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  • Der Schlüssel zur wahren Religion
    Der Wachtturm 1986 | 1. Juni
    • Der Schlüssel zur wahren Religion

      IM 20. Jahrhundert bekennen sich mehr Menschen zur christlichen Religion als zu irgendeiner anderen. Dennoch ist unser Jahrhundert das unruhigste der Geschichte. Wie läßt sich dieser Widerspruch erklären?

      Ein Grund besteht sicher darin, daß viele ihre Religion nicht ernst nehmen. Für sie ist das „Christentum“ nur eine Nebensächlichkeit, keine dominierende Kraft im Leben. Und von denjenigen, die ihre Religion ernst nehmen, werden viele widersprüchliche Glaubensansichten und sogar voneinander abweichende sittliche Maßstäbe vertreten. Hinzu kommen Unterschiede in nationaler, rassischer und wirtschaftlicher Hinsicht, die trennend wirken. Das ist aber noch nicht alles — „Christen“ haben einander nicht nur betrogen und verfolgt, sondern sich sogar in Kriegen gegenseitig hingeschlachtet. So wurden zum Beispiel die beiden größten Kriege der Geschichte im Grunde genommen zwischen „christlichen“ Nationen ausgefochten.

      Zu welcher Schlußfolgerung kommt man zwangsläufig? Entweder ist das Christentum nicht die wahre Religion, oder längst nicht alle sind Christen, die behaupten, es zu sein. Wie Jesus, der Stifter des Christentums, zeigte, trifft letzteres tatsächlich zu. Er sprach von Personen, die ihn mit „Herr, Herr“ anreden würden. Oder anders ausgedrückt: Sie würden behaupten, Christen zu sein und Jesus als ihren Herrn anzuerkennen. Außerdem wären sie eifrig damit beschäftigt, in seinem Namen scheinbar bedeutende Werke zu tun. Dennoch würde Jesus zu ihnen sagen: „Ich habe euch nie gekannt! Weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit“ (Matthäus 7:22, 23).

      Bestimmt möchte niemand von uns in diese Situation kommen. Aber wie können wir herausfinden, ob wir wahre Christen sind oder nicht? Gibt es so etwas wie einen Schlüssel zur wahren Religion?

      Der Schlüssel

      Ja, das ist der Fall. Zum Christentum gehört natürlich vieles. Der wahre Christ muß zum Beispiel einen starken Glauben an Gott haben, denn „ohne Glauben ... ist es unmöglich, ihm [Gott] wohlzugefallen“ (Hebräer 11:6). Er muß auch gerechte Werke vollbringen. Der Jünger Jakobus wies warnend darauf hin, daß „der Glaube ohne Werke tot“ ist (Jakobus 2:26). Und der Apostel Paulus betonte, daß der Christ „in aller Weisheit und in geistigem Verständnis mit der genauen Erkenntnis seines [Gottes] Willens erfüllt“ sein muß (Kolosser 1:9). Aber keines dieser Merkmale liefert den Schlüssel zum Christentum.

      Tatsache ist, daß jemand, der sowohl eine gute Bibelkenntnis als auch einen starken Glauben hat und darauf bedacht ist, gute Werke zu tun, trotzdem nicht unbedingt ein wahrer Christ sein muß. Wie ist das möglich? Paulus sagte: „Wenn ich mit Menschen- und Engelszungen rede, aber nicht Liebe habe, bin ich ein tönendes Stück Erz oder eine schallende Zimbel geworden. Und wenn ich die Gabe des Prophezeiens habe und mit allen heiligen Geheimnissen und aller Erkenntnis vertraut bin und wenn ich allen Glauben habe, um Berge zu versetzen, aber nicht Liebe habe, so bin ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe austeile, um andere zu speisen, und wenn ich meinen Leib hingebe, um mich zu rühmen, aber nicht Liebe habe, so nützt es mir nichts“ (1. Korinther 13:1-3).

      Ja, der Schlüssel, den man benötigt, um die wahre Religion zu erkennen, ist die Einsicht, daß sie auf echte Liebe gegründet sein muß. Glauben, gute Werke und genaue Erkenntnis sind wichtig, ja unerläßlich. Doch diese nützen uns wenig, wenn wir es an Liebe fehlen lassen. Warum? Wie kommt es, daß die Liebe von solch überragender Bedeutung ist?

  • Hast du den Schlüssel gefunden?
    Der Wachtturm 1986 | 1. Juni
    • Hast du den Schlüssel gefunden?

      WARUM ist die Liebe für Christen so wichtig? Das hat mit dem Gott zu tun, den sie anbeten. Der Apostel Johannes sagte, daß „Gott Liebe ist“ (1. Johannes 4:8). Geradeso, wie viele Eltern hoffen, daß ihre Kinder ihrem Beispiel folgen, so wünscht auch Jehova, daß Christen sich bemühen, wie er zu sein. Der Apostel Paulus fordert uns daher auf: „Werdet Nachahmer Gottes als geliebte Kinder, und wandelt weiterhin in der Liebe“ (Epheser 5:1, 2).

      Die Liebe hält außerdem die anderen christlichen Eigenschaften im Gleichgewicht. In den Tagen Jesu waren die Juden — vor allem ihre Führer — eifrige Erforscher der Bibel. Beachte jedoch, was Jesus zu ihnen sagte: „Ihr erforscht die Schriften, weil ihr denkt, daß ihr durch sie ewiges Leben haben werdet; ... aber ich weiß wohl, daß ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt“ (Johannes 5:39, 42; Lukas 11:42). Hätten sie so viel Liebe wie Erkenntnis gehabt, dann hätten sie Jesus nicht als Messias abgelehnt. Aber so ließen sich die meisten von ihnen die Gelegenheit entgehen, zu den ersten Gliedern der Christenversammlung zu gehören.

      Denke auch einmal an die Konquistadoren, die ihre katholische Religion in die Neue Welt trugen. Sie müssen angesichts dessen, was sie erreichten, einen starken Glauben und glühenden Eifer gehabt haben. Aber offensichtlich fehlte es ihnen an Liebe. Denn wie wäre es sonst zu erklären, daß sie die amerikanischen Ureinwohner ausraubten, quälten, vergewaltigten, ja sogar töteten?

      Die Liebe nimmt somit unter den christlichen Eigenschaften eine Schlüsselstellung ein. Wem gegenüber sollte diese Liebe zum Ausdruck gebracht werden? Jesus sagte: „‚Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘“ (Matthäus 22:37-39).

      Die christliche Liebe geht sogar noch weiter. Jesus gebot nämlich auch folgendes: „Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen, damit ihr euch als Söhne eures Vaters erweist, der in den Himmeln ist, da er seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen läßt“ (Matthäus 5:44, 45). Mit anderen Worten: Die Liebe eines Christen schließt fast jeden ein! Was bedeutet das jedoch in der Praxis?

      Wenn wir Gott wirklich lieben

      Um Gott wirklich lieben zu können, müssen wir ihn genau kennenlernen. Er selbst hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, indem er uns die Bibel zur Verfügung gestellt hat. Und dieses Buch ist eigentlich ein Brief von ihm an uns. Die meisten werden einen Brief von einem geliebten Menschen sofort bei Erhalt lesen, ganz gleich, wie beschäftigt sie gerade sind. Sollte es sich mit der Bibel anders verhalten? Natürlich nicht. Es stimmt zwar, daß das Leben heute voller Ablenkungen ist und daß die meisten das Fernsehen dem aufmerksamen Lesen offenbar vorziehen. Wahre Christen lassen sich jedoch dadurch nicht vom Lesen des Wortes Gottes abhalten. Sie gleichen dem Psalmisten, der schrieb: „Meine Seele hat deine Mahnungen [die in der Bibel stehen] eingehalten, und ich liebe sie überaus“ (Psalm 119:167).

      Gott teilt uns in der Bibel mit, wie wir handeln sollten. So, wie Eltern für ihre Kinder Regeln in bezug auf das Benehmen aufstellen, hat auch Gott Maßstäbe festgesetzt, an die wir uns halten müssen; es sind unumstößliche Maßstäbe. In der Bibel heißt es beispielsweise: „Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Männer, die für unnatürliche Zwecke gehalten werden, noch Männer, die bei männlichen Personen liegen, noch Diebe, noch Habgierige, noch Trunkenbolde, noch Schmäher, noch Erpresser werden Gottes Königreich ererben“ (1. Korinther 6:9, 10). Das ist eine ziemlich lange Liste. Aber wer Gott wirklich liebt, wird dem Gesagten sicher gern Beachtung schenken. Warum? Weil, wie der Apostel Johannes zeigte, „darin ... die Liebe zu Gott [besteht], daß wir seine Gebote halten“ (1. Johannes 5:3).

      Leider werden heute viele der in der Bibel verurteilten Praktiken mehr und mehr akzeptiert, selbst unter „Christen“. In einem Artikel, der von einer protestantischen Glaubensgemeinschaft in Kanada veröffentlicht wurde, empfahl man, die Zulassung von Homosexuellen als Geistliche zu erwägen, und behauptete, gegen außerehelichen Sex sei unter bestimmten Voraussetzungen nichts einzuwenden. Auch vertrat man die Ansicht, eheliche Treue schließe Ehebruch nicht unbedingt aus. Die Verfasser dieses Artikels wollten zweifellos tolerant erscheinen und ihr Interesse an anderen herausstellen. Bewiesen sie aber Liebe zu Gott oder zu denen, die dadurch zu solch unmoralischen Praktiken ermuntert wurden? Wohl kaum, denn Paulus zeigte, daß diejenigen, die solche Dinge tun, Gottes Königreich nicht ererben werden. Wieviel liebevoller ist es doch, unerschütterlich an Gottes Maßstäben festzuhalten und Schwachen zu helfen, dasselbe zu tun, statt sie auf eine gefühlsbetonte Weise zu ermuntern, einen leichteren Weg zu wählen, der aber schließlich in die Vernichtung führt.

      Sich gedrängt fühlen, mit anderen darüber zu sprechen

      Aus der Bibel erfahren wir auch, welch wunderbare Dinge Gott für die Menschheit vorgesehen hat. Er hat, wie uns gezeigt wird, „die Welt [so sehr] geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“ (Johannes 3:16). Durch die Bibel lernen wir ebenfalls den Vorsatz Jehovas kennen, die Erde von Bosheit zu reinigen und durch sein messianisches Königreich ein friedliches, paradiesisches System der Dinge herbeizuführen (Matthäus 6:9, 10; Offenbarung 21:3, 4). So wird in der Bibel zum Beispiel verheißen: „Nur noch eine kleine Weile, und der Böse wird nicht mehr sein ... Die Sanftmütigen aber werden die Erde besitzen, und sie werden wirklich ihre Wonne haben an der Fülle des Friedens“ (Psalm 37:10, 11).

      Die Botschaft der Bibel ist tatsächlich genau das, was die Menschen heute benötigen. Es stimmt daher traurig, wenn man liest, daß sich in ärmeren Ländern Missionare der Christenheit wegen der dort herrschenden Armut und Ungerechtigkeit politisch betätigen und sogar Revolutionen aktiv unterstützen. Durch Revolutionen können die Probleme dieser Länder aber nicht gelöst werden. Haben solche Missionare wirklich Liebe zu Gott? Wenn ja, würden sie dann nicht Glauben an seine Verheißungen bekunden und als Hirten die Herde auf sein Königreich hinweisen? Hirten, die ihre Herde wirklich lieben, würden den Gliedern der Herde bestimmt zeigen, wie Gehorsam gegenüber Gottes Gesetz schon heute eine Hilfe sein kann, statt sie aufzufordern, politische Programme zu unterstützen, was nur zur Enttäuschung führt.

      Die Botschaft der Bibel ist so wunderbar, daß kein liebevoller Mensch sie für sich behalten kann. Liebe treibt daher wahre Christen an, anderen von dem zu erzählen, was sie wissen. In der Christenheit überläßt man die Aufgabe, mit anderen über die Bibel zu sprechen, zumeist einer kleinen, bezahlten Gruppe von Akademikern — der Geistlichkeit. Das hat jedoch schlechte Ergebnisse gezeitigt. Ein lutherischer Pfarrer gab in der Zeitschrift Christianity Today zu: „Heute ist die Kirche so schwach, weil entweder die Geistlichen es unterlassen haben, die Gläubigen zu schulen, dasselbe Werk zu tun wie sie, oder weil sich die Gläubigen an einem solchen Dienst nicht beteiligen, da sie seine Notwendigkeit nicht erkennen.“

      Wahre Christen erkennen jedoch die Notwendigkeit eines solchen Dienstes, und sie beteiligen sich daran. Sie nehmen die Worte des Apostels Paulus ernst: „Laßt uns an der öffentlichen Erklärung unserer Hoffnung ohne Wanken festhalten, denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat“ (Hebräer 10:23). Sie haben denselben Beweggrund wie eine Gruppe von Christen im ersten Jahrhundert, die der Apostel Paulus mit den Worten lobte: „Die letzteren machen den Christus aus Liebe öffentlich bekannt“ (Philipper 1:16).

      Liebe zu Mitchristen

      Ja, die Liebe ist das Erkennungsmerkmal des wahren Christentums, weil sie jeden Aspekt im Leben wahrer Christen berührt. Sie unterscheiden sich daher sehr von den anderen Menschen. Warum? Der Apostel Johannes sagte: „Die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“ (1. Johannes 5:19). Dieser Böse ist Satan, der Teufel, und die Welt spiegelt seine Wertvorstellungen in vielem, was sie tut, wider. Man erkennt den satanischen Einfluß daran, daß Unehrlichkeit, Unmoral, Ungerechtigkeit, Rassenhaß und wirtschaftliche Ungerechtigkeit heute überhandnehmen. Ein Christ, der einen liebevollen Gott anbetet und ihn nachahmt, indem er Liebe entwickelt, muß anders sein!

      Das ist jedoch nicht leicht, wenn man auf sich allein gestellt ist. Daher werden wir in der Bibel aufgefordert, uns mit solchen zu verbinden, die ebenfalls Wertschätzung für die Liebe haben. Auf diese Weise können sich Christen gegenseitig helfen. Der Apostel Paulus schrieb folgende ermunternde Worte: „Laßt uns aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken, indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben ... [und] einander ermuntern“ (Hebräer 10:23-25).

      Wenn du dich angespornt fühlst, dies in die Tat umzusetzen, dann sind Jehovas Zeugen gern bereit, dich mit Menschen bekannt zu machen, die entschlossen sind, in ihrem Leben göttliche Liebe zu bekunden. Bestimmt gibt es auch dort, wo du wohnst, eine Gruppe solcher Menschen, auf denen der Geist Gottes ruht, denn dieser Geist ist letztlich die Quelle echter christlicher Liebe. „Die Frucht des Geistes [ist] Liebe“ (Galater 5:22). Wenn du dich mit Jehovas Zeugen verbindest, wirst du der Aufforderung des Apostels Petrus nachkommen können: „Habt Liebe zur ganzen Bruderschaft“ (1. Petrus 2:17).

      Wie tragisch wäre es doch, zu denen zu gehören, die zwar unentwegt versuchen, Gott zu dienen, dann aber von Jesus die verhängnisvollen Worte zu hören bekommen: „Ich habe euch nie gekannt! Weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit.“ (Matthäus 7:23)! Wenn wir Liebe entwickeln, die das Erkennungsmerkmal des wahren Christentums ist, wird uns das nicht widerfahren. Liebe wird uns antreiben, die Bibel zu lesen, gemäß ihren Maßstäben zu leben, mit wahren Christen Gemeinschaft zu pflegen und mit anderen über die Botschaft der Bibel zu sprechen. Ja, die Liebe wird uns antreiben, das zu tun, was Gott von uns verlangt. Und Gottes Verheißungen werden sich, wie Jesus erklärte, nur an dem erfüllen, der „den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist“. Der Apostel Johannes fügte hinzu: „Wer ... den Willen Gottes tut, bleibt immerdar“ (Matthäus 7:21; 1. Johannes 2:17).

      Ja, entwickle Liebe. Möge sie dich antreiben, Gottes Willen zu tun. Auf diese Weise wirst du dich als ein wahrer Christ erweisen, denn Jesus sagte: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“ (Johannes 13:35). Dann wirst auch du dich der ewigen Belohnung erfreuen können, die Gott denen verheißen hat, die ihn lieben.

      [Bild auf Seite 7]

      Entwickle Liebe

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