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Als Menschenfischer dienenDer Wachtturm 1992 | 15. Juni
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Als Menschenfischer dienen
„Jesus ... sprach zu Simon: ‚Fürchte dich nicht mehr. Von nun an wirst du Menschen lebendig fangen‘“ (LUKAS 5:10).
1, 2. (a) Welche Rolle hat das Fischen in der Geschichte der Menschheit gespielt? (b) Welche neue Art des Fischens wurde vor fast 2 000 Jahren eingeführt?
SEIT Jahrtausenden fischt der Mensch in den Meeren, Seen und Flüssen der Erde nach Nahrung. Im alten Ägypten waren Fische aus dem Nil ein wichtiger Bestandteil des Speiseplans. Als in den Tagen Mose der Nil in Blut verwandelt wurde, hatten die Ägypter nicht nur unter dem Wassermangel zu leiden, sondern auch wegen des Fischsterbens, das sich auf ihre Nahrungsmittelversorgung auswirkte. Später gab Jehova den Israeliten am Sinai ein Gesetz, das den Verzehr bestimmter Fische gestattete, den anderer dagegen untersagte, weil sie unrein waren. Demnach würden die Israeliten Fische essen, wenn sie in das Land der Verheißung kämen, und einige von ihnen würden Fischer sein (2. Mose 7:20, 21; 3. Mose 11:9-12).
2 Vor fast 2 000 Jahren erfuhren die Menschen jedoch von einer ganz anderen Art des Fischens. Es handelte sich um ein geistiges Fischen, aus dem nicht nur die Fischer Nutzen ziehen sollten, sondern auch die Fische. Diese Art des Fischens wird heute noch praktiziert, was weltweit für Millionen überaus große Segnungen mit sich bringt.
„Menschen lebendig fangen“
3, 4. Wie hießen die beiden Fischer, die großes Interesse für Jesus Christus bekundeten?
3 Im Jahre 29 u. Z. ließ sich Jesus, der diese neue Art des Fischens einführen sollte, von Johannes dem Täufer im Jordan taufen. Mehrere Wochen danach machte Johannes zwei seiner Jünger mit folgenden Worten auf Jesus aufmerksam: „Siehe, das Lamm Gottes!“ Andreas, einer der Jünger, berichtete daraufhin sofort seinem Bruder Simon Petrus: „Wir haben den Messias gefunden.“ Interessanterweise waren beide, Andreas und Simon, Fischer von Beruf (Johannes 1:35, 36, 40, 41; Matthäus 4:18).
4 Geraume Zeit später predigte Jesus einer Volksmenge am Galiläischen Meer, unweit des Wohnorts von Petrus und Andreas. Er forderte die Menschen auf: „Bereut, denn das Königreich der Himmel hat sich genaht“ (Matthäus 4:13, 17). Wir können uns vorstellen, daß Petrus und Andreas lebhaft daran interessiert waren, seine Botschaft zu hören. Sie ahnten sicher nicht, daß Jesus an jenem Tag etwas zu ihnen sagen würde, was ihr Leben für immer verändern sollte. Ja, was Jesus in ihrer Gegenwart äußerte und tat, ist heute noch für uns alle von großer Bedeutung.
5. Inwiefern war der Fischer Petrus für Jesus nützlich?
5 Wir lesen: „Einmal, als sich die Volksmenge dicht an ihn herandrängte und auf das Wort Gottes hörte, stand er am See Genezareth. Und er sah zwei Boote am Ufer des Sees liegen; die Fischer aber waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen ihre Netze“ (Lukas 5:1, 2). Fischer arbeiteten damals oft nachts, und nach einem nächtlichen Fischzug säuberten sie ihre Netze. Jesus entschloß sich, eines ihrer Boote zu benutzen, damit er der Volksmenge wirkungsvoller predigen konnte. „Er stieg in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich nieder und begann vom Boot aus die Volksmengen zu lehren“ (Lukas 5:3).
6, 7. Welches Wunder wirkte Jesus in Verbindung mit einem Fischfang, und was sagte er anschließend über das Fischen?
6 Wie wir sehen werden, hatte Jesus aber mehr vor, als nur die Volksmengen zu belehren: „Als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: ‚Fahr hinaus zu einer Stelle, wo es tief ist, und laßt eure Netze zu einem Fang hinab.‘“ Wenn wir berücksichtigen, daß die Fischer bereits die ganze Nacht gearbeitet hatten, können wir die Antwort des Petrus verstehen: „Unterweiser, wir haben uns die ganze Nacht abgemüht und nichts gefangen, doch auf dein Geheiß hin will ich die Netze hinablassen.“ Was geschah, als die Fischer das taten? „Sie [umschlossen] eine große Menge Fische. Ja, ihre Netze begannen zu zerreißen. Daher winkten sie ihren Mitgenossen in dem anderen Boot, daß sie kommen und ihnen beistehen möchten; und sie kamen, und sie füllten beide Boote, so daß diese zu sinken begannen“ (Lukas 5:4-7).
7 Jesus hatte ein Wunder gewirkt. Die ganze Nacht war jener Teil des Sees unergiebig gewesen; nun wimmelte es dort von Fischen. Simon Petrus war von diesem Wunder geradezu überwältigt. „Er [fiel] zu den Knien Jesu nieder und sprach: ‚Geh von mir weg, denn ich bin ein sündiger Mann, Herr.‘ Denn über den Fischfang, den sie gemacht hatten, ergriff ihn und alle, die bei ihm waren, Entsetzen und desgleichen auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Simons Teilhaber waren.“ Jesus beruhigte Petrus und äußerte dann die Worte, die das Leben des Petrus verändern sollten. „Fürchte dich nicht mehr. Von nun an wirst du Menschen lebendig fangen“ (Lukas 5:8-10).
Menschenfischer
8. Wie reagierten vier Berufsfischer auf die Einladung, ‘Menschen lebendig zu fangen’?
8 Jesus verglich Menschen also mit Fischen, und er lud diesen demütigen Fischer ein, seinen Beruf zugunsten einer weit erhabeneren Art des Fischens aufzugeben — um Menschen lebendig zu fangen. Petrus und sein Bruder Andreas nahmen die Einladung an. „Sogleich verließen sie die Netze und folgten ihm“ (Matthäus 4:18-20). Als nächstes rief Jesus Jakobus und Johannes, die in ihrem Boot die Netze ausbesserten. Auch an sie ließ er die Einladung ergehen, Menschenfischer zu werden. Wie reagierten sie darauf? „Sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm“ (Matthäus 4:21, 22). Jesus offenbarte großes Geschick als Menschenfischer. Bei dieser Gelegenheit fing er vier Menschen lebendig.
9, 10. Welchen Glauben bekundeten Petrus und seine Gefährten, und wie wurden sie im geistigen Fischen geschult?
9 Ein berufsmäßiger Fischer verdient seinen Lebensunterhalt durch den Verkauf seines Fangs. Ein geistiger Fischer kann das nicht. Die Jünger bekundeten somit großen Glauben, als sie alles aufgaben und Jesus nachfolgten. Sie hatten jedoch keinen Zweifel daran, daß ihr geistiger Fischzug von Erfolg gekrönt sein würde. Jesus hatte bewirkt, daß es in unergiebigen Fischgründen von buchstäblichen Fischen wimmelte. Daher konnten die Jünger, als sie ihre geistigen Netze in die Gewässer der israelitischen Nation hinabließen, davon überzeugt sein, mit Gottes Hilfe Menschen lebendig zu fangen. Das Werk des geistigen Fischens, das damals begann, geht weiter, und Jehova gibt immer noch reichen Ertrag.
10 Jesus schulte seine Jünger mehr als zwei Jahre lang im Menschenfischen. Gelegentlich gab er ihnen genaue Anweisungen und sandte sie mit dem Auftrag zu predigen vor sich her (Matthäus 10:1-7; Lukas 10:1-11). Als Jesus verraten und getötet worden war, wurden die Jünger aus Furcht untätig. Bedeutete sein Tod aber, daß nicht mehr nach Menschen gefischt werden sollte? Etwas, was bald darauf geschah, beantwortet diese Frage.
Im Menschenmeer fischen
11, 12. Welches Wunder wirkte Jesus nach seiner Auferstehung in Verbindung mit einem Fischfang?
11 Kurze Zeit nach Jesu Tod (außerhalb von Jerusalem) und Auferstehung gingen die Jünger nach Galiläa zurück. Bei einer Gelegenheit hielten sich sieben von ihnen in der Nähe des Galiläischen Meeres auf. Petrus sagte, er gehe fischen, und die anderen schlossen sich ihm an. Wie gewöhnlich fischten sie nachts. Und auch diesmal warfen sie die ganze Nacht hindurch ihr Netz aus, ohne etwas zu fangen. Im Morgengrauen sahen sie eine Gestalt am Ufer stehen, die ihnen über das Wasser zurief: „Kindlein, habt ihr nichts zu essen?“ Die Jünger riefen zurück: „Nein!“ Der am Ufer Stehende wies sie daraufhin an: „‚Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet welche finden.‘ Da warfen sie es aus, konnten es aber wegen der Menge der Fische nicht mehr einziehen“ (Johannes 21:5, 6).
12 Welch ein ungewöhnliches Erlebnis! Wahrscheinlich erinnerten sich die Jünger an das frühere Wunder in Verbindung mit einem Fischfang, und zumindest einer von ihnen erkannte, wer da am Ufer stand. „Jener Jünger, den Jesus liebte, [sagte] zu Petrus: ‚Es ist der Herr!‘ Als daher Simon Petrus hörte, daß es der Herr sei, gürtete er sein Oberkleid um, denn er war nackt, und warf sich ins Meer. Die anderen Jünger aber kamen in dem kleinen Boot, denn sie waren nicht weit vom Land entfernt, nur etwa neunzig Meter“ (Johannes 21:7, 8).
13. Welches internationale Fischen begann nach Jesu Himmelfahrt?
13 Was zeigte dieses Wunder? Daß das Menschenfischen keineswegs zu Ende war. Jesus betonte das, indem er Petrus — und durch ihn alle Jünger — dreimal anwies, seine Schafe zu weiden (Johannes 21:15-17). Ja, sie hatten ein geistiges Ernährungsprogramm durchzuführen. Vor seinem Tod hatte Jesus angekündigt: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis“ (Matthäus 24:14). Nun war es Zeit für den Beginn der Erfüllung dieser Prophezeiung im ersten Jahrhundert. Seine Jünger sollten jetzt ihre Netze in das Menschenmeer hinablassen, und sie würden sie nicht leer herausziehen (Matthäus 28:19, 20).
14. Wie wurde das Fischen der Nachfolger Jesu in den Jahren vor der Zerstörung Jerusalems gesegnet?
14 Bevor Jesus zum Thron seines Vaters in den Himmel auffuhr, sagte er zu seinen Nachfolgern: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet Zeugen von mir sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apostelgeschichte 1:8). Als zu Pfingsten 33 u. Z. heiliger Geist auf die Jünger ausgegossen wurde, nahm das große Werk des geistigen Fischens internationalen Umfang an. Allein am Pfingsttag wurden dreitausend Seelen lebendig gefangen, und bald darauf ‘belief sich die Zahl der Männer auf etwa fünftausend’ (Apostelgeschichte 2:41; 4:4). Die Mehrung hielt an. Der Bericht lautet: „Fortwährend wurden solche, die an den Herrn glaubten, hinzugetan, sowohl Mengen von Männern als auch von Frauen“ (Apostelgeschichte 5:14). Nach einiger Zeit nahmen Samariter die gute Botschaft an und wenig später unbeschnittene Nichtjuden (Apostelgeschichte 8:4-8; 10:24, 44-48). Etwa 27 Jahre nach Pfingsten schrieb der Apostel Paulus an die Christen in Kolossä, daß die gute Botschaft „in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist, gepredigt worden“ war (Kolosser 1:23). Die Jünger Jesu hatten ganz offensichtlich in Gewässern weit außerhalb Galiläas gefischt. Sie hatten sowohl unter den im Römischen Reich verstreuten Juden ihre Netze hinabgelassen als auch in den nicht so verheißungsvoll erscheinenden Meeren der Nichtjuden. Und sie zogen volle Netze herauf. Soweit es die Christen des ersten Jahrhunderts betraf, erfüllte sich Jesu Prophezeiung aus Matthäus 24:14, bevor Jerusalem im Jahre 70 u. Z. zerstört wurde.
Am „Tag des Herrn“ nach Menschen fischen
15. Welches weitere Werk des Fischens wurde in der Offenbarung angekündigt, und wann sollte es durchgeführt werden?
15 Es war indes noch mehr zu erwarten. Gegen Ende des ersten Jahrhunderts ließ Jehova den letzten damals noch lebenden Apostel, Johannes, in einer Offenbarung das sehen, was am „Tag des Herrn“ geschehen sollte (Offenbarung 1:1, 10). Ein herausragendes Kennzeichen sollte die weltweite Verkündigung der guten Botschaft sein. Wir lesen: „Ich sah einen anderen Engel in der Mitte des Himmels fliegen, und er hatte eine ewige gute Botschaft, um sie als frohe Nachricht denen zu verkünden, die auf der Erde wohnen, sowie jeder Nation und jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk“ (Offenbarung 14:6). Unter der Leitung der Engel würden Gottes Diener die gute Botschaft buchstäblich auf der ganzen bewohnten Erde predigen, nicht nur überall im Römischen Reich. Ein weltumspannendes Werk des Menschenfischens sollte durchgeführt werden. Diese Vision erfüllt sich in unseren Tagen tatsächlich.
16, 17. Wann begann das geistige Fischen in den letzten Tagen, und wie hat Jehova es gesegnet?
16 Welchen Erfolg hatte der Fischzug im 20. Jahrhundert? Anfangs gab es relativ wenig Fischer. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs waren nur etwa viertausend eifrige Prediger der guten Botschaft tätig, fleißige Männer und Frauen, in der Mehrzahl Gesalbte. Sie warfen ihre Netze überall dort aus, wo Jehova es möglich machte, und viele Seelen wurden lebendig gefangen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erschloß Jehova neue Gewässer, in denen gefischt werden konnte. Missionare, die die Wachtturm-Bibelschule Gilead besucht hatten, gingen in zahlreichen Ländern in dem Werk bahnbrechend voran. Länder wie Japan, Italien und Spanien, die zunächst recht unfruchtbar zu sein schienen, brachten einen reichen Ertrag an Menschen. Unlängst haben wir auch erfahren, wie erfolgreich das Fischen in Osteuropa gewesen ist.
17 In vielen Ländern sind die Netze beinahe zum Bersten voll. Die große Ernte an Menschen macht es nötig, daß neue Versammlungen und Kreise organisiert werden, für die ständig neue Königreichssäle und Kongreßsäle gebaut werden müssen. Mehr Älteste und Dienstamtgehilfen werden benötigt, die sich der Mehrung annehmen. 1919 wurde von den Treuen ein gewaltiges Werk begonnen. Jesaja 60:22 hat sich buchstäblich erfüllt. ‘Der Kleine ist zu einem Tausend geworden’, denn aus jenen viertausend Fischern sind bis heute über vier Millionen geworden. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht.
18. Wie können wir das vortreffliche Beispiel der Menschenfischer des ersten Jahrhunderts nachahmen?
18 Was bedeutet das für jeden einzelnen von uns? Aus der Bibel erfahren wir, daß Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes, als sie eingeladen wurden, Menschenfischer zu werden, ‘alles verließen und Jesus folgten’ (Lukas 5:11). Welch ein vorzügliches Beispiel des Glaubens und der Hingabe! Können wir denselben Geist der Selbstaufopferung entwickeln, dieselbe Bereitschaft, Jehova zu dienen, koste es, was es wolle? Millionen antworten mit „Ja“. Im ersten Jahrhundert fischten die Jünger überall dort nach Menschen, wo Jehova es ihnen gestattete. Ob unter Juden oder Nichtjuden — sie fischten ohne Vorbehalt. Predigen auch wir uneingeschränkt und vorurteilslos jedem.
19. Was sollten wir tun, wenn die Gewässer, in denen wir fischen, unergiebig zu sein scheinen?
19 Was aber, wenn unser Gebiet gegenwärtig unergiebig zu sein scheint? Lassen wir uns nicht entmutigen. Vergessen wir eines nicht: Jesus füllte das Netz der Jünger, nachdem sie die ganze Nacht erfolglos gefischt hatten. In geistiger Hinsicht kann es genauso sein. In Irland mühten sich treue Zeugen beispielsweise jahrelang mit mäßigem Erfolg ab. Das hat sich jedoch in jüngster Zeit geändert. Im Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1991 wird berichtet, daß Irland bis zum Ende des Dienstjahres 1990 29 aufeinanderfolgende Höchstzahlen erreichen konnte. Vielleicht trägt unser Gebiet eines Tages ebenso Frucht. Fischen wir also weiter, solange Jehova es gestattet.
20. Wann sollten wir nach Menschen fischen?
20 In Israel gingen die Fischer ihrer Arbeit nachts nach, während alle anderen in ihrem warmen Bett lagen. Sie fuhren nicht hinaus, wann es ihnen behagte, sondern zu einer Zeit, wo sie die meisten Fische fangen konnten. Auch wir sollten unser Gebiet daraufhin untersuchen, wann die meisten Menschen zu Hause und aufnahmefähig sind, um dann „fischen“ zu gehen. Das kann in den Abendstunden sein, am Wochenende oder zu anderen Zeiten. Wann immer es ist, wir wollen alles uns Mögliche tun, um Menschen mit der rechten Herzenseinstellung zu finden.
21. Woran sollten wir denken, wenn unser Gebiet häufig bearbeitet wird?
21 Wie verhält es sich allerdings, wenn unser Gebiet häufig bearbeitet wird? Weltweit klagen die berufsmäßigen Fischer oft darüber, daß ihre Fanggründe überfischt sind. Könnte in unseren geistigen Fanggründen zuviel gefischt werden? Eigentlich nicht. In vielen Gebieten stellt sich Mehrung ein, obwohl sie häufig bearbeitet werden. Einige bringen sogar besseren Ertrag, weil sie gut bearbeitet werden. Wenn wir unser Gebiet oft durcharbeiten, sollten wir uns besonders bemühen, alle, die nicht zu Hause waren, zu notieren und später aufzusuchen. Prägen wir uns verschiedene Gesprächsthemen ein. Behalten wir auch im Sinn, daß bald wieder jemand vorsprechen wird, und bleiben wir daher nicht länger, als wir erwünscht sind. So werden wir die Wohnungsinhaber nicht unabsichtlich gegen uns aufbringen. Und wir sollten die Fähigkeit entwickeln, im Straßendienst und auf informelle Weise Zeugnis zu geben. Lassen wir unsere geistigen Netze bei jeder Gelegenheit und auf jede mögliche Weise hinab.
22. Welches großartige Vorrecht haben wir gegenwärtig?
22 Denken wir stets daran: Diese Art des Fischens ist sowohl für die Fischer als auch für die Fische von Nutzen. Wenn diejenigen, die wir fangen, ausharren, können sie ewig leben. Paulus ermunterte Timotheus: „Bleibe bei diesen Dingen, denn dadurch, daß du dies tust, wirst du sowohl dich selbst als auch die retten, die auf dich hören“ (1. Timotheus 4:16). Jesus schulte seine Jünger im geistigen Fischen, und das Werk wird unter seiner Leitung immer noch durchgeführt. (Vergleiche Offenbarung 14:14-16.) Welch ein großartiges Vorrecht haben wir doch, unter Jesus tätig zu sein, um es zu vollenden! Wir wollen unsere Netze hinablassen, solange Jehova uns das gestattet. Welches größere Werk könnte es geben, als Seelen lebendig zu fangen!
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Was bedeuten das Schleppnetz und die Fische für uns?Der Wachtturm 1992 | 15. Juni
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Was bedeuten das Schleppnetz und die Fische für uns?
„Euch ist es gewährt, die heiligen Geheimnisse des Königreiches der Himmel zu verstehen“ (MATTHÄUS 13:11).
1, 2. Warum sollten wir uns für die Gleichnisse Jesu interessieren?
BEREITET es uns Freude, in ein Geheimnis eingeweiht zu werden oder ein Rätsel zu lösen? Wie wäre es, wenn wir dadurch unsere Rolle in Gottes Vorsatz genauer verstehen könnten? Glücklicherweise erhalten wir durch ein Gleichnis Jesu einen solchen vertraulichen Einblick. Viele, die das Gleichnis seinerzeit hörten, konnten nichts damit anfangen, und es hat seitdem zahllose weitere Menschen vor ein Rätsel gestellt. Wir können es jedoch verstehen.
2 Beachten wir, was Jesus in Matthäus, Kapitel 13 über den Gebrauch von Gleichnissen sagte. Seine Jünger fragten ihn einmal: „Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen?“ (Matthäus 13:10). Ja, warum redete Jesus in Gleichnissen, die die meisten Menschen nicht verstanden? Seine Antwort finden wir in den Versen 11 bis 13: „Euch ist es gewährt, die heiligen Geheimnisse des Königreiches der Himmel zu verstehen, jenen Leuten aber ist es nicht gewährt. ... Deshalb rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie, obgleich sie schauen, vergeblich schauen und, obgleich sie hören, vergeblich hören und auch den Sinn davon nicht erfassen.“
3. Inwiefern kann uns ein Verständnis der Gleichnisse Jesu von Nutzen sein?
3 Jesus führte dann Jesaja 6:9, 10 an, wo ein geistig taubes und blindes Volk beschrieben wird. Wir müssen diesem allerdings nicht gleichen. Wenn wir Verständnis erlangen und im Einklang mit Jesu Gleichnissen handeln, können wir sehr glücklich sein — jetzt und in alle Ewigkeit. Das versprach uns Jesus liebevoll mit den Worten: „Glücklich ... sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören“ (Matthäus 13:16). Diese Zusicherung bezieht sich zwar auf alle Gleichnisse Jesu, aber wir wollen uns jetzt nur mit dem kurzen Gleichnis vom Schleppnetz befassen, das in Matthäus 13:47-50 aufgezeichnet ist.
Ein höchst bedeutsames Gleichnis
4. Was erzählte Jesus gemäß Matthäus 13:47-50 in Form eines Gleichnisses?
4 „Das Königreich der Himmel [ist] einem Schleppnetz gleich, das ins Meer hinabgelassen wurde und Fische von jeder Art zusammenbrachte. Als es voll wurde, zog man es herauf an den Strand, und nachdem man sich gesetzt hatte, las man die vortrefflichen in Gefäße zusammen, die unbrauchbaren aber warf man weg. So wird es beim Abschluß des Systems der Dinge sein: Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten trennen und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird ihr Weinen und ihr Zähneknirschen sein.“
5. Welche Fragen entstehen bezüglich der Bedeutung des Gleichnisses vom Schleppnetz?
5 Wir haben wahrscheinlich schon einmal — zumindest in einem Film oder im Fernsehen — Männer gesehen, die mit einem Netz fischten. Daher können wir uns die Handlung des Gleichnisses Jesu ohne weiteres vorstellen. Wie verhält es sich jedoch mit bestimmten Einzelheiten und ihrer Bedeutung? Jesus sagte zum Beispiel, dieses Gleichnis handle vom „Königreich der Himmel“. Er wollte damit doch bestimmt nicht sagen, daß es im Königreich Menschen von „jeder Art“ — vortreffliche und unbrauchbare oder böse — geben wird. Und wer fischt eigentlich? Erfolgte das Fischen und das Trennen der Fische in den Tagen Jesu, oder beschränkt es sich vielleicht auf unsere Zeit, auf den „Abschluß des Systems der Dinge“? Welche Rolle spielen wir in dem Gleichnis? Wie können wir es vermeiden, zu denen zu gehören, die weinen und mit den Zähnen knirschen?
6. (a) Warum sollten wir sehr daran interessiert sein, das Gleichnis vom Schleppnetz zu verstehen? (b) Was ist ein Schlüssel zu seinem Verständnis?
6 Wie diese Fragen erkennen lassen, ist das Gleichnis keineswegs leicht zu verstehen. Doch vergessen wir nicht die Worte: „Glücklich ... sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören.“ Wir wollen versuchen, die Bedeutung des Gleichnisses zu ergründen, damit diesbezüglich unsere Ohren nicht unempfänglich und unsere Augen nicht verschlossen sind. Eigentlich verfügen wir bereits über einen wichtigen Schlüssel, um den Sinn zu erschließen. Der vorige Artikel zeigte, wie Jesus galiläische Fischer einlud, ihre Beschäftigung aufzugeben und sich der sinnbildlichen Tätigkeit des „Menschenfischens“ zu widmen (Markus 1:17). Zu einem von ihnen sagte Jesus: „Von nun an wirst du Menschen lebendig fangen“ (Lukas 5:10).
7. Was veranschaulichte Jesus mit den Fischen, von denen er sprach?
7 Dementsprechend stellen die Fische in dem Gleichnis Menschen dar. Wenn in Matthäus 13:49 vom Trennen der Bösen von den Gerechten die Rede ist, heißt das also nicht, daß gerechte und böse Wassertiere voneinander getrennt werden, sondern Menschen, die gerecht oder böse sind. Auch soll uns Vers 50 nicht den Gedanken vermitteln, Meereslebewesen würden weinen oder mit den Zähnen knirschen. Das Gleichnis handelt statt dessen davon, daß Menschen eingesammelt und später voneinander getrennt werden, wobei es sich um eine sehr ernste Angelegenheit handelt, wie der Ausgang zeigt.
8. (a) Was lehrt uns das, was mit den unbrauchbaren Fischen geschah? (b) Welche Schlußfolgerung kann in Anbetracht dessen, was über die unbrauchbaren Fische gesagt wurde, hinsichtlich des Königreiches gezogen werden?
8 Beachten wir, daß die unbrauchbaren Fische, das heißt die Bösen, in den Feuerofen geworfen werden, wo sie weinen und mit den Zähnen knirschen. An anderer Stelle erwähnte Jesus dieses Weinen und Zähneknirschen in Verbindung mit Personen, die sich außerhalb des Königreiches befinden (Matthäus 8:12; 13:41, 42). Und gemäß Matthäus 5:22 und 18:9 sprach er sogar von einer „feurigen Gehenna“, womit er die ewige Vernichtung bezeichnete. Zeigt das nicht, wie wichtig es ist, die Bedeutung dieses Gleichnisses zu verstehen und entsprechend zu handeln? Jeder weiß, daß es in Gottes Königreich keine Bösen gibt noch jemals geben wird. Wenn Jesus also sagte, daß „das Königreich der Himmel einem Schleppnetz gleich“ ist, muß er gemeint haben, daß es in Verbindung mit dem Königreich Gottes so etwas wie ein Netz gibt, das hinabgelassen wird, um verschiedene Arten von Fischen einzusammeln.
9. Welche Rolle spielen Engel in dem Gleichnis vom Schleppnetz?
9 Nachdem das Netz hinabgelassen wurde und die Fische eingesammelt worden sind, findet ein Trennungswerk statt. Wer ist nach Jesu Worten daran beteiligt? Aus Matthäus 13:49 geht hervor, daß es sich bei den Fischern, die das Trennen vornehmen, um Engel handelt. Jesus sprach also davon, daß Engel ein Hilfsmittel auf der Erde beaufsichtigen, das benutzt wird, um Menschen kenntlich zu machen — einige sind gut und für das Königreich der Himmel brauchbar, andere erweisen sich für diese Berufung als ungeeignet.
Das Fischen — Wann?
10. Was läßt darauf schließen, daß sich das Fischen über einen längeren Zeitraum erstrecken würde?
10 Der Kontext läßt erkennen, wann sich das abspielen sollte. Kurz vorher hatte Jesus in einem Gleichnis erzählt, daß vortrefflicher Samen auf ein Feld gesät wurde. Danach säte jemand jedoch Unkraut über das Feld, das die Welt darstellt. Wie Jesus in Matthäus 13:38 erklärte, ist der vortreffliche Same ein Sinnbild für die „Söhne des Königreiches; das Unkraut aber sind die Söhne dessen, der böse ist“. Beides wuchs viele Jahrhunderte lang nebeneinander auf — bis zur Ernte am Abschluß des Systems der Dinge. Dann wurde das Unkraut vom Weizen getrennt und anschließend verbrannt. Ziehen wir eine Parallele zu dem Gleichnis vom Schleppnetz, so erkennen wir, daß sich das Einsammeln von Geschöpfen in das Netz über einen längeren Zeitraum erstrecken würde (Matthäus 13:36-43).
11. Wie begann im ersten Jahrhundert ein internationaler Fischfang?
11 Wie das Gleichnis Jesu zeigt, sollten die Fische unterschiedslos eingesammelt werden; denn in das Schleppnetz kamen sowohl gute als auch unbrauchbare Fische. Zu Lebzeiten der Apostel bedienten sich die Engel, die den Fischfang leiten, Gottes christlicher Organisation, um „Fische“ zu fangen, die gesalbte Christen wurden. Vor Pfingsten 33 u. Z., als Jesus nach Menschen fischte, waren offenbar etwa 120 Jünger ins Netz gegangen (Apostelgeschichte 1:15). Doch unmittelbar nach der Gründung der Versammlung gesalbter Christen begann das Fischen mit dem Schleppnetz, und Tausende guter Fische wurden gefangen. Ab 36 u. Z. dehnte sich das Fischen noch weiter aus — auf internationale Gewässer —, als das Christentum Nichtjuden anzog, die Glieder der gesalbten Versammlung Christi wurden (Apostelgeschichte 10:1, 2, 23-48).
12. Was geschah nach dem Tod der Apostel?
12 Nachdem die Apostel vom Schauplatz abgetreten waren, gab es über die Jahrhunderte weiterhin Christen, die sich bemühten, die göttliche Wahrheit zu finden und daran festzuhalten. Zumindest einige von ihnen gelangten in Gottes Gunst, und er salbte sie mit heiligem Geist. Allerdings setzte nach dem Tod der Apostel ein umfassender Abfall ein, da ihr hemmender Einfluß nun fehlte (2. Thessalonicher 2:7, 8). Eine Organisation wuchs heran, die sich schamlos anmaßte, Gottes Versammlung zu sein. Sie behauptete zu Unrecht, die heilige, mit Gottes Geist gesalbte Nation zu sein, die mit Jesus herrschen sollte.
13. Wieso kann gesagt werden, daß die Christenheit beim Fischfang eine Rolle gespielt hat?
13 Ist anzunehmen, daß Menschen, die entgegen ihrer Behauptung keine treuen Christen waren, eine Rolle in dem Gleichnis vom Schleppnetz spielten? Es gibt einen Grund, dies zu bejahen. Das symbolische Schleppnetz schloß die Christenheit ein. Natürlich stimmt es, daß die katholische Kirche jahrhundertelang versucht hat, dem einfachen Volk die Bibel vorzuenthalten. Angehörige der Christenheit übernahmen jedoch im Laufe der Jahrhunderte eine Schlüsselrolle beim Übersetzen, Vervielfältigen und Verbreiten des Wortes Gottes. Die Kirchen gründeten in der Neuzeit Bibelgesellschaften, die für Bibelübersetzungen in den Sprachen ferner Länder sorgten. Außerdem sandten die Kirchen medizinisch ausgebildete Missionare und Lehrer aus, durch deren Tätigkeit die sogenannten Reischristen hervorgebracht wurden. So wurden große Mengen unbrauchbarer Fische eingesammelt, die nicht Gottes Wohlgefallen hatten. Doch zumindest kamen auf diese Weise Millionen von Nichtchristen mit der Bibel und einer — wenn auch verderbten — Form des Christentums in Berührung.
14. Inwiefern wurde das Fangen vortrefflicher Fische durch die Tätigkeit der Kirchen der Christenheit unterstützt?
14 Gleichzeitig strengten sich die verstreut lebenden Treuen, die an Gottes Wort festhielten, nach bestem Vermögen an. Sie bildeten jeweils Gottes wahre gesalbte Versammlung auf der Erde. Und wir dürfen davon überzeugt sein, daß auch sie Fische fingen, das heißt Menschen, von denen viele in Gottes Augen vortrefflich waren und die er mit seinem Geist salbte (Römer 8:14-17). Diese vortrefflichen Bekenner des Christentums waren in der Lage, anderen die biblische Wahrheit zu vermitteln, und zwar vielen, die entweder Reischristen geworden waren oder anhand der in ihre Sprache übersetzten Bibeln, für die die Bibelgesellschaften der Christenheit gesorgt hatten, bereits eine beschränkte biblische Erkenntnis erlangt hatten. Das Einsammeln der vortrefflichen Fische ging tatsächlich voran, obwohl die von der Christenheit gesammelten Fische von Gottes Standpunkt aus zumeist unbrauchbar waren.
15. Was genau stellt das Schleppnetz in dem Gleichnis dar?
15 Das Schleppnetz stellt somit ein irdisches Werkzeug dar, das sich als Gottes Versammlung ausgibt und Fische einsammelt. Es schließt sowohl die Christenheit als auch die Versammlung gesalbter Christen ein, wobei letztere die Einsammlung vortrefflicher Fische fortgesetzt haben, und das unter der unsichtbaren Leitung der Engel, wie aus Matthäus 13:49 hervorgeht.
Unsere besondere Zeit
16, 17. Warum ist die Zeit, in der wir leben, so bedeutsam, was die Erfüllung des Gleichnisses vom Schleppnetz betrifft?
16 Befassen wir uns nun einmal mit dem Zeitfaktor. Jahrhundertelang wurden mit dem Schleppnetz neben vortrefflichen Fischen auch viele unbrauchbare oder böse eingesammelt. Dann kam für die Engel die Zeit, ein entscheidendes Trennungswerk einzuleiten. Wann war das? Nun, in Vers 49 wird deutlich gezeigt, daß es beim „Abschluß des Systems der Dinge“ sein sollte. Das entspricht dem, was Jesus in dem Gleichnis von den Schafen und den Böcken sagte: „Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen. Und alle Nationen werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen voneinander trennen, so wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken trennt“ (Matthäus 25:31, 32).
17 Somit ist in Übereinstimmung mit Matthäus 13:47-50 seit dem Beginn des „Abschlusses des Systems der Dinge“ im Jahre 1914 unter der Leitung von Engeln ein entscheidendes Trennungswerk im Gange. Das wurde besonders nach 1919 ersichtlich, als der Überrest der Gesalbten aus einer zeitweiligen geistigen Knechtschaft oder Gefangenschaft befreit und dadurch ein wirkungsvolleres Werkzeug für das Fischen wurde.
18. Inwiefern sind die vortrefflichen Fische in Gefäße gesammelt worden?
18 Was sollte mit den ausgesonderten vortrefflichen Fischen geschehen? In Vers 48 heißt es mit Bezug auf die Engel, die als Fischer auch die Trennung vornahmen: „Man [las] die vortrefflichen [Fische] in Gefäße zusammen, die unbrauchbaren aber warf man weg.“ Die Gefäße sind schützende Behälter, in die die vortrefflichen Fische gelegt werden. Ist das in unserer Zeit geschehen? Auf jeden Fall. Die symbolischen vortrefflichen Fische sind lebendig gefangen und in die Versammlungen wahrer Christen eingesammelt worden. Diese mit Gefäßen vergleichbaren Versammlungen dienen dazu, die Fische zu beschützen und sie sozusagen für den Dienst Gottes aufzubewahren. Jemand könnte jedoch sagen: „Das ist alles schön und gut, aber was hat es mit meinem gegenwärtigen Leben und mit meiner Zukunft zu tun?“
19, 20. (a) Warum ist es heute so wichtig, die Bedeutung des Gleichnisses zu verstehen? (b) Welcher bedeutsame Fischfang wurde von 1919 an durchgeführt?
19 Die Erfüllung des Gleichnisses beschränkte sich nicht auf die Jahrhunderte von der Zeit der Apostel bis 1914. Während dieser Zeit wurden mit Hilfe der schleppnetzgleichen Vorkehrung sowohl scheinbare als auch wahre Bekenner des Christentums eingesammelt. Ja, es handelte sich um eine Einsammlung von unbrauchbaren und von vortrefflichen Fischen. Das von den Engeln verrichtete Trennungswerk endete auch ganz sicher nicht um das Jahr 1919. In gewisser Hinsicht erfüllt sich das Gleichnis vom Schleppnetz sogar noch in unserer Zeit. Es geht dabei um uns und um unsere unmittelbare Zukunft. Wir müssen unbedingt verstehen, inwiefern und warum das so ist, damit folgende Worte auf uns zutreffen: „Glücklich ... sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören“, nämlich mit Verständnis (Matthäus 13:16).
20 Uns ist wahrscheinlich bekannt, daß der gesalbte Überrest von 1919 an das Predigtwerk eifrig durchführte, wobei er mit den Engeln zusammenwirkte, die das sinnbildliche Schleppnetz weiterhin benutzten, um Fische an Land zu ziehen, und die vortrefflichen von den unbrauchbaren trennten. Statistische Aufzeichnungen aus jener Zeit belegen, daß das Fischen vortrefflicher Fische, die mit Gottes Geist gesalbt wurden, weiterging und die letzten der 144 000 mit Hilfe des sinnbildlichen Netzes eingesammelt wurden (Offenbarung 7:1-4). Aber Mitte der 30er Jahre war das Sammeln vortrefflicher Fische, die für die Salbung mit heiligem Geist vorgesehen waren, im wesentlichen abgeschlossen. Sollte die Versammlung des gesalbten Überrestes das Netz dann sozusagen wegwerfen, es sich bequem machen und untätig auf ihren himmlischen Lohn warten? Keineswegs.
Unser Anteil am Fischen
21. Welches andere Fischen geht in unserer Zeit vor sich? (Lukas 23:43).
21 Jesu Gleichnis vom Schleppnetz lenkte die Aufmerksamkeit auf vortreffliche Fische, die mit einem Platz im Königreich der Himmel belohnt werden sollten. Doch wie bereits im vorangegangenen Artikel gezeigt wurde, geht neben dem Fischen, von dem das Gleichnis handelt, noch ein weiteres sinnbildliches Fischen vor sich, das einen gewaltigen Umfang angenommen hat. Dabei wird nicht nach den in Jesu Gleichnis erwähnten vortrefflichen Fischen, den Gesalbten, gefischt, sondern nach anderen lebendig zu fangenden sinnbildlichen Fischen, die die wunderbare Hoffnung erhalten sollen, auf einer paradiesischen Erde zu leben (Offenbarung 7:9, 10; vergleiche Matthäus 25:31-46).
22. Welchen glücklichen Ausgang können wir miterleben, und was wäre die Alternative?
22 Wenn wir diese Hoffnung haben, können wir uns darüber freuen, daß Jehova das lebensrettende Fischen bis heute fortsetzen ließ. Dadurch ist es auch für uns möglich geworden, eine großartige Erwartung zu hegen. Eine Erwartung? Ja, es ist angebracht, dieses Wort zu gebrauchen, denn der Ausgang hängt letztlich von unserer unerschütterlichen Treue gegenüber demjenigen ab, der den noch andauernden Fischzug leitet (Zephanja 2:3). Behalten wir im Sinn, daß es gemäß dem Gleichnis nicht für alle Fische, die mit dem Schleppnetz herausgeholt werden, gut ausgeht. Wie Jesus sagte, würden die Gerechten und die unbrauchbaren Fische oder Bösen voneinander getrennt werden. Wozu? In Matthäus 13:50 beschrieb er die schwerwiegenden Folgen für die letzteren. Sie werden in den Feuerofen geworfen, was ewige Vernichtung bedeutet (Offenbarung 21:8).
23. Warum ist das Fischen heute so wichtig?
23 Den vortrefflichen Fischen, den Gesalbten, und den sinnbildlichen Fischen, die einmal ewig auf der Erde leben werden, steht eine herrliche Zukunft bevor. Aus gutem Grund sorgen die Engel somit dafür, daß gerade jetzt auf der ganzen Erde ein erfolgreicher Fischzug durchgeführt wird. Und welch ein Fang dabei gemacht wird! Man könnte ohne weiteres sagen, daß dieser Fang ebenso wunderbar ist wie der buchstäbliche Fischfang, den die Apostel machten, als sie einst auf das Geheiß Jesu ihre Netze hinabließen.
24. Wozu sollten wir in Verbindung mit dem geistigen Fischen entschlossen sein?
24 Beteiligen wir uns so eifrig wie möglich an diesem lebensrettenden Werk des geistigen Fischens, das heute durchgeführt wird? Ganz gleich, welchen Anteil wir als einzelne bisher daran hatten, ist es auf alle Fälle für jeden von uns von Nutzen, das zu betrachten, was weltweit in dem großartigen Werk bereits erreicht worden ist. Es sollte uns anregen, von jetzt an die Netze mit noch größerem Eifer zum Fang hinabzulassen. (Vergleiche Matthäus 13:23; 1. Thessalonicher 4:1.)
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