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  • Auf Christi Gegenwart Licht werfen
    Der Wachtturm 1993 | 1. Mai
    • Auf Christi Gegenwart Licht werfen

      „Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird ...[,] wird [er] die Menschen voneinander trennen“ (MATTHÄUS 25:31, 32).

      1. Wie haben die Geistlichen der Christenheit die Worte aus Matthäus 24:3 interpretiert?

      DREI Tage vor Jesu Tod traten vier seiner Jünger an ihn heran und fragten ihn in aller Aufrichtigkeit: „Sage uns, wann wird das geschehen? und was wird das Zeichen sein für dein Kommen [griechisch: parousía] und für das Ende der Welt?“ Jahrhundertelang haben Geistliche und Kommentatoren der Christenheit diese Worte aus Matthäus 24:3 (nach Martin Luther) dahin gehend interpretiert, daß Jesus wieder im Fleisch sichtbar sein würde, so daß er von allen Menschen gesehen werden könne. Nach ihrer Auffassung soll die Wiederkunft Christi mit großem Aufwand und in sichtbarer Pracht vor sich gehen. Sie sprechen davon als von dem zweiten Kommen Christi. Sind diese Behauptungen aber stichhaltig?

      2, 3. (a) Welche Unterscheidung wurde im 2. Band der Schriftstudien zwischen den Wörtern „Kommen“ und „Gegenwart“ gemacht? (b) Was verstand Jehovas Volk in bezug auf die parousía Christi?

      2 Schon 1889 war die Ansicht der Gesalbten Jehovas, der Lichtträger des 19. Jahrhunderts, in bezug auf die Wiederkunft Christi klargestellt worden. Im 2. Band der Schriftstudien (Seite 154 bis 156) schrieb Charles T. Russell, der erste Präsident der Watch Tower Bible and Tract Society: „parusia bedeutet Gegenwart und sollte nie mit kommen oder Zukunft oder Ankunft übersetzt werden. ... es [bedeutet] nicht Kommen, als auf dem Wege seiend, sondern Gegenwart, nach erfolgter Ankunft ... [Jesus] sagt: ‚Gleichwie die Tage Noahs, also wird auch die Ankunft (Parusie, Gegenwart) des Sohnes des Menschen sein.‘ Beachte, daß der Vergleichungspunkt nicht zwischen dem Kommen Noahs und dem Kommen unseres Herrn liegt ... Die Vergleichung ist somit zwischen der Zeit der Gegenwart Noahs unter den Leuten ‚vor der Flut‘ und der Zeit der Gegenwart Christi in der Welt bei seinem zweiten Advent, vor dem Feuer — der außerordentlichen Trübsal des Tages des Herrn [Jehova], mit der dieses Zeitalter zu Ende geht“ (Matthäus 24:37).

      3 Jehovas Volk des 19. Jahrhunderts hatte also richtig erkannt, daß die parousía Christi unsichtbar sein würde. Es verstand auch, daß im Herbst 1914 die Zeiten der Nationen enden würden. Da das geistige Licht immer heller leuchtete, erkannte es später, daß Jesus Christus im gleichen Jahr (1914) im Himmel als König des Königreiches inthronisiert wurde (Sprüche 4:18; Daniel 7:13, 14; Lukas 21:24; Offenbarung 11:15).

      Die „Gegenwart unseres Herrn“

      4. Worauf bezieht sich die „Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus“?

      4 Was ist denn heute unter dem biblischen Ausdruck „Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus“ zu verstehen? (1. Thessalonicher 5:23). Ein Gräzist erklärt, daß der Ausdruck „Gegenwart“, parousía, „zum offiz[iellen] Ausdruck für den Besuch hervorragender Amtsträger, bes[onders] auch v[on] Königen und Kaisern in der Provinz“, wurde. Demnach bezieht sich dieser Ausdruck auf die Gegenwart des Herrn Jesus Christus als König seit 1914, das heißt nach seiner Inthronisierung im Himmel. Er ist unsichtbar gegenwärtig, um als regierender König den prophetischen Befehl auszuführen: „Schreite zur Unterwerfung inmitten deiner Feinde“ (Psalm 110:2). Seit etwa 79 Jahren verspüren nun die Menschen auf der Erde die Auswirkungen der unsichtbaren Gegenwart Christi als König.

      5. Welche Entwicklungen während der parousía werden in den drei Studienartikeln in dieser Zeitschrift betrachtet?

      5 In dieser dreiteiligen Artikelserie werden wir die offenkundigen Beweise für das Wirken des Königreiches Christi während dieser Zeit betrachten. Zunächst werden verschiedene biblische Prophezeiungen behandelt, in denen Ereignisse vorausgesagt wurden, die sich bereits erfüllt haben oder sich gegenwärtig erfüllen. Dann wird das gewaltige Werk beschrieben, das die Klasse des treuen und verständigen Sklaven durchführt, deren sich Jesus während der Zeit seiner Gegenwart als König bedient (Matthäus 24:45-47). Im dritten Artikel geht es um den großartigen Abschluß, die Zeit der „großen Drangsal“. Dabei handelt es sich um die Zeit, in der Jesus als Jehovas Urteilsvollstrecker kommt, um ungerechte Menschen zu vernichten und die gerechten zu befreien (Matthäus 24:21, 29-31). Der Apostel Paulus schrieb über diese Zeit der Vernichtung, daß denjenigen, die Drangsal erleiden, Erleichterung zuteil werden wird „bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit seinen mächtigen Engeln in flammendem Feuer, wenn er an denen Rache übt, die Gott nicht kennen, und an denen, die der guten Botschaft über unseren Herrn Jesus nicht gehorchen“ (2. Thessalonicher 1:7, 8).

      Das Zeichen

      6. Welches kombinierte Zeichen wird in Matthäus, Kapitel 24 und 25 beschrieben?

      6 Vor 1 900 Jahren baten die als Lichtträger dienenden Jünger Jesus um ein Zeichen oder um Beweise für seine künftige Gegenwart in königlicher Macht. In seiner Antwort, die in Matthäus, Kapitel 24 und 25 aufgezeichnet ist, nannte Jesus ein kombiniertes Zeichen, bestehend aus all den Einzelheiten, die gegenwärtig auf der ganzen Erde zu sehen sind. Das Eintreffen dieses Zeichens würde eine Zeit der Bedrängnis und großer Erprobung bedeuten. Jesus sagte warnend: „Seht zu, daß euch niemand irreführe; denn viele werden aufgrund meines Namens kommen und sagen: ‚Ich bin der Christus‘ und werden viele irreführen. Ihr werdet von Kriegen und Kriegsberichten hören; seht zu, daß ihr nicht erschreckt. Denn diese Dinge müssen geschehen, aber es ist noch nicht das Ende“ (Matthäus 24:4-6).

      7. Welche Einzelheiten des Zeichens haben sich seit 1914 vor unseren Augen erfüllt?

      7 Jesus sprach auch davon, daß es beispiellose Kriege geben würde. In der Erfüllung wurden zwei davon als Weltkriege bezeichnet: Der erste dauerte von 1914 bis 1918 und der zweite von 1939 bis 1945. Weiter sagte Jesus Lebensmittelknappheit voraus sowie Erdbeben an einem Ort nach dem anderen. Wahre Christen würden heftig verfolgt werden. Der Prophezeiung entsprechend haben Jehovas Zeugen, die heutigen Lichtträger, in den vergangenen acht Jahrzehnten Verfolgung erduldet, während sie die gute Botschaft von Gottes Königreich „auf der ganzen bewohnten Erde ... allen Nationen zu einem Zeugnis“ gepredigt haben (Matthäus 24:7-14). In jedem Jahrbuch der Zeugen Jehovas werden weitere Beweise dafür aufgezeigt, daß sich die letztgenannten Einzelheiten des Zeichens erfüllen.

      8, 9. (a) Was schließt Jesu Gegenwart als König alles ein? (b) Was zeigt Jesu Prophezeiung über falsche Christusse in bezug darauf, wo und wie seine Gegenwart erfolgen würde?

      8 Da sich Jesu Königtum über die ganze Erde erstreckt, dehnt sich die wahre Anbetung auf allen Kontinenten aus. Seine Gegenwart (parousía) als König ist eine Zeit weltweiter Besichtigung (1. Petrus 2:12). Gibt es indes eine Hauptstadt oder ein Zentrum, wo Jesus aufgesucht werden kann? Jesus beantwortete diese Frage, indem er vorhersagte, daß in Erwartung seiner Gegenwart falsche Christusse aufstehen würden. Er sagte warnend: „Wenn man daher zu euch sagt: ‚Siehe! Er [Christus] ist in der Wildnis‘, geht nicht hinaus; ‚Siehe! Er ist in den inneren Gemächern‘, glaubt es nicht. Denn so, wie der Blitz von östlichen Gegenden ausgeht und zu westlichen Gegenden hinüberleuchtet, so wird die Gegenwart [parousía] des Menschensohnes sein“ (Matthäus 24:24, 26, 27).

      9 Jesus, der „Menschensohn“, wußte besser als irgend jemand anders auf der Erde, wo er beim tatsächlichen Beginn seiner Gegenwart zu finden wäre. Er würde sich nicht hier oder dort, also nicht an einem bestimmten Ort auf der Erde aufhalten. Er würde auch nicht an einem einsamen Ort, sozusagen „in der Wildnis“, auftreten, so daß diejenigen, die den Messias suchten, ihn dort konsultieren könnten, wo sie unbeobachtet von der Regierung des Landes wären, an einem Ort, wo seine Nachfolger unter seiner Leitung ausgebildet und darauf vorbereitet werden könnten, ihn schließlich durch einen Staatsstreich als messianischen Herrscher der Welt einzusetzen. Er würde sich auch nicht in irgendwelchen „inneren Gemächern“ verbergen, an einem Ort, der nur einigen Auserwählten bekannt wäre und an dem er unbeobachtet und unentdeckt eine Verschwörung organisieren und mit seinen Helfershelfern geheime Pläne zum Sturz der weltlichen Regierungen schmieden und sich zum verheißenen Messias salben lassen könnte. Keineswegs!

      10. Inwiefern leuchten weltweit Blitze der biblischen Wahrheit auf?

      10 Im Gegenteil, das Kommen Jesu als König zu Beginn seiner Gegenwart sollte nicht geheimgehalten werden. Wie von Jesus vorhergesagt, leuchten ständig weltweit über großen Gebieten — von östlichen Gegenden bis zu westlichen Gegenden — Blitze der biblischen Wahrheit auf. Als neuzeitliche Lichtträger erweisen sich Jehovas Zeugen tatsächlich als ein ‘Licht der Nationen, damit Jehovas Rettung bis zum äußersten Ende der Erde gelangt’ (Jesaja 49:6).

      Die Tätigkeit der Engel

      11. (a) Wie werden Engelscharen gebraucht, um das Königreichslicht auszusenden? (b) Wann und in welche Gruppe sind Mitglieder der Weizenklasse eingesammelt worden?

      11 In anderen Texten, in denen von Jesu Gegenwart die Rede ist, heißt es, daß er von Engelscharen begleitet wird oder diese ‘aussendet’ (Matthäus 16:27; 24:31). Im Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut sagte Jesus zum Beispiel: „Das Feld ist die Welt.“ Und: „Die Ernte ist ein Abschluß eines Systems der Dinge, und die Schnitter sind Engel.“ Das bedeutet jedoch nicht, daß er während seiner Gegenwart in königlicher Macht und Herrlichkeit nur Engelboten zur Erfüllung von Aufgaben auf der Erde gebrauchen würde. Von 1919 an sammelten Engel unter der Leitung Jesu die Weizenklasse heraus, das heißt die geistgezeugten Gesalbten auf der Erde, die durch die Ereignisse des Ersten Weltkrieges zerstreut worden waren, und sie wurden auf weitere Tätigkeit im Namen des Königs vorbereitet (Matthäus 13:38-43). In den 20er Jahren bezogen weitere Tausende Stellung für Gottes aufgerichtetes Königreich und wurden mit Gottes Geist gesalbt. Diese Gesalbten wurden dann dem ursprünglichen Überrest hinzugefügt. Als Gesamtheit bilden sie die heutige Klasse des treuen und verständigen Sklaven.

      12. An welcher Reinigung waren die Engel beteiligt, und welche Folgen hatte dies für die Erde?

      12 Ein weiteres Beispiel, das das Mitwirken der Engel während der Gegenwart Jesu im Anschluß an seine Inthronisierung im Jahre 1914 zeigt, ist in Offenbarung 12:7-9 aufgezeichnet: „Michael [Jesus Christus] und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und der Drache und seine Engel kämpften, doch gewann er nicht die Oberhand, auch wurde für sie keine Stätte mehr im Himmel gefunden. Und hinabgeschleudert wurde der große Drache — die Urschlange —, der Teufel und Satan genannt wird, der die ganze bewohnte Erde irreführt; er wurde zur Erde hinabgeschleudert, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeschleudert.“ Die Himmel droben sind jetzt also gereinigt; nun braucht nur noch der irdische Bereich des Königreiches vollständig gereinigt zu werden, damit der Name Jehovas geheiligt wird. Heute, im Jahre 1993, gilt die göttliche Warnung immer noch: „Wehe der Erde ..., weil der Teufel zu euch hinabgekommen ist und große Wut hat, da er weiß, daß er nur eine kurze Frist hat“ (Offenbarung 12:12).

      Die himmlische Auferstehung

      13, 14. (a) Was geht gemäß den Hinweisen der Bibel seit 1918 vor sich? (b) Was offenbarten Paulus und Johannes in bezug auf den gesalbten Überrest heute?

      13 Der Beginn der himmlischen Auferstehung ist ein weiteres erstaunliches Ereignis, das in die Zeit der Gegenwart Christi fällt. Der Apostel Paulus wies darauf hin, daß die gesalbten Christen, die schon seit langem in ihren Gräbern schlafen, die ersten wären, die lebendig gemacht und dann mit Christus Jesus im himmlischen Bereich leben würden. In den vergangenen Jahren sind die Beweise dafür aufgezeigt worden, daß diese Auferstehung offenbar seit 1918 im Gang ist. Paulus schrieb: „In dem Christus [werden] alle lebendig gemacht werden. Jeder aber in seinem eigenen Rang: Christus, der Erstling, danach die, die dem Christus angehören, während seiner Gegenwart [parousía]“ (1. Korinther 15:22, 23). Diese Auferstehung der Gesalbten während Christi Gegenwart wird in 1. Thessalonicher 4:15-17 bestätigt: „Dies sagen wir euch durch Jehovas Wort, daß wir, die Lebenden, die bis zur Gegenwart [parousía] des Herrn am Leben bleiben, denen keineswegs zuvorkommen werden, die im Tod entschlafen sind; ... die in Gemeinschaft mit Christus Verstorbenen werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die Lebenden, welche überleben, mit ihnen zusammen in Wolken entrückt werden zur Begegnung mit dem Herrn in der Luft.“ Eine so wunderbare Belohnung werden schließlich 144 000 Gesalbte, die dem Christus angehören, empfangen (Offenbarung 14:1).

      14 Wie Paulus zeigte, werden diejenigen vom gesalbten Überrest, die heute noch am Leben sind, nicht vor den treuen gesalbten christlichen Märtyrern und Jüngern früherer Zeiten ins Königreich eingehen. Der Apostel Johannes schrieb über die Gesalbten, die heute sterben: „Glücklich sind die Toten, die von dieser Zeit an in Gemeinschaft mit dem Herrn sterben. Ja, spricht der Geist, mögen sie ruhen von ihren mühevollen Arbeiten, denn die Dinge, die sie getan haben, gehen gleich mit ihnen“, das heißt dorthin, wo sie als Auferstandene leben werden (Offenbarung 14:13). Paulus erwähnte noch: „Seht, ich sage euch ein heiliges Geheimnis: Wir werden nicht alle im Tod entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden“ (1. Korinther 15:51, 52). Welch ein großartiges Wunder!

      15, 16. (a) Welches Gleichnis erzählte Jesus gemäß Lukas 19:11-15, und weshalb? (b) Was ist über die Erfüllung dieser Prophezeiung zu sagen?

      15 Als Jesus einmal mit einer Gruppe seiner Nachfolger über Gottes Königreich sprach, führte er ein Gleichnis an, um ihnen zu helfen, ihren falschen Standpunkt zu korrigieren. Der Bericht lautet: „Sie meinten, das Königreich Gottes werde sich augenblicklich zeigen. Daher sprach er: ‚Ein gewisser Mensch von vornehmer Geburt reiste in ein fernes Land, um Königsmacht für sich zu erlangen und zurückzukehren. Er rief zehn seiner Sklaven und gab ihnen zehn Minen und sprach zu ihnen: „Macht Geschäfte damit, bis ich komme.“ ... Als er schließlich zurückkam, nachdem er die Königsmacht erlangt hatte, gebot er, daß jene Sklaven, denen er das Silbergeld gegeben hatte, zu ihm gerufen würden, um festzustellen, was sie durch ihre geschäftliche Tätigkeit gewonnen hätten‘“ (Lukas 19:11-15).

      16 Jesus war jener „Mensch“, der in das „ferne Land“, in den Himmel, ging, um ein Königreich zu empfangen. Ihm wurde dieses Königreich im Jahre 1914 übergeben. Bald danach hielt Christus als König mit denen Abrechnung, die sich als seine Nachfolger bezeichneten, um festzustellen, inwieweit sie sich um die ihnen anvertrauten Königreichsinteressen gekümmert hatten. Es waren nur einige wenige treue Personen, die ausgewählt wurden und von ihrem Herrn das Lob zu hören bekamen: „Wohlgetan, guter Sklave! Weil du dich in einer sehr kleinen Sache als treu erwiesen hast, so habe Gewalt über zehn Städte“ (Lukas 19:17). Während der ganzen Zeit der Gegenwart Christi sollte nicht nur das Königreich eifrig gepredigt werden, sondern sollten auch Gottes Urteilssprüche über die Bösen verkündet werden, und die Beaufsichtigung dieses Werkes gehörte zu der Gewalt, die dem ‘guten Sklaven’ übertragen wurde.

      Weltweite Predigttätigkeit

      17. Durch welche Freude wird die parousía gekennzeichnet?

      17 Was sollte die parousía noch mit sich bringen? Die Predigttätigkeit und die Möglichkeit, Neuen zu helfen, sich auf das Überleben der bevorstehenden großen Drangsal vorzubereiten, würde große Freude bereiten. Diejenigen, die zur „großen Volksmenge“ gehören und den Überrest unterstützen, würden zu „Empfehlungsbriefen“ (Offenbarung 7:9; 2. Korinther 3:1-3). Paulus nahm auf die Freude in Verbindung mit diesem Erntewerk Bezug, wenn er sagte: „Was ist unsere Hoffnung oder Freude oder Krone des Frohlockens — nun, seid nicht tatsächlich ihr es? — vor unserem Herrn Jesus bei seiner Gegenwart [parousía]?“ (1. Thessalonicher 2:19).

      Bewahrt euch rein und untadelig

      18. (a) Welches Gebet des Paulus bezog sich auf die parousía? (b) Welchen Geist müssen wir alle in der heutigen Zeit bekunden, und wodurch bringen wir dies zum Ausdruck?

      18 Paulus betete auch um die Heiligung derer, die in der Zeit der Gegenwart Christi leben: „Der Gott des Friedens selbst heilige euch völlig. Und in jeder Hinsicht gesund, möge der Geist sowie Seele und Leib von euch Brüdern auf untadelige Weise bewahrt werden bei der Gegenwart [parousía] unseres Herrn Jesus Christus“ (1. Thessalonicher 5:23). Ja ganz gleich, ob wir zum gesalbten Überrest oder zu der großen Schar der anderen Schafe gehören — wir sind durch den Geist der Zusammenarbeit loyal miteinander verbunden, und wir bemühen uns, in dieser einmaligen Zeit rein und untadelig zu bleiben. Außerdem müssen wir Geduld üben. Jakobus schrieb: „Übt daher Geduld, Brüder, bis zur Gegenwart [parousía] des Herrn. ... befestigt euer Herz, denn die Gegenwart [parousía] des Herrn hat sich genaht“ (Jakobus 5:7, 8).

      19. Wovor warnte Petrus in Verbindung mit der parousía, und wie sollten wir reagieren?

      19 Auch der Apostel Petrus hat uns, die wir in der gegenwärtigen Zeit leben, etwas zu sagen. Er warnt uns vor Spöttern, von denen es in der ganzen Welt viele gibt. Petrus sagt: „Dies wißt zuerst, daß in den letzten Tagen Spötter mit ihrem Spott kommen werden, die gemäß ihren eigenen Begierden vorgehen und sagen: ‚Wo ist diese seine verheißene Gegenwart [parousía]? Ja, von dem Tag an, da unsere Vorväter im Tod entschlafen sind, gehen alle Dinge genauso weiter wie von Anfang der Schöpfung an‘“ (2. Petrus 3:3, 4). Trotz der unzähligen Spötter, die während der Gegenwart Christi auftreten, leuchten Jehovas Diener weiterhin als das Licht der Welt, damit noch viele gerettet werden können.

  • Ausgedehntes Wirken während Christi Gegenwart
    Der Wachtturm 1993 | 1. Mai
    • Ausgedehntes Wirken während Christi Gegenwart

      „Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: ‚Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet worden seid, erbt das Königreich, das von der Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist‘“ (MATTHÄUS 25:34).

      1. Inwiefern ist Christi parousía wie „die Tage Noahs“?

      DIE Gegenwart Christi — das lang ersehnte Ereignis! Die Zeit, von der Jesus in Verbindung mit dem „Abschluß des Systems der Dinge“ gesagt hatte, sie werde so sein wie „die Tage Noahs“, begann im Jahre 1914 (Matthäus 24:3, 37). Was bedeutete aber die Gegenwart oder parousía Christi für den gesalbten Überrest des „treuen und verständigen Sklaven“? (Matthäus 24:45). Es bedeutete für ihn, ein noch aktiverer Lichtträger zu werden. Wunderbare Dinge sollten geschehen. Der Beginn eines beispiellosen Erntewerks stand bevor.

      2. Welche Reinigung erfolgte in Erfüllung von Maleachi 3:1-5?

      2 Doch zuerst mußten diese gesalbten Christen gereinigt werden. Im Frühjahr 1918 kamen Jehova Gott und sein „Bote des Bundes“, Jesus Christus — wie in Maleachi 3:1-5 vorhergesagt worden war —, zur Besichtigung des geistigen Tempels. Das Gericht sollte beim „Hause Gottes“ anfangen (1. Petrus 4:17). In Maleachi 3:3 wurde vorausgesagt: „Er [Jehova] soll als Läuterer und Reiniger von Silber sitzen und soll die Söhne Levis reinigen; und er soll sie läutern wie Gold und wie Silber.“ Es war eine Zeit des Läuterns und Reinigens.

      3. Warum war diese geistige Reinigung unbedingt erforderlich?

      3 Im Verlauf dieses Gerichts, das 1918 seinen Höhepunkt erreichte, wurde der Überrest der Sklavenklasse von weltlicher und religiöser Befleckung gereinigt. Warum tat Jehova das? Weil es um seinen geistigen Tempel ging. Dabei handelt es sich um die tempelähnliche Einrichtung zur Anbetung Jehovas auf der Grundlage des Sühnopfers Jesu Christi. Jehova wünschte, daß sich sein Tempel in einem reinen Zustand befand, damit die vielen Anbeter mit irdischer Hoffnung, die dorthin gebracht würden, einen Ort vorfänden, an dem Gottes universelle Souveränität respektiert, sein Name geheiligt und seine gerechten Gesetze eingehalten werden. Aufgrund dessen würden sie Jehova richtig erkennen und sich dem Bekanntmachen seiner großartigen Vorsätze anschließen.

      Zusätzliche Vorrechte

      4, 5. (a) Mit welcher Frage Jesu wird heute jedes Glied der Sklavenklasse konfrontiert? (b) Wie sind die beiden Bezeichnungen „treuer und verständiger Sklave“ und „seine Hausknechte“ zu verstehen? (c) Welchen Auftrag gab Jesus dem Sklaven?

      4 Im Jahre 1919 konnte die gereinigte Sklavenklasse einer Tätigkeit entgegensehen, die sich immer weiter ausdehnen sollte. Bereits 1914 hatte Jesus Christus, ihr Herr, ein himmlisches Königreich empfangen. Als er zu seiner Hausgemeinschaft zurückkehrte, um seine „Hausknechte“ zu inspizieren, war er mit Königswürde bekleidet, was während seines irdischen Lebens nicht der Fall gewesen war. Was fand er vor? War die Sklavenklasse damit beschäftigt, die Interessen ihres Herrn wahrzunehmen? Gemäß Matthäus 24:45-47 stellte Jesus folgende Frage, durch die jeder gesalbte Jünger aufgefordert wurde, seine persönliche Ergebenheit gegenüber Jehovas Messias zu überprüfen: „Wer ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave, den sein Herr über seine Hausknechte gesetzt hat, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben? Glücklich ist jener Sklave, wenn ihn sein Herr bei der Ankunft so tuend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über seine ganze Habe setzen.“

      5 Jesu Beschreibung dieses treuen Sklaven paßt offensichtlich nicht auf eine Einzelperson. Sie paßt jedoch auf die treue gesalbte Versammlung Christi als Ganzes, als Gruppe. Die Hausknechte sind die einzelnen gesalbten Nachfolger Christi. Da Jesus wußte, daß er diese Gesalbten mit seinem eigenen Blut erkaufen würde, bezeichnete er sie passenderweise insgesamt als seinen Sklaven. In 1. Korinther 7:23 wird von ihnen gesagt: „Ihr [als Gesamtheit] seid um einen Preis erkauft worden; werdet nicht mehr Sklaven der Menschen.“ Jesus gab seiner Sklavenklasse den Auftrag, ihr Licht leuchten zu lassen, um andere Menschen zu gewinnen und zu Jüngern zu machen. Außerdem sollte sie seine Hausknechte laufend mit Nahrung versorgen, das heißt ihnen ihre geistige Speise zur rechten Zeit geben.

      6. Womit wurde der Sklave nach Jesu Besichtigung belohnt?

      6 Von Beginn der Gegenwart Christi bis zum Jahr 1918 war die Sklavenklasse trotz Unbeliebtheit und Verfolgung, ja sogar trotz eines gewissen Durcheinanders bemüht, den Hausknechten zeitgemäße Speise zu geben. Das stellte der Herr zu Beginn seiner Besichtigung fest. Der Herr Jesus war zufrieden, und 1919 pries er die als treu erfundene Sklavenklasse glücklich. Worin bestand die herrliche Belohnung, die der Sklave empfing, weil er das tat, womit ihn sein Herr beauftragt hatte? In einer Beförderung! Ja, er wurde mit größeren Aufgaben zur Förderung der Interessen seines Herrn betraut. Da der Herr nun ein himmlischer König war, wurde seine irdische Habe noch kostbarer.

      7, 8. (a) Was ist ‘die ganze Habe’ des Herrn? (b) Was erforderte die Übernahme der Aufsicht über diese Habe von dem Sklaven?

      7 Was ist denn „seine ganze Habe“? Offensichtlich sämtliche geistigen Werte auf der Erde, die Christus in Verbindung mit seiner Gewalt als himmlischer König zu eigen wurden. Das schließt ohne Zweifel den Auftrag ein, Jünger Christi zu machen, aber auch das wunderbare Vorrecht, unter allen Nationen der Welt als Vertreter des aufgerichteten Königreiches Gottes zu wirken.

      8 Diese Beförderung zur Aufsicht über die ganze Habe des Herrn erforderte von der Sklavenklasse, dem Königreichswerk mehr Zeit und mehr Aufmerksamkeit zu schenken, um es zu Ende zu führen, sowie größere Einrichtungen zur Durchführung dieses Werks zu schaffen. Sie hatte nun ein viel größeres Feld zur Bearbeitung — die ganze bewohnte Erde.

      Die Einsammlung der Schafe

      9. Was ist dadurch bewirkt worden, daß der Sklave sein Wirken ausgedehnt hat?

      9 Gehorsam dehnte die Klasse des treuen und verständigen Sklaven ihr Wirken aus. Mit welchem Ergebnis? Die letzten der 144 000 Gesalbten wurden eingesammelt. Anschließend wurde die in Offenbarung 7:9-17 aufgezeichnete Vision des Johannes zu einer begeisternden, herzerfrischenden Realität. Besonders seit 1935 sieht die Sklavenklasse, wie sich diese Vision fortlaufend erfüllt. Von überall her kommt eine mehrere Millionen zählende „große Volksmenge“ zur Anbetung Jehovas in den Bereich seines geistigen Tempels geströmt. Der Engel Jehovas sagte zu Johannes, niemand könne diese große Volksmenge zählen. Das bedeutet, daß der Zahl der Menschen, die von der Sklavenklasse in Jehovas geistigen Tempel gebracht werden sollen, keine Grenze gesetzt ist. Solange der Weg offensteht, wird dieses Einsammlungswerk fortdauern.

      10. Welcher liebevollen Tätigkeit widmet sich der Sklave heute?

      10 Die treue Sklavenklasse trägt die schwere Verantwortung, sich um die ständig wachsende Schar der „anderen Schafe“ zu kümmern in dem Bewußtsein, daß diese schafähnlichen Menschen aus allen Nationen dem Herrn, Jesus, lieb und teuer sind. Sie sind eigentlich seine Herde (Johannes 10:16; Apostelgeschichte 20:28; 1. Petrus 5:2-4). Deshalb kümmert sich die Sklavenklasse aus Liebe zum Herrn und zu den Schafen freudig um die geistigen Bedürfnisse der großen Volksmenge.

      11—13. Welche passende Äußerung machte der frühere Präsident der Watch Tower Society über die Tätigkeit des Sklaven?

      11 Ja, das ausgedehnte Wirken der als Lichtträger tätigen Sklavenklasse konzentriert sich zur Hauptsache auf die Einsammlung dieser irdischen Untertanen des Königreiches Gottes. Über das ausgedehnte Wirken des treuen Sklaven sagte F. W. Franz, der frühere Präsident der Watch Tower Society, nicht lange vor seinem Tod im Dezember 1992:

      12 „Meine 99 Lebensjahre haben mir gezeigt, daß Jesus Christus die Organisation auf immer wunderbarere Weise gebraucht. Es kann kein Mensch sein, der die Organisation leitet, sondern es muß der Herr Jesus Christus sein. Alles hat sich viel großartiger und wunderbarer entwickelt, als wir je gedacht hätten. Wir haben heute eine Organisation, die sich über die ganze Welt erstreckt. Sie wirkt auf der nördlichen und auf der südlichen Halbkugel, im Osten und im Westen. Nur einer kann für diese beachtenswerte Ausdehnung verantwortlich sein — der Sohn Gottes, der die Aufsicht über die Klasse des treuen und verständigen Sklaven führt. Er kommt seinen Verpflichtungen nach, und darauf ist die gewaltige Ausdehnung zurückzuführen, von der wir Zeuge sind.

      13 Es ist nicht das Werk eines einzelnen Menschen. Wir haben eine Organisation, die theokratisch ist und die auf theokratische Weise wirkt, das heißt von Gott geleitet wird. Keinem Menschen, auch nicht dem Gründer der Watch Tower Bible and Tract Society, können die durch das weltumspannende Werk erzielten Ergebnisse zugeschrieben werden. Es ist einfach wunderbar.“ Können nicht alle, die zur großen Volksmenge gehören, diesen von Bruder Franz geäußerten Gedanken von ganzem Herzen beipflichten? Ganz gewiß! Sie sind für das ausgedehnte Wirken des treuen Sklaven sehr dankbar.

      Untertanen des Königreiches

      14, 15. (a) Was zeigte Jesus in dem Gleichnis von den Talenten? (Matthäus 25:14-30). (b) Was folgt angebrachterweise in Matthäus, Kapitel 25?

      14 In Matthäus, Kapitel 25 beschrieb Jesus in dem Gleichnis von den Schafen und den Böcken das große Werk, durch das die irdischen Untertanen des Königreiches Gottes eingesammelt werden. In dem vorausgehenden Gleichnis von den Talenten hatte Jesus gezeigt, daß die gesalbten Jünger, die hoffen, mit ihm in seinem himmlischen Königreich zu regieren, tätig sein müssen, um seine irdische Habe zu vermehren. Passenderweise veranschaulichte er daher durch das folgende Gleichnis, was von denen verlangt wird, die Untertanen seines himmlischen Königreiches werden möchten.

      15 Beachten wir seine Worte gemäß Matthäus 25:31-33: „Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen. Und alle Nationen werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen voneinander trennen, so wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken trennt. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken.“

      16. Wie werden die Nationen versammelt und die Menschen voneinander getrennt?

      16 Jesus kam im Jahre 1914 in seiner Herrlichkeit. Er ging mit all seinen Engeln in die Offensive, indem er seine dämonischen Feinde angriff und aus dem Himmel warf. Was gemäß seinem Gleichnis danach geschah, läßt uns erkennen, daß dadurch, daß sich Jesus auf einen Thron der Herrlichkeit setzte, eine Gerichtszeit während seiner Gegenwart dargestellt wird. Das Versammeln aller Nationen vor Jesus bedeutet, daß er die Nationen, bildlich gesprochen, wie seine voraussichtliche Herde behandelt. Diese Herde besteht aus Schafen und Böcken. Bei einer buchstäblichen Herde erfordert es vielleicht ein paar Stunden, die Schafe von den Böcken zu trennen; doch das Trennen der Menschen auf der ganzen Erde, die einen freien Willen haben, dauert viel länger. Dem ist so, weil diese Trennung aufgrund der Handlungsweise jedes einzelnen erfolgt.

      17. Warum befinden sich heute alle Menschen in einer ernsten Lage?

      17 Aus dem Gleichnis geht hervor, daß der Hirte und König die schafähnlichen Menschen zu seiner Rechten stellt, die bockähnlichen zu seiner Linken. Diejenigen zur Rechten empfangen ein günstiges Urteil — ewiges Leben. Zur Linken zu stehen bedeutet ein ungünstiges Urteil — ewige Vernichtung. Es hat also weitreichende Folgen, wie der König in dieser Angelegenheit entscheidet.

      18. Warum kann sich niemand damit entschuldigen, daß der König unsichtbar ist?

      18 Niemand kann sich damit entschuldigen, daß der regierende Menschensohn während seiner Gegenwart oder parousía unsichtbar ist. Immer mehr schafähnliche Menschen schließen sich heute der Sklavenklasse an, um die gute Botschaft von Gottes Königreich in der ganzen Welt zu predigen und das Licht leuchten zu lassen. Ja, sie sind mit ihrer Predigttätigkeit bis in die entferntesten Winkel der Erde vorgedrungen (Matthäus 24:14).

      19. Welche charakteristischen Merkmale der Klasse der Schafe werden in dem Gleichnis von den Schafen und den Böcken veranschaulicht?

      19 Warum belohnt der Hirte und König die zu der Klasse der Schafe Gehörenden mit einer gesegneten Zukunft? Weil sie das Königreichspredigtwerk rückhaltlos unterstützen und weil sie seinen gesalbten Brüdern gefällig sind, was Jesus so betrachtet, als hätten sie ihm gegenüber so gehandelt. Der königliche Menschensohn sagt daher zu ihnen: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet worden seid, erbt das Königreich, das von der Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist“ (Matthäus 25:34; 28:19, 20).

      Dem König helfen

      20, 21. Wie beweisen die Schafe, daß sie auf der Seite des Königreiches stehen?

      20 Die Schafe sind überrascht, zu hören, daß der König sie auffordert, den irdischen Bereich des Königreiches Gottes zu erben. Sie fragen ihn: ‘Herr, wann haben wir all das für dich getan?’ Jesus antwortet: „Wahrlich, ich sage euch: In dem Maße, wie ihr es einem der geringsten dieser meiner Brüder getan habt, habt ihr es mir getan“ (Matthäus 25:40). Als Jesus am Tag seiner Auferstehung Maria Magdalene erschien und zu ihr sagte: „Geh ... zu meinen Brüdern hin“, sprach er von seinen geistigen Brüdern (Johannes 20:17). Während seiner unsichtbaren Gegenwart befindet sich nur noch ein kleiner Überrest seiner 144 000 geistigen Brüder im Fleisch auf der Erde.

      21 Da Jesus nun unsichtbar im Himmel ist, tun ihm die schafähnlichen Menschen all das Gute indirekt. Sie sehen ihn nur mit ihren Augen des Glaubens auf seinem Thron. Jesus schätzt jede ihrer Bemühungen zur Unterstützung seiner geistigen Brüder, seiner künftigen himmlischen Miterben. Was seinen Brüdern getan wird, beurteilt er so, als ob es ihm persönlich getan würde. Die schafähnlichen Menschen tun den Brüdern Christi bewußt Gutes, weil sie sie als Brüder Christi anerkennen. Sie wissen, daß die geistigen Brüder Jesu die Gesandten des Königreiches Jehovas sind, und sie wollen den konkreten Beweis erbringen, daß sie mit ihnen auf der Seite dieses Königreiches Stellung bezogen haben.

      22. Womit wird die Klasse der Schafe belohnt? (Vergleiche Offenbarung 7:14-17.)

      22 Jehova sah voraus, daß diese Klasse schafähnlicher Menschen während der Gegenwart seines Sohnes in Erscheinung treten würde, und er hält für sie eine wunderbare Belohnung bereit. Die große Volksmenge wird während der beglückenden Millenniumsherrschaft Jesu Christi, des Königs Jehovas, die Segnungen des Friedens auf der Erde erben.

      23. In welcher Hinsicht helfen die Schafe den Brüdern des Königs wissentlich?

      23 Was stellen wir fest, wenn wir biblische Prophezeiungen betrachten, die sich in der Zeit der Gegenwart Christi erfüllen, und dabei das Gleichnis Jesu von den Schafen und den Böcken berücksichtigen? Folgendes: Jemand wird nicht dadurch, daß er einem der geistigen Brüder des Königs unwissentlich oder zufällig etwas Gutes tut, zu einem Schaf, das vor Gott und seinem König gerecht dasteht. Nein, diejenigen, die zur Klasse der Schafe gehören, wissen, was sie tun, obwohl sie den regierenden König nicht mit ihren buchstäblichen Augen sehen. Sie bemühen sich, den Brüdern des Königs nicht nur materiell, sondern auch in geistiger Hinsicht beizustehen. Wie? Indem sie ihnen helfen, die gute Botschaft von Gottes Königreich zu predigen und Bibelstudien durchzuführen, um Jünger Christi zu machen. Deswegen gibt es heute über vier Millionen als Lichtträger tätige Verkündiger des Königreiches Gottes.

      Ausgedehntes Wirken

      24. Welche liebevollen Anstrengungen haben die zu der Sklavenklasse Gehörenden heute zu den glücklichsten Menschen auf der Erde gemacht?

      24 Laßt uns einige der vielen vortrefflichen Werke der treuen Sklavenklasse aufzählen. Erstens ist die Sklavenklasse über die ganze Habe des Herrn — seine Königreichsinteressen auf der Erde — gesetzt worden, und diese Habe wächst ständig. Zweitens versorgt diese Klasse nicht nur die gesalbten Hausknechte mit geistiger Speise, sondern auch eine fortwährend zunehmende große Volksmenge anderer Schafe. Drittens geht die Sklavenklasse im Verbreiten des Königreichslichts führend voran. Viertens konzentriert sich ihr ausgedehntes Wirken zur Hauptsache darauf, die große Volksmenge der anderen Schafe einzusammeln und sie zu Jehovas geistigem Tempel zu bringen. Fünftens sorgt die Sklavenklasse für die Erweiterung der Einrichtungen der Zweige in der ganzen Welt und der Zentrale in den Vereinigten Staaten, wobei die schafähnlichen Menschen sie rückhaltlos unterstützen. Diese liebevollen Anstrengungen haben die zu der Sklavenklasse Gehörenden heute zu den glücklichsten Menschen auf der Erde gemacht, und Millionen anderer Menschen sind dadurch ebenfalls glücklich geworden. Das alles ist Jehova Gott und Jesus Christus zu verdanken, die das ausgedehnte Wirken des verständigen Sklaven leiten.

      25. Wie können die Schafe die Sklavenklasse weiterhin unterstützen, und welche Aussicht haben sie?

      25 Die Sklavenklasse arbeitet zur Zeit härter denn je an den ihr von Gott übertragenen Aufgaben. Die bis zum Ausbruch der „großen Drangsal“ verbleibende Zeit ist beinahe abgelaufen (Matthäus 24:21). Wie dringend notwendig ist es daher für alle, die zu Gottes Schafen gehören, zur Rechten seines Hirten und Königs, das heißt auf der Seite der Gunst, zu verharren! Unterstützen wir deshalb alle eifrig den treuen und verständigen Sklaven! Nur dann werden eines Tages — und zwar sehr bald — alle schafähnlichen Menschen die beglückenden Worte hören können: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet worden seid, erbt das Königreich, das von der Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist.“

  • Befreiung bei der Offenbarung Jesu Christi
    Der Wachtturm 1993 | 1. Mai
    • Befreiung bei der Offenbarung Jesu Christi

      „Freut euch weiterhin, ... damit ihr euch auch während der Offenbarung seiner Herrlichkeit mit Frohlocken freuen könnt“ (1. PETRUS 4:13).

      1. Inwiefern hat Jehova seine Diener bereichert?

      JEHOVA hat seine Zeugen mit vielen Gaben bereichert. Als unser Großer Unterweiser hat er uns durch eine Fülle von Erkenntnissen über seinen Willen und seinen Vorsatz Licht gegeben. Mittels seines heiligen Geistes hat er uns die Fähigkeit verliehen, unser Licht freimütig leuchten zu lassen. Der Apostel Paulus schrieb unter Inspiration gemäß 1. Korinther 1:6, 7: „Das Zeugnis über den Christus [ist] unter euch befestigt worden ..., so daß ihr an gar keiner Gabe Mangel habt, während ihr sehnlich die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus erwartet.“

      2. Welche freudige Erwartung geht mit der „Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus“ einher?

      2 „Die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus“ — was ist damit gemeint? Diese Worte beziehen sich auf die Zeit, in der Jesus als glorreicher König geoffenbart wird, der darangeht, seine treuen Nachfolger zu belohnen und an den Gottlosen Rache zu üben. Aus 1. Petrus 4:13 geht hervor, daß es für geistgesalbte Christen, die ihre Lauterkeit bewahren, und für ihre loyalen Gefährten, die große Volksmenge, eine Zeit sein wird, in der sie sich „mit Frohlocken freuen“ können, da sich das Ende des Systems Satans ankündigt.

      3. In welcher Hinsicht müssen wir wie unsere Brüder in Thessalonich feststehen?

      3 Während diese Zeit herannaht, übt Satan in seinem Zorn immer größeren Druck auf uns aus. Einem brüllenden Löwen gleich sucht er uns zu verschlingen. Wir müssen daher feststehen (1. Petrus 5:8-10). Als unsere Brüder im alten Thessalonich noch neu in der Wahrheit waren, erlitten sie ähnliche Drangsale wie viele Zeugen Jehovas heute. Deshalb sind die Worte, die der Apostel Paulus an sie richtete, höchst bedeutsam für uns. Er schrieb: „Es [ist] von seiten Gottes gerecht ..., denen, die euch Drangsal bereiten, mit Drangsal zu vergelten, euch aber, die ihr Drangsal erleidet, mit Erleichterung zusammen mit uns bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit seinen mächtigen Engeln in flammendem Feuer, wenn er an denen Rache übt, die Gott nicht kennen, und an denen, die der guten Botschaft über unseren Herrn Jesus nicht gehorchen“ (2. Thessalonicher 1:6-8). Ja, Erleichterung wird kommen!

      4. Warum verdient die Geistlichkeit das Strafgericht, das bei Jesu Offenbarung vollzogen wird?

      4 Zur Zeit des Apostels Paulus verursachten die geistlichen Führer der Juden einen großen Teil der Drangsal. Auch heute geht der Widerstand gegen die friedliebenden Zeugen Jehovas häufig von angeblichen Vertretern Gottes aus, vor allem von Geistlichen der Christenheit. Sie geben zwar vor, Gott zu kennen, aber sie verwerfen den ‘e i n e n Jehova’ der Bibel, indem sie ihn durch eine mystische Dreieinigkeit ersetzen (Markus 12:29). Sie gehorchen der guten Botschaft über unseren Herrn Jesus nicht, sondern erhoffen sich Erleichterung durch die Menschenherrschaft und lehnen die gute Botschaft von der angebrochenen Herrschaft des Königreiches der Gerechtigkeit ab. Diese religiösen Gegner werden zur Zeit der „Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her“ mit Sicherheit allesamt umkommen.

      Das „Kommen“ Jesu Christi

      5. Welche anschauliche Schilderung seiner Offenbarung gab Jesus gemäß Matthäus 24:29, 30?

      5 Diese Offenbarung wurde gemäß Matthäus 24:29, 30 von Jesus anschaulich geschildert. In Verbindung mit der Beschreibung verschiedener Einzelheiten des Zeichens seiner Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge sagte er: „Die Sonne [wird] verfinstert werden, und der Mond wird sein Licht nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.“ Zu jener Zeit „wird das Zeichen des Menschensohnes im Himmel erscheinen“. Die Nationen der Erde werden sich „wehklagend schlagen, und sie werden den Menschensohn [Gottes messianischen König] mit Macht und großer Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen“. Dieses „Kommen“ (griechisch: erchómenon) bezieht sich auf das Erscheinen Jesu als Jehovas Rechtfertiger.

      6, 7. Inwiefern ‘wird jedes Auge ihn sehen’, und wer gehört ebenfalls dazu?

      6 Auch der Apostel Johannes beschrieb jenes „Kommen“, und zwar in Offenbarung 1:7, wo wir lesen: „Siehe! Er kommt mit den Wolken.“ Jesu Feinde werden ihn natürlich nicht mit ihren buchstäblichen Augen sehen, denn die „Wolken“ veranschaulichen, daß er unsichtbar kommt, um Gericht zu üben. Würden Menschen seine himmlische Herrlichkeit mit bloßem Auge sehen, würden sie ebenso geblendet wie Saulus, der auf der Straße nach Damaskus erblindete, als ihm der verherrlichte Jesus in einem großen, blitzenden Licht erschien (Apostelgeschichte 9:3-8; 22:6-11).

      7 In der Offenbarung heißt es weiter: „Jedes Auge wird ihn sehen, auch die, die ihn durchstochen haben; und alle Stämme der Erde werden sich seinetwegen vor Leid schlagen.“ Das bedeutet, daß die Gegner auf der Erde bei der Vernichtung, die Jesus über sie bringt, erkennen werden, daß er als Jehovas Urteilsvollstrecker mit Macht und großer Herrlichkeit gekommen ist. Warum werden diese Feinde als diejenigen beschrieben, „die ihn durchstochen haben“? Weil sie den Dienern Jehovas heute genauso erbittert gegenübertreten, wie es damals jene Leute taten, die Jesus verfolgten. Sie werden sich wahrhaftig ‘seinetwegen vor Leid erbittert schlagen’.

      8. Wie warnten Jesus und Paulus vor einer plötzlichen Vernichtung?

      8 Wie wird jener Tag der Rache Jehovas kommen? In Lukas, Kapitel 21 lesen wir die prophetischen Worte, mit denen Jesus die katastrophalen Ereignisse beschrieb, die als Zeichen seiner Gegenwart seit 1914 eingetreten sind. Gemäß Vers 34 und 35 sagte er warnend: „Gebt aber auf euch selbst acht, damit euer Herz niemals durch unmäßiges Essen und unmäßiges Trinken und Sorgen des Lebens beschwert wird und jener Tag plötzlich, in einem Augenblick, über euch kommt wie eine Schlinge. Denn er wird über alle die kommen, die auf der ganzen Erdoberfläche wohnen.“ Ja, jener Tag der Rache Jehovas kommt plötzlich, in einem Augenblick! Die Worte des Apostels Paulus aus 1. Thessalonicher 5:2, 3 bestätigen dies: „Jehovas Tag [kommt] genauso ... wie ein Dieb in der Nacht. Wann immer sie sagen: ‚Frieden und Sicherheit!‘, dann wird plötzliche Vernichtung sie überfallen.“ Schon jetzt reden die Nationen von Frieden und Sicherheit und sind im Begriff, die Vereinten Nationen zu stärken, um Unruheherde mit militärischer Macht zu kontrollieren.

      9. Für wen ‘strahlt Licht auf’, und warum?

      9 Weiter schrieb der Apostel in den Versen 4 und 5: „Ihr aber, Brüder, ihr seid nicht in Finsternis, so daß jener Tag euch so überfalle, wie er Diebe überfallen würde, denn ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören weder zur Nacht noch zur Finsternis.“ Wir freuen uns, Söhne des Lichts zu sein — Lichtträger für andere, die sich nach wahrem Frieden und nach Sicherheit in Gottes neuer Welt sehnen. In Psalm 97:10, 11 lesen wir: „O ihr, die ihr Jehova liebt, haßt das Böse. Er behütet die Seele seiner Loyalgesinnten; aus der Hand der Bösen befreit er sie. Licht, es ist aufgestrahlt für den Gerechten und Freude auch für die von Herzen Rechtschaffenen.“

      Die Reihenfolge der Ereignisse

      10. Welchen Hinweis auf Gottes Tag der Abrechnung sollten wir beachten? (Offenbarung 16:15).

      10 In welcher Reihenfolge werden sich die Ereignisse abspielen, wenn die große Drangsal hereinbricht? Wenden wir uns Offenbarung, Kapitel 16 zu. Interessanterweise wird in den Versen 13 bis 16 gesagt, daß unreine Dämonengeister die Nationen der ganzen Erde nach Har-Magedon, zum Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen, versammeln. Wiederum wird hervorgehoben, daß der Tag der Abrechnung wie ein Dieb kommt, und wir werden ermahnt, wach zu bleiben und unsere geistigen Kleider, die uns für die Rettung kenntlich machen, anzubehalten. Es ist an der Zeit, die Völker und Nationen der Erde zu richten. Allerdings soll noch jemand gerichtet werden. Wer denn?

      11. Wie hat sich die Frau aus Offenbarung 17:5 selbst zu erkennen gegeben?

      11 Es handelt sich um eine symbolische Frau, die unbedingt etwas aus sich machen wollte. Sie wird in Offenbarung 17:5 als „ein Geheimnis“ bezeichnet, als „Babylon die Große, die Mutter der Huren und der abscheulichen Dinge der Erde“. Für Jehovas Zeugen ist sie jedoch kein Geheimnis mehr. Sie hat sich eindeutig als das Weltreich der falschen Religion zu erkennen gegeben, in dem die Religionsgemeinschaften der Christenheit eine führende Rolle spielen. Was sie in Jehovas Augen abscheulich macht, ist ihre Einmischung in politische Angelegenheiten, ihre Verfolgung wahrer Christen — wodurch sie ‘trunken geworden ist vom Blut der Heiligen’ — und ihre Schuld an dem Blut all derer, „die auf der Erde hingeschlachtet worden sind“, zu denen auch die über hundert Millionen Menschen gehören, die allein in den Kriegen des 20. Jahrhunderts getötet wurden (Offenbarung 17:2, 6; 18:24).

      12. Warum stehen die Religionsgemeinschaften der Christenheit verurteilt da?

      12 Doch das schlimmste ist die Schmach, die die Religionsgemeinschaften der Christenheit auf den Namen des Gottes gebracht haben, den zu vertreten sie heuchlerisch vorgeben. Statt des reinen Wortes Gottes haben sie babylonische und griechische Philosophien gelehrt, und durch die Billigung einer freizügigen Lebensweise, die mit biblischen Grundsätzen unvereinbar ist, haben sie zum sittlichen Verfall ganzer Nationen beigetragen. Die habgierigen Geschäftemacher unter ihnen werden durch die Worte aus Jakobus 5:1, 5 verurteilt: „Kommt nun, ihr Reichen, weint, heult über euer Elend, das über euch kommt. Ihr habt auf der Erde in Luxus gelebt und habt an sinnlichem Vergnügen Gefallen gefunden. Ihr habt am Schlachttag euer Herz fett gemacht.“

      Hinab mit Babylon der Großen!

      13. Was bildet den Auftakt zur großen Drangsal, und auf welche dringende Notwendigkeit wird in Offenbarung 18:4, 5 hingewiesen?

      13 Die Vollstreckung des Urteils Jehovas an Babylon der Großen wird den Auftakt zur großen Drangsal bilden. In Offenbarung 17:15-18 wird anschaulich geschildert, wie die „zehn Hörner“ — einflußreiche Mächte innerhalb des „wilden Tieres“, der multinationalen UN — entsprechend Gottes „Gedanken“ so manövriert werden, daß sie Babylon die Große beseitigen. „Und die zehn Hörner, die du sahst, und das wilde Tier, diese werden die Hure hassen und werden sie verwüsten und nackt machen und werden ihre Fleischteile auffressen und werden sie gänzlich mit Feuer verbrennen. Denn Gott hat es ihnen ins Herz gegeben, seinen Gedanken auszuführen.“ Kein Wunder, daß gemäß Offenbarung 18:4, 5 eine Stimme aus dem Himmel den dringenden Warnruf ergehen läßt: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt. Denn ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht.“ Der Ruf ergeht immer noch: Brecht sämtliche Verbindungen zur falschen Religion ab, ehe es zu spät ist!

      14. Wer wird über die Verwüstung Babylons der Großen trauern, und warum?

      14 Wie wird die Welt auf die Verwüstung Babylons der Großen reagieren? Korrupte Politiker, „Könige der Erde“, werden in der Ferne stehen und über sie trauern, weil sie jahrhundertelang an ihrer geistigen Hurerei gemeinsam Vergnügen fanden. Auch habgierige Geschäftsleute, „die reisenden Kaufleute, die ... durch sie reich wurden“, weinen und trauern über sie. Sie distanzieren sich ebenfalls von ihr und sagen: „Wie schade, wie schade — die große Stadt, bekleidet mit feiner Leinwand und Purpur und Scharlach und reich geschmückt mit goldener Zier und kostbaren Steinen und Perlen, denn in e i n e r Stunde ist so großer Reichtum verwüstet worden!“ All die Zier der geistlichen Gewänder und der Prunk der großen Kathedralen der Welt werden für immer verschwunden sein (Offenbarung 18:9-17). Wird aber jedermann über Babylon die Große trauern?

      15, 16. Welchen Grund zur Freude wird Gottes Volk haben?

      15 Offenbarung 18:20, 21 gibt die Antwort: „Sei fröhlich über sie, o Himmel, auch ihr Heiligen und ihr Apostel und ihr Propheten, weil Gott für euch richterliche Strafe an ihr vollzogen hat!“ Gleich einem großen Mühlstein, der ins Meer geschleudert wird, ‘so wird Babylon, die große Stadt, mit Schwung hinabgeschleudert worden sein, und sie wird nie wieder gefunden werden’.

      16 Welch ein Grund zur Freude! In Offenbarung 19:1-8 wird das bestätigt. Viermal ertönt aus dem Himmel der Ruf: „Preiset Jah!“ Die ersten drei dieser Hallelujas preisen Jehova, weil er an Babylon der Großen, der berüchtigten Hure, sein gerechtes Urteil vollstreckt hat. Das Weltreich der falschen Religion existiert nicht mehr. Eine Stimme geht von Gottes Thron aus, die spricht: „Preiset unseren Gott, ihr alle seine Sklaven, die ihn fürchten, die Kleinen und die Großen.“ Welch ein Vorrecht wird es für uns sein, in dieses Lied einzustimmen!

      Die Hochzeit des Lammes

      17. In Verbindung mit welchen zwei verschiedenen Ereignissen beginnt Jehova als König zu regieren, wie ein Vergleich zwischen Offenbarung 11:17 und 19:6 zeigt?

      17 Das vierte Halleluja leitet ein anderes Thema ein: „Preiset Jah, denn Jehova, unser Gott, der Allmächtige, hat als König zu regieren begonnen.“ War aber gemäß Offenbarung 11:17 nicht schon einmal ein ähnlicher Chor angestimmt worden? Dort lesen wir: „Wir danken dir, Jehova Gott, du Allmächtiger, ... weil du deine große Macht an dich genommen und als König zu regieren begonnen hast.“ Es stimmt also. Wie der Kontext von Offenbarung 11:17 jedoch erkennen läßt, ist hier die Rede davon, daß Jehova das messianische Königreich hervorbrachte — was 1914 geschah —, das „alle Nationen mit eisernem Stab hüten soll“ (Offenbarung 12:5). Offenbarung 19:6 ist im Zusammenhang mit der Vernichtung Groß-Babylons zu sehen. Durch die Vernichtung der mit einer Hure vergleichbaren Religion wird Jehovas Göttlichkeit gerechtfertigt sein. Die Anbetung Jehovas, des höchsten Souveräns und Königs, wird fortan in alle Ewigkeit triumphieren.

      18. Was kann nach der Beseitigung Babylons der Großen freudig angekündigt werden?

      18 Daher kann nun die freudige Ankündigung erfolgen: „Freuen wir uns und frohlocken wir, und verherrlichen wir ihn [Jah], denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht. Ja, es ist ihr gewährt worden, in hellglänzende, reine, feine Leinwand gehüllt zu werden, denn die feine Leinwand stellt die gerechten Taten der Heiligen dar“ (Offenbarung 19:7, 8). Wann die himmlische Auferstehung jener Gesalbten erfolgen wird, die noch auf der Erde sind, wird nicht gesagt. Der Zusammenhang läßt jedoch darauf schließen, daß ihre Teilnahme an der Hochzeit des Lammes, Christus Jesus, für sie eine Zeit der Freude sein wird, und das um so mehr, als sie mit eigenen Augen die Demütigung Groß-Babylons, der berüchtigten Hure, gesehen haben.

      Satans Welt wird vernichtet

      19. Welche weiteren Entwicklungen werden in Offenbarung 19:11-21 beschrieben?

      19 Nun tritt das weiße Pferd, das bereits in Offenbarung 6:2 erwähnt wurde, erneut in Erscheinung. Wir lesen in Offenbarung 19:11: „Der, der darauf [auf dem weißen Pferd] sitzt, wird Treu und Wahrhaftig genannt, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit.“ Somit zieht der „König der Könige und Herr der Herren“ aus, um die Nationen zu schlagen und um „die Weinkelter des Grimmes des Zorns Gottes, des Allmächtigen“, zu treten. Vergeblich versammeln sich „die Könige der Erde und ihre Heere“, um den Krieg von Har-Magedon zu führen. Der Reiter auf dem weißen Pferd vollendet seinen Sieg. Von Satans irdischer Organisation bleibt nichts übrig (Offenbarung 19:12-21).

      20. Was geschieht mit dem Teufel?

      20 Und was geschieht mit dem Teufel? In Offenbarung 20:1-6 wird Christus Jesus als ein Engel beschrieben, der aus dem Himmel herabkommt „mit dem Schlüssel des Abgrunds und einer großen Kette in seiner Hand“. Er ergreift den Drachen, die Urschlange, die der Teufel und der Satan ist, bindet ihn, schleudert ihn in den Abgrund und verschließt und versiegelt diesen über ihm. Da Satan nun aus dem Weg geräumt ist und die Nationen nicht mehr irreführen kann, beginnt die herrliche Tausendjahrherrschaft des Lammes und seiner Braut. Nie wieder werden Tränen der Trauer fließen! Der adamische Tod wird nicht mehr sein! Auch keine Trauer, kein Geschrei, kein Schmerz mehr! „Die früheren Dinge sind vergangen“ (Offenbarung 21:4).

      21. Wozu sollten wir entschlossen sein, während wir sehnlich die Offenbarung Jesu Christi erwarten?

      21 Während wir sehnlich die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus erwarten, wollen wir voll Eifer mit anderen über Gottes liebevolle Königreichsverheißungen sprechen. Die Befreiung steht unmittelbar bevor. Gehen wir daher voran, immer weiter voran als erleuchtete Kinder des Souveränen Herrn Jehova!

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