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Stolz darauf, ein Christ zu seinDer Wachtturm 2005 | 15. Februar
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Stolz darauf, ein Christ zu sein
„Wer sich rühmt, rühme sich in Jehova“ (1. KORINTHER 1:31).
1. Wohin tendiert die Einstellung der Menschen zur Religion ganz offensichtlich?
„APATHEISMUS“. Mit diesem Wort bezeichnete kürzlich ein Religionskommentator die Glaubenshaltung vieler Menschen. Er erklärte: „Das Größte, was die heutige Religion hervorgebracht hat, ist gar nicht als Religion zu bezeichnen, sondern treffender als ‚Apatheismus‘.“ In seinen weiteren Ausführungen definierte er Apatheismus als „Abneigung, sich allzu sehr mit der eigenen Religion zu befassen“. Wie er sagte, glauben schon viele an Gott, „nur ist er ihnen einfach gleichgültig“.
2. (a) Warum war es zu erwarten, dass die Menschen gegenüber Religion gleichgültig werden? (b) Warum ist Apathie für wahre Christen gefährlich?
2 Das Abgleiten in die Apathie überrascht Bibelkundige keineswegs (Lukas 18:8). Ein solches Desinteresse an der Religion im Allgemeinen war zu erwarten. Zu lange haben falsche Religionen die Menschen ge- und enttäuscht (Offenbarung 17:15, 16). Für wahre Christen sind die weit verbreitete Halbherzigkeit und Unlust allerdings nicht ganz ungefährlich. Was unseren Glauben betrifft, dürfen wir die Zügel nicht schleifen lassen und dürfen den Eifer im Dienst für Gott und die Begeisterung für die biblische Wahrheit nicht verlieren. Jesus missbilligte im ersten Jahrhundert die Lauheit der Christen in Laodicea, als er sagte: ‘Du bist weder kalt noch heiß. Ich wünschte, du wärst kalt oder heiß. Du bist lau’ (Offenbarung 3:15-18).
Erkenne, wer du bist
3. Worauf können Christen im Einzelnen stolz sein, was ihre Identität betrifft?
3 Ein Christ muss genau wissen, wer er ist, und er darf auf seine Identität angemessen stolz sein. Erst dann vermag er auch gegen geistige Apathie anzukämpfen. In der Bibel ist nachzulesen, wer wir als Diener Jehovas und Jünger Christi sind. Wir sind „Zeugen“ Jehovas und „Gottes Mitarbeiter“, denn wir überbringen anderen fleißig die „gute Botschaft“ (Jesaja 43:10; 1. Korinther 3:9; Matthäus 24:14). Wir sind Menschen, die ‘einander lieben’ (Johannes 13:34). Wahre Christen sind Personen, „die ihr Wahrnehmungsvermögen durch Gebrauch geübt haben zur Unterscheidung zwischen Recht und Unrecht“ (Hebräer 5:14). Wir sind „Lichtspender in der Welt“ (Philipper 2:15). Wir bemühen uns, ‘unseren Wandel unter den Nationen vortrefflich zu führen’ (1. Petrus 2:12; 2. Petrus 3:11, 14).
4. Wie kann ein Anbeter Jehovas herausfinden, wer er nicht ist?
4 Anbeter Jehovas wissen auch, wer sie nicht sind. „Sie sind kein Teil der Welt“, wie auch ihr Führer, Jesus Christus, kein Teil der Welt war (Johannes 17:16). Sie distanzieren sich von den „Nationen“, die „in geistiger Finsternis und dem Leben, das Gott gehört, entfremdet sind“ (Epheser 4:17, 18). Deshalb weisen Jesu Nachfolger ‘Gottlosigkeit und weltliche Begierden von sich und leben inmitten dieses gegenwärtigen Systems der Dinge mit gesundem Sinn und Gerechtigkeit und Gottergebenheit’ (Titus 2:12).
5. Was ist mit der Empfehlung gemeint, ‘sich in Jehova zu rühmen’?
5 Genau zu wissen, wer wir sind, und ein gutes Verhältnis zu dem Souverän des Universums zu haben, bewegt uns dazu, uns in Jehova zu rühmen (1. Korinther 1:31). Was für eine Art des Sichrühmens ist das? Als wahre Christen sind wir stolz darauf, Jehova zum Gott zu haben. Wir folgen der Empfehlung: „Wer sich aber rühmt, rühme sich allein dessen: Einsicht zu haben und Erkenntnis von mir zu haben, dass ich Jehova bin, der liebende Güte, Recht und Gerechtigkeit auf der Erde übt“ (Jeremia 9:24). Wir „rühmen“ uns, Jehova zu kennen und in seinem Auftrag anderen beizustehen.
Die Problematik
6. Warum fällt es manchen schwer, die christliche Identität stets klar vor Augen zu haben?
6 Die andersartige christliche Identität klar vor Augen zu haben ist natürlich nicht immer einfach. Ein junger Mann, der nach der Bibel erzogen wurde, berichtet von zeitweisen Schwächen: „Manchmal glaubte ich, nicht einmal mehr zu wissen, warum ich ein Zeuge Jehovas war. Ich bin in der Wahrheit aufgewachsen. Aber zeitweise war das für mich nur eine der allgemein üblichen Religionen.“ Andere haben vielleicht zugelassen, dass das Unterhaltungsangebot, die Massenmedien und landläufige, Gott entfremdete Lebensauffassungen ihre Identität geprägt haben (Epheser 2:2, 3). Manche Christen durchleben zuweilen Phasen des Selbstzweifels sowie Zeiten, in denen sie ihre Wertmaßstäbe und Ziele überdenken.
7. (a) Welche Art der Selbstprüfung ist für Diener Gottes angebracht? (b) Wo lauert aber Gefahr?
7 Ist eine gewisse Selbstprüfung denn ganz und gar verkehrt? Nein. Der Apostel Paulus forderte Christen sogar dazu auf, sich stets zu überprüfen. Wie wir uns erinnern mögen, sagte er: „Prüft immer wieder, ob ihr im Glauben seid, bewährt euch immer wieder“ (2. Korinther 13:5). Der Apostel meinte vernünftige und ausgeglichene Bemühungen, entstandene Schwächen aufzuspüren und dann zu bekämpfen. Ein Christ, der prüft, ob er im Glauben ist, muss untersuchen, ob das, was er sagt und tut, mit dem übereinstimmt, was er zu glauben angibt. Allerdings wäre eine fehlgeleitete Selbstprüfung, die uns veranlassen würde, nach einer „Identität“ oder nach Antworten zu suchen, ohne das Verhältnis zu Jehova oder zur Christenversammlung zu berücksichtigen, sinnlos und sehr abträglich für die geistige Gesinnung.a Wir möchten nie ‘an unserem Glauben Schiffbruch erleiden’ (1. Timotheus 1:19).
Wir sind von Problemen nicht ausgenommen
8, 9. (a) Wie äußerte Moses seine Selbstzweifel? (b) Wie reagierte Jehova auf die Bedenken des Moses? (c) Wie berühren dich die Zusicherungen Jehovas?
8 Sollten Christen wegen zeitweiliger Selbstzweifel meinen, mit ihnen stimme etwas nicht? Keinesfalls! Es mag sie beruhigen, dass solche Empfindungen nicht neu sind. Treue Zeugen Gottes in der Vergangenheit hatten auch Zweifel. Nehmen wir zum Beispiel Moses, einen Mann mit außergewöhnlichem Glauben, unverbrüchlicher Treue und tiefer Ergebenheit. Als ihm eine Aufgabe übertragen wurde, die ihm zu groß erschien, fragte er zaghaft: „Wer bin ich . . .?“ (2. Mose 3:11). Er meinte damit wohl: „Ich bin ein Niemand“, oder: „Ich bin unfähig.“ So manches aus seinem bisherigen Leben könnte Moses das Gefühl gegeben haben, er sei ungeeignet: Er stammte aus einem unterdrückten Volk. Die Israeliten hatten ihn abgelehnt. Er war kein gewandter Redner (2. Mose 1:13, 14; 2:11-14; 4:10). Seine Tätigkeit als Schafhirte wurde von den Ägyptern verabscheut (1. Mose 46:34). Kein Wunder, dass er sich für ungeeignet hielt, das Volk Gottes aus der Knechtschaft zu befreien.
9 Jehova beruhigte Moses und sagte ihm zwei Dinge fest zu: „Es [wird] sich erweisen . . ., dass ich mit dir bin, und das ist das Zeichen für dich, dass ich es bin, der dich gesandt hat: Nachdem du das Volk aus Ägypten herausgeführt hast, werdet ihr auf diesem Berg dem wahren Gott dienen“ (2. Mose 3:12). Gott versprach seinem unsicheren Diener, stets mit ihm zu sein. Außerdem deutete Jehova an, dass er sein Volk ganz bestimmt befreien werde. Danach und im Laufe der Jahrhunderte versprach Jehova anderen eine ähnliche Unterstützung. Der Nation Israel sagte er beispielsweise durch Moses kurz vor dem Einzug in das Land der Verheißung: „Seid mutig und stark. . . . Jehova, dein Gott, ist es, der mit dir zieht. Er wird dich weder im Stich lassen noch dich gänzlich verlassen“ (5. Mose 31:6). Jehova sicherte auch Josua zu: „Niemand wird vor dir standhalten alle Tage deines Lebens. . . . [es] wird . . . sich erweisen, dass ich mit dir bin. Ich werde dich weder im Stich lassen noch dich gänzlich verlassen“ (Josua 1:5). Und jedem Christen verheißt er: „Ich will dich keineswegs im Stich lassen noch dich irgendwie verlassen“ (Hebräer 13:5). Eine solch gute Unterstützung sollte uns stolz darauf machen, Christen zu sein!
10, 11. Was half dem Leviten Asaph, die richtige Einstellung zum Wert des Dienstes für Jehova beizubehalten?
10 Etwa 500 Jahre nach Moses schrieb der treue Levit Asaph offen über seine Zweifel, ob es sich lohnt, redlich zu sein. Während er sich abmühte, Gott trotz schwieriger Umstände und Versuchungen zu dienen, sah er, wie andere, die sich über Gott lustig machten, immer höher aufstiegen und reicher wurden. Wie war Asaph davon berührt? „Was mich betrifft, meine Füße wären fast abgebogen“, gab er zu. „Meine Schritte wären beinahe zum Ausgleiten gebracht worden. Denn ich wurde neidisch auf die Prahler, als ich ständig den Frieden der Bösen sah.“ Er wurde sich immer unsicherer, ob es sich lohnt, ein Anbeter Jehovas zu sein. Asaph dachte bei sich: „Sicherlich ist es vergeblich, dass ich mein Herz gereinigt habe und dass ich in Unschuld meine Hände wasche. Und ich wurde geplagt den ganzen Tag“ (Psalm 73:2, 3, 13, 14).
11 Was unternahm Asaph angesichts seiner beunruhigenden Gefühle? Leugnete er sie? Nein. Wie wir im 73. Psalm lesen, sprach er darüber im Gebet zu Gott. Die Wende kam für Asaph, als er zum Tempelheiligtum ging. Dort wurde ihm bewusst, dass Gottergebenheit immer noch das Beste ist. Er schätzte es wieder, Jehova zu dienen, und erkannte, dass Jehova das Böse hasst und die Bösen zur gegebenen Zeit bestraft (Psalm 73:17-19). Asaph festigte bei alldem sein Selbstverständnis als besonderer Diener Gottes. Er sagte zu Gott: „Ich aber bin beständig bei dir; du hast meine Rechte erfasst. Mit deinem Rat wirst du mich leiten, und danach wirst du mich sogar zu Ehren führen“ (Psalm 73:23, 24). Asaph war schließlich wieder stolz auf seinen Gott (Psalm 34:2).
Ihr Identitätsbewusstsein war gefestigt
12, 13. Führe Personen aus der Bibel an, die auf ihr Verhältnis zu Gott stolz waren.
12 Das Bewusstsein unserer christlichen Identität wird auch fester, wenn wir uns mit dem Glauben loyaler Anbeter, die trotz widriger Umstände auf ihr Verhältnis zu Gott stolz waren, befassen und ihn nachahmen. Nehmen wir einmal Joseph, den Sohn Jakobs. In jungen Jahren wurde er hinter dem Rücken seines Vaters als Sklave verkauft und nach Ägypten gebracht — Hunderte Kilometer entfernt von seinem gottesfürchtigen Vater in eine Umgebung, wo von der heimischen Liebe und Geborgenheit nichts zu spüren war. In Ägypten konnte sich Joseph mit niemandem über Gottes Ansicht beraten, und er geriet in schwierige Situationen, die seine Tugendhaftigkeit und sein Gottvertrauen auf die Probe stellten. Er bemühte sich jedoch eindeutig darum, immer daran zu denken, dass er ein Diener Gottes war, und er hielt sich treu an das, was er als richtig kennen gelernt hatte. Selbst in einer feindseligen Umgebung blieb er stolz darauf, ein Anbeter Jehovas zu sein, und er scheute sich nicht, zu sagen, was er dachte (1. Mose 39:7-10).
13 Ein israelitisches Mädchen, das acht Jahrhunderte später ein Dienstmädchen im Haus des syrischen Heerobersten Naaman war, blieb sich ebenfalls bewusst, dass es eine Anbeterin Jehovas war. Als sich die Gelegenheit bot, erzählte sie, dass Elisa ein Prophet des wahren Gottes ist, und trat dadurch mutig für Jehova ein (2. Könige 5:1-19). Jahre danach zeigte der junge König Josia, dass er auf seinen Glauben und die Anbetung Gottes stolz war. Trotz der verbreiteten Korruption setzte er weitreichende religiöse Reformen in Gang, ließ den Tempel Gottes renovieren und führte landesweit die Anbetung Jehovas wieder ein (2. Chronika, Kapitel 34 und 35). Daniel und seine drei hebräischen Gefährten in Babylon vergaßen nie, dass sie Diener Jehovas waren, und bewahrten trotz Druck und Versuchungen ihre Lauterkeit und ihre Identität. Sie waren bestimmt stolz darauf, Diener Jehovas zu sein (Daniel 1:8-20).
Stolz darauf sein, wer du bist
14, 15. Was gehört dazu, sich der christlichen Identität zu rühmen?
14 Diese Diener Gottes hatten Erfolg, weil sie zu Recht stolz darauf blieben, dass sie in der Gunst Gottes standen. Wie verhält es sich mit uns heute? Was gehört alles dazu, uns der Identität als Christ zu rühmen?
15 Vor allem gehört dazu eine tiefe Wertschätzung für die Möglichkeit, zu dem Namensvolk Jehovas zu gehören sowie seinen Segen und sein Wohlgefallen zu haben. Gott hat keine Zweifel darüber, wer zu ihm gehört. Der Apostel Paulus, der in einer Zeit religiösen Wirrwarrs lebte, schrieb: „Jehova kennt die, die ihm gehören“ (2. Timotheus 2:19; 4. Mose 16:5). Jehova ist auf diejenigen stolz, „die ihm gehören“. Er sagt: „Wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an“ (Sacharja 2:8). Jehova liebt uns ohne Zweifel. Deshalb sollte sich unser Verhältnis zu Jehova auf innige Liebe zu ihm stützen. Paulus erklärte: „Wenn . . . jemand Gott liebt, so ist dieser von ihm erkannt“ (1. Korinther 8:3).
16, 17. Warum können Christen — ob alt oder jung — auf ihr geistiges Erbe stolz sein?
16 Junge Leute, deren Eltern Zeugen Jehovas sind und sie entsprechend erzogen haben, sollten überprüfen, ob ihre Identität als Christ durch ein persönliches Verhältnis zu Gott fester wird. Sie können sich nicht bloß auf den Glauben ihrer Eltern verlassen. Die Worte des Paulus „Er steht oder fällt seinem eigenen Herrn“ gelten für jeden Diener Gottes. Deshalb schreibt er weiter: „Jeder von uns [wird] für sich selbst Gott Rechenschaft ablegen“ (Römer 14:4, 12). Ein enges, dauerhaftes Verhältnis zu Jehova ergibt sich wohl kaum aus einer halbherzigen Fortführung der Familientradition.
17 In der Geschichte hat es stets eine Folge von Zeugen für Jehova gegeben. Sie erstreckt sich von Abel — der vor etwa 6 000 Jahren lebte — über die „große Volksmenge“ heutiger Zeugen bis hin zu den vielen Anbetern Jehovas, die eine ewige Zukunft haben werden (Offenbarung 7:9; Hebräer 11:4). Wir sind die jüngste Gruppe dieser langen Folge von treuen Anbetern. Haben wir nicht ein großartiges geistiges Erbe?
18. Inwiefern trennen uns unsere Wertmaßstäbe von der Welt?
18 Zu unserer christlichen Identität gehören auch die entsprechenden Werte, Eigenschaften, Maßstäbe und Charakteristika. Sie ist der „WEG“, die einzig erfolgreiche Lebensweise und Möglichkeit, Gott zu gefallen (Apostelgeschichte 9:2; Epheser 4:22-24). Christen ‘vergewissern sich aller Dinge’ und ‘halten an dem fest, was vortrefflich ist’ (1. Thessalonicher 5:21). Wir kennen genau den riesigen Unterschied zwischen dem Christentum und der Welt, die von Gott entfremdet ist. Grauzonen zwischen der wahren und der falschen Anbetung lässt Jehova nicht zu. Durch seinen Propheten Maleachi erklärte er: „Ihr werdet bestimmt wieder den Unterschied zwischen einem Gerechten und einem Bösen sehen, zwischen einem, der Gott dient, und einem, der ihm nicht gedient hat“ (Maleachi 3:18).
19. Wohin werden wahre Christen niemals abgleiten?
19 Was kann uns helfen, ein vernünftiges Maß an Stolz auf unseren Gott zu bewahren und das christliche Identitätsbewusstsein stark zu erhalten, da es heute in der desorientierten Welt so wichtig ist, sich in Jehova zu rühmen? Im nächsten Artikel sind nützliche Hinweise dazu zu finden. Eine Betrachtung dieser Hinweise stellt eines sicher: Wahre Christen werden nie in den Apatheismus abgleiten.
[Fußnote]
a Hier wird nur auf die Identität Bezug genommen, die mit unserem Verhältnis zu Gott zu tun hat. Bei manchen mag wegen psychischer Beschwerden eine ärztliche Behandlung erforderlich sein.
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Unsere christliche Identität bewahrenDer Wachtturm 2005 | 15. Februar
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Unsere christliche Identität bewahren
„ ‚Ihr seid meine Zeugen‘, ist der Ausspruch Jehovas“ (JESAJA 43:10).
1. Was für Menschen zieht Jehova zu sich?
SEHEN wir uns bei der nächsten Zusammenkunft doch einmal etwas genauer im Königreichssaal um. Wen sehen wir alles in dieser Anbetungsstätte? Vielleicht ernsthafte junge Leute, die aufmerksam zuhören, um aus der Bibel zu lernen (Psalm 148:12, 13). Uns werden auch einige Familienväter auffallen, die sich bemühen, Gott zu gefallen, obwohl sie in einer Welt leben, die dem Familienleben abträglich ist. Vielleicht fällt unser Blick auch auf liebe Ältere, die trotz Altersbeschwerden standhaft ihrer Hingabe gemäß leben (Sprüche 16:31). Alle lieben Jehova sehr. Und Jehova hielt es für richtig, sie zu sich zu ziehen, sodass sie in ein Verhältnis zu ihm gelangt sind. „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, der Vater, der mich gesandt hat, ziehe ihn“, bestätigte der Sohn Gottes (Johannes 6:37, 44, 65).
2, 3. Warum kann es schwierig sein, sich als Christ seiner Identität fest bewusst zu bleiben?
2 Freut es dich nicht, zum Volk Jehovas zu gehören, zu Menschen, die sein Wohlgefallen haben und von ihm gesegnet werden? Allerdings ist es in den heutigen kritischen Zeiten, mit denen man schwer fertig wird, nicht ganz einfach, sich seiner Identität als Christ immer bewusst zu bleiben (2. Timotheus 3:1). Das gilt besonders für junge Leute, deren Eltern Zeugen Jehovas sind und ihre Kinder gemäß der Bibel erziehen. „Ich ging zwar zu den Zusammenkünften“, räumte ein Jugendlicher ein, „aber mir fehlten klare geistige Ziele und, offen gesagt, ich hatte nicht gerade fest vor, Jehova zu dienen.“
3 Andere möchten in aller Aufrichtigkeit Jehova dienen. Doch sie werden vielleicht durch starken Gruppenzwang, weltliche Einflüsse und Neigungen zur Sünde davon abgehalten. Unter Druck kann ein Christ allmählich seine Identität verlieren. Zum Beispiel gelten heutzutage die biblischen Sittenmaßstäbe für viele als überholt und unrealistisch (1. Petrus 4:4). Manche halten es für nicht so wichtig, Gott so anzubeten, wie er es vorgesehen hat (Johannes 4:24). In dem Brief an die Epheser spricht Paulus davon, dass in der Welt ein bestimmter „Geist“ oder eine Einstellung vorherrscht (Epheser 2:2). Dieser Geist zwingt die Menschen dazu, das Denken einer Gesellschaft zu übernehmen, die Jehova nicht kennt.
4. Wie betonte Jesus die Notwendigkeit, unsere unmissverständliche Identifikation als Christ zu bewahren?
4 Als Diener Jehovas erkennen wir jedoch, wie tragisch es wäre, wenn wir nicht mehr als Christen zu erkennen wären — tragisch für Alt und Jung. Ein gesundes Maß an Bewusstsein seiner christlichen Identität kann sich nur auf Jehovas Maßstäbe stützen und auf das, was er von uns erwartet. Schließlich sind wir in seinem Bild erschaffen (1. Mose 1:26; Micha 6:8). In der Bibel wird die unmissverständliche Identifikation als Christ mit dem Tragen von Kleidung verglichen, die für alle sichtbar ist. In Bezug auf unsere Zeit macht Jesus auf Folgendes aufmerksam: „Siehe! Ich komme wie ein Dieb. Glücklich ist, wer wach bleibt und seine äußeren Kleider bewahrt, damit er nicht nackt einhergehe und man seine Schande sehe“ (Offenbarung 16:15).a Wir dürfen unsere christlichen Eigenschaften und Verhaltensmaßstäbe nicht aufgeben und nicht zulassen, dass die Welt Satans uns formt. Andernfalls würden wir unsere „äußeren Kleider“ verlieren. Das wäre bedauerlich und beschämend zugleich.
5, 6. Warum ist Entschlossenheit in Bezug auf geistige Dinge wichtig?
5 Ein ungetrübtes Identitätsbewusstsein wirkt sich nachhaltig darauf aus, wie das Leben eines Christen verläuft. Inwiefern? Wäre es getrübt, würde ein Anbeter Jehovas irgendwann die Orientierung verlieren, würde sich nicht mehr in eine bestimmte Richtung bewegen und kein klares Ziel ansteuern. In der Bibel wird immer wieder vor einer solchen Unentschlossenheit gewarnt. „Wer zweifelt“, mahnte der Jünger Jakobus, „ist gleich einer Meereswoge, die vom Wind gejagt und umhergetrieben wird. In der Tat, jener Mensch denke nicht, dass er von Jehova etwas empfangen werde; er ist ein unentschlossener Mann, unbeständig in all seinen Wegen“ (Jakobus 1:6-8; Epheser 4:14; Hebräer 13:9).
6 Wie können wir unsere christliche Identität bewahren? Wodurch empfinden wir es noch mehr als ein Vorrecht, den Höchsten anzubeten? Beachten wir die folgenden Möglichkeiten.
Die christliche Identität auf eine feste Grundlage stellen
7. Warum ist es von Nutzen, dass wir Jehova flehentlich bitten, uns zu prüfen?
7 Das Verhältnis zu Jehova stets neu bekräftigen. Das Wertvollste für einen Christen ist sein persönliches Verhältnis zu Gott (Psalm 25:14; Sprüche 3:32). Sobald uns Fragen über unsere christliche Identität beunruhigen, ist es an der Zeit, dieses Verhältnis auf seine Güte und Tiefe zu überprüfen. Der Psalmist flehte richtigerweise: „Prüfe mich, o Jehova, und erprobe mich; läutere meine Nieren und mein Herz“ (Psalm 26:2). Warum ist diese Prüfung wichtig? Weil wir selbst unsere tiefsten Beweggründe und innersten Neigungen nicht zuverlässig beurteilen können. Nur Jehova kann unser Inneres ergründen — unsere Motive, Gedanken und Gefühle (Jeremia 17:9, 10).
8. (a) Wieso nützt es uns, wenn Jehova uns einer Bewährungsprobe unterzieht? (b) Was hat dir geholfen, als Christ Fortschritte zu machen?
8 Wenn wir Jehova bitten, uns zu prüfen, dann fordern wir ihn damit auf, uns einer Bewährungsprobe zu unterziehen. Dazu kann er Situationen zulassen, in denen unsere wahren Motive und unser wahrer Herzenszustand offenbar werden (Hebräer 4:12, 13; Jakobus 1:22-25). Wir sollten solche Bewährungsproben begrüßen, weil sie uns die Gelegenheit bieten, zu zeigen, wie es um unsere Loyalität Jehova gegenüber bestellt ist. Diese Proben können offenbaren, ob wir „vollständig und in jeder Hinsicht gesund“ sind und es uns „an nichts fehlt“ (Jakobus 1:2-4). Außerdem können wir dabei in geistiger Hinsicht wachsen (Epheser 4:22-24).
9. Bleibt es dem eigenen Ermessen überlassen, ob man sich selbst von der Wahrheit der Bibel überzeugt oder nicht? Erkläre es.
9 Sich selbst von der Wahrhaftigkeit der Bibel überzeugen. Das Bewusstsein unserer christlichen Identität kann schwinden, wenn es nicht fest auf Bibelkenntnis gegründet ist (Philipper 1:9, 10). Jeder Christ, ob alt oder jung, muss sich selbst ausreichend davon überzeugen, dass das, was er glaubt, wirklich die Wahrheit aus der Bibel ist. Paulus forderte seine Mitgläubigen auf: „Vergewissert euch aller Dinge; haltet an dem fest, was vortrefflich ist“ (1. Thessalonicher 5:21). Junge Leute in einer gottesfürchtigen Familie müssen erkennen, dass sie nicht vom Glauben ihrer Eltern zehren können. Sogar David ermahnte seinen Sohn Salomo: „Erkenne den Gott deines Vaters, und diene ihm mit ungeteiltem Herzen“ (1. Chronika 28:9). Es reichte nicht aus, dass der junge Salomo darauf achtete, wie sein Vater seinen eigenen Glauben an Jehova stärkte. Er selbst musste Jehova erkennen, und das tat er auch. Er flehte zu Gott: „Gib mir nun Weisheit und Erkenntnis, damit ich vor diesem Volk ausziehen und damit ich einziehen kann“ (2. Chronika 1:10).
10. Warum ist nichts dagegen einzuwenden, wenn jemand aus dem rechten Beweggrund aufrichtige Fragen stellt?
10 Ein starker Glaube beruht auf Wissen. „Der Glaube [folgt] auf das Gehörte“, sagte Paulus (Römer 10:17). Was wollte er damit sagen? Er meinte, dass es den Glauben an Jehova und das Vertrauen zu ihm, zu seinen Verheißungen und zu seiner Organisation stärkt, wenn man sich mit dem Wort Gottes befasst. Aufrichtige Fragen über die Bibel zu stellen kann zu zufriedenstellenden Antworten führen. Außerdem finden wir in Römer 12:2 den Hinweis von Paulus: ‘Stellt durch Prüfung fest, was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist.’ Wie können wir das tun? Indem wir ‘die genaue Erkenntnis der Wahrheit’ erwerben (Titus 1:1). Mit der Hilfe des Geistes Jehovas können wir sogar schwierige Sachverhalte begreifen (1. Korinther 2:11, 12). Wir sollten Gott um Hilfe bitten, wenn es uns schwer fällt, etwas zu verstehen (Psalm 119:10, 11, 27). Jehova möchte, dass wir sein Wort verstehen, daran glauben und uns daran halten. Er begrüßt aufrichtige Fragen, die aus dem rechten Beweggrund gestellt werden.
Entschlossen, Gott zu gefallen
11. (a) Welcher natürliche Wunsch kann zur Falle werden? (b) Wie können wir den Mut aufbringen, uns dem Gruppenzwang zu widersetzen?
11 Bemühen wir uns, Gott zu gefallen, nicht Menschen. Es ist nur natürlich, dass die Zugehörigkeit zu einer Gruppe einen Teil der Identität ausmacht. Jeder braucht Freunde, und dazuzugehören verleiht ein gutes Gefühl. In der Zeit des Erwachsenwerdens — wie auch später im Leben — kann der Gruppenzwang stark sein und den verzweifelten Wunsch erzeugen, anderen zu gefallen oder wie sie zu sein. Doch Freunden und Altersgenossen liegt nicht immer unser Wohl am Herzen. Manchmal möchten sie etwas Verkehrtes tun und andere mit hineinziehen (Sprüche 1:11-19). Wenn ein Christ abträglichem Gruppenzwang nachgibt, versucht er gewöhnlich zu verbergen, wer er ist (Psalm 26:4). „Hütet euch davor, euch den Regeln und Sitten anzugleichen, die in dieser Welt gelten“, warnte der Apostel Paulus (Römer 12:2, Zink). Jehova gibt uns die innere Stärke, die wir brauchen, um uns gegen irgendwelche äußeren Zwänge zu wehren, uns anderen anzugleichen (Hebräer 13:6).
12. Welche Grundregel und wessen Beispiel können uns darin bestärken, nicht nachzugeben, wenn es um unser Vertrauen auf Gott geht?
12 Wenn äußere Zwänge unser Identitätsbewusstsein bedrohen, sollten wir daran denken, dass unsere Loyalität Gott gegenüber weit wichtiger ist als die öffentliche Meinung oder das momentane Verhalten der Mehrheit. Die Worte aus 2. Mose 23:2 sind eine verlässliche Grundregel: „Du sollst nicht der Menge zu üblen Zwecken nachfolgen.“ Als die Mehrheit der Israeliten Jehovas Fähigkeit anzweifelte, seine Verheißungen wahr werden zu lassen, lehnte Kaleb es strikt ab, sich der Mehrheit anzuschließen. Er war sich sicher, dass Gottes Verheißungen zuverlässig waren, und er wurde für seine Haltung reich belohnt (4. Mose 13:30; Josua 14:6-11). Sind wir auch so bereit, uns dem Druck der allgemeinen Meinung entgegenzustemmen, um unser Verhältnis zu Gott zu bewahren?
13. Warum ist es klug, unsere christliche Identität bekannt werden zu lassen?
13 Unsere christliche Identität bekannt werden lassen. Der Spruch „Angriff ist die beste Verteidigung“ gilt auch für die Verteidigung unserer christlichen Identität. Als treue Israeliten in den Tagen Esras den Willen Jehovas tun wollten und dabei auf Widerstand stießen, sagten sie: „Wir sind die Diener des Gottes der Himmel und der Erde“ (Esra 5:11). Ließen wir uns von feindseligen oder kritischen Personen beeindrucken, könnten wir vor Furcht wie gelähmt sein. Immer allen alles recht machen zu wollen mindert den Erfolg unserer Bemühungen. Lassen wir uns also nicht einschüchtern. Es ist immer richtig, keinen Zweifel darüber bestehen zu lassen, dass wir Zeugen Jehovas sind. Höflich, aber bestimmt können wir anderen unsere Wertmaßstäbe, unsere Glaubensansichten und unseren Standpunkt erklären. Lassen wir andere wissen, dass wir uns in Fragen der Moral fest an Jehovas hohe Maßstäbe halten wollen. Stellen wir klar, dass unsere christliche Lauterkeit nicht verhandlungsfähig ist. Zeigen wir, dass wir auf unsere Sittenmaßstäbe stolz sind (Psalm 64:10). Als standhafte Christen von anderen abzustechen kann uns stärken und schützen, und es kann sogar andere veranlassen, sich näher mit Jehova und seinem Volk zu befassen.
14. Sollten wir uns durch Spott oder Widerstand entmutigen lassen? Warum antwortest du so?
14 Es wird immer einige geben, die uns verspotten oder uns Widerstand entgegensetzen (Judas 18). Lassen wir uns nicht von denen entmutigen, die ablehnend reagieren, wenn wir ihnen unsere Wertmaßstäbe erklären möchten (Hesekiel 3:7, 8). Personen, die sich nicht überzeugen lassen wollen, werden wir mit keinem Mittel der Welt überzeugen können. Denken wir an Pharao. Weder Plagen noch Wunder — nicht einmal der Tod seines Erstgeborenen — konnten Pharao davon überzeugen, dass Moses der Sprecher Jehovas war. Lassen wir daher nicht zu, dass Furcht uns lähmt. Festes Vertrauen auf Gott kann uns helfen, Furcht zu überwinden (Sprüche 3:5, 6; 29:25).
Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen
15, 16. (a) Was ist unser geistiges Erbe? (b) Inwiefern ist es nützlich, im Licht des Wortes Gottes über unser geistiges Erbe nachzudenken?
15 Unser geistiges Erbe in Ehren halten. Es lohnt sich für Christen, im Lichte des Wortes Gottes über ihr reiches geistiges Erbe nachzudenken. Dieses Erbe umfasst die Wahrheit des Wortes Jehovas, die Hoffnung auf ewiges Leben und die Ehre, Gott als Verkündiger der guten Botschaft zu vertreten. Erkennen wir unsere individuelle Rolle unter seinen Zeugen — unter denen, die die lebensrettende Predigttätigkeit durchführen dürfen? Bedenken wir, niemand anders als Jehova sichert uns zu: „Ihr seid meine Zeugen“ (Jesaja 43:10).
16 Wir können uns folgende Fragen stellen: Wie viel ist mir dieses geistige Erbe wert? Schätze ich es so sehr, dass das Tun des Willens Gottes in meinem Leben absoluten Vorrang hat? Ist meine Wertschätzung dafür so groß, dass ich gegen jede Versuchung gewappnet bin, mir das Erbe zu verscherzen? Unser geistiges Erbe kann uns auch ein tiefes Gefühl der geistigen Geborgenheit einflößen, das man nur in Jehovas Organisation haben kann (Psalm 91:1, 2). Ein Blick auf bemerkenswerte Ereignisse in der neuzeitlichen Geschichte der Organisation Jehovas kann uns in der Gewissheit bestärken, dass nichts und niemand das Volk Jehovas von der Erdoberfläche ausrotten kann (Jesaja 54:17; Jeremia 1:19).
17. Was ist noch nötig, außer uns nur auf unser geistiges Erbe zu verlassen?
17 Natürlich können wir uns nicht nur auf unser geistiges Erbe verlassen. Jeder muss selbst auf ein vertrautes Verhältnis zu Gott Wert legen. Nachdem Paulus sich angestrengt hatte, den Glauben der Christen in Philippi zu stärken, schrieb er ihnen: „Darum, meine Geliebten, fahrt fort, in der Weise, wie ihr allezeit gehorcht habt, nicht nur während meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel bereitwilliger während meiner Abwesenheit, mit Furcht und Zittern eure eigene Rettung zu bewirken“ (Philipper 2:12). In Bezug auf unsere Rettung können wir uns nicht auf jemand anders verlassen.
18. Inwiefern sind christliche Tätigkeiten unserer christlichen Identität förderlich?
18 In christlichen Tätigkeiten aufgehen. Man hat festgestellt: „Arbeit formt die persönliche Identität.“ Christen haben heute den Auftrag, die wichtige gute Botschaft von Gottes aufgerichtetem Königreich zu verkündigen. Paulus erklärte: „Insofern als ich in Wirklichkeit ein Apostel für die Nationen bin, verherrliche ich meinen Dienst“ (Römer 11:13). Durch unsere Predigttätigkeit heben wir uns von der Welt im Allgemeinen ab, und unsere Beteiligung daran verstärkt unsere christliche Identität. In theokratischen Aktivitäten aufzugehen wie in dem Besuch von Zusammenkünften, dem Bau von Anbetungsstätten und der Hilfe für Bedürftige ist unserer christlichen Identität förderlich (Galater 6:9, 10; Hebräer 10:23, 24).
Klare Identität, spürbare Vorteile
19, 20. (a) Welche Vorteile hat es für dich, ein Christ zu sein? (b) Worin besteht die Grundlage unserer wahren Identität?
19 Denken wir einen Moment über die vielen Vorzüge und Vorteile nach, die uns als Christen zuteil werden. Wir haben das Vorrecht, dass Jehova uns persönlich anerkennt. Der Prophet Maleachi schrieb: „Zu jener Zeit redeten diejenigen miteinander, die Jehova fürchten, jeder mit seinem Gefährten, und Jehova merkte unablässig auf und hörte zu. Und ein Gedenkbuch begann vor ihm geschrieben zu werden für diejenigen, die Jehova fürchten, und für diejenigen, die an seinen Namen denken“ (Maleachi 3:16). Gott möchte uns als Freunde betrachten (Jakobus 2:23). Unser Leben gewinnt an Wert, da wir einen Daseinszweck sehen und vernünftige, lohnende Ziele haben. Außerdem wird uns eine ewige Zukunft in Aussicht gestellt (Psalm 37:9).
20 Bedenken wir, dass unsere wahre Identität und unser Wert als Mensch davon abhängen, wie Jehova uns einschätzt, nicht davon, wie Menschen über uns denken. Andere könnten uns nach unzulänglichen menschlichen Maßstäben beurteilen. Aber Gottes Liebe und sein Interesse an uns als Einzelnen liefern die wahre Grundlage dafür, wie wertvoll wir sind — wir gehören ihm (Matthäus 10:29-31). Umgekehrt kann unsere Liebe zu Gott uns das größte Identitätsbewusstsein schenken und uns die deutlichste Richtung im Leben weisen. „Wenn aber jemand Gott liebt, so ist dieser von ihm erkannt“ (1. Korinther 8:3).
[Fußnote]
a Diese Worte spielen vielleicht auf die Pflichten des Tempelbergsvorstehers in Jerusalem an. Während der Nachtwachen machte er seine Runde durch den Tempel, um nachzusehen, ob die levitischen Wachen auf Posten standen oder ob sie schliefen. Wer schlief, wurde mit einem Stock geschlagen, und als beschämende Strafmaßnahme konnte seine Oberbekleidung verbrannt werden.
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