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GegenwartEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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Das griechische Wort, das mit „Gegenwart“ übersetzt wurde, ist parousía, und es wird aus pará ([da]bei, [da]neben) und ousía (Sein; abgeleitet von eimí, das „sein“ bedeutet) gebildet. Somit hat parousía wörtlich die Bedeutung von „[Da]beisein“ oder „[Da]nebensein“, das heißt „Gegenwart“ oder „Anwesenheit“. Es wird 24-mal in den Christlichen Griechischen Schriften gebraucht, häufig mit Bezug auf die Gegenwart Christi in Verbindung mit seinem messianischen Königreich (Mat 24:3; siehe NW, Anhang, S. 1640, 1641).
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GegenwartEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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In Vine’s Expository Dictionary of Old and New Testament Words (1981, Bd. 1, S. 208, 209) wird erklärt: „PAROUSIA ... bezeichnet sowohl die Ankunft als auch die darauf folgende Gegenwart. Zum Beispiel spricht eine vornehme Frau in einem [in Griechisch geschriebenen] Papyrusbrief von der Notwendigkeit ihrer parousia an einem Ort, um Angelegenheiten in Verbindung mit ihrem dortigen Vermögen zu erledigen. ... Wenn es [das Wort parousía] für die Wiederkunft Christi bei der Entrückung der Kirche gebraucht wird, kennzeichnet es nicht lediglich sein einen Augenblick dauerndes Kommen für seine Heiligen, sondern seine Gegenwart bei ihnen von jenem Augenblick an bis zu seiner Offenbarung und seinem Kundwerden vor der Welt.“ Wie aus dem Theologischen Wörterbuch zum Neuen Testament (herausgegeben von G. Friedrich, Bd. V, 1954, S. 857) hervorgeht, wird parousía manchmal in der griechischen Profanliteratur für den „Besuch eines Herrschers oder hohen Beamten“ gebraucht. (Siehe auch H. G. Liddell und R. Scott, A Greek-English Lexicon, Oxford 1968, S. 1343.)
Man kann natürlich das profane Schrifttum der Griechen zu Hilfe nehmen, um die Bedeutung dieses griechischen Begriffes zu ermitteln. Noch sinnvoller ist es jedoch, den Gebrauch des Wortes in der Bibel selbst zu untersuchen. Gemäß Philipper 2:12 zum Beispiel sagte Paulus zu den Christen in Philippi: „... wie ihr ... gehorcht habt, nicht nur während meiner Gegenwart [Anwesenheit, JB; parousíai (sprich: parusía)], sondern jetzt noch viel bereitwilliger während meiner Abwesenheit [apousíai (sprich: apusía)].“ Ebenso in 2. Korinther 10:10, 11: Nachdem Paulus auf Personen Bezug genommen hatte, die sagten: „Seine Briefe sind gewichtig und kraftvoll, aber seine persönliche Gegenwart [Anwesenheit, Die Heilige Schrift des Neuen Testamentes, herausgegeben von F. Tillmann, 6. Band, 1932; parousía] ist schwach und seine Rede verächtlich“, fügte er hinzu: „Ein solcher Mensch möge dies in Betracht ziehen, dass das, was wir, wenn abwesend [apóntes], in unserem Wort durch Briefe sind, wir auch, wenn anwesend [paróntes], in der Tat sein werden.“ (Vgl. auch Php 1:24-27.) Somit werden Gegenwart (Anwesenheit) und Abwesenheit gegenübergestellt, nicht Ankunft (oder Kommen) und Abreise.
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