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  • Städte — Warum in der Krise?
    Erwachet! 2001 | 8. April
    • Städte — Warum in der Krise?

      „Auf! Laßt uns eine Stadt und auch einen Turm bauen mit seiner Spitze bis in die Himmel, . . . damit wir nicht über die ganze Erdoberfläche zerstreut werden“ (1. Mose 11:4).

      DIESE Worte, vor über 4 000 Jahren geäußert, waren der Auftakt zum Bau der großen Stadt Babel.

      Babel, später als Babylon bekannt, lag in der einst fruchtbaren Ebene Schinar in Mesopotamien. Anders als allgemein angenommen, war sie jedoch nicht die erste Stadt, von der die Bibel berichtet. Tatsächlich wurden die ersten Städte schon vor der Flut der Tage Noahs gebaut. Der Mörder Kain gründete die erste Stadt, von der berichtet wird (1. Mose 4:17). Diese Stadt, Henoch genannt, war wahrscheinlich kaum mehr als eine befestigte Siedlung oder Ortschaft. Babel hingegen war eine große Stadt — ein herausragendes Zentrum der falschen Anbetung mit einem spektakulären religiösen Turm als besonderem Kennzeichen. Allerdings war Babel samt seinem berüchtigten Turm ein Symbol trotziger Mißachtung gegenüber Gott (1. Mose 9:7). Wie die Bibel berichtet, griff Gott daher ein, verwirrte die Sprache der Turmbauer und setzte ihrem ehrgeizigen religiösen Vorhaben damit ein Ende. Gott ‘zerstreute sie von dort über die ganze Erdoberfläche’, heißt es in 1. Mose 11:5-9.

      Das führte — wie sollte es anders sein — zur Gründung vieler neuer Städte. Schließlich bot eine Stadt Schutz vor feindlichen Angriffen. Städte dienten Landwirten als Lagerort und Umschlagplatz für ihren Ertrag. Als Märkte aufkamen, entstanden für viele Stadtbewohner Alternativen zur Landwirtschaft als Mittel, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. In dem Werk Die Entwicklung der Städte heißt es: „Das Leben in der Stadt ermöglichte es, daß man nicht mehr von der Hand in den Mund zu leben brauchte, sondern sich auf eine von vielen handwerklichen Tätigkeiten spezialisieren konnte: Man wurde Korbflechter, Töpfer, Spinner, Weber, Steinmetz, Gerber oder Zimmermann — den Menschen stand jetzt ein nahezu unbegrenztes Betätigungsfeld offen.“

      Städte waren ideal als Verteilungszentrum für solche Güter geeignet. Ein Beispiel dafür ist der Bibelbericht über eine schwere Hungersnot in Ägypten. Joseph, der Premierminister, hielt es für zweckmäßig, die Bevölkerung in Städte umzusiedeln. Warum? Offenbar ließen sich die verbliebenen Nahrungsmittelvorräte auf diese Weise viel wirtschaftlicher verteilen (1. Mose 47:21).

      In einer Zeitepoche, als Verkehrsmittel langsam waren und nur begrenzt einsetzbar, boten Städte den Menschen viel bessere Bedingungen, sich mitzuteilen und auszutauschen. Das wiederum beschleunigte gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen. Städte wurden zu Innovationszentren und bereiteten den Boden für technische Entwicklungen. In dem Maß, wie sich neue Ideen ungehindert ausbreiten konnten, entstanden neue Formen wissenschaftlichen, religiösen und philosophischen Gedankenguts.

      Unerfüllt gebliebene Träume

      In unserer Zeit bieten Städte nach wie vor viele dieser Vorteile. Und so überrascht es nicht, daß es Millionen Menschen auch heute noch in die Städte zieht — besonders in Ländern, wo die Schwierigkeiten des Landlebens unerträglich geworden sind. Allerdings bleibt für viele, die in die Städte abwandern, der Traum von einem besseren Leben unerfüllt. In dem Buch Vital Signs 1998 heißt es dazu: „Wie eine unlängst vom Population Council durchgeführte Studie ergab, ist die Lebensqualität in vielen urbanen Zentren der Entwicklungsländer schlechter als auf dem Land.“ Woran liegt das?

      Henry G. Cisneros schreibt in dem Buch The Human Face of the Urban Environment: „Werden Arme in einem genau abgegrenzten Areal zusammengepfercht, potenzieren sich ihre Probleme. . . . Parallel zu einer zunehmenden Zusammenballung armer, meist Minderheiten angehörender Menschen ist die Arbeitslosigkeit steil angestiegen, immer mehr Menschen sind für immer längere Zeiträume von Sozialhilfe abhängig geworden, es sind enorme Gesundheitsprobleme für die Allgemeinheit entstanden, und — was am alarmierendsten ist — die Kriminalität nimmt stark zu.“ Eine ähnliche Feststellung ist in dem Buch Mega-city Growth and the Future zu finden: „Der starke Zustrom von Menschen führt häufig zu einer hohen Arbeitslosigkeit und zu Unterbeschäftigung, weil der Arbeitsmarkt die stark wachsende Zahl von Arbeitssuchenden nicht immer aufnehmen kann.“

      Die steigende Zahl von Straßenkindern ist ein erschütterndes Anzeichen dafür, welch tiefe Armut in den Städten der Entwicklungsländer herrscht. Schätzungen zufolge gibt es weltweit bis zu 30 Millionen Straßenkinder. Dazu wird in dem Buch Mega-city Growth and the Future gesagt: „Armut und andere Probleme haben den familiären Zusammenhalt untergraben, so daß die Straßenkinder gezwungen sind, sich allein durchzuschlagen.“ Sie fristen ein kümmerliches Dasein, indem sie Abfälle durchwühlen, betteln oder niedrige Arbeiten auf Märkten verrichten.

      Traurig, aber wahr

      Armut kann ein Nährboden für Verbrechen sein. In einer Stadt in Südamerika, die bekannt ist für ihre innovative, moderne Architektur, hat die Kriminalität so stark zugenommen, daß die Stadt immer schneller zu einer Landschaft voller Eisengitter wird. Von den ganz Reichen bis zu den ganz Armen verbarrikadieren sich alle hinter Gittern, um ihren Besitz und ihre Privatsphäre zu schützen. Die Menschen leben praktisch in einem Käfig. Mancher errichtet die Absperrungen, schon bevor das eigentliche Haus fertiggestellt ist.

      Je zahlreicher die Bevölkerung, desto schwieriger wird es auch für die Städte, grundlegende Dienste wie Wasserversorgung, Kanalisation und Abfallbeseitigung zu gewährleisten. In einer asiatischen Stadt werden schätzungsweise 500 000 öffentliche Toiletten benötigt. Bei einer Überprüfung konnten kürzlich jedoch nur 200 funktionsfähige Toiletten ausfindig gemacht werden.

      Nicht übersehen werden darf auch, wie verheerend sich die Übervölkerung häufig auf die Umwelt der Städte auswirkt. Je stärker sich die Städte ausdehnen, desto mehr landwirtschaftliche Flächen gehen in der Umgebung verloren. Federico Mayor, ehemaliger Direktor der UNESCO, sagte: „Eine Stadtgemeinschaft hat einen enormen Bedarf an Energie, Wasser, Lebensmitteln und anderer Infrastruktur. . . . Die natürliche Umgebung kann in zunehmendem Maß nicht mehr liefern, was die Stadt braucht, und noch weniger absorbieren, was sie abgibt.“

      Großstadtprobleme in westlichen Ländern

      In den westlichen Ländern ist die Lage vielleicht nicht ganz so kritisch, aber auch dort erleben die Großstädte eine Krise. Beispielsweise heißt es in dem Buch The Crisis of America’s Cities: „Amerikas Städte sind heutzutage von Gewalt in außergewöhnlichem Ausmaß geprägt. . . . Die Gewalt in den amerikanischen Städten hat derart überhandgenommen, daß medizinische Fachzeitschriften diesem Thema auf ihren Seiten mittlerweile beachtlich viel Platz einräumen als einer der größten Bedrohungen für die Volksgesundheit unserer Zeit.“ Freilich ist Gewalt in vielen Großstädten auf der ganzen Welt eine Plage.

      Die verschlechterten Lebensbedingungen in der Stadt sind ein Grund, weshalb viele Städte für Arbeitgeber nicht mehr attraktiv sind. Dazu wird in dem Buch The Human Face of the Urban Environment gesagt: „Firmen sind in die Vorstädte abgewandert oder haben sich ganz ins Ausland verabschiedet, haben ihre Standorte aufgegeben und Industriebrachen zurückgelassen: leerstehende Gebäude auf schadstoffbelasteten Grundstücken, das Erdreich voll giftiger Rückstände — zur Erschließung als Baugelände völlig ungeeignet!“ Das hat zur Folge, daß in vielen Städten die Armen verstärkt in Gegenden siedeln, wo „Umweltprobleme allzuleicht ignoriert werden — wo Kanalisationssysteme zusammenbrechen; wo das Wasser nur unzureichend gereinigt wird; wo von Müll übersäte Grundstücke Ungeziefer anlocken, das dann auch die Behausungen befällt; wo kleine Kinder in heruntergekommenen Wohnhäusern bleihaltige Wandfarbe in den Mund nehmen; . . . wo sich offenbar niemand kümmert“. Ein solches Umfeld ist der ideale Nährboden für Verbrechen, Gewalt und Verzweiflung.

      Darüber hinaus wird es für westliche Städte immer schwieriger, auch nur grundlegende Dienste zur Verfügung zu stellen. Schon 1981 schrieben Pat Choate und Susan Walter ein Buch mit dem aufrüttelnden Titel America in Ruins—The Decaying Infrastructure (Amerika in Trümmern — Die verfallende Infrastruktur). Darin hieß es: „Amerikas öffentliche Einrichtungen nutzen schneller ab, als sie erneuert werden können.“ Die Verfasser äußerten sich höchst besorgt darüber, wie viele Brücken in Großstädten vor sich hin rosten, wie viele Straßen dem Verfall preisgegeben sind und wie viele Kanalisationssysteme zerfallen.

      Heute, 20 Jahre später, haben Städte wie New York nach wie vor mit einer krankenden Infrastruktur zu kämpfen. Ein Artikel im New York Magazine beschrieb das gewaltige Third-Water-Tunnel-Projekt — an dem nun schon gut 30 Jahre lang gebaut wird — als „das größte Einzelprojekt für Infrastruktur in der westlichen Hemisphäre“. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf rund 5 Milliarden Dollar. Nach der Vollendung werden durch den Tunnel täglich mehr als 3,5 Milliarden Liter Trinkwasser nach New York geleitet werden. „Doch bei all der gewaltigen Buddelei“, so der Verfasser des Artikels, „soll der Tunnel lediglich die vorhandenen Leitungen ersetzen, damit diese repariert werden können — zum ersten Mal, seit sie Anfang des Jahrhunderts verlegt wurden!“ Laut einem Artikel in der New York Times wird es weitere 90 Milliarden Dollar kosten, die übrigen Bereiche der zerfallenden Infrastruktur New Yorks — die U-Bahnen, die Hauptwasserleitungen, die Straßen und Brücken — zu reparieren.

      New York ist keineswegs die einzige Stadt, die die notwendigen Dienste nur mit Mühe leisten kann. Tatsächlich hat sich gezeigt, daß eine ganze Reihe Großstädte für Störungen der unterschiedlichsten Art anfällig sind. Im Februar 1998 lähmte ein katastrophaler Stromausfall das neuseeländische Auckland mehr als zwei Wochen lang. Die Einwohner von Melbourne (Australien) mußten 13 Tage lang ohne Warmwasser auskommen, als wegen eines Industrieunfalls in einer Produktionsstätte die Gaszufuhr abgestellt werden mußte.

      Und dann gibt es da noch ein Problem, mit dem so gut wie alle Städte zu kämpfen haben: Verkehrsstaus. Der Architekt Moshe Safdie sagte: „Es herrscht ein grundlegendes Mißverhältnis zwischen der Größe der Städte und den Verkehrssystemen, die sie bedienen. . . . Ältere Städte müssen ihr Stadtzentrum einem Verkehrsaufkommen anpassen, das zur Zeit ihrer Erbauung unvorstellbar gewesen wäre.“ Wie die New York Times berichtet, sind Verkehrsstaus in Städten wie Kairo, Bangkok und São Paulo „an der Tagesordnung“.

      Trotz all dieser Probleme reißt der Zustrom in die Städte offenbar nicht ab, wie es in einem Artikel im UNESCO-Kurier ausgedrückt wurde: „Die Stadt erscheint als Hort des Fortschritts, der Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten.“ Doch wie steht es um die Zukunftsaussichten für die Großstädte dieser Welt? Gibt es realistische Lösungen für ihre Probleme?

      [Herausgestellter Text auf Seite 5]

      „Der starke Zustrom von Menschen führt häufig zu einer hohen Arbeitslosigkeit und zu Unterbeschäftigung“

      [Bild auf Seite 7]

      Viele Städte sind von Verkehrsstaus geplagt

      [Bild auf Seite 7]

      Millionen Straßenkinder müssen sich allein durchschlagen

      [Bild auf Seite 7]

      Der Traum von einem besseren Leben bleibt für viele Stadtbewohner unerfüllt

  • Städte und ihre Zukunft
    Erwachet! 2001 | 8. April
    • Städte und ihre Zukunft

      „EIN Blick auf unsere Städte ist ein Blick in unsere Zukunft.“ Das sagte Ismail Serageldin von der Weltbank. So gesehen, hat unsere bisherige Betrachtung deutlich gemacht, daß die Zukunft nicht gerade rosig aussieht.

      Lobenswerterweise werden ernste Anstrengungen unternommen, die Lebensqualität in vielen Stadtgebieten zu verbessern. In New York wurde kürzlich der Times Square im Stadtteil Manhattan einer gründlichen Sanierung unterzogen. Zuvor war die Gegend als Rotlichtviertel und belebte Drogenszene berüchtigt und galt als gefährliches Pflaster. Jetzt haben dort neue Geschäfte und Theater Einzug gehalten, was Tausende von Besuchern anlockt. Ähnliches geschah in Neapel, einer laut National Geographic „prächtigen und kultivierten Stadt, die sich einst mit London und Paris messen konnte“, die jedoch im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde. Neapel verfiel gleichsam zu einem Symbol für Verbrechen und Chaos. Dann aber wurde die Stadt als Tagungsort einer politischen Konferenz im Jahr 1994 erkoren und erlebte daraufhin praktisch eine Wiedergeburt: das Stadtzentrum wurde großflächig restauriert.

      Sicherheit und Sauberkeit der Städte zu verbessern hat natürlich seinen Preis. Höhere Sicherheit erfordert häufig eine stärkere Polizeipräsenz. Entsprechende Maßnahmen können auch auf Kosten der Privatsphäre gehen. Bestimmte öffentliche Bereiche werden ständig mit Videokameras überwacht oder verstärkt von Zivilstreifen kontrolliert. Spaziert man durch einen Park und schlendert nichtsahnend an Brunnen, Skulpturen oder Blumenrabatten vorbei, hat man womöglich gerade eine Sicherheitskontrolle passiert.

      Manche Verbesserung geht auch stark zu Lasten der Armen. Ein Beispiel dafür ist eine Entwicklung, die mit dem englischen Fachbegriff gentrification beschrieben wird: Familien mit höherem Einkommen halten vermehrt in ehemals armen Stadtvierteln Einzug. Dieser Entwicklung liegt ein Wandel in der Wirtschaftsstruktur zugrunde, eine „Verlagerung von der Fertigung zur Dienstleistung, weil bislang gefragte Fähigkeiten auf mittlerem Niveau infolge der Automatisierung überflüssig werden“ (Gentrification of the City, herausgegeben von Neil Smith und Peter Williams). Während immer weniger Fabrikarbeiter benötigt werden, steigt der Bedarf an Facharbeitern und Akademikern und damit auch die Nachfrage nach Mittelklassewohnraum. Statt in Vororte zu pendeln, ziehen es viele gutbezahlte Angehörige gehobener Berufe vor, Wohnraum in relativ heruntergekommenen Vierteln zu renovieren.

      Durch eine derartige Entwicklung wird ein Wohnviertel logischerweise stark aufgewertet. Aber je besser die Wohnverhältnisse werden, desto höher steigen die Mieten. Oft können es sich die Armen irgendwann nicht mehr leisten, in dem Viertel wohnen zu bleiben, wo sie jahrelang gelebt und gearbeitet haben.

      Stirbt die Stadt aus?

      Die größten, durch neue Technologien ausgelösten Umwälzungen stehen den Städten möglicherweise erst noch bevor. So könnte es drastische Folgen haben, wenn immer mehr Menschen das Internet nutzen, um einzukaufen und Geschäfte zu erledigen. Schon jetzt haben sich manche Firmen dank der neuen Technologien leichter außerhalb der Städte ansiedeln können — und viele Arbeitskräfte sind ihnen gefolgt.

      Sollte es sich durchsetzen, online zu arbeiten und einzukaufen, werden die Menschen wohl immer weniger bereit sein, sich in überfüllte Geschäftsviertel zu begeben. In dem Buch Cities in Civilization heißt es ahnungsvoll: „Es könnte durchaus so kommen, daß einigen Routinejobs, vor allem im Teilzeitbereich, ausschließlich zu Hause oder in örtlichen Filialen nachgegangen wird, . . . was das allgemeine Verkehrsaufkommen verringern würde.“ Der Architekt Moshe Safdie vermutet ebenfalls: „In diesem neuen Umfeld wird es womöglich Millionen auf der ganzen Welt verstreute Dörfer geben, so daß der Mensch räumlich die Annehmlichkeiten des dörflichen Lebens genießen kann und elektronisch die kulturelle Vielfalt der großen historischen Städte.“

      Was wird die Zukunft bringen?

      Ungeachtet der Technologie glauben viele Beobachter, dank bestimmter Dienstleistungen und Vorteile behielten die Städte auch in Zukunft ihre Anziehungskraft. Doch ganz gleich, was die Zukunft bringt — gegenwärtig sind die Städte in Schwierigkeiten! Und Lösungen für die enormen Probleme, dem stetig wachsenden Millionenheer armer Stadtbewohner ausreichend Wohnraum und hinreichende sanitäre Lebensbedingungen zu bieten, sind nirgendwo in Sicht. Genausowenig verfügt irgend jemand auch nur ansatzweise über ein Mittel, mit dem der Kriminalität, der fortschreitenden Umweltzerstörung oder der Verschmutzung der Städte beizukommen wäre.

      Manch einer wendet vielleicht ein, die Regierungen müßten einfach nur mehr Geld in die Städte pumpen. Aber ist es realistisch, zu glauben, die Probleme der Städte ließen sich so einfach mit dem Scheckbuch lösen, vor allem wenn man bedenkt, was für Leistungen viele Regierungen im Umgang mit ihren Mitteln vorzuweisen haben? Schon vor Jahrzehnten hieß es in dem Buch Tod und Leben großer amerikanischer Städte: „Einer sinnigen Legende zufolge könnten wir, wenn wir nur genügend Geld hätten . . ., innerhalb von zehn Jahren unsere sämtlichen Slums vom Erdboden verschwinden lassen . . . Man sehe sich aber an, was wir mit den ersten paar Milliarden gebaut haben: Siedlungen für Minderbemittelte, die schlimmere Brutstätten für Verbrechertum, Vandalismus und allgemeine soziale Hoffnungslosigkeit geworden sind als jene Slums, die sie ersetzen sollten“. Das klingt nach wie vor zutreffend.

      Aber was, wenn nicht Geld, ist die Lösung? Wir dürfen nicht vergessen, daß eine Stadt nicht lediglich aus Gebäuden und Straßen besteht, sondern vor allem aus Menschen. Im Endeffekt müssen sich also die Menschen ändern, wenn das Leben in der Stadt besser werden soll. „Die beste Ordnung der Städte liegt in der fürsorglichen Pflege des Menschen“, schrieb Lewis Mumford in seinem Werk Die Stadt — Geschichte und Ausblick. Will man Drogenmißbrauch, Prostitution, Verschmutzung, Umweltzerstörung, soziale Ungerechtigkeit, Vandalismus, Graffiti und dergleichen beseitigen, ist mehr erforderlich als eine verstärkte Polizeipräsenz oder ein neuer Anstrich. Man muß den Menschen helfen, ihr Denken und Verhalten grundlegend zu ändern.

      Ein Wechsel in der Verwaltung

      Solch umfassende Veränderungen herbeizuführen übersteigt eindeutig das Vermögen von Menschen. Deshalb werden alle Bemühungen, die Probleme der heutigen Städte zu lösen, letztlich scheitern — ungeachtet aller guten Absichten. Wer sich intensiv mit der Bibel beschäftigt, verliert dennoch nicht den Mut, denn er erkennt in den Schwierigkeiten der heutigen Städte nur einen weiteren Beweis dafür, daß der Mensch unfähig ist, unseren Planeten richtig zu verwalten. Durch das Chaos in den wuchernden Metropolen unserer Zeit wird die Aussage der Bibel gemäß Jeremia 10:23 bestätigt: „Ich weiß wohl, o Jehova, daß nicht beim Erdenmenschen sein Weg steht. Es steht nicht bei dem Mann, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten.“ Die Versuche des Menschen, sich selbst zu regieren, haben zu unermeßlichem Elend geführt — was in den Städten einfach nur stärker in Erscheinung tritt.

      Stadtbewohner weltweit können sich daher mit der biblischen Verheißung trösten, die in Offenbarung 11:18 aufgezeichnet ist, nach der Gott ‘die verderben wird, die die Erde verderben’. Das ist überhaupt nicht negativ, sondern deutet eine hoffnungsvolle Zukunft für die Menschheit an. Uns wird zugesichert, daß Gott die Verwaltung unseres Planeten übernehmen wird durch eine Regierung, ein Königreich (Daniel 2:44). Dann werden nicht mehr Millionen Menschen in unvorstellbarer Armut leben müssen, gezwungen, auf angemessenen Wohnraum und sanitäre Grundversorgung zu verzichten, ihrer Würde beraubt oder ohne Hoffnung. Unter der Herrschaft der Regierung Gottes werden sich die Menschen materiellen Wohlstands, bester Gesundheit und hervorragender Wohnverhältnisse erfreuen (Jesaja 33:24; 65:21-23).

      Diese neue Welt ist die einzige realistische Lösung für die Probleme der heutigen Städte.

      [Bilder auf Seite 8, 9]

      Es gibt ernste Anstrengungen, die Lebensqualität in vielen Stadtgebieten zu verbessern

      Neapel

      New York

      Sydney

      [Bildnachweis]

      SuperStock

      [Bild auf Seite 10]

      Gottes neue Welt wird die Lösung für die Probleme der heutigen Stadtbewohner bringen

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