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  • Über die Nutzung der „Talente“ Christi abrechnen
    Weltweite Sicherheit unter dem „Fürsten des Friedens“
    • Kapitel 7

      Über die Nutzung der „Talente“ Christi abrechnen

      1. Welche Regierung hat keine wirtschaftlichen Probleme, und wer muß nun dieser Regierung Rechenschaft ablegen?

      AUSSER e i n e r Regierung haben alle anderen wirtschaftliche Probleme. Die meisten Staaten sind hoch verschuldet. Die eine Regierung, die eine Ausnahme bildet, ist das „Königreich der Himmel“, das heute weit und breit verkündigt wird (Matthäus 25:1). Auf der Erde gibt es immer noch voraussichtliche Glieder dieses himmlischen Königreiches, die im Dienst dieser Regierung stehen. Heute, in der kritischsten Zeit der ganzen Menschheitsgeschichte, wird mit diesen Dienern des „Königreiches der Himmel“ abgerechnet. Sie haben der Regierung Rechenschaft darüber abzulegen, wie sie die ihnen anvertrauten wertvollen Dinge genutzt haben.

      2. Warum sollten wir an einem bestimmten Gleichnis, das der „Fürst des Friedens“ erzählte, sehr interessiert sein?

      2 Zur Veranschaulichung erzählte der vornehmste Vertreter des „Königreiches der Himmel“ vor langer Zeit ein Gleichnis. An diesem Gleichnis sollten wir heute interessiert sein, da er, der „Fürst des Friedens“, es in seine weitreichende Prophezeiung über das „Zeichen“ einschloß, das seine „Gegenwart“ mit voller Herrschaftsgewalt im Königreich kennzeichnen würde (Matthäus 24:3). Wir werden heute unausweichlich von dem betroffen, was die Erfüllung des prophetischen Gleichnisses mit sich bringt, denn es geht dabei um die Erhaltung unseres Lebens. Wenige Tage vor seinem Opfertod auf Golgotha erzählte der „Fürst des Friedens“ seinen Aposteln das folgende Gleichnis.

      Das Gleichnis von den Talenten

      3. Wie gingen die Sklaven, denen der Herr die Talente vor seiner Abreise übergab, während seiner Abwesenheit damit um?

      3 „Wacht daher beharrlich, denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde. Denn es ist so, wie wenn ein Mensch, der im Begriff stand, außer Landes zu reisen, seine eigenen Sklaven zu sich rief und ihnen seine Habe übergab. Und dem einen gab er fünf Talentea, einem anderen zwei, noch einem anderen eines, einem jeden nach seiner eigenen Fähigkeit, und er ging außer Landes. Sogleich ging der, der die fünf Talente empfangen hatte, hin und machte Geschäfte damit und gewann fünf weitere. Desgleichen gewann der, der die zwei empfangen hatte, zwei weitere. Der aber, der nur eines empfangen hatte, ging hin und grub in die Erde und verbarg das Silbergeld seines Herrn.

      4. Was sagte der Herr zu den Sklaven, die die Talente vermehrten?

      4 Nach langer Zeit kam der Herr jener Sklaven und rechnete mit ihnen ab. Da trat der herzu, der fünf Talente empfangen hatte, und brachte fünf weitere Talente und sprach: ‚Herr, du hast mir fünf Talente übergeben; siehe, ich habe fünf weitere Talente gewonnen.‘ Sein Herr sprach zu ihm: ‚Wohlgetan, du guter und treuer Sklave! Du warst über weniges treu. Ich will dich über vieles setzen. Geh ein in die Freude deines Herrn.‘ Als nächster trat der herzu, der die zwei Talente empfangen hatte, und sprach: ‚Herr, du hast mir zwei Talente übergeben; siehe, ich habe zwei weitere Talente gewonnen.‘ Sein Herr sagte zu ihm: ‚Wohlgetan, du guter und treuer Sklave! Du warst über weniges treu. Ich will dich über vieles setzen. Geh ein in die Freude deines Herrn.‘

      5, 6. Welche Entschuldigung brachte der dritte Sklave für das Verbergen des Talents vor, und wie verfuhr der Herr mit ihm?

      5 Schließlich trat der herzu, der das eine Talent empfangen hatte, und sagte: ‚Herr, ich wußte, daß du ein strenger Mann bist und erntest, wo du nicht gesät, und sammelst, wo du nicht geworfelt hast. Da fürchtete ich mich und ging hin und verbarg dein Talent in der Erde. Hier hast du das Deine.‘ In Erwiderung sagte sein Herr zu ihm: ‚Du böser und träger Sklave! Du wußtest also, daß ich erntete, wo ich nicht säte, und sammelte, wo ich nicht worfelte? Nun, so hättest du mein Silbergeld bei den Bankleuten anlegen sollen, und bei meiner Ankunft hätte ich das Meine mit Zins erhalten.

      6 Deshalb nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat. Denn jedem, der hat, wird mehr gegeben werden, und er wird in Fülle haben; dem aber, der nicht hat, wird selbst das, was er hat, weggenommen werden. Und den unnützen Sklaven werft hinaus in die Finsternis draußen. Dort wird sein Weinen und sein Zähneknirschen sein‘ “ (Matthäus 25:13-30).

      7. Was wird durch die Talente dargestellt?

      7 Was wird in diesem Gleichnis durch die Talente dargestellt? Etwas von hohem Wert, und zwar nicht in finanzieller, sondern in geistiger Hinsicht. Die Talente stellen den Auftrag dar, Jünger Christi zu machen. Mit diesem Auftrag ist das große Vorrecht verbunden, als Gesandte für Christus, den König, tätig zu sein, das Königreich gegenüber allen Nationen der Erde zu vertreten (Epheser 6:19, 20; 2. Korinther 5:20).

      8. (a) In welche Finsternis ist die Klasse des „trägen“ Sklaven während der gegenwärtigen Zeit des „Abschlusses des Systems der Dinge“ geworfen worden? (b) Warum erfreut sich die Menschenwelt nicht des Lichts der Gunst und des Segens Gottes?

      8 Wir erleben heute fraglos den Höhepunkt der Erfüllung dieses prophetischen Gleichnisses. Für die heutige Generation ist die dunkelste Zeit der ganzen Menschheitsgeschichte angebrochen. Tatsächlich herrscht außerhalb des sichtbaren Teils der Organisation Jehovas eine entsprechende Finsternis, in die die Klasse des „trägen“ und „unnützen“ Sklaven auf Befehl des Herrn geworfen werden kann. Diese „Finsternis draußen“ stellt den finsteren Zustand der Menschenwelt dar, besonders in religiösem Sinne. Die Menschenwelt erfreut sich nicht des Lichts der Gunst und des Segens Gottes. Sie befindet sich nicht im Licht der Erkenntnis über das Königreich Gottes. Sie steht unter dem „Gott dieses Systems der Dinge“, der „den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit das erleuchtende Licht der herrlichen guten Botschaft über den Christus, der das Bild Gottes ist, nicht hindurchstrahle“ (2. Korinther 4:4).

      9. (a) Wen stellt in der Erfüllung des Gleichnisses der „Mensch“ dar, und wie weit reiste er? (b) Welche Beweise gibt es, die seine Rückkehr erkennen lassen?

      9 Heute gibt es überwältigende Beweise dafür, daß der durch den „Menschen“ Dargestellte, der mindestens acht Silbertalente besaß, von seiner Reise außer Landes zurückgekehrt ist. Dieser „Mensch“ ist Christus Jesus. Seine Reise außer Landes führte ihn in die Gegenwart des Schöpfers der Sonne, des Mondes und der Sterne unseres Universums. Ein Kennzeichen seiner Rückkehr sind zwei Kriege weltweiten Ausmaßes, die zusammen mit vielen weiteren Kriegen kleineren Umfangs die Erde mit Blut getränkt haben. Damit einher gingen, wie vorausgesagt, Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben, eine Zunahme der Gesetzlosigkeit sowie das Predigen „dieser guten Botschaft vom Königreich“ auf der ganzen bewohnten Erde. Dadurch erfüllten sich die Einzelheiten dessen, was gemäß Jesu Worten „das Zeichen . . . [seiner] Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge“ bilden sollte (Matthäus 24:3-15).

      10. (a) Warum reiste der Mensch außer Landes? (b) Warum sah die Menschenwelt seine Rückkehr nicht buchstäblich?

      10 Der Mann, der außer Landes reiste und längere Zeit abwesend sein würde, unternahm seine Reise — obwohl in Jesu Gleichnis nicht ausdrücklich darauf hingewiesen wird — in Wirklichkeit, um das „Königreich der Himmel“ zu erlangen, das in Matthäus 25:1 erwähnt wird. Trotz des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges erhob Jehova Gott — dessen Königreich über Israel im Jahre 607 v. u. Z. gestürzt worden war — im Jahre 1914 den rechtmäßigen Erben des Königreiches auf den Thron, genau zu der Zeit, als das Zertreten beendet sein sollte. Nein, die heidnischen Nationen sahen die Inthronisierung desjenigen, den König David „mein Herr“ nannte, nicht mit ihren buchstäblichen Augen (Psalm 110:1). Dazu waren sie nicht in der Lage, denn der im Gleichnis erwähnte Mensch, Jesus Christus, hatte vor seiner ‘Reise außer Landes’ zu seinen Jüngern gesagt: „Noch eine kleine Weile, und die Welt wird mich nicht mehr sehen“ (Johannes 14:19).

      11. Was sollte zu dem Zeichen gehören, das Christi Rückkehr und Gegenwart kennzeichnen würde? (b) Wann würde das geschehen?

      11 Da Christi Übernahme der Macht im himmlischen Königreich für Menschenaugen unsichtbar war, mußte er seine Gegenwart im himmlischen Königreich durch das Zeichen sichtbar machen, um das ihn die Apostel drei Tage vor seinem Märtyrertod gebeten hatten. Ein Teil dieses überzeugenden Zeichens sollte darin bestehen, daß der Mensch von seiner Reise außer Landes zurückkehren und mit seinen Sklaven, denen er sehr wertvolle Talente anvertraut hatte, abrechnen würde. Deshalb war zu erwarten, daß nach 1914 diese Abrechnung mit denen stattfinden würde, denen die Gunst erwiesen worden war, die Talente zu nutzen.

      12. (a) Wem wurde die Verpflichtung auferlegt, im Werk des Zeugnisgebens für das Königreich führend voranzugehen? (b) Wovon hängt ihre endgültige Rettung ab?

      12 Das bedeutete eine Abrechnung mit denjenigen, die Erben des „Königreiches der Himmel“ waren, mit dem Überrest der Gruppe von Christen, die vom Pfingsttag des Jahres 33 u. Z. an mit Gottes heiligem Geist gesalbt worden waren (Apostelgeschichte, Kapitel 2). Von 1914 an sollte in der Zeit des „Abschlusses des Systems der Dinge“ ein Überrest dieser Christen auf der Erde sein. Ihnen würde die Verpflichtung zufallen, führend voranzugehen bei der Erfüllung der für diese Zeit gültigen Prophezeiung Jesu: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:14; Markus 13:10). Auf ihnen ruht die Verantwortung, bis zum Ende treu zu sein, um gerettet zu werden und in das Königreich der Himmel einzugehen (Matthäus 24:13). Im Hinblick auf ihre endgültige Rettung hat Gott, der Allmächtige, sie gestärkt, damit sie trotz weltweiter Verfolgung bis heute ausharren konnten. Das beweist, daß er sie anerkennt.

      Wer die Talente unberechtigterweise beansprucht

      13. (a) Wer behauptet, die Talente empfangen zu haben? (b) Zu welchem Ergebnis kommen wir?

      13 Die Christenheit behauptet, ihr sei die Ehre zuteil geworden, die Talente des wohlhabenden Menschen aus Jesu Gleichnis anvertraut bekommen zu haben. Zu welchem Ergebnis kommen wir aber, wenn wir ihre Handlungsweise seit 1914 einer genauen Prüfung unterziehen? Zu folgendem: Sie hat sich nicht ihrer Behauptung entsprechend verhalten. Sie hat sich gegenüber dem Menschen aus dem Gleichnis als untreu erwiesen und sich mit den Königreichen dieser Welt verbündet; die Politiker dieser weltlichen Regierungen sind ihre Liebhaber. Sie unterstützt immer noch die Vereinten Nationen, die Nachfolgeorganisation des ehemaligen Völkerbundes.

      14. Wo befindet sich die Christenheit heute?

      14 Sie entspricht nicht einmal dem Sklaven, dem das eine Talent übergeben wurde und der sich als träge erwies und die Habe seines Herrn nicht vermehrte. Daher ist die Christenheit in der Zeit, die auf den Höhepunkt des Ersten Weltkrieges im Jahre 1918 folgte, bloßgestellt worden, und es ist eindeutig bewiesen worden, daß sie sich schon immer in der Finsternis draußen befunden hat und nicht in dem gut beleuchteten Haus des Herrn. In der tiefsten Nacht draußen in der Welt hat, bildlich gesprochen, bereits ihr Weinen und ihr Zähneknirschen begonnen. Es wird noch zunehmen, wenn sich ihre politischen Liebhaber gegen sie wenden und sie als den tadelnswertesten Teil Groß-Babylons, des Weltreiches der falschen Religion, entblößen werden.

      Die Klasse des „bösen Sklaven“ hinausgeworfen

      15. Wer entspricht dem Bild des trägen Sklaven, und wo befinden sie sich jetzt?

      15 Diejenigen, die tatsächlich zum geistgesalbten Überrest gehört haben, aber keine Anstrengungen mehr unternommen haben, die Talente des zurückgekehrten Herrn zu vermehren, sind hinausgeworfen oder aus dem königlichen Dienst des Herrn entlassen worden (Matthäus 24:48-51). Die Glieder dieser Klasse des trägen, „bösen Sklaven“ predigen nicht mehr „die gute Botschaft vom Königreich“, sondern beschäftigen sich ausschließlich mit ihrer eigenen Rettung statt mit den Interessen des Königreiches Gottes. Sie befinden sich jetzt in der „Finsternis draußen“, dort, wo sich die Menschenwelt befindet. Ihr sinnbildliches Talent ist ihnen weggenommen und der Klasse gegeben worden, die die Willigkeit bewiesen hat, dieses Talent während des restlichen Teils des „Abschlusses des Systems der Dinge“ zu nutzen.

      16. (a) Wofür ist heute die günstigste Zeit? (b) Welche Verpflichtung fällt jetzt der „großen Volksmenge“ „anderer Schafe“ zu?

      16 Nie gab es eine günstigere Zeit, die „gute Botschaft vom Königreich“ zu verkündigen, und zwar durch den Einsatz des „Talents“, das heißt des ungewöhnlichen Vorrechts oder der Gelegenheit, als „Gesandte an Christi Statt“, als Gesandte des herrschenden Königs, zu handeln und Jünger für ihn zu machen (2. Korinther 5:20). Und während das Ende mit Riesenschritten naht, obliegt es der „großen Volksmenge“ „anderer Schafe“, die übriggebliebenen geistgezeugten Gesandten zu unterstützen, die eifrig vollen Gebrauch von dem ihnen anvertrauten wertvollen „Talent“ machen.

      [Fußnote]

      a Ein griechisches Talent Silber wog 654 Unzen Troygewicht (20,4 kg).

  • An der „Freude“ des „Fürsten des Friedens“ teilhaben
    Weltweite Sicherheit unter dem „Fürsten des Friedens“
    • Kapitel 8

      An der „Freude“ des „Fürsten des Friedens“ teilhaben

      1. (a) Aus welchem Grund reiste ein gewisser Mensch außer Landes? (b) Was wird in Jesu Gleichnis angedeutet, wenngleich es nicht ausdrücklich erwähnt wird?

      DER in Jesu Gleichnis von den Talenten erwähnte Mensch, der acht Silbertalente besaß, begab sich nicht einfach zu seinem Vergnügen außer Landes, etwa nur um eine Besichtigungsreise zu unternehmen. Es gab einen wichtigeren Grund für seine Reise: Er wollte etwas Wertvolles erlangen. Er trat diese Reise außer Landes an, um, wie in dem Gleichnis angedeutet wird, eine bestimmte „Freude“ zu erlangen und außerdem noch „vieles“ (Matthäus 25:21). Um bei demjenigen vorzusprechen, der ihm diese besondere Freude gewähren konnte, mußte er weit reisen, was eine lange Zeit in Anspruch nahm.

      2. (a) Was stellt die Auslandsreise des wohlhabenden Menschen im Falle Jesu dar, und zu wem begab er sich? (b) Womit kehrte der Herr zurück?

      2 Da der wohlhabende Mensch in dem Gleichnis Jesus Christus darstellt, wird durch die lange Auslandsreise dieses Menschen veranschaulicht, daß sich Jesus zum Quell der besonderen Freude, die ihm in Aussicht stand, begab. Zu wem? In Hebräer 12:2 wird uns gesagt: „Wir [halten] unseren Blick auf den Hauptvermittler und Vervollkommner unseres Glaubens, Jesus, gerichtet . . . Für die vor ihm liegende Freude erduldete er einen Marterpfahl, der Schande nicht achtend, und hat sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt.“ Ja, Jehova Gott ist der Quell dieser Freude. Zu ihm begab sich Jesus, als er abreiste und seine treuen Jünger, denen er seine „Talente“ anvertraute, hier auf der Erde zurückließ. Der Herr kehrte mit ‘vielem’ zurück, was er nicht gehabt hatte, als er die acht Silbertalente seinen drei Sklaven übergab. In einem früheren Gleichnis, dem Gleichnis von den „zehn Minen“, erwähnte Jesus, daß er mit „Königsmacht“ zurückkäme (Lukas 19:12-15).

      3. Zu welcher Zeit begann die Erfüllung von Sacharja 9:9 im ersten Jahrhundert u. Z.?

      3 Ein König, der gerade inthronisiert worden ist, hat Grund zur Freude und desgleichen auch seine loyalen Untertanen. Wir wissen, was geschah, als der Sohn Gottes in Jerusalem einritt, um die Prophezeiung aus Sacharja 9:9 zu erfüllen. Über die Erfüllung dieser Prophezeiung steht geschrieben: „Die meisten Leute von der Volksmenge breiteten ihre äußeren Kleider auf den Weg aus, während andere begannen, Zweige von den Bäumen abzuhauen und sie auf den Weg auszubreiten. Die Volksmengen aber, die, die ihm vorausgingen, und die, die nachfolgten, riefen fortgesetzt: ‚Rette, bitte, den Sohn Davids! Gesegnet ist, der im Namen Jehovas kommt! Rette ihn, bitte, in den Höhen droben!‘ Als er nun in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Bewegung und sagte: ‚Wer ist dieser?‘ “ (Matthäus 21:4-10; siehe auch Lukas 19:36-38).

      4. Warum hatte Jesus Christus nach seiner Inthronisierung als König einen besonderen Grund, seine treuen „Sklaven“ einzuladen, in eine „Freude“ einzugehen?

      4 Wenn es also schon damals ein freudiger Anlaß war, als er sich lediglich den Bewohnern Jerusalems als der mit dem Geist Jehovas zum König Gesalbte vorstellte, wieviel mehr war es doch dann der Fall, als er am Ende der Zeiten der Nationen, im Jahre 1914, als König auf den Thron erhoben wurde! Es war für ihn ein sehr freudiger Anlaß. Damals ging er tatsächlich in eine Freude ein, wie er sie nie zuvor erlebt hatte. Deshalb konnte er, als er Abrechnung hielt, zu jedem der Jünger, die gemäß seinem Urteil „gut und treu“ waren, sagen: „Du warst über weniges treu. Ich will dich über vieles setzen. Geh ein in die Freude deines Herrn“ (Matthäus 25:21). Es gab nun eine neue Freude, an der seine anerkannten „Sklaven“ teilhaben konnten. Welch ein Lohn!

      5. (a) Als was der Fall war, war der Apostel Paulus ein „Gesandter“ für Christus? (b) Nach welchem Ereignis sind die Glieder des gesalbten Überrestes heute „Gesandte“ für Christus?

      5 Im Jahre 1919 gelangten die gesalbten Jünger des herrschenden Königs, Jesus Christus, in eine begünstigte Stellung, was bei ihnen außerordentliche Freude auslöste. Neunzehn Jahrhunderte zuvor hatte der Apostel Paulus seinen Glaubensbrüdern in einem Brief ihre erhabene Stellung mit den Worten vor Augen geführt: „Wir sind daher Gesandte an Christi Statt“ (2. Korinther 5:20). Diese Worte wurden zu einer Zeit geschrieben, als Jesus erst lediglich der Erbe war, dem das „Königreich der Himmel“ offensichtlich in Aussicht stand (Matthäus 25:1). Damals saß er noch zur Rechten Gottes und mußte auf den Tag der Amtseinsetzung warten. Doch heute, seit 1919, sind die Glieder des begünstigten Überrestes „Gesandte“ dessen, der tatsächlich als König herrscht (Hebräer 10:12, 13). Auf diese Tatsache wurden die Internationalen Bibelforscher 1922 auf dem Kongreß in Cedar Point besonders aufmerksam gemacht.

      6. Auf was für ein Werk in der Nachkriegszeit wurden zunächst die Bemühungen derer gelenkt, die die „Talente“ empfangen hatten?

      6 Schon 1919 war ihnen das übergeben worden, was den „Talenten“ des herrschenden Königs, Jesus Christus, entsprach. Dadurch war ihre Verantwortlichkeit gegenüber ihrem herrschenden König gestiegen. Von Anfang an richteten sich nach dem Krieg ihre Bemühungen auf ein „Ernte“-Werk, auf die Einsammlung der sogenannten „Weizen“-Klasse (Matthäus 13:24-30). Da die Ernte gemäß Jesu Worten „ein Abschluß eines Systems der Dinge“ ist, war das Nachkriegsjahr 1919 die richtige Zeit, mit dem Ernten der mit Weizen vergleichbaren „Söhne des Königreiches“, des treuen gesalbten Überrestes, zu beginnen (Matthäus 13:37-39).

      7. (a) In was für eine Zeit gingen die Erntearbeiter mit ihrem Herrn ein? (b) In welchen Zustand hat Jehova die Erntearbeiter gebracht, und welche prophetischen Worte greifen sie auf?

      7 Die Zeit der Ernte ist für die Schnitter eine freudige Zeit, denn der Herr der Ernte freut sich mit ihnen über dieses Ereignis (Psalm 126:6). Diese Erntezeit hat an Bedeutung sehr zugenommen durch die sich mehrenden Beweise dafür, daß Gottes messianisches Königreich 1914 im Himmel aufgerichtet wurde und daß Jehova sein ihm hingegebenes Volk auf der Erde wieder in einen gerechten Stand versetzte. Als Klasse greifen sie die Worte aus Jesaja 61:10 auf: „Ganz gewiß werde ich in Jehova frohlocken. Meine Seele wird freudig sein in meinem Gott. Denn er hat mich bekleidet mit den Kleidern der Rettung; mit dem ärmellosen Obergewand der Gerechtigkeit hat er mich umhüllt.“

      Die Einsammlung einer „großen Volksmenge“, die an der „Freude“ teilhat

      8. Welche Freude, die der gesalbte Überrest nicht erwartet hatte, sollte ihm am Ende der Einsammlung der Königreichserben zuteil werden?

      8 Der gesalbte Überrest, der in die „Freude“ seines Herrn einging, erkannte wohl kaum, daß es gegen Ende der Einsammlung der letzten Erben des himmlischen Königreiches noch eine weitere Freude geben würde, ja etwas völlig Unerwartetes. Es handelte sich dabei um die Einsammlung einer irdischen Klasse, die unter der Tausendjahrherrschaft Jesu Christi auf der paradiesischen Erde leben würde. Wer sonst, wenn nicht Glieder dieser irdischen Klasse, sollte eingeladen werden, als sozusagen zum ersten Mal Aufschluß, sie betreffend, enthüllt wurde?

      9. Wer wurde besonders zum Besuch des Kongresses eingeladen, der 1935 in Washington (D. C.) stattfand, und welcher zeitgemäße Aufschluß wurde ihnen dort enthüllt?

      9 So kam es, daß Hunderte von Personen, die ein Verhältnis zu Jehova anstrebten, auf eine im Wacht-Turma erschienene Einladung hin vom 30. Mai bis zum 2. Juni 1935 zusammen mit seinem Namensvolk der Hauptversammlung der Zeugen Jehovas in Washington (D. C.) beiwohnten. Bei diesem Kongreß waren sie zutiefst bewegt, als sie erfuhren, daß es sich bei der in Offenbarung 7:9-17 vorausgesagten „großen Volksmenge“ um eine irdische Klasse handelte.

      10, 11. Für wen im Himmel muß das eine Zeit besonderer Freude gewesen sein?

      10 Welch eine große Freude muß der Kongreß in Washington (D. C.) für Jehova Gott, den Höchsten, gewesen sein! Welch eine große Freude muß er auch seinem Sohn, dem vortrefflichen Hirten, bereitet haben, der nun damit begann, die „anderen Schafe“ in die „e i n e Herde“ zu sammeln! (Johannes 10:16).

      11 Während die Glieder des Überrestes und die der wachsenden „Volksmenge“ „anderer Schafe“, sinnbildlich gesprochen, geführt und geweidet werden, sind sie in Frieden und Liebe miteinander verbunden. Das Herz ihres „e i n e n Hirten“ muß nun geradezu vor Freude darüber höher schlagen, daß er kurz vor dem Ende des „Abschlusses des Systems der Dinge“ eine so große „Herde“ hat.

      Bevollmächtigte des „Fürsten des Friedens“

      12, 13. (a) Wer ist eingeladen worden, zusammen mit dem gesalbten Überrest an der Freude des zurückgekehrten Herrn teilzuhaben, und aus welchem Grund? (b) In welcher Eigenschaft dient die „große Volksmenge“ „anderer Schafe“ den Interessen des „Fürsten des Friedens“?

      12 Die schafähnlichen Menschen, die die „große Volksmenge“ bilden, haben jetzt einen großen Anteil an der Freude des Herrn, Jesus Christus. Das ist größtenteils darauf zurückzuführen, daß sie sich aktiv am Einsammeln derer beteiligen, die benötigt werden, um die „große Volksmenge“ zu vervollständigen, deren Zahl in Offenbarung 7:9 nicht genannt wird.

      13 Das Einsammlungswerk, an dem sich die „anderen Schafe“ beteiligen, hat weltweite Ausmaße angenommen, so daß der zahlenmäßig abnehmende gesalbte Überrest diesem Werk bei weitem nicht mehr gewachsen ist. Demgemäß müssen die sich mehrenden „anderen Schafe“ einen immer größeren Anteil am Einsammeln weiterer dieser „anderen Schafe“ nehmen, die eine irdische Hoffnung haben. Auf diese Weise dienen sie als treue, von dem „Fürsten des Friedens“ ausgesandte Bevollmächtigte. In Sprüche 25:13 ist zu lesen: „Geradeso wie die Kühle des Schnees am Erntetag ist der treue Gesandte denen, die ihn senden, denn er erquickt selbst die Seele seiner Herren.“

      14. (a) Was ererben die sinnbildlichen Schafe, die in Jesu Gleichnis in Matthäus 25:31-46 erwähnt werden? (b) Inwiefern ist das Königreich „von der Grundlegung der Welt an“ für sie bereitet worden?

      14 Im Gleichnis von den Schafen und den Böcken sagt der König Jesus Christus zu den sinnbildlichen Schafen: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet worden seid, ererbt das Königreich, das von der Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist“ (Matthäus 25:31-46). Sie ererben den irdischen Bereich, über den das Königreich der Himmel während der Tausendjahrherrschaft Christi herrschen wird. Von der Zeit des treuen Abel an hat Jehova diesen Bereich für die Menschenwelt bereitet, die erlöst werden konnte (Lukas 11:50, 51).

      15, 16. (a) Welchen von Salomo erwähnten „Schmuck“ eines Königs hat der Herr heute aufzuweisen, obwohl er inmitten seiner Feinde herrscht? (b) In welcher Form zeigt sich dieser „Schmuck“ des herrschenden Königs heute? (c) Was haben diejenigen getan, die diesen „Schmuck“ bilden?

      15 Salomo, der weise König des alten Israel, schrieb: „In der Menge des Volkes besteht eines Königs Schmuck“ (Sprüche 14:28). Der königliche Herr von heute, Christus Jesus, der ein viel höherer Würdenträger ist, als es König Salomo war, hat genau diesen „Schmuck“ aufzuweisen, was die „Menge des Volkes“ betrifft. Das ist sogar schon vor Beginn seiner Tausendjahrherrschaft der Fall, ja schon während er inmitten seiner irdischen Feinde regiert, über die Satan, der Teufel, als übermenschlicher unsichtbarer König herrscht (Matthäus 4:8, 9; Lukas 4:5, 6).

      16 Heute besteht der „Schmuck“, der einem hohen Würdenträger im Range eines Königs gebührt, in der wachsenden Zahl seiner, des Königs, „anderen Schafe“, die die „große Volksmenge“ bilden. Vereint rufen sie jubelnd aus: „Die Rettung verdanken wir unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm“ (Offenbarung 7:9, 10). Sie werden bereits aus dem zum Untergang verurteilten System der Dinge gerettet, dessen „Gott“ Satan, der Teufel, ist (2. Korinther 4:4). Bildlich gesprochen, haben sie bereits „ihre langen Gewänder gewaschen . . . in dem Blut des Lammes“ und sie weiß gemacht, so daß sie vor Jehova Gott, dem Richter, fleckenlos erscheinen (Offenbarung 7:14).

      17. (a) Welche Rettung erwarten die Glieder der „großen Volksmenge“ noch? (b) Welches Vorrecht werden sie während der Tausendjahrherrschaft des „Fürsten des Friedens“ genießen?

      17 Sie erwarten jedoch noch die Rettung, die Jehova für sie bewirken wird, wenn er im „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, im Krieg von Har-Magedon, einen krönenden Sieg erringen wird. Durch diesen herrlichen Sieg wird seine universelle Souveränität gerechtfertigt werden, und sie werden irdische Augenzeugen davon sein, weil sie, während die gegenwärtige verderbte Welt ein schreckliches Ende nimmt, am Leben erhalten werden (Offenbarung 16:14; 2. Petrus 3:12). Welch ein kostbares Vorrecht! Wie sehr wird sich der „Fürst des Friedens“ dann mit der „großen Volksmenge“ seiner loyalen „anderen Schafe“, die überlebt haben, freuen!

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