S. 119 bis 122).b
10. Welche vermehrte „Habe“ ist dem Sklaven zur Betreuung übergeben worden?
10 Diese gesalbten Aufseher in Christi rechter Hand sind alle ein Teil des kollektiven „Sklaven“, den er „über seine ganze Habe“ gesetzt hat. Da der Herr des Sklaven seit 1914 selbst mit größerer Verantwortung betraut ist, schließt folglich „seine ganze Habe“ für den Sklaven weitaus mehr ein als in der Vergangenheit. Die Überrestglieder sind als „Gesandte an Christi Statt“ jetzt Gesandte eines regierenden Königs, des Herrschers eines aufgerichteten Königreiches (2. Korinther 5:20). Ihnen ist die Verantwortung für all die geistigen Dinge übertragen worden, die dem Herrn auf der Erde gehören. Sie müssen in Erfüllung der Prophezeiungen dienen, die sich auf die Zeit nach der Aufrichtung des Königreiches beziehen. Das schließt das Predigen der ‘guten Botschaft vom Königreich auf der ganzen bewohnten Erde zu einem Zeugnis’ ein (Matthäus 24:14). Sie müssen mehr als je zuvor „Jünger aus Menschen aller Nationen“ machen und auf diese Weise die zahllose „große Volksmenge“ einsammeln (Matthäus 28:19, 20; Offenbarung 7:9). Ja, diese „begehrenswerten Dinge aller Nationen“ sind ein Teil der vermehrten „Habe“ Christi auf der Erde (Haggai 2:7).
11. (a) Was erfordert die vermehrte „Habe“? (b) Wer leitet das Werk, und wie?
11 All das bedeutet mehr Arbeit für den kollektiven „Sklaven“, ein größeres Betätigungsfeld, das sich buchstäblich auf die „ganze bewohnte Erde“ erstreckt. Es erfordert auch eine Erweiterung der Zentrale und der Zweiggebäude, die in Verbindung mit der Beaufsichtigung des Werkes und dem Drucken und Verbreiten von Literatur für den Predigtdienst und für das persönliche Studium benötigt werden. Ebenso wie im ersten Jahrhundert wird dieses Werk unter der aktiven Führung Jesu Christi durchgeführt, der in übertragenem Sinne „inmitten der Leuchter“ oder Versammlungen ist. Er leitet sie durch gesalbte Aufseher, die er symbolisch „in seiner rechten Hand“ hält (Offenbarung 1:13, 16). Wie zur Zeit der ersten Christen bildet eine Gruppe dieser gesalbten Aufseher die sichtbare leitende Körperschaft der Versammlung Christi auf der Erde. Seine „rechte Hand“ angewandter Macht leitet diese treuen Männer in der Überwachung des Königreichswerkes.
Mit Hilfe des Geistes
12, 13. (a) Welche Frage erhebt sich angesichts der großen Mehrung? (b) Wie gebraucht Christus den Geist, um den Bedarf an Aufsehern unter seinen Jüngern auf der Erde zu decken?
12 Da die „anderen Schafe“ jetzt schon über drei Millionen zählen und in etwa 52 000 Versammlungen organisiert sind, ist es offensichtlich, daß der gesalbte Überrest Hilfe braucht, um sich der irdischen Habe des Herrn annehmen zu können. Weniger als 9 000 Personen einschließlich vieler Schwestern haben von den Gedächtnismahlsymbolen genommen, so daß es nicht einmal einen gesalbten Aufseher in jeder Versammlung gibt. Bedeutet das, daß sich Jesus Christus nicht um Versammlungen kümmert, in denen es keinen geistgezeugten „Engel“ oder ‘Stern’ gibt?
13 Auf keinen Fall! Wie wir im vorangegangenen Artikel gesehen haben, führte Christus seine Versammlung im ersten Jahrhundert aktiv mit Hilfe des heiligen Geistes. Heute gebraucht er die geistgezeugten Glieder der leitenden Körperschaft zur Ernennung von Aufsehern, die zu den „anderen Schafen“ gehören. Diese müssen wie gesalbte Älteste den Anforderungen entsprechen, die in Schriftstellen wie 1. Timotheus 3:1-7 und Titus 1:5-9 festgehalten sind. Die biblischen Bedingungen wurden unter der Leitung des heiligen Geistes niedergeschrieben. Empfehlungen und Ernennungen werden nach Gebet und unter der Leitung des heiligen Geistes vorgenommen. Auf die nichtgesalbten Ältesten trifft der Rat des Paulus ebenso zu wie auf die gesalbten: „Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher euch der heilige Geist zu Aufsehern ernannt hat“ (Apostelgeschichte 20:28).
14. (a) Wie erfüllt sich die Prophezeiung aus Jesaja 32:1, 2 bereits heute? (b) Inwiefern müssen sich alle Ältesten der „rechten Hand“ Christi unterwerfen?
14 In Zehntausenden von Versammlungen bedient sich also der gerechte regierende König Jesus Christus „anderer Schafe“ als „Fürsten“, um seine „Schafe“ in geistiger Hinsicht vor Wind, Regensturm und Dürre zu schützen (Jesaja 32:1, 2). Die Ältesten, ob sie nun zu den Gesalbten oder zu den „anderen Schafen“ gehören, sagen wie David im Gebet zu Jehova: „Dein Geist ist gut; er führe mich im Land der Geradheit“ (Psalm 143:10). Jehova hört ihre Gebete. Durch seinen Sohn gewährt er ihnen seinen Geist, und Jesus macht aktiv Gebrauch von diesem Mittel, um seine Jünger auf der Erde zu führen. Natürlich müssen sich alle Ältesten der „rechten Hand“ Christi unterwerfen, das heißt der Kontrolle, Führung und Leitung, die er mit Hilfe des Geistes und der geistgezeugten Glieder der leitenden Körperschaft ausübt.
Mit Hilfe der Engel
15. Welches andere Mittel steht Christus zur Verfügung, um seine Jünger auf der Erde aktiv zu führen?
15 Im vorhergehenden Artikel wurde erwähnt, daß im ersten Jahrhundert Engel gebraucht wurden, um die ersten Christen zu leiten, sie zu befreien und sie in ihrem Predigtwerk zu unterstützen. Wäre es logisch, anzunehmen, daß unser regierender König Jesus Christus keine Engel mehr gebraucht, um seine Jünger heute aktiv zu führen? Das wäre nicht nur unlogisch, sondern auch unbiblisch.
16, 17. Welche Beweise haben wir dafür, daß Christus bei der Ernte der „Söhne des Königreiches“ und der Einsammlung der „anderen Schafe“ Engel gebraucht?
16 Gemäß Jesu Gleichnis vom Weizen und Unkraut sollte die Erntezeit am „Abschluß des Systems der Dinge“ kommen, der 1914 begann. Während der Ernte sollten die „Söhne des Königreiches“ von den „Söhnen dessen, der böse ist“, getrennt werden. Wen würde der Meister zur Durchführung der Ernte benutzen? „Die Schnitter sind Engel.“ Jesus fügte hinzu: „Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Königreich alle Dinge herauslesen, die Anlaß zum Straucheln geben, und Personen, die gesetzlos handeln“ (Matthäus 13:37-41). Christus gebraucht Engel, um seine Brüder auf der Erde zu beschützen.
17 Wie steht es jedoch mit den „anderen Schafen“? Benutzt Christus Engel, um sie einzusammeln? Gewiß! In seinem Gleichnis von den Schafen und den Böcken heißt es: „Wenn der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen. Und alle Nationen werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen voneinander trennen, so wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken trennt“ (Matthäus 25:31, 32). In diesem Trennungswerk setzt Christus seine Engel ein. So, wie ein Engel die Schritte des Philippus zu dem äthiopischen Eunuchen lenkte, gebraucht Christus heute seine Engel, um die Schritte seiner Zeugen zu schafähnlichen Menschen zu lenken. Dafür gibt es eine Fülle von Beweisen. Viele Menschen haben es erlebt, daß, kurz nachdem sie um Hilfe gebetet hatten, ein Zeuge an ihre Tür klopfte (Apostelgeschichte 8:26, 27).
Völliges Vertrauen in Christi Leitung
18, 19. Aufgrund der Geschehnisse im ersten Jahrhundert können wir das Vertrauen haben, daß was der Fall ist?
18 Im ersten Jahrhundert erlaubten es die Umstände nicht immer, daß Christus die leitende Körperschaft in Jerusalem benutzte, um ein besonderes Problem zu lösen. Als Paulus im Norden Kleinasiens isoliert war und in Erfahrung bringen mußte, welches Neuland er als nächstes bearbeiten sollte, handelte Christus durch den Geist (Apostelgeschichte 16:6-10). Heute sind Jehovas Zeugen davon überzeugt, daß Brüder, die aufgrund von Verfolgung zeitweise von der leitenden Körperschaft abgeschnitten sind, immer noch unter Christi aktiver Führung stehen, und zwar durch den Geist und durch den Beistand der Engel.
19 Manche Entscheidungen, die die leitende Körperschaft zur Zeit der ersten Christen fällte, waren zum jeweiligen Zeitpunkt vielleicht schwer zu verstehen. Das war zweifellos der Fall, als Paulus nach Tarsus zurückgesandt wurde oder als er nach seiner dritten Missionsreise in den Tempel gehen sollte (Apostelgeschichte 9:30; 21:23-25). Doch in Wirklichkeit stand Christus hinter solchen Entscheidungen (Apostelgeschichte 22:17-21; 23:11). Wir können heute das Vertrauen haben, daß Christus mit allem, was er unter seinen Jüngern auf der Erde geschehen läßt, einen bestimmten Zweck verfolgt, so wie es im ersten Jahrhundert der Fall war.
20. Wovon sind wir überzeugt, und wozu sind wir entschlossen?
20 Wenn wir also in der Bibel lesen, daß Christus „das Haupt des Leibes, der Versammlung“, ist, sind wir davon überzeugt, daß er nicht lediglich dem Titel nach das Haupt ist (Kolosser 1:18). Wir wissen aus Erfahrung, daß er ein wirkliches, aktives Haupt ist. Wenn wir in der Apostelgeschichte lesen und sehen, wie Christus die Angelegenheiten unter den ersten Christen leitete, können wir erkennen, daß er heute dieselben Mittel gebraucht. Wir sehen Beweise dafür, daß Christus den heiligen Geist, die Engel und den „treuen und verständigen Sklaven“ mit seiner leitenden Körperschaft gebraucht, um geistig befähigte Älteste zu ernennen. Im Vertrauen auf Christi aktive Leitung der Dinge sind wir entschlossen, weiterhin ‘die Wahrheit zu reden und in allen Dingen durch Liebe in den hineinzuwachsen, der das Haupt ist, Christus’ (Epheser 4:15).
[Fußnoten]
a Eine vollständige Erklärung dieser sieben Botschaften und ihrer Anwendung findet man in dem Buch „Dann ist das Geheimnis Gottes vollendet“ (Kapitel 7 bis 14), herausgegeben von der Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft.
b Noch klarer dargelegt wurde dieser Punkt in der Wachtturm-Ausgabe vom 1. April 1972: „Der verherrlichte Herr Jesus Christus bezeichnete bestimmt nicht einen einzelnen Ältesten, Presbyter, Aufseher oder Hirten, sondern die ganze ‚Ältestenschaft‘ als den ‚Engel‘, der mit einem himmlischen Stern verglichen wurde. ... Die ‚Ältestenschaft‘ (oder das Presbyterium) in Ephesus sollte wie ein Stern wirken, indem sie das himmlische, geistige Licht in der Versammlung leuchten ließ, in der der heilige Geist sie mit dem Hirtenamt betraut hatte.“
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