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  • Eine Rückkehr zu dem wahren Gott
    Die Suche der Menschheit nach Gott
    • Kapitel 15

      Eine Rückkehr zu dem wahren Gott

      „Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe, daß auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“ (Johannes 13:34, 35).

      1, 2. Wie sollte sich die Liebe unter wahren Christen auswirken?

      MIT diesen Worten stellte Jesus ein Kriterium für alle auf, die den Anspruch erheben, seine wahren Nachfolger zu sein. Christliche Liebe müßte über alle Spaltungen zufolge von Rasse, Stammeszugehörigkeit und Nationalität hinausgehen. Es wäre nötig, daß wahre Christen, wenn sie eine solche Liebe ausleben, „kein Teil der Welt“ sind, so wie Jesus „kein Teil der Welt“ war und ist (Johannes 17:14, 16; Römer 12:17-21).

      2 Wie zeigt ein Christ, daß er „kein Teil der Welt“ ist? Wie sollte er beispielsweise angesichts der politischen Unruhen, der Revolutionen und der Kriege in unserer Zeit handeln? Der christliche Apostel Johannes schrieb: „Jeder, der nicht Gerechtigkeit übt, stammt nicht von Gott noch der, der seinen Bruder nicht liebt. Denn das ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt, daß wir einander lieben sollten.“ Und Jesus selbst erklärte, warum seine Jünger nicht kämpften, um ihn zu befreien, denn er sagte: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft ... Nun aber ist mein Königreich nicht von daher.“ Sogar als Jesu Leben auf dem Spiel stand, ließen sich seine Gehilfen nicht darauf ein, die Differenzen wie die Welt auf kriegerische Weise beizulegen (1. Johannes 3:10-12; Johannes 18:36).

      3, 4. (a) Was prophezeite Jesaja in bezug auf den „Schlußteil der Tage“? (b) Welche Fragen bedürfen einer Antwort?

      3 Über 700 Jahre vor Christus prophezeite Jesaja, daß sich Angehörige aller Nationen zur wahren Anbetung Jehovas versammeln und den Krieg nicht mehr lernen würden. Er sagte: „Und es soll geschehen im Schlußteil der Tage, daß der Berg des Hauses Jehovas fest gegründet werden wird über dem Gipfel der Berge, ... und zu ihm sollen alle Nationen strömen. Und viele Völker werden bestimmt hingehen und sagen: ‚Kommt, und laßt uns zum Berg Jehovas hinaufziehen, zum Haus des Gottes Jakobs; und er wird uns über seine Wege unterweisen, und wir wollen auf seinen Pfaden wandeln.‘ Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort Jehovas von Jerusalem. Und er wird gewiß Recht sprechen unter den Nationen und die Dinge richtigstellen hinsichtlich vieler Völker. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden müssen und ihre Speere zu Winzermessern. Nation wird nicht gegen Nation das Schwert erheben, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen“a (Jesaja 2:2-4).

      4 Welche der Religionen der Welt hat diesen Anforderungen auf herausragende Weise entsprochen? Wer hat sich geweigert, das Kriegshandwerk zu erlernen, obwohl man sie mit Gefängnis bestraft, in Konzentrationslager geschickt und zum Tode verurteilt hat?

      Christliche Liebe und Neutralität

      5. Welchen Ruf in bezug auf die christliche Neutralität haben sich Jehovas Zeugen als einzelne erworben, und warum haben sie so gehandelt?

      5 Jehovas Zeugen sind weltweit dafür bekannt, daß sie gemäß ihrer persönlichen Gewissensentscheidung für die christliche Neutralität Stellung beziehen. Da sie ihre Liebe und Einheit, die sie als weltweite Versammlung von Christen haben, die sich zu Gott hingezogen fühlen, nicht aufgeben wollen, haben sie in unserem Jahrhundert Gefängnisse, Konzentrationslager, Folter und Verfolgung erduldet, und aus einigen Ländern hat man sie ausgewiesen. Im nationalsozialistischen Deutschland fanden zwischen 1933 und 1945 etwa eintausend Zeugen Jehovas den Tod, und Tausende wurden eingesperrt, weil sie es ablehnten, Hitlers Krieg zu unterstützen. Auch im faschistischen Spanien unter Franco kamen Hunderte von jungen Zeugen ins Gefängnis, und viele verbrachten Jahre — im Durchschnitt zehn Jahre — in Militärgefängnissen, statt das Kriegshandwerk zu lernen. Bis auf den heutigen Tag schmachten viele junge Zeugen Jehovas in mehreren Ländern wegen ihrer christlich neutralen Haltung im Gefängnis. Jehovas Zeugen behindern jedoch nicht die militärischen Programme der Regierungen. Die unerschütterliche christliche Neutralität in politischen Angelegenheiten ist eines der unveränderlichen Merkmale ihrer Glaubensansichten in allen Konflikten und Kriegen des 20. Jahrhunderts gewesen. Das kennzeichnet sie als wahre Nachfolger Christi und unterscheidet sie von den Kirchen der Christenheit (Johannes 17:16; 2. Korinther 10:3-5).

      6, 7. Was haben Jehovas Zeugen hinsichtlich des Christentums verstanden?

      6 Jehovas Zeugen zeigen, daß sie den wahren Gott, Jehova, anbeten, indem sie sich an die Bibel und an das Beispiel Jesu halten. Sie haben die Liebe Gottes, die durch das Leben und Opfer Jesu zum Ausdruck kommt, kennengelernt. Nach ihrem Verständnis führt wahre christliche Liebe zu einer unzertrennlichen weltweiten Bruderschaft — über politische, rassische und nationale Grenzen hinweg. Mit anderen Worten, das Christentum ist mehr als international — es ist supranational; es überschreitet nationale Grenzen, Zuständigkeiten oder Interessen. Es betrachtet das Menschengeschlecht als eine Familie, die einen gemeinsamen Vorfahren hat und einen gemeinsamen Schöpfer, Jehova Gott (Apostelgeschichte 17:24-28; Kolosser 3:9-11).

      7 Während fast alle anderen Religionen in Kriege verstrickt waren — in Bruderkriege und Massenvernichtungskriege —, haben Jehovas Zeugen bewiesen, daß sie sich die zuvor zitierte Prophezeiung aus Jesaja 2:4 zu Herzen nehmen. Man könnte jedoch innehalten und sich fragen: Woher kommen Jehovas Zeugen eigentlich? Wie sind sie organisatorisch aufgebaut?

      Gottes lange Reihe von Zeugen

      8, 9. Welche Einladung hat Gott an die Menschheit ergehen lassen?

      8 Vor über 2 700 Jahren sprach der Prophet Jesaja auch die Einladung aus: „Sucht Jehova, während er sich finden läßt. Ruft ihn an, während er sich als nahe erweist. Der Böse verlasse seinen Weg und der schadenstiftende Mann seine Gedanken; und er kehre um zu Jehova, der sich seiner erbarmen wird, und zu unserem Gott, denn er wird in großem Maße vergeben“ (Jesaja 55:6, 7).

      9 Jahrhunderte später erklärte der christliche Apostel Paulus gegenüber Griechen in Athen, die „der Furcht vor [mythischen] Gottheiten hingegeben zu sein“ schienen: „[Gott] hat aus e i n e m Menschen jede Nation der Menschen gemacht, damit sie auf der ganzen Erdoberfläche wohnen, und er verordnete die bestimmten Zeiten und die festgesetzten Wohngrenzen der Menschen, damit sie Gott suchen, ob sie ihn wohl tastend fühlen und wirklich finden mögen, obwohl er tatsächlich einem jeden von uns nicht fern ist“ (Apostelgeschichte 17:22-28).

      10. Wieso wissen wir, daß Gott Adam und Eva und ihren Kindern nicht fern war?

      10 Bestimmt ist Gott den ersten Menschengeschöpfen Adam und Eva nicht fern gewesen. Er redete mit ihnen und vermittelte ihnen seine Gebote und Wünsche. Außerdem verbarg sich Gott nicht vor ihren Söhnen Kain und Abel. Er wies den haßerfüllten Kain zurecht, als er wegen des Opfers neidisch war, das Abel Gott dargebracht hatte. Kain erwies sich indes als eifersüchtig, als religiös intolerant und ermordete seinen Bruder Abel, statt seine Form der Anbetung zu ändern (1. Mose 2:15-17; 3:8-24; 4:1-16).

      11. (a) Was bedeutet das Wort „Märtyrer“? (b) Wie wurde Abel der erste Märtyrer?

      11 Weil Abel Gott treu war bis in den Tod, wurde er der erste Märtyrer.b Er war auch der erste Zeuge Jehovas und der Vorläufer einer langen, die gesamte Geschichte durchziehenden Reihe von Zeugen, die ihre Lauterkeit bewahrten. Daher konnte Paulus sagen: „Durch Glauben brachte Abel Gott ein wertvolleres Opfer dar als Kain, durch welchen Glauben er das Zeugnis erlangte, daß er gerecht war, indem Gott Zeugnis gab hinsichtlich seiner Gaben; und durch ihn redet er noch, obwohl er gestorben ist“ (Hebräer 11:4).

      12. Wer gehört noch zu den Beispielen für treue Zeugen Jehovas?

      12 In demselben Brief an die Hebräer zählt Paulus eine ganze Reihe von treuen Männern und Frauen auf, wie z. B. Noah, Abraham, Sara und Moses, die durch ihre Bewahrung der Lauterkeit schließlich eine ‘große Wolke von Zeugen’ (griechisch: martýrōn) bildeten und für andere, die den wahren Gott kennenlernen und ihm dienen möchten, ermunternde Vorbilder wurden. Sie waren Männer und Frauen, die ein enges Verhältnis zu Jehova Gott hatten. Sie hatten ihn gesucht und auch gefunden (Hebräer 11:1 bis 12:1).

      13. (a) Warum ist Jesus ein herausragender Beweis für die Liebe Gottes? (b) Auf welche besondere Weise ist Jesus ein Beispiel für seine Nachfolger?

      13 Unter diesen Zeugen ragt einer heraus, der in der Offenbarung wie folgt beschrieben wird: „Jesus Christus, ... ‚Der treue Zeuge‘ “. Jesus ist ein weiterer klarer Beweis für die Liebe Gottes, denn Johannes schrieb: „Wir selbst [haben] gesehen und legen Zeugnis davon ab, daß der Vater seinen Sohn als Retter der Welt ausgesandt hat. Wer immer das Bekenntnis ablegt, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist, mit dem bleibt Gott in Gemeinschaft und er in Gemeinschaft mit Gott. Und wir selbst haben die Liebe, die Gott in unserem Fall hat, kennengelernt und an sie geglaubt.“ Jesus — ein gebürtiger Jude — war ein wahrer Zeuge; er starb in Treue zu seinem Vater, Jehova, den Märtyrertod. In den Jahrhunderten danach waren alle seine echten Nachfolger sowohl Zeugen Christi als auch des wahren Gottes, Jehova (Offenbarung 1:5; 3:14; 1. Johannes 4:14-16; Jesaja 43:10-12; Matthäus 28:19, 20; Apostelgeschichte 1:8).

      14. Welche Frage bedarf jetzt einer Antwort?

      14 Aus Jesajas Prophezeiung ging hervor, daß der „Schlußteil der Tage“ oder die „letzten Tage“, wie es in anderen Teilen der Bibel heißt, durch eine Rückkehr zu dem wahren Gott, Jehova, gekennzeichnet seien.c Angesichts der religiösen Vielfalt und Verwirrung, auf die das vorliegende Buch eingeht, erhebt sich die Frage: Wer hat in den letzten Tagen, in denen wir leben, wirklich nach dem wahren Gott gesucht und ihn „mit Geist und Wahrheit“ angebetet? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns zuerst den Ereignissen des 19. Jahrhunderts zuwenden (Jesaja 2:2-4; 2. Timotheus 3:1-5; Johannes 4:23, 24).

      Ein junger Mann auf der Suche nach Gott

      15. (a) Wer war Charles Taze Russell? (b) Welche religiösen Zweifel hatte er unter anderem?

      15 Im Jahre 1870 begann ein eifriger junger Mann, Charles Taze Russell (1852—1916), viele Fragen über die traditionellen Lehren der Christenheit zu stellen. In seiner Jugend war er in dem Herrenbekleidungsgeschäft tätig, das sein Vater in der geschäftigen Industriestadt Allegheny (heute zu Pittsburgh gehörend), Pennsylvanien (USA), führte. Seine religiöse Vergangenheit war durch den Glauben der Presbyterianer und der Kongregationalisten geprägt. Er war jedoch verwirrt von den Lehren über die Vorherbestimmung und die ewige Qual in der Feuerhölle. Aus welchen Gründen zweifelte er einige dieser Grundlehren der Religionen der Christenheit an? Er schrieb: „Ein Gott, der seine Macht dazu gebrauchen würde, menschliche Wesen zu erschaffen, von denen er wußte, ja die er im voraus dazu bestimmte, daß sie ewig gequält werden sollten, konnte weder weise noch gerecht oder liebevoll sein. Der Maßstab seines Handelns wäre niedriger als der vieler Menschen“ (Jeremia 7:31; 19:5; 32:35; 1. Johannes 4:8, 9).

      16, 17. (a) An welchen Lehren war Russells Kreis zur Erforschung der Bibel interessiert? (b) Welche größere Meinungsverschiedenheit kam auf, und wie antwortete Russell?

      16 Russell war noch keine zwanzig, als er mit anderen jungen Männern einen Kreis zur Erforschung der Bibel gründete, der wöchentlich zusammenkam. Die Angehörigen jenes Kreises begannen damit, die Lehren der Bibel über weitere Themen zu untersuchen, wie z. B. die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele sowie von Christi Loskaufsopfer und seinem zweiten Kommen. 1877 verkaufte Russell im Alter von 25 Jahren seine Anteile an dem gutgehenden Geschäft seines Vaters und wurde Vollzeitprediger.

      17 Im Jahre 1878 kam es zwischen Russell und einem seiner Mitarbeiter zu einer größeren Meinungsverschiedenheit, weil dieser die Lehre verworfen hatte, daß Christi Tod ein Sühnopfer für Sünder sei. In seiner Widerlegung schrieb Russell: „Christus vollbrachte durch seinen Tod und seine Auferstehung verschiedene gute Dinge für uns. Er erlitt an unserer Stelle den Tod; er starb als der Gerechte für die Ungerechten — alle waren ungerecht. Jesus Christus schmeckte durch die Gnade Gottes für jedermann den Tod. ... Er wurde der Urheber der ewigen Rettung für alle, die ihm gehorchen.“ Er fuhr fort: „Erlösen heißt zurückkaufen. Was kaufte Christus für alle Menschen zurück? Leben. Wir verloren es durch den Ungehorsam des ersten Adam. Der zweite Adam [Christus] kaufte es mit seinem eigenen Leben zurück“ (Markus 10:45; Römer 5:7, 8; 1. Johannes 2:2; 4:9, 10).

      18. (a) Wozu führte die Meinungsverschiedenheit hinsichtlich des Lösegeldes? (b) Wie verfuhren die Bibelforscher in bezug auf Spenden?

      18 Da Russell schon immer ein eiserner Verfechter der Lehre vom Lösegeld gewesen war, brach er alle Verbindungen zu seinem früheren Mitarbeiter ab. Im Juli 1879 begann Russell mit der Herausgabe der Zeitschrift Zion’s Watch Tower and Herald of Christ’s Presence — heute weltweit bekannt als Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich. Im Jahre 1881 gründete er zusammen mit anderen ergebenen Christen eine gemeinnützige Bibelgesellschaft. Sie wurde Zion’s Watch Tower Tract Society genannt, die heute als die Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania bekannt ist, das gesetzliche Werkzeug, dessen sich Jehovas Zeugen bedienen. Von Anfang an bestand Russell darauf, daß bei den Zusammenkünften der Versammlung keine Kollekte durchgeführt und auch in den Veröffentlichungen der Watch Tower Society nicht um Spenden gebeten wird. Diejenigen, die sich Russell anschlossen, um ein tiefgehendes Bibelstudium zu betreiben, wurden einfach Bibelforscher genannt.

      Eine Rückkehr zur Wahrheit der Bibel

      19. Welche Lehren der Christenheit verwarfen die Bibelforscher?

      19 Als Folge ihres Bibelstudiums verwarfen Russell und seine Mitverbundenen schließlich die Lehre der Christenheit von einer geheimen „Heiligsten Dreifaltigkeit“, die Lehre von einer dem Menschen innewohnenden unsterblichen Seele und die Lehre von einer ewigen Qual im Höllenfeuer. Sie verwarfen auch die Notwendigkeit einer besonderen, akademisch gebildeten Geistlichkeit. Sie wollten zu den einfachen Anfängen des Christentums zurückkehren — damals wurden die Versammlungen von geistig befähigten Ältesten geleitet, die nicht an ein Gehalt oder an eine Entlohnung dachten (1. Timotheus 3:1-7; Titus 1:5-9).

      20. Was erkannten jene Bibelforscher hinsichtlich der parousía Christi und des Jahres 1914?

      20 Bei ihrer Untersuchung des Wortes Gottes waren jene Bibelforscher stark an den Prophezeiungen der Christlichen Griechischen Schriften interessiert, die mit dem „Ende der Welt“ und dem „Kommen“ Christi zu tun hatten (Matthäus 24:3, Lu). Als sie sich dem griechischen Text zuwandten, fiel ihnen auf, daß Christi „Kommen“ in Wirklichkeit eine „parousía“ oder unsichtbare Gegenwart war. Demnach hatte Christus seine Jünger nicht über Beweise für ein künftiges sichtbares Kommen unterrichtet, sondern für seine unsichtbare Gegenwart in der Zeit des Endes. Bei diesem Studium waren die Bibelforscher auch sehr daran interessiert, die Chronologie der Bibel in bezug auf Christi Gegenwart zu verstehen. Ohne alle Einzelheiten verstanden zu haben, erkannten Russell und seine Mitverbundenen, daß 1914 ein entscheidendes Datum in der Menschheitsgeschichte sein würde (Matthäus 24:3-22; Lukas 21:7-33, Int).

      21. Welche Verantwortung empfanden Russell und seine Mitgläubigen?

      21 Russell wußte, daß ein großes Predigtwerk verrichtet werden mußte. Er war sich der Worte Jesu aus Matthäus bewußt, die lauten: „Und diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:14; Markus 13:10). In bezug auf die Tätigkeit herrschte bei jenen Bibelforschern vor 1914 ein Dringlichkeitsgefühl vor. Sie glaubten, daß ihre Predigttätigkeit in jenem Jahr einen Höhepunkt erreichen werde, und deshalb fühlten sie sich gedrängt, alles zu unternehmen, um anderen zu helfen, „diese gute Botschaft vom Königreich“ kennenzulernen. Schließlich wurden C. T. Russells biblische Predigten in Tausenden von Zeitungen rund um den Globus veröffentlicht.

  • Eine Rückkehr zu dem wahren Gott
    Die Suche der Menschheit nach Gott
    • [Kasten auf Seite 347]

      Christliche Neutralität im heidnischen Rom

      In Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Liebe und des Friedens, die Jesus lehrte, und gestützt auf das persönliche Studium des Wortes Gottes, beteiligten sich die frühen Christen nicht an Kriegen oder an der dazugehörigen Ausbildung. Jesus hatte gesagt: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Königreich nicht von daher“ (Johannes 18:36).

      Noch im Jahre 295 u. Z. geschah folgendes: Maximilianus von Theveste, der Sohn eines römischen Veteranen, wurde zum Heeresdienst einberufen. Als der Prokonsul ihn nach seinem Namen fragte, antwortete er: „Warum willst du denn meinen Namen wissen? Ich darf nicht im Heere dienen, weil ich Christ bin. ... Ich kann nicht dienen, ich kann nicht sündigen gegen mein Gewissen.“ Der Prokonsul machte ihn darauf aufmerksam, daß er sein Leben verlieren würde, wenn er nicht gehorche. „Ich diene nicht; du kannst mich enthaupten lassen, aber ich will nicht den Herren dieser Welt dienen, sondern meinem Gott“ (Arnold J. Toynbee, Wie stehen wir zur Religion?).

      In der Neuzeit sind die einzelnen Zeugen Jehovas aufgrund ihres persönlichen Studiums der Bibel der Stimme ihres Gewissens gefolgt und haben den gleichen Standpunkt eingenommen. In manchen Ländern haben viele mit dem Leben dafür bezahlt, vor allem im nationalsozialistischen Deutschland, wo sie während des Zweiten Weltkriegs erschossen, erhängt oder enthauptet wurden. Aber ihre weltweite Einheit, die auf christlicher Liebe beruht, ist nie gebrochen worden. In keinem Krieg ist je jemand durch die Hand eines christlichen Zeugen Jehovas gestorben. Wie anders die Weltgeschichte hätte verlaufen können, wenn jeder, der sich als Christ bezeichnete, nach dem christlichen Gebot der Liebe gelebt hätte! (Römer 13:8-10; 1. Petrus 5:8, 9).

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